Dreifachsieg beim Großen Straßenpreis von Argentinien vor 50 Jahren: Vierter Triumph für Mercedes-Benz in Folge

Dreifachsieg beim Großen Straßenpreis von Argentinien vor 50 Jahren: Vierter Triumph für Mercedes-Benz in Folge
14.
Oktober 2014
Stuttgart
  • 1964 erneut erfolgreich beim damals anspruchsvollsten Straßenrennen der Welt über knapp 4.800 Kilometer
  • Eugen Böhringer und Klaus Kaiser siegen vor Dieter Glemser/Martin Braungart und Ewy Rosqvist/Eva-Maria Falk
  • Weiterer Motorsporterfolg für die Oberklasse-Limousine Mercedes-Benz 300 SE (W 112)
Mercedes-Benz dominiert vor 50 Jahren den 8. Großen Straßenpreis von Argentinien für Tourenwagen („VIII Gran Premio Internacional de Turismo Super Nafta YPF“) mit einer weiteren Glanzleistung: „Heckflossen“-Limousinen des Typs 300 SE (W 112) belegen bei dem Rennen (28. Oktober bis 7. November 1964) die ersten drei Plätze des Gesamtklassements. Es ist der vierte Sieg für die Stuttgarter Marke in Folge bei diesem prestigeträchtigen Langstreckenwettbewerb, der seinerzeit als anspruchsvollstes Straßenrennen der Welt gilt: 1961 gewinnen Walter Schock/Manfred Schiek, 1962 erzielt das Damenteam Ewy Rosqvist/Ursula Wirth einen spektakulären Sieg, und 1963 fahren Eugen Böhringer/Klaus Kaiser auf den 1. Platz – ein Erfolg, den sie 1964 wiederholen.
Als strahlender Sieger kommt Eugen Böhringer am 7. November 1964 ins Ziel des Großen Straßenpreises von Argentinien für Tourenwagen. Zum zweiten Mal in Folge hat der Mercedes-Benz Rallyefahrer mit seinem Kopiloten Klaus Kaiser dieses weltweit anspruchsvollste Langstreckenrennen seiner Zeit gewonnen. Böhringer führt nach sechs Etappen mit zusammen 4.779 Kilometer Länge einen Dreifachsieg der Oberklasse-Limousinen Mercedes-Benz 300 SE (W 112) an. Insgesamt ist es für Mercedes-Benz sogar der vierte Sieg in Folge bei diesem Rennen, das im Original „Gran Premio Internacional de Turismo Super Nafta YPF“ heißt.
Große Erwartungen und eine starke Konkurrenz begleiten den Start am 28. Oktober 1964: Wird die deutsche Marke – wie in den drei Jahren zuvor – mit ihren starken „ Heckflossen“-Limousinen auch diesmal den Sieg auf der als „Strecke der tausend Kurven“ umschriebenen Route erringen?
Die Erfolgsgeschichte beginnt 1961 mit dem Sieg von Walter Schock und Manfred Schiek auf Mercedes-Benz 220 SE. Mit einem Fahrzeug dieses Typs siegt im folgenden Jahr auch das Damenteam von Ewy Rosqvist und Ursula Wirth. 1963 schließlich fahren Eugen Böhringer und Klaus Kaiser mit einem 300 SE auf Platz 1 durchs Ziel und führen dabei sogar einen Vierfachsieg der „Heckflossen“ an.
Ende Oktober 1964 gehen nun vier seriennahe Mercedes-Benz 300 SE in Buenos Aires an den Start. Die Modifikationen der im Rennen eingesetzten Automobile umfassen lediglich Maßnahmen wie den Einbau größerer Tanks sowie Veränderungen der Motorcharakteristik und der Getriebe- oder Achsübersetzungen. Der 300 SE ist ein bewährtes Wettbewerbsfahrzeug: Allein in der Saison 1964 gewinnt Eugen Böhringer mit diesem Typ das Internationale ADAC Sechs-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring und den Großen Tourenwagenpreis von Macao/Hongkong.
Zum Großen Straßenpreis von Argentinien starten insgesamt vier Fahrzeuge, die allesamt hellblau lackiert und mit einem weißen Tropendach versehen sind: Dieter Glemser und Martin Braungart haben die Startnummer 605, der Wagen von Hans Herrmann und Manfred Schiek trägt die 607, Ewy Baronin von Korff-Rosqvist und Eva-Maria Falk starten mit Nummer 609, und Eugen Böhringer sowie Klaus Kaiser – die späteren Sieger – fahren im Auto mit der Nummer 617.
