Erster Mercedes-Benz eActros in Belgien: Van Mieghem Logistics testet batterieelektrischen Lkw

04.
November 2020
Stuttgart / Brüssel
  • Der Transport- und Logistikspezialist Van Mieghem Logistics startet Praxistest des Mercedes-Benz eActros in Belgien.
  • Van Mieghem setzt 25-Tonnen-Lkw für den Transport pharmazeutischer Produkte, Lebensmittel und weiteren Gütern ein.
  • Kühl-Wechselkoffer mit elektrischem Kühlgerät von Schmitz Cargobull ermöglicht emissionsfreien temperaturgeführten Transport.

Stuttgart / Brüssel – Mercedes-Benz Trucks weitet die Praxiserprobung des batterieelektrischen Mercedes-Benz eActros kontinuierlich aus: Mit dem Logistikunternehmen Van Mieghem Logistics nimmt der erste belgische Kunde den vollelektrischen eActros in Betrieb. Das sowohl auf internationale als auch nationale Transport- und Logistikdienstleistungen spezialisierte Familienunternehmen testet den eActros auf täglichen Touren von bis zu 200 Kilometern rund um den Firmensitz in Saintes, Belgien.

Van Mieghem setzt den Mercedes-Benz eActros in einem ersten Schritt für die Lieferung von Arzneimitteln an Krankenhäuser und Pflegeheime ein. Weitere Aufgaben für den eActros sind bereits in Planung. Der 25-Tonner mit einer Reichweite von rund 200 Kilometern ist mit einem ebenfalls elektrisch betriebenen und somit emissionsfreien Kühl-Wechselkoffer von Schmitz Cargobull bestückt. Die Batterien des Elektro-Lkw werden über Nacht auf dem Betriebshof aufgeladen.

Peter Brock, CEO von Mercedes-Benz Trucks Belgien und Luxemburg: „Der vollelektrische eActros hat seit 2018 intensive Kundentests in Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden erfolgreich absolviert. Wir sind stolz darauf, jetzt den ersten eActros hier in Belgien mit dem angesehenen Logistikspezialisten Van Mieghem Logistics testen zu können.“

Laurent Van Mieghem, Mitglied der Geschäftsführung von Van Mieghem Logistics: „Der Schutz natürlicher Ressourcen ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Unternehmensaktivitäten. Aus diesem Grund haben wir bereits in Solarmodule für unser neues Lager investiert und prüfen nun die Möglichkeit, Windkraftanlagen auf dem Betriebsgelände aufzubauen. So können wir künftig eigenen Strom für Elektro-Lkw und unsere Lager erzeugen. Im Gegensatz zu Elektro-Lkw war unser Interesse an CNG- oder LNG-Lkw schon immer begrenzt, da es sich bei diesen weiterhin um fossile Energieträger handelt. Unsere Fahrzeugflotte setzt sich zu 90 Prozent aus Mercedes-Benz-Lkw zusammen. Daher waren wir natürlich besonders daran interessiert, an den Praxistests des Mercedes-Benz eActros teilzunehmen. Für unser Unternehmen ist das der richtige Weg, um eine CO2-neutrale Transportlösung zu realisieren. Dieser Ansatz zahlt auf unseren Unternehmenswert Nachhaltigkeit ein und bringt uns in Bezug auf moderne und umweltfreundliche Technologien in eine führende Position.“

Kühl-Wechselkoffer mit elektrischem Kühlgerät von Schmitz Cargobull

Bei dem Kühl-Wechselkoffer des von Van Mieghem eingesetzten eActros handelt es sich um das Modell „W.KO COOL“ von Schmitz Cargobull. Er verfügt über eine optimierte Isolierung für den energieeffizienten Transport von gekühlter Ware. Der robuste Aufbau ist ideal für den intensiven täglichen Einsatz geeignet. Das rein elektrisch betriebene Kühlgerät arbeitet vollkommen emissionsfrei und ist speziell für den Einsatz im Verteilerverkehr ausgelegt. Auch in der zweiten Testphase werden die Aufbauten der Fahrzeuge größtenteils von Schmitz Cargobull zur Verfügung gestellt.

