Mercedes-Benz Classic beim Großen Preis von Deutschland 2019: Historische Rennwagen in Hockenheim zum Jubiläum „125 Jahre Motorsport“

25.
Juli 2019
Stuttgart

Am 28. Juli 2019 feiert Mercedes-Benz Classic beim Großen Preis von Deutschland auf dem Hockenheimring „125 Jahre Motorsport“. Neben umfangreichen Aktivitäten erinnern insbesondere zahlreiche Fahrzeuge aus der unternehmenseigenen Sammlung an Höhepunkte der Motorsportgeschichte seit 1894.

Stuttgart. Die besten Rennfahrer kämpfen um den Sieg: So ist es beim Mercedes-Benz Großer Pries von Deutschland 2019 auf dem Hockenheimring Hockenheimring – bei dem Mercedes-Benz Hauptsponsor ist. Und so ist es seit 125 Jahren. Denn so lange schon gibt es Motorsport – seit 1894 auf der Strecke von Paris nach Rouen in Frankreich der erste Automobilwettbewerb stattgefunden hat. Den ersten Preis teilen sich damals zwei Fahrzeuge mit Daimler-Motor, und ein Fahrzeug von Benz & Cie. erhält den fünften Preis. Mercedes-Benz feiert das Jubiläum über das Jahr 2019 hinweg bei zahlreichen Gelegenheiten.

Zukunft und Geschichte(-n)

In Hockenheim, nur rund 80 Kilometer Luftlinie von Stuttgart entfernt, dokumentiert die Marke ihren Spirit mit einer eindrucksvollen Präsentation historischer Rennfahrzeuge. Mercedes-Benz trägt bei jedem Rennen den Motorsport in die Zukunft – mit einem Willen zum Wettbewerb seit 125 Jahren.

Die Inszenierung beginnt beim Formel 1- Team Mercedes AMG Petronas Team. So tragen beispielsweise die Rennwagen auf dem Hockenheimring zu Ehren des Jubiläums „125 Jahre Motorsport“ eine Sonderlackierung, die an die Renngeschichte der Marke angelehnt ist und dabei unter anderem den Mercedes-Stern im klassischen Design zeigt. Außerdem präsentiert sich das ganze Team in neuen Overalls, die an die historischen Rennmannschaften aus den 1930er- und 1950er-Jahren erinnern.

Motorsporthistorie von Mercedes-Benz hat unzählige Facetten und besteht aus vielen starken Geschichten. Neben Fahrzeugen gehört dazu auch das professionelle Management der Rennaktivitäten. Einer der legendären Rennleiter der Marke ist Alfred Neubauer. Er choreografiert in den 1930er- und 1950er-Jahren das Geschehen an den herausragenden Rennstrecken auf der ganzen Welt. Mit einem zuvor nicht gekannten Perfektionsanspruch setzt er bei Vorbereitung und Durchführung neue Maßstäbe und wendet dabei immer wieder auch neue Methoden an.

Eine von Neubauers Erfindungen ist die Kommunikation zwischen Box und Fahrer über Flaggen und Nummerntafeln. In der Zeit vor dem Boxenfunk werden die Fahrer während des Rennens auf diese Weise exakt über das Geschehen vor und hinter ihnen informiert. In Hockenheim ausgestellt ist eine originale Rennkiste Neubauers mit den entsprechenden Utensilien.

Motorsport-Juwelen

Besonders eindrucksvoll wird die Fahrzeugausstellung von Mercedes-Benz Classic am Hockenheimring sein. Zu den mitgebrachten Juwelen aus der unternehmenseigenen Sammlung gehören der Zweizylindermotor der Daimler-Motoren-Gesellschaft, mit dem im Jahr 1894 die Motorsportaktivitäten weltweit beginnen.

Von dieser Geburtsstunde des Motorsports folgt der direkte Bogenschlag ins Geschehen 125 Jahre später mit der Formel 1 am Hockenheimring: Auf der Rennstrecke tritt der Mercedes-AMG F1 W10 EQ Power+ an. Er dominiert den Beginn der Saison 2019 mit neun Rennsiegen in zehn Rennen (davon sieben Doppelsiege) und hat sich damit schon jetzt einen festen Platz in der Motorsportchronik von Mercedes-Benz erobert. Auch die Formel-1-Autos der Saisons 2012(erster Rennsieg Nico Rosberg beim Großen Preis von China), 2014 (Weltmeister Lewis Hamilton), 2016 (Weltmeister Nico Rosberg) und 2018 (Weltmeister Lewis Hamilton), von den die letzten drei jeweils die Weltmeisterschaft gewonnen haben, präsentiert die Marke in Hockenheim den Fans.

Rennwagen aus der Formel 1 und anderen Rennserien

Sie stehen direkt neben weiteren ruhmreichen Rennwagen aus der Markenhistorie. 1924 tritt beispielsweise der Mercedes 2-Liter-Achtzylinder-Rennwagen mit Kompressormotor an – er wird beim Grand Prix von Deutschland ebenso zu sehen sein wie mehrere Silberpfeile der ersten Epoche von 1934 bis 1939: der W 125 aus dem Jahr 1937 sowie der W 154 der 3-Liter-Formel und der 1,5-Liter-Rennwagen W 165, der lediglich für einen einzigen Grand Prix konstruiert wird. Beim Großen Preis von Tripolis am 7. Mai 1939, dem ersten und einzigen für den W 165, erringen Lang und Caracciola einen eindrucksvollen Doppelsieg. Der schnellste Wettbewerber geht gut vier Minuten danach durchs Ziel.

Für den äußerst erfolgreichen Wiedereinstieg in den Motorsport nach dem Zweiten Weltkrieg steht der W 196 R mit Stromlinienkarosserie. Er kommt zusammen mit der Version mit freistehenden Rädern in den Jahren 1954 und 1955 in der Formel 1 zum Einsatz und macht Juan Manuel Fangio in beiden Jahren zum Weltmeister.

Eine feste Größe im Rennkalender ist auch das Langstreckenrennen Mille Miglia in Italien. 1955 erringen John Cooper Fitch und sein Beifahrer Kurt Gessl in einem 300 SL „Gullwing“ mit der Startnummer 417 den Sieg in ihrer Klasse und einen herausragenden fünften Platz im Gesamtklassement – daran erinnert das Coupé mit eben jener Startnummer, das in Hockenheim gezeigt wird.

Le-Mans-Sieg und Tourenwagen-Erfolge

Bei einem weiteren Langstreckenklassiker holen Fahrzeuge mit Stern 1989 und damit vor 30 Jahren einen Doppelsieg: Die Sauber-Mercedes C 9 gewinnen bei den „24 Stunden von Le Mans“. Einen der Gruppe-C-Rennwagen zeigt die Marke anlässlich des Mercedes-Benz Großer Preis von Deutschland 2019. Für zahlreiche weitere Erfolge im Tourenwagensport stehen drei originale Meisterfahrzeuge aus den DTM Saisons 1994, 2006 und 2018.

So schließt sich der faszinierende Kreis einer einzigartigen Geschichte, die befeuert ist vom Willen zum Wettbewerb: Von der Geburt des Motorsports vor 125 Jahren bis zur dreifachen DTM-Meisterschaft für Mercedes-AMG und fünf aufeinanderfolgenden Doppel-Weltmeisterschaften für die modernen Silberpfeile.

Die Fahrzeuge und Exponate von Mercedes-Benz Classic beim Grand Prix von Deutschland 2019

Daimler Zweizylinder-V-Motor (1894)

Der Zweizylinder-V-Motor, den Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach 1888 entwickelt haben, dient als Antrieb des Daimler Motor-Quadricycles, das auch unter dem Namen „Stahlradwagen“ bekannt ist und 1889 bei der Weltausstellung in Paris vorgestellt wird. 1894 bildet dieser Motor zudem die Basis für die Ursprünge des Motorsports: Bei der Wettfahrt Paris–Rouen, dem ersten Automobilwettbewerb der Geschichte im Juli 1894, gewinnen Fahrzeuge von Peugeot und Panhard & Levassor die ersten Preise – ebenso wie im Juni 1895 beim ersten „richtigen“ Rennen Paris–B ordeaux–Paris mit Geschwindigkeitswertung. Die Preisträger sind mit den von Daimler und Maybach konstruierten Zweizylinder-V-Motoren ausgerüstet, die Panhard & Levassor in Lizenz herstellt. Der im Daimler „Stahlradwagen“ eingebaute Motor erzielt ursprünglich aus 565 Kubikzentimetern Hubraum 1,1 kW (1,5 PS). Spätere Varianten, wie sie bei den ersten Rennen zum Einsatz kommen, leisten bis zu 2,75 kW (3,75 PS) aus bis zu 1.646 Kubikzentimetern Hubraum.