Insgesamt treten 268 Fahrzeuge zu dieser achten Auflage des Großen Straßenpreises an, der in sechs Etappen ausgetragen wird. Zwischen zwei Renntagen wird dabei jeweils ein Tag Pause gemacht. Bereits nach der ersten, 781,5 Kilometer langen Etappe liegen alle vier Mercedes-Benz Fahrzeuge an der Spitze der Wertung, und Eugen Böhringer hat mit einem Durchschnittstempo von 181 km/h einen neuen Rekord aufgestellt. Zugleich sind bereits 91 andere Fahrzeuge durch Unfälle oder technische Defekte ausgeschieden.
Der Start zur zweiten, 731,9 Kilometer langen Etappe wird zum Festspiel der Mercedes-Benz Rallye-Fahrzeuge. Auch durchs Ziel jagen die Stuttgarter „ Heckflossen“ dicht an dicht. Über die Etappen drei (729,4 Kilometer), vier (630 Kilometer), fünf (mit 961,1 Kilometer die längste Teilstrecke des Rennens) und sechs (945 Kilometer bis ins Ziel) führt die Route des Großen Straßenpreises zunächst nach Westen und Norden, dann zurück durch den Osten des Landes wieder nach Buenos Aires.
Mit einem Streckendurchschnitt von 138 km/h gewinnen Eugen Böhringer und Klaus Kaiser das Rennen. Hinter ihnen liegen steile Gebirgspässe, enge Kurven und endlos erscheinende Geröllpisten. Die Rallye-Wagen ziehen auf vielen der Naturstraßen lange Staubfahnen hinter sich her.
Während der Wagen von Hans Herrmann und Manfred Schiek in der sechsten Etappe ausscheidet, fahren die drei anderen Mercedes-Benz 300 SE den letzten großen Sieg der Marke in dieser Ära des Motorssports ein. Der Große Straßenpreis von Argentinien 1964 steht mit am Ende jener glänzenden Epoche, in der werksseitig eingesetzte „Heckflossen“-Limousinen bei Rallyes und Langstreckenrennen für Tourenwagen zahlreiche Siege erringen. Begleitet von Rennleiter Karl Kling und dem argentinischen Mercedes-Benz Champion Juan Manuel Fangio zeigen die Fahrzeuge mit der charakterisischen Silhouette im Herbst vor 50 Jahren noch einmal, welche Spitzenleistung sie ihren Fahrern ermöglichen.
Die Fahrzeuge von Mercedes-Benz beim Großen Straßenpreis von Argentinien für Tourenwagen 1964
Mercedes-Benz 300 SE Rallye-Fahrzeug (W 112, 1963)
Der Mercedes-Benz 300 SE dominiert als Rallye-Fahrzeug und Renntourenwagen in den Jahren 1963 und 1964 die Szene der Langstreckenwettbewerbe von Argentinien bis nach Europa. Wie alle anderen bei Rallyes eingesetzten Mercedes-Benz Automobile der Epoche sind die großen „Heckflossen“-Limousinen stark an die jeweiligen Serienfahrzeuge angelehnt. Diese Tatsache hebt die damalige Daimler-Benz AG auch als Verkaufsargument für die Serientypen heraus. Allerdings erfahren die Limousinen je nach Einsatz Modifizierungen: Dazu gehören die Verstärkung von Fahrgestellelementen, die Vergrößerung des Treibstofftanks und die Änderung der Motorcharakteristik, beispielsweise durch eine andere Einspritzanlage oder die Herabsetzung des Verdichtungsverhältnisses; Auch die Getriebe- oder Achsübersetzungen werden variiert.
