Vom Fahrer zum Transportmanager – Premiere im Cockpit der Zukunft

Bereits heute entlasten komfortabel eingerichtete und klimatisierte Fahrerhäuser, Assistenzsysteme wie der Abstandshalte-Assistent, der Stop-and-Go-Assistent sowie vollautomatisierte Getriebe den Fahrer.
Dr. Ing. Klaus Ruff, stellvertretender Leiter Prävention bei der Berufsgenossenschaft für Transport und Verkehrswirtschaft (BG Verkehr) stellt klar: „Der Arbeitsalltag der Lkw-Fahrer ist an­spruchsvoll und anstrengend: Daueraufmerksamkeitsdruck und Monotonie auf langen Fahrstrecken, das oft unübersichtliche und dichte Verkehrsgeschehen, der Verkehrslärm, Tag- und Nacht­schichten sind nur einige Stichworte. Moderne Assistenzsysteme entlasten den Fahrer und tragen damit zu mehr Verkehrssicherheit bei. Trotz vermehrtem Verkehrsaufkommen und trotz Steigerung der Transportleistung um ca. 80 Prozent im Güterkraftverkehr ist die Zahl der bei Lkw-Unfällen getöteten und schwerverletzten Verkehrs­teilnehmer um knapp die Hälfte vermindert worden. Es spricht viel dafür, dass die Weiterentwicklung der Assistenzsysteme und ihre intelligente Vernetzung diesen positiven Trend zukünftig fortführen werden.“
Längst haben sie großes Vertrauen in diese entlastenden Assistenz­systeme entwickelt und nutzen sie ganz selbstverständlich. Denn unregelmäßige Arbeitszeiten, sitzende Tätigkeit und psychische Belastungen fordern diese Berufsgruppe überdurchschnittlich und setzen die Lkw-Fahrer hohen gesundheitlichen Risiken aus. Mercedes-Benz minimiert mit seinen vorbildlich ausgestatteten Lkw bereits heute diese Berufsrisiken und ist damit nicht nur branchen­weit, sondern im gesamten Nutzfahrzeugbau Vorreiter in puncto ergonomischer und komfortabler Cockpitgestaltung sowie hoher aktiver Sicherheit dank intelligenter Assistenz- und Telematik­systeme. Ein Vorsprung, der auch den Weg zum autonomen Fahren bahnt.
Autonomes Fahren entlastet den Fahrer vom Fahren „müssen“ in vielen Situationen, vor allem auf ermüdenden und häufig eintönigen Fernstrecken. Da der Lkw seine Geschwindigkeit selbst regelt und sich per Navigations-App ebenfalls selbstständig den optimalen Weg sucht, weil Spedition, Verlader und Ladungsempfänger fortlaufend in Echtzeit über Standort, Fahrtverlauf und die voraussichtliche An­kunftszeit informiert sind, wird der Fahrer vom Zeitdruck entlastet. Er macht heute einen großen Teil seiner Arbeitsbelastung aus.
Dr. Ing. Klaus Ruff: „Das autonome Fahren verändert zwangsläufig auch das Berufsbild des Lkw-Fahrers. Es entlastet vom unmittel-baren Steuern des Lkw: Dies schont Ressourcen für andere Aktivitäten wie soziale Interaktion oder Entspannungsphasen. Das autonome Fahren wird für den Fahrer abwechslungsreicher, weniger belastend und kann so zur Attraktivität des Berufs Fernfahrer beitragen. Ob es das aktuell große Problem des Fahrermangels löst, wird die Zukunft zeigen.“
Rollendes Büro im Future Truck 2025
Durch den Mercedes-Benz Future Truck 2025 wird der Fahrer nicht nur von monotonen Tätigkeiten entlastet, er gewinnt auch Zeit für andere Aufgaben und die Kommunikation mit seiner Umwelt. Zu diesem Zweck wechselt der Fahrer vom Arbeitsplatz Lenkrad zum Arbeitsplatz Büro. Denkbar ist die Übernahme von Tätigkeiten, die bisher der Disposition vorbehalten sind oder dem sozialen Kontakt mit Freunden, Familie und Kollegen dienen. Insbesondere selbst­fahrende Unternehmen können künftig Bürotätigkeiten bei Bedarf bequem unterwegs erledigen. Keine Arbeit mehr am Abend, am Wochenende und kein Delegieren an andere Personen. Konnektivität und Vernetzung sind die Zauberwörter. Das „Highway Pilot“-System ist auf Wunsch immer „ on“. Die Abrechnung des letzten Transport­auftrages oder die Vorsteuererklärung vom letzten Monat während der Fahrt erledigen – in Zukunft keine Fantasie mehr, sondern Realität.
Die Übernahme anderer Tätigkeiten wird das Berufsbild des Lkw-Fahrers deutlich verändern. Hieraus ergeben sich Aufstiegsmöglich­keiten von der reinen Fahrtätigkeit zum Transportmanager. Für Ver­lader und die Kunden einer Spedition wird der Fahrer damit vom Transporteur und Maschinenbediener zum qualifizierten Transport­manager, eine Aufwertung für den gesamten Berufsstand. Der Beruf des Lkw-Fahrers wird attraktiver – autonomes Fahren ist deshalb auch eine klare Antwort auf den Fahrermangel.
Ebenso kann der Fahrer über elektronische Medien während der Fahrt bequem mit anderen Personen kommunizieren. So kann er zum Beispiel mit anderen Fahrern Verabredungen für eine Pause treffen, Termine vereinbaren, Informationen über Verkehrssitua­tionen oder Be- und Entladestellen einholen oder private Dinge erledigen. Die vielfältigen Möglichkeiten von sozialen Aktivitäten sind ein weiteres wichtiges Plus im Rahmen des autonomen Fahrens.
Dazu zählt auch die Möglichkeit, dass der Fahrer während der Fahrt einen Parkplatz bei einer Raststätte oder einem Autohof buchen kann. Er hat die Möglichkeit, sich schon unterwegs im Internet die aktuelle Speisenkarte anzuschauen, kann einen Waschraum reser­vieren und zeitgenau sein Essen vorbestellen. Er bekommt all das quittiert, einschließlich Parkplatznummer und Uhrzeit.
Das deutlich entspanntere Fahren wird sich positiv auf die Gesund­heit der Fahrer auswirken. Stressfaktoren der reinen Fahrtätigkeit auf den Fernstraßen Europas werden deutlich herabgesetzt. Durch den Wechsel der Position während des autonomen Fahrens ist der Fahrzeugführer auch nicht mehr in einer starren Position an das Lenkrad gebunden, sondern er gewinnt Bewegungsmöglichkeiten bis hin zu entspannenden Lockerungsübungen während der Fahrt.
Lkw und Fahrer verschmelzen beim autonomen Fahren mehr denn je zu einem Team, zu einer sinnvollen, schlagkräftigen und hoch wirt­schaftlichen Kombination von Mensch und Maschine.
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    2491674_19_Vom_Fahrer_zum_Transportmanager_de.doc
    2491674_19_Vom_Fahrer_zum_Transportmanager_de.doc
  • D249873
    2491681_19_From_driver_to_transport_manager_en.doc
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