Technische Daten Daimler Zweizylinder-V-Motor
Einsatz: 1889 bis 1896
Zylinder: 2/V-Form
Hubraum: bis zu 1.646 cm3
Leistung: bis zu 2,75 kW (3,75 PS)

Mercedes 2-Liter-Achtzylinder-Rennwagen „Monza“ (1924)

1924 stellt die Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) einen neuen Rennwagen nach der 2-Liter-Formel vor. Er ist eine der ersten eigenständigen Konstruktionen von Ferdinand Porsche nach seinem Eintritt in die DMG im Jahr 1923 als Chefkonstrukteur. Der Rennwagen erhält aufgrund seines Premieren-Einsatzortes den Beinamen „Monza“. Zum innovativen Konzept gehört ein Achtzylinder-Motor – der erste der Daimler-Motoren-Gesellschaft für Straßenfahrzeuge – in Kombination mit einem Kompressor. Heute würde man es ein Hochdrehzahlkonzept nennen: 7.000 U/min sind für die damalige Zeit exorbitant viel, ebenfalls die Leistung aus zwei Liter Hubraum von 125 kW (170 PS) für das nur 780 Kilogramm wiegende Fahrzeug. Der Rennwagen erweist sich zunächst als schwer beherrschbar, kann aber nach seiner Weiterentwicklung eine Reihe von Erfolgen einfahren. Der größte ist Rudolf Caracciolas Sieg beim ersten Großen Preis von Deutschland auf der Avus-Rennstrecke in Berlin am 11. Juli 1926 – zugleich sein erster internationaler Erfolg, der zudem seinen Ruf als „Regenmeister“ manifestiert.

Technische Daten Mercedes 2-Liter-Achtzylinder-Rennwagen „Monza“
Einsatz: 1924 bis 1927
Zylinder: 8/Reihe
Hubraum: 1.996 cm3
Leistung: bis 125 kW (170 PS)
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h

Mercedes-Benz 750-Kilogramm-Rennwagen W 125 (1937)

Als sich abzeichnet, dass der W 25 in der Saison 1936 trotz zweier Grand-Prix-Siege nicht mehr konkurrenzfähig ist, erhält die Rennabteilung einen eigenen technischen Leiter – den Ingenieur Rudolf Uhlenhaut. Er ist zugleich ein talentierter und sehr schneller Fahrer. Nachdem er den W 25 unter Rennbedingungen eingehend erprobt hat, konzipiert Uhlenhaut den Nachfolger W 125 und wählt für ihn eine revolutionäre Fahrwerkauslegung mit starrem Rahmen, weicher Federung und kräftiger Dämpfung. Auch der Reihenachtzylinder wird gründlich weiterentwickelt und leistet dank Kompressoraufladung nach einer Hubraumerhöhung auf 5,7 Liter bis zu 435 kW (592 PS). Diese Motorleistung wird bei Grand-Prix-Rennwagen erst wieder in den 1980er-Jahren erreicht. Der neue Silberpfeil gewinnt mit Hermann Lang am Steuer gleich sein erstes Rennen, den Großen Preis von Tripolis (Libyen), und dominiert auch den weiteren Verlauf der Rennsaison 1937. Am Ende gewinnt Rudolf Caracciola seine zweite Grand-Prix-Europameisterschaft.

Technische Daten Mercedes-Benz 750-Kilogramm-Rennwagen W 125
Einsatz: 1937
Zylinder: 8/Reihe
Hubraum: 5.663 cm3
Leistung: bis 435 kW (592 PS)
Höchstgeschwindigkeit: 320 km/h

Mercedes-Benz 3-Liter-Formel-Rennwagen W 154 (1939)

Der W 154 ist die Antwort von Mercedes-Benz auf das neue Reglement, das mit der Saison 1938 für die Grand-Prix-Europameisterschaft in Kraft tritt. Als entscheidender technischer Faktor ist nun der Hubraum begrenzt: maximal 3 Liter mit oder 4,5 Liter ohne Kompressor. Durch die Hubraumbeschränkung möchte der internationale Motorsportverband die Motorleistung und damit die Geschwindigkeit der Rennwagen reduzieren. Mercedes-Benz setzt erneut auf die bewährte Kompressoraufladung und entwickelt einen V12-Motor, der 333 kW (453 PS) bei 8.000 U/min leistet. Trotz nahezu halbiertem Hubraum ist der W 154 kaum weniger schnell als sein Vorgänger. Er gewinnt 1938 sechs der neun wichtigsten Rennen – darunter sind drei Dreifachsiege und ein Doppelsieg – und verhilft Rudolf Caracciola zu seinem dritten Europameistertitel. 1939 siegt der gründlich überarbeitete und leistungsgesteigerte W 154 in sieben Rennen fünfmal – erfolgreichster Fahrer ist diesmal Hermann Lang, der vier der fünf Siege erringt.