Technische Daten Mercedes-Benz 300 SE Rallye-Fahrzeug (W 112)
Einsatz:                         1963-1964
Zylinder:                        6/Reihe
Hubraum:                     2.996 Kubikzentimeter
Leistung:                      154 kW (210 PS)
Höchstgeschwindigkeit: über 200 km/h

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Großer Straßenpreis für Tourenwagen von Argentinien, 28. Oktober bis 7. November 1964, Dreifachsieg für Mercedes-Benz. Die gefährlichen Wasserdurchfahrten, Vados genannt, bildeten einen beliebten Anziehungspunkt für die Zuschauer. Hoch spritzte das Wasser auf, als die spätere Siegermannschaft Eugen Böhringer / Klaus Kaiser auf Mercedes-Benz 300 SE (W 112) eine dieser Stellen nahm.
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Großer Straßenpreis für Tourenwagen von Argentinien, 28. Oktober bis 7. November 1964, Dreifachsieg für Mercedes-Benz. Im vorderen Mercedes-Benz 300 SE (W 112) konzentriert sich das Damenteam Ewy Baronin von Korff-Rosqvist und Eva-Maria Falk (Startnummer 609) auf den Start in Buenos Aires.
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Großer Straßenpreis für Tourenwagen von Argentinien, 28. Oktober bis 7. November 1964, Dreifachsieg für Mercedes-Benz. Hans Herrmann und Manfred Schiek (Startnummer 607) mit einem Mercedes-Benz Typ 300 SE (W 112). Das Fahrerteam Herrmann / Schiek hatte Pech. Als sie nach der 6. Etappe durchs Ziel gingen, fehlten ihnen genau 27 Sekunden zur Wertung.
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Großer Straßenpreis für Tourenwagen von Argentinien, 28. Oktober bis 7. November 1964, Dreifachsieg für Mercedes-Benz. Die Gesamtsieger Eugen Böhringer und Klaus Kaiser (Startnummer 617) mit Mercedes-Benz Typ 300 SE (W 112).
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Großer Straßenpreis für Tourenwagen von Argentinien, 28. Oktober bis 7. November 1964. Dieter Glemser (links) und Martin Braungart am Mercedes-Benz 300 SE (W 112) mit der Startnummer 605. Das Team Glemser/Braungart erreicht den 2. Platz im Gesamtklassement.
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Großer Straßenpreis für Tourenwagen von Argentinien, 28. Oktober bis 7. November 1964, Dreifachsieg für Mercedes-Benz. Ewy Baronin von Korff-Rosqvist und Eva-Maria Falk am Mercedes-Benz Typ 300 SE (W 112) mit der Startnummer 609. In der Gesamtwertung belegte das Damenteam den 3. Platz.
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Großer Straßenpreis für Tourenwagen von Argentinien, 28. Oktober bis 7. November 1964, Dreifachsieg für Mercedes-Benz. Dieter Glemser und Martin Braungart (Startnummer 605) am Mercedes-Benz Typ 300 SE (W 112). Das Fahrerteam Glemser / Braungart erreichte den 2. Platz im Gesamtklassement.
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Großer Straßenpreis für Tourenwagen von Argentinien, 28. Oktober bis 7. November 1964, Dreifachsieg für Mercedes-Benz. Einsatz der „fliegenden Werkstatt“ in der Hochgebirgslandschaft der Kordilleren. Eugen Böhringer und Klaus Kaiser (Startnummer 617) mit einem Mercedes-Benz 300 SE (W 112). Das Fahrerteam Böhringer / Kaiser belegt den 1. Platz im Gesamtklassement. Rechts am Fahrzeug Rennleiter Karl Kling.
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Großer Straßenpreis für Tourenwagen von Argentinien, 28. Oktober bis 7. November 1964, Dreifachsieg für Mercedes-Benz. Die drei erfolgreichen Mercedes-Benz Tourenwagen 300 SE (W 112) vor der Ziellinie in Arrecifes. Reihenfolge der Teams: Ewy Baronin von Korff-Rosqvist und Eva-Marie Falk, Eugen Böhringer und Klaus Kaiser sowie Dieter Glemser und Martin Braungart.
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Großer Straßenpreis für Tourenwagen von Argentinien, 28. Oktober bis 7. November 1964: Ewy Rosqvist-von Korff und Eva-Maria Falk belegen mit einem Mercedes-Benz 300 SE in der Gesamtwertung den dritten Platz. Das Motiv zeigt die Abfahrt vom 1980 Meter hohen Cuesta de Miranda.
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Das Fahrerteam Böhringer/Kaiser gewinnt den Großen Straßenpreis von Argentinien 1964 auf Mercedes-Benz 300 SE.
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