Boris Billich, Vertriebsvorstand Schmitz Cargobull: „Schmitz Cargobull treibt die Entwicklung umweltfreundlicher und nachhaltiger Verkehrskonzepte aktiv voran. Der emissionsfreie Kühl-Wechselkoffer W.KO COOL ist ein erfolgreiches Ergebnis dieser Bemühungen. Wir freuen uns sehr, dass Van Mieghem Logistics den Wechselkoffer nun mit dem eActros einsetzt.“

Zahlreiche aus der ersten Phase gewonnene Erkenntnisse

Seit 2020 befindet sich der eActros in der zweiten Phase seiner Praxiserprobung als Teil der sogenannten „Innovationsflotte“. Zu den zahlreichen bei den Praxistests gewonnenen Erkenntnissen zählt, dass die rund 200 Kilometer Reichweite des eActros sich als absolut realistisch erwiesen haben – unabhängig von Zuladung, Streckenverlauf oder Topografie. Der eActros steht im städtischen Verkehr, bei Autobahn- oder Überlandfahrten einem konventionellen Diesel-Lkw in Sachen Verfügbarkeit und Leistungserbringung in nichts nach. Das Kühlsystem für die Ladung aber auch die Klimaanlage – beide elektrisch betrieben – haben sowohl bei extremer Hitze als auch bei winterlichen Verhältnissen ohne Einschränkungen funktioniert. Fahrer zeigen sich sehr angetan von der durchgängigen Verfügbarkeit des Drehmoments über den gesamten Geschwindigkeitsbereich hinweg. Zudem berichten sie insbesondere auch von der leisen Fahrweise und einem angenehmen, ruhigen Fahrgefühl. Hinzu kommt, dass bei vorausschauender Fahrweise durch Rekuperation, d. h. Motorbremsung, elektrische Energie zurückgewonnen werden kann. Es ist dann selten nötig, das Bremspedal zu betätigen.

Der eActros: lokal CO2-neutrale Alternative für den urbanen Verteilerverkehr

Der eActros basiert auf dem Rahmen des Mercedes-Benz Actros. Darüber hinaus ist die Architektur des Fahrzeugs jedoch komplett auf den Elektroantrieb ausgerichtet und verfügt über einen hohen Anteil spezifischer Teile. Zwei Elektromotoren nahe den Radnaben der Hinterachse bilden den Antrieb mit einer Leistung von jeweils 126 kW und einem maximalen Drehmoment von je 485 Nm. Daraus ergeben sich nach der Übersetzung jeweils 11.000 Nm. Eine Leistung, die der eines konventionellen Lkw ebenbürtig ist. Lithium-Ionen-Batterien mit 240 kWh liefern die Energie für den eActros. In Abhängigkeit der verfügbaren Ladeleistung lassen sich die Batterien innerhalb von zwei Stunden (bei 150 kW) vollständig aufladen.

Die Entwicklung und Erprobung der schweren Elektro-Lkw im Verteilerverkehr wird im Rahmen des Projekts „Concept ELV²“ zu verschiedenen Teilen vom Bundesumweltministerium (BMU) sowie vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert.

Der eActros in Serie: herausragende Performance

Der Serien-eActros wird dem bisherigen Prototyp in einigen Punkten – wie beispielsweise der Reichweite, der Antriebsleistung und der Sicherheit – deutlich überlegen sein. Der eActros wird als Zwei- und Dreiachser auf den Markt kommen. Die Serienproduktion soll 2021 im Werk Wörth am Rhein anlaufen. Darüber hinaus wird Daimler Trucks das Fahrzeug in ein ganzheitliches Ökosystem einbetten, das auch Beratungsangebote rund um E-Mobilität umfasst. Dazu zählen Routenanalysen, Überprüfung möglicher Subventionen, Unterstützung bei der operativen Flottenintegration und die Erarbeitung passender Ladeinfrastrukturlösungen.

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