Technische Daten Mercedes-Benz 3-Liter-Formel-Rennwagen W 154
Einsatz: 1938 bis 1939 sowie 1951
Zylinder: V12
Hubraum: 2.963 cm3
Leistung: 344 kW (468 PS) bis 355 kW (483 PS)
Höchstgeschwindigkeit: rund 300 km/h

Mercedes-Benz 1,5-Liter-Rennwagen W 165 (1939)

Den W 165 entwickelt Mercedes-Benz für ein einziges Rennen – den Großen Preis von Tripolis in Libyen im Jahr 1939. Die italienischen Veranstalter haben dieses Rennen nur für Fahrzeuge der Voiturette-Formel mit 1,5-Liter-Motor ausgeschrieben. Damit soll die vorherige Siegesserie der deutschen Konkurrenz beendet werden. Denn weder Mercedes-Benz (Tripolis-Sieger in den Jahren 1935, 1937 und 1938) noch die Auto Union (Sieger 1936) haben einen Rennwagen für diese Klasse. Doch die Stuttgarter Rennabteilung nimmt die Herausforderung an und baut in weniger als acht Monaten einen völlig neuen 1,5-Liter-Rennwagen. Zwei W 165 gehen am 7. Mai 1939 gegen die zahlenmäßig übermächtige Konkurrenz von 28 rot lackierten Alfa Romeo und Maserati an den Start. Sie erzielen einen triumphalen Doppelsieg: Hermann Lang gewinnt das spektakuläre Wüstenrennen zum dritten Mal, Rudolf Caracciola wird Zweiter. Der schnellste italienische Wagen geht mit gut vier Minuten Rückstand auf die Silberpfeile durchs Ziel.

Technische Daten Mercedes-Benz 1,5-Liter-Rennwagen W 165
Einsatz: 1939
Zylinder: V8
Hubraum: 1.493 cm3
Höchstleistung: 187 kW (254 PS)
Höchstgeschwindigkeit: 272 km/h

Mercedes-Benz Formel-1-Rennwagen W 196 R (1955)

Mit dem W 196 R kehrt Mercedes-Benz 1954 nach 15 Jahren Unterbrechung in den Grand-Prix-Sport zurück. Der neue Silberpfeil ist entsprechend dem gerade erst in Kraft getretenen Reglement konstruiert, das maximal 2,5 Liter Hubraum vorschreibt. Gleich beim ersten Rennen am 4. Juli 1954 in Reims landen Juan Manuel Fangio und Karl Kling einen spektakulären Doppelsieg. An den Start geht die futuristisch anmutende, für schnelle Rennstrecken konzipierte Version mit Stromlinienkarosserie – so wie bei dem gezeigten Fahrzeug. Nach drei weiteren Siegen ist Fangio am Ende der Saison Formel-1-Weltmeister. Bei den meisten Formel-1-Rennen der Jahre 1954 und 1955 kommt allerdings nicht der Stromlinienwagen, sondern die Version mit freistehenden Rädern zum Einsatz. Diese ist für kurvenreiche Strecken besser geeignet, weil der Fahrer die Vorderräder stets im Blick hat. Beim Großen Preis von Italien in Monza siegt Fangio im September 1955 mit der leistungsgesteigerten Version des Stromlinienwagens und wird erneut Weltmeister auf Mercedes-Benz.

Technische Daten Mercedes-Benz Formel-1-Rennwagen W 196 R
Einsatz: 1954 bis 1955
Zylinder: 8/Reihe
Hubraum: 2.497 cm3
Leistung: 188 kW (256 PS) bis 213 kW (290 PS)
Höchstgeschwindigkeit: bis zu 300 km/h

Mercedes-Benz 300 SL „Gullwing“ (W 198, 1955)

Der 1954 präsentierte 300 SL Seriensportwagen (W 198) basiert auf dem gleichnamigen Rennsportwagen (W 194), der in der Saison 1952 spektakuläre Erfolge erzielt hat. Die innovative Benzineinspritzung ermöglicht eine Leistungssteigerung von 20 Prozent gegenüber der vergaserbestückten Rennsportausführung. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 250 km/h ist der 300 SL der schnellste Serienwagen seiner Zeit und damit auch für Motorsporteinsätze prädestiniert. Bei der Mille Miglia 1955 erringen John Cooper Fitch und sein Beifahrer Kurt Gessl in dem 300 SL mit der Startnummer 417 den fünften Platz im Gesamtklassement. Im gleichen Jahr gewinnt Werner Engel auf 300 SL die Tourenwagen-Europameisterschaft, und Paul O’Shea holt die Amerikanische Sportwagen-Meisterschaft der Kategorie D, die er 1956 erneut gewinnt. Von 1954 bis 1957 entstehen insgesamt 1.400 Fahrzeuge des Traumsportwagens. 1999 wird der 300 SL „Gullwing“ von einer Jury aus Fachjournalisten zum Sportwagen des Jahrhunderts gekürt.

