Die ganzheitliche Philosophie: Vom Wind angetrieben, aus dem Auto ans Netz

Daimler denkt Elektromobilität in innovativen Projekten konsequent weiter: So erhalten gebrauchte smart electric drive Batterien als so genannte 2nd‑Use-Batteriespeicher ein zweites Leben außerhalb des Fahrzeugs. Auch ein „lebendes Ersatzteillager“ für Batteriesysteme der dritten smart electric drive Generation dient dem Schwankungsausgleich im deutschen Stromnetz. Diese effiziente Doppelnