Februar 1986: Innovative Fahrdynamiksysteme für mehr Sicherheit

Februar 1986: Innovative Fahrdynamiksysteme für mehr Sicherheit
04.
Januar 2011
Stuttgart
  • Automatisches Sperrdifferenzial (ASD), Antriebs-Schlupf-Regelung (ASR) und Allradantrieb 4MATIC
  • Aufbauend auf der Sensorik des Anti-Blockier-Systems (ABS)
Stuttgart – Auf einem Versuchsgelände in Rovaniemi, Finnland, präsentiert die damalige Daimler-Benz AG vom 3. bis 8. Februar 1986 wichtige Bausteine der Fahrzeugsicherheit: das Automatische Sperrdifferenzial (ASD), die Antriebs-Schlupf-Regelung (ASR) und den automatisch schaltenden Vierradantrieb 4MATIC. Sie nutzen Möglichkeiten der Elektronik, um die aktive Sicherheit zu verbessern.
In der Presseinformation aus dem Jahr 1985 anlässlich der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt am Main heißt es: „Modernste Automobilmechanik und
-hydraulik in Verbindung mit intelligenter Elektronik zeigen nun auf dem Gebiet der Vortriebssysteme Perspektiven auf, die weit über bisher übliche Traktionshilfen konventioneller Art hinausgehen. Drei abgestufte, auf die unterschiedlichen Anforderungen abgestimmte elektronisch-automatisch geregelte Systeme, Automatisches Sperrdifferenzial (ASD), Antriebs-Schlupf-Regelung (ASR) [und] Mercedes-Benz 4MATIC, sind Ergebnis und Inhalt des Mercedes-Benz Fahrdynamik-Konzepts, das in der Beziehung zwischen Mensch und Fahrzeug neue Maßstäbe setzt.“
Begonnen hat der Einzug elektronischer Fahrdynamiksysteme zunächst mit dem Anti-Blockier-System ABS, das im Jahr 1978 in der Mercedes-Benz S-Klasse (Baureihe W 116) seine Weltpremiere feiert.
Die 1985 auf der IAA erstmals präsentierten Systeme bauen darauf auf, sie nutzen die ABS-Sensorik: Gemeinsames Merkmal dieser Systeme ist es, den Radschlupf mithilfe moderner Mikroelektronik und Hydraulik zu erfassen und zu begrenzen, um die sogenannte Längsdynamik eines Automobils zu verbessern. Auch das revolutionäre Elektro­ni­sche Stabilitäts-Programm ESPÒ(1995), der Bremsassistent Brake Assist BAS (1996) und das elektrohydraulische Bremssystem Sensotronic Brake Control SBCÔ(2001) verwenden die ABS-Signale.
Was die Presseinformation über die drei Fahrdynamik-Systeme schreibt, gilt bis heute: „Der einzigartige Vorteil dieser Mercedes-Benz Entwicklung: Die Möglichkeiten menschlicher Fehlreaktionen werden minimiert. Das Erkennen, Entscheiden und Reagieren geschieht objektiv richtig, rechtzeitig und schneller als ein Mensch es vermag – ohne den Fahrer zu bevormunden, abzulenken oder gar zu Fehlverhalten zu verleiten.“
ABS: Das Anti-Blockier-Bremssystem ABS ist ein elektronisches Schutzsystem gegen Radblockierung und dient dem sicheren Lenken und Bremsen.
ASD: Das Automatische Sperrdifferenzial ASD arbeitet elektrohydraulisch. Es dient als Anfahrhilfe und sperrt beim Durchdrehen der Räder das Differenzial zu 100 Prozent, um eine bessere Traktion zu erreichen. Dazu ermittelt ein Steuergerät die Geschwindigkeit der angetriebenen und nicht angetriebenen Räder. Im Verlauf der 1990er-Jahre wird das System von einer elektronischen Antriebs-Schlupf-Regelung ersetzt.
ASR: Die Antriebs-Schlupf-Regelung ASR wirkt einem Durchdrehen der Räder und seitlichem Ausbrechen beim Beschleunigen entgegen, indem sie das Spiel der Längskräfte zwischen Reifen und Fahrbahn regelt. Dabei wirkt sie sowohl auf die Bremse als auch auf das Motormoment ein. Auf diese Weise stabilisiert das System das Anfahren auf Untergrund mit wenig Haftreibung, beispielsweise Eis, Schnee, nasses Kopfsteinpflaster und Rollsplitt.
BAS: Das Brake Assist System BAS, der Bremsassistent, ist ein vorausschauendes Hilfssystem für die automatische Bremskraftverstärkung, die den Bremsweg verkürzt.
ESP®: Das Elektronische Stabilitäts-Programm ESP® ist ein vollautomatisches, aktives dynamisches Fahrsicherheitssystem, das interaktiv mit ABS, ASR, BAS arbeitet und somit durch gezielte Bremsimpulse die Schleuder- und Überschlaggefahr verringert.
SBCTM: Die Sensotronic Brake Control SBC ist eine elektronische Bremskontrolle, die als situationsabhängige Steuerung für optimalen Bremsdruck der elektrohyd­raulischen Hochdruckbremse sorgt.
4MATIC: Der 1985 vorgestellte automatisch schaltende Vierradantrieb 4MATIC hat drei Schaltstufen, die je nach Erfordernis abgerufen werden. Die Vorteile der 4MATIC liegen in einer höheren Fahrstabilität aufgrund der maximal möglichen Traktion aller Räder durch Vierradantrieb, zwei Differenzialsperren, der Zuschaltung in extremen Kurven und dem sicheren und präzisen Funktionieren der selbstregelnden, lernfähigen Elektronik. Heute ist der Allradantrieb 4MATIC permanent aktiv und arbeitet deshalb ohne Reaktionszeit.

Medien

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  • 85F406.
    In der Mercedes-Benz Baureihe 124 (1985 bis 1995) erlebten die Fahrdynamiksysteme Automatisches Sperrdifferenzial (ASD), Antriebs-Schlupf-Regelung (ASR) und der automatisch schaltende Vierradantrieb 4MATIC ihre Premiere, im September 1985 zunächst auf der IAA in Frankfurt/Main und im Februar 1986 dann in einer Fahrpräsentation.
  • 85F407
    In der Mercedes-Benz Baureihe 124 (1985 bis 1995) erlebten die Fahrdynamiksysteme Automatisches Sperrdifferenzial (ASD), Antriebs-Schlupf-Regelung (ASR) und der automatisch schaltende Vierradantrieb 4MATIC ihre Premiere, im September 1985 zunächst auf der IAA in Frankfurt/Main und im Februar 1986 dann in einer Fahrpräsentation.
  • 85F462
    Mercedes-Benz Limousine der Baureihe 124 mit automatisch schaltendem Vierradantrieb 4MATIC.
  • 86F1
    Automatisch schaltender Vierradantrieb 4MATIC in einer Limousine der Mercedes-Benz Baureihe 124. Grafik aus dem Jahr 1986.
  • 86F10.
    Mercedes-Benz Typ 300 E 4MATIC. Der Allradantrieb 4MATIC wurde 1985 in der Baureihe 124 (1985 bis 1995) präsentiert, zusammen mit dem Automatischen Sperrdifferenzial (ASD) und der Antriebs-Schlupf-Regelung (ASR).
  • 86F76.
    Mercedes-Benz Typ 300 D 4MATIC. Der Allradantrieb 4MATIC wurde 1985 in der Baureihe 124 (1985 bis 1995) präsentiert, zusammen mit dem Automatischen Sperrdifferenzial (ASD) und der Antriebs-Schlupf-Regelung (ASR).
  • A96F5770
    Antriebsstrang in einem Mercedes-Benz Typ E 280 4MATIC bzw. E 320 4MATIC T-Modell der Baureihe 210 (1995 bis 2002). Der Allradantrieb 4MATIC wurde 1985 in der Baureihe 124 (1985 bis 1995) präsentiert, zusammen mit dem Automatischen Sperrdifferenzial (ASD) und der Antriebs-Schlupf-Regelung (ASR).
  • 86F81
    Mercedes-Benz Typ 300 E 4MATIC. Der Allradantrieb 4MATIC wurde 1985 in der Baureihe 124 (1985 bis 1995) präsentiert, zusammen mit dem Automatischen Sperrdifferenzial (ASD) und der Antriebs-Schlupf-Regelung (ASR).
  • A90F1409.
    In der Mercedes-Benz Baureihe 124 (1985 bis 1995) erlebten die Fahrdynamiksysteme Automatisches Sperrdifferenzial (ASD), Antriebs-Schlupf-Regelung (ASR) und der automatisch schaltende Vierradantrieb 4MATIC ihre Premiere, im September 1985 zunächst auf der IAA in Frankfurt/Main und im Februar 1986 dann in einer Fahrpräsentation.
  • 86F80.
    Mercedes-Benz Typ 260 D 4MATIC. Der Allradantrieb 4MATIC wurde 1985 in der Baureihe 124 (1985 bis 1995) präsentiert, zusammen mit dem Automatischen Sperrdifferenzial (ASD) und der Antriebs-Schlupf-Regelung (ASR).
  • C96F5940
    Mercedes-Benz E-Klasse-Limousine der Baureihe 210 (1995 bis 2002), 4MATIC-Ausführung, Darstellung des Antriebsstrangs.
  • A97F29.
    Mercedes-Benz Typ E 280 4MATIC T-Modell der Baureihe 210 (1995 bis 2002).
  • 10C1267_008
    4MATIC: Der intelligente Allradantrieb. Modellprogramm
  • 2000m159
    Der "Dernburg-Wagen, der erste Allrad-Personenwagen der Welt: 1907 baute die Daimler-Motoren-Gesellschaft dieses Fahrzeug. Es wurde von 1908 an in der Kolonie Deutsch-Südwest-Afrika eingesetzt, dem heutigen Namibia.
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    Erster Allrad-Personenwagen der Welt: 1907 baute die Daimler-Motoren-Gesellschaft dieses Fahrzeug. Es wurde von 1908 an in der Kolonie Deutsch-Südwest-Afrika eingesetzt, dem heutigen Namibia.
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