Technische Daten Mercedes-Benz 300 SL „Gullwing“ (W 198)
Einsatz: 1955 bis 1957
Zylinder: 6/Reihe
Hubraum: 2.996 cm3
Leistung: 158 kW (215 PS)
Höchstgeschwindigkeit: bis zu 250 km/h

Sauber-Mercedes C 9 Gruppe-C-Rennsportwagen (1989)

Die späten 1980er-Jahre sind geprägt durch die Rückkehr von Mercedes-Benz auf die Rennstrecken: Den Stern tragen zunächst die Rennsportwagen der Gruppe C. Die seit 1987 überwiegend in schwarzer oder dunkelblauer Livree eingesetzten Sauber-Mercedes C 9 erfahren für die Saison 1989 auch optisch eine Veränderung: Sie erhalten nun eine silberne Lackierung, die sie klar als Mercedes-Benz Silberpfeile identifiziert. Die neuen Rennwagen fahren allein im Jahr 1989 acht Siege bei neun Rennen ein. Dazu zählt am 10. und 11. Juni 1989 das 24-Stunden-Rennen von Le Mans: Mit den C 9 Silberpfeilen erzielen die Mercedes-Benz Piloten Jochen Mass / Manuel Reuter / Stanley Dickens und Mauro Baldi / Kenny Acheson / Gianfranco Brancatelli einen Doppelsieg – 37 Jahre nach dem herausragenden Erfolg mit dem ersten Silberpfeil der Nachkriegszeit, dem Mercedes-Benz 300 SL Rennsportwagen (W 194). Am Ende der Saison gewinnt Jean-Louis Schlesser auf C 9 den Fahrertitel der Sportwagen-Weltmeisterschaft.

Technische Daten Sauber-Mercedes C 9 Gruppe-C-Rennsportwagen
Einsatz: 1989 bis 1990
Zylinder: V8
Hubraum: 4.973 cm3
Leistung: 530 kW (720 PS)
Höchstgeschwindigkeit: 400 km/h

AMG-Mercedes C-Klasse Rennsport-Tourenwagen (W 202), 1994

1994 geht Mercedes-Benz in der DTM mit einem neuen Rennsport-Tourenwagen auf Basis der C-Klasse Limousine W 202 an den Start. Unter der selbsttragenden, verstärkten Karosserie mit verschweißtem Stahl-Überrollkäfig des Fahrzeugs verbirgt sich reinrassige Renntechnik: Die neue Hochleistungsmaschine basiert, dem Reglement entsprechend, auf einem Serienmotor. Die Ingenieure bei AMG konstruieren einen V6-Motor, der aus dem 4,2-Liter-V8-Aggregat M 119 entwickelt wird und mit 2.500 Kubikzentimeter die vorgeschriebene Hubraumbegrenzung einhält. Das bis zu 11.000 U/min drehende Aggregat überträgt seine Leistung durch ein sequenziell schaltbares Getriebe. Motorhaube, Heckdeckel sowie Aerodynamik-Anbauteile sind gewichtsbedingt in Carbon-Kevlar ausgeführt. 1994 wird Klaus Ludwig mit diesem Fahrzeug Deutscher Tourenwagen-Meister. Im Folgejahr tritt Mercedes-Benz mit dem weiterentwickelten Rennsport-Tourenwagen in der DTM und ITC an – Bernd Schneider gewinnt beide Rennserien und Mercedes-Benz sichert sich die Markenwertungen.

Technische Daten AMG Mercedes C-Klasse Rennsport-Tourenwagen
Einsatz: 1994 bis 1996
Zylinder: V6
Hubraum: 2.499 cm3
Leistung: 324 kW (440 PS)
Höchstgeschwindigkeit: 300 km/h

AMG Mercedes C-Klasse DTM-Tourenwagen (W 203, 2006)

In der neuen DTM, die in der Saison 2000 unter dem Titel „ Deutsche Tourenwagen-Masters“ startet, kommen zunächst Silhouette-Fahrzeuge auf Basis zweitüriger Coupés und ab 2004 dann viertürige Limousinen zum Einsatz. Der C-Klasse Rennsport-Tourenwagen auf Basis der Baureihe 203 hat einen tragenden Gitterrohrrahmen mit Dach und Seitenwänden aus Stahl, in den die Sicherheitszelle für den Fahrer eingebaut ist. Äußere Verkleidungs- und Anbauteile sind aus leichtem und widerstandsfähigem Carbon-Kunststoff gefertigt. Als Antrieb dient der V8-Motor, der sich bereits seit 2000 im DTM-Fahrzeug auf Basis des CLK bewährt hat. Für die Saison 2005 wird der C-Klasse Rennsport-Tourenwagen weiter optimiert, unter anderem sinkt das Gesamtgewicht um 30 Kilogramm, und sowohl die Karosserielänge als auch der Radstand wachsen. Gary Paffett sichert sich 2005 den Fahrertitel der DTM. Im Folgejahr wird Bernd Schneider zum fünften Mal Deutscher Tourenwagen-Meister – und wiederholt diesen Triumph mit dem ausgestellten Fahrzeug im Jahr 2006.

Technische Daten AMG Mercedes C-Klasse DTM-Tourenwagen (W 203)
Einsatz: 2004 bis 2007
Zylinder: V8
Hubraum: 4.000 cm3
Leistung: 346 kW (470 PS)
Höchstgeschwindigkeit: 280 km/h

Mercedes F1 W03 Formel-1-Rennwagen (2012)

Das Werksteam mit dem neuen Namen Mercedes AMG Petronas F1 stellt den Mercedes F1 W03 im Rahmen des zweiten Testwochenendes in Barcelona am 21. Februar 2012 vor. Das Reglement 2012 führt zu signifikanten Änderungen am Fahrzeug. Dazu zählen insbesondere das ausgeprägt gestufte Design der Nase sowie neue Einschränkungen des angeblasenen Diffusors, mit dem im Jahr 2011 aerodynamische Vorteile durch Auspuffgase gewonnen werden. Im dritten Rennen der Saison, dem Großen Preis von China, kommt der Wendepunkt für das Team: Das Wochenende beginnt gut mit einer Poleposition für Nico Rosberg – der ersten überhaupt seit der Rückkehr von Mercedes-Benz mit einem eigenen Werksteam in die Formel 1 zwei Jahre zuvor. Rosberg gewinnt das Rennen und holt damit den ersten Sieg für die Silberpfeile seit dem Großen Preis von Italien in Monza am 11. September 1955. Es ist der erste Grand-Prix-Sieg für Rosberg in seinem 111. Formel-1-Rennen, 111 Jahre nach dem ersten Triumph der Marke Mercedes in der Rennwoche von Nizza 1901. Zu den weiteren Erfolgen 2012 zählt Platz zwei für Rosberg in Monaco. Im Großen Preis von Europa in Valencia kommen Rosberg auf Platz zwei und Michael Schumacher auf Platz drei ins Ziel. Es ist der erste Podiumsplatz für den Rekordweltmeister in einem der neuen Silberpfeile. Am Ende der Saison gibt Schumacher seinen Rückzug aus der Formel 1 bekannt.

Renndaten Mercedes F1 W03 Formel-1-Rennwagen
Einsatz: 2012
Formel-1-Konstrukteursmeisterschaft: Platz 5
Formel-1-Fahrerweltmeisterschaft: Nico Rosberg – Platz 9
Formel-1-Fahrerweltmeisterschaft: Michael Schumacher – Platz 13
Siege: 1
Polepositions: 1
Podiumsplatzierungen: 3

Mercedes F1 W05 Hybrid Formel-1-Rennwagen (2014)

Die Formel-1-Weltmeisterschaft 2014 erlebt die Geburt einer revolutionären Rennformel, als der Hybridantrieb in den Fokus der Rennsport-Königsklasse rückt. In diesem Meilensteinjahr für den Motorsport kehren die Silberpfeile des Mercedes AMG Petronas Formula One Teams auf den Siegkurs zurück. Als Herausforderer trägt der völlig neue Mercedes F1 W05 Hybrid das Team zum Sieg in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft. Lewis Hamilton sichert sich nach einem die komplette Saison dauernden Zweikampf mit seinem Teamkollegen Nico Rosberg seinen zweiten Fahrer-Weltmeistertitel. Rosberg beendet die Saison nach einem dramatischen Showdown im letzten Rennen des Jahres in Abu Dhabi als Vize-Weltmeister. Mit diesem Rekordjahr schreibt sich der Mercedes F1 W05 Hybrid dauerhaft in die Motorsportgeschichte von Mercedes-Benz ein. Das ausgestellte Fahrzeug mit der Chassisnummer 01 wird von Lewis Hamilton in der ersten Saisonhälfte von Melbourne bis zum Großen Preis von Österreich eingesetzt. Von den acht Rennen, in denen der W05/01 antritt, startet Hamilton viermal von der Poleposition und gewinnt in Malaysia, Bahrain, China und Barcelona.

Renndaten Mercedes F1 W05 Hybrid Formel-1-Rennwagen
Einsatz: 2014
Formel-1-Konstrukteursmeisterschaft: Weltmeister
Formel-1-Fahrerweltmeisterschaft: Lewis Hamilton – Weltmeister
Formel-1-Fahrerweltmeisterschaft: Nico Rosberg – Vize-Weltmeister
Siege: 16
Doppelsiege: 11
Polepositions: 18
Podiumsplatzierungen: 31

Mercedes F1 W07 Hybrid Formel-1-Rennwagen (2016)

Der Mercedes F1 W07 Hybrid tritt 2016 in die Fußstapfen von gleich zwei extrem erfolgreichen Vorgängern – die beiden Silberpfeile, die 2014 und 2015 sowohl den Fahrer- als auch den Konstrukteurstitel in der Formel-1 gewinnen. Tatsächlich gelingt das Meisterstück zum dritten Mal in Folge. Die Doppelweltmeisterschaft 2016 geht wieder an das Mercedes-AMG Petronas Formula One Team mit Nico Rosberg als Weltmeister und seinem Teamkollegen Lewis Hamilton als Vize-Weltmeister. Zusammen dominieren die beiden Silberpfeil-Fahrer von Beginn an die gesamte Saison. Dafür steht die beeindruckende Bilanz von 19 Siegen, 33 Podiumsplatzierungen, 20 Polepositions, 121 Abschnitts-Bestzeiten und 765 Punkten. Auf dem Weg, um #TheTriple perfekt zu machen, legt der F1 W07 Hybrid 8.073 Runden zurück – das entspricht einer Strecke von mehr als 40.500 Kilometern mit über 133.000 Kurven und etwa 389.000 Gangwechseln. Das ausgestellte Fahrzeug mit der Chassisnummer 05 wird von Nico Rosberg vom Großen Preis von Kanada bis zum Gewinn der Fahrer-Weltmeisterschaft im packenden Saisonfinale von Abu Dhabi eingesetzt. In 15 Rennen holt es fünf Rennsiege, sechs Polepositions und zwölf Podiumsplatzierungen. Insgesamt macht die Rekordsaison 2016 für die Silberpfeile den Mercedes F1 W07 Hybrid zum erfolgreichsten Fahrzeug der Formel-1-Geschichte.

Renndaten Mercedes F1 W07 Hybrid Formel-1-Rennwagen
Einsatz: 2016
Formel-1-Konstrukteursmeisterschaft: Weltmeister
Formel-1-Fahrerweltmeisterschaft: Nico Rosberg – Weltmeister
Formel-1-Fahrerweltmeisterschaft: Lewis Hamilton – Vize-Weltmeister
Siege: 19 (Weltrekord)
Doppelsiege: 8
Polepositions: 20 (Weltrekord)
Podiumsplatzierungen: 33 (Weltrekord)

Mercedes-AMG F1 W09 EQ Power+ Formel-1-Rennwagen (2018)

Der F1 W09 EQ Power+ wird in sämtlichen Bereichen gegenüber seinem Vorgänger verbessert. So entsteht der bislang schnellste Formel-1-Rennwagen mit dem Dreizackstern. Der W09 führt das Team zu einer beeindruckenden fünften Doppelmeisterschaft in Folge – damit zieht Mercedes-AMG Petronas Motorsport mit dem bisherigen Rekordhalter Ferrari gleich. Während das Team sich 2018 einem intensivierten Wettbewerb mit den stärksten Rivalen ausgesetzt sieht, erweist sich der W09 am Ende der Saison als Spitzenreiter des Felds. Lewis Hamilton fährt zu seiner fünften Fahrer-Weltmeisterschaft (Großer Preis von Mexiko) und ist damit neben Juan Manuel Fangio und Michael Schumacher einer von nur drei Fahrern, die fünf oder mehr WM-Titel gewinnen konnten. Das Team von AMG Petronas Motorsport sichert sich erneut die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft (Großer Preis von Brasilien). Lewis Hamilton und Valtteri Bottas erzielen insgesamt 655 Punkte. Der Mercedes F1 W09 EQ Power+ absolviert 2018 insgesamt 7.791 Runden und legt dabei 38.854 Kilometer mit 128.631 Kurven und 381.586 Gangwechseln zurück.

Renndaten Mercedes-AMG F1 W09 EQ Power+ Formel-1-Rennwagen
Einsatz: 2018
Formel-1-Konstrukteursmeisterschaft: Weltmeister
Formel-1-Fahrerweltmeisterschaft: Lewis Hamilton – Weltmeister
Formel-1-Fahrerweltmeisterschaft: Valtteri Bottas – Platz 5
Siege: 11
Doppelsiege: 4
Polepositions: 13
Podiumsplatzierungen: 25

Mercedes-AMG C 63 DTM (C 205, 2018)

Als Ende 2015 der Startschuss für die Entwicklung des 2017er Mercedes-AMG C 63 DTM fällt, sind die Ingenieure mit umfassenden Herausforderungen konfrontiert. Denn das neue Reglement schreibt zahlreiche Einheitsbauteile an Fahrwerk und Aerodynamik vor. Nur ein Jahr später sind erneut geänderte Aerodynamikvorschriften und weitere Regeländerungen für die Saison 2018 zu meistern. Eine verringerte Zahl der aerodynamischen Anbauteile reduziert den Abtrieb des Autos im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Drittel. Vereinheitlichte Komponenten bringen alle Teams auf ein ausgeglicheneres Niveau und versprechen einen spannenden Rennverlauf. Der Brite Gary Paffett, DTM-Champion des Jahres 2005, kommt am besten mit dem neuen Rennwagen und Regelwerk zurecht und sichert sich nach einem spannenden Saisonverlauf seinen zweiten DTM-Titel. Mercedes-AMG Motorsport gewinnt außerdem die Team- und Markenwertung und schließt das 30-jährige DTM-Engagement mit diesem spektakulären Dreifacherfolg ab.

Technische Daten Mercedes-AMG C 63 DTM (C 205)
Einsatz: 2016 bis 2018
Zylinder: V8
Hubraum: 4.000 cm3
Leistung: 360 kW (500 PS)
Höchstgeschwindigkeit: 280 km/h

Im Mercedes-Benz Museum
Die Motorsportgeschichte von Mercedes-Benz greifen zahlreiche Exponate im Mercedes-Benz Museum auf – insbesondere im Raum Mythos 7 „Silberpfeile – Rennen und Rekorde“.

Ansprechpartner

Medien


  • 19C0269_001
    Daimler Zweizylinder-V-Motor aus dem Jahr 1889. Studioaufnahme. Lizenzbauten des Motors treiben die Siegerfahrzeuge im ersten Automobilwettbewerb der Geschichte vor 125 Jahren an.
  • M19511
    Mercedes F1 W07 Hybrid Formel-1-Rennwagen der Saison 2016, Studioaufnahme von rechts vorn.
  • M28427
    Mercedes F1 W05 Hybrid Formel-1-Rennwagen der Saison 2014, Studioaufnahme von rechts vorn.
  • M69461
    Mercedes F1 W03 Formel-1-Rennwagen der Saison 2012, Foto vom Großen Preis von China 2012, in dem Nico Rosberg den ersten Grand-Prix-Sieg des neuen Werkteams erzielt.
  • M148997
    Mercedes F1 W09 EQ Power+ Formel-1-Rennwagen der Saison 2018, Studioaufnahme von links vorn.
  • D1200
    Mercedes-Benz 750-Kilogramm-Rennwagen W 125 aus dem Jahr 1937, gefahren von Jochen Mass beim Goodwood Festival of Speed 2012.
  • D141917
    AMG-Mercedes C-Klasse DTM-Tourenwagen (W 203), 2006. Fahrzeug von Bernd Schneider, dem DTM-Meister 2006. Studioaufnahme, Exterieur, von links vorn.
  • 3508
    Mercedes 2-Liter-Achtzylinder-Rennwagen „Monza“, 1924. Christian Werner mit Beifahrer Wilhelm Traub.
  • 87F400
    Mercedes 2-Liter-Achtzylinder-Rennwagen „Monza“, 1924.
  • D546937
    Mercedes-AMG C 63 DTM Tourenwagen (C 205), 2018. Fahrzeug von Mick Schumacher auf dem Nürburgring, September 2018. Mercedes-AMG C 63 DTM touring car (C 205), 2018.
  • D607966
    Mercedes-Benz Formel-1-Rennwagen W 196 R mit Stromlinienkarosserie. Präsentation „125 Jahre Motorsport“ beim Goodwood Festival of Speed 2019.
  • D607973
    Mercedes-Benz Präsentation „125 Jahre Motorsport“ beim Goodwood Festival of Speed 2019.
  • D609294
    Mercedes-Benz 1,5-Liter-Rennwagen W 165 aus dem Jahr 1939, gefahren von Jochen Mass beim Goodwood Festival of Speed 2019.
  • D599974
    Mercedes-Benz 300 SL „Gullwing“ mit der Startnummer 417, gefahren von Magnus Walker bei der Mille Miglia 2019. Das Fahrzeug erinnert an den Klassensieg von John Cooper Fitch in der 1000 Miglia im Jahr 1955.
  • D608362
    Sauber-Mercedes C 9 Gruppe-C-Rennsportwagen von 1989, gefahren von Bernd Mayländer beim Goodwood Festival of Speed 2019.
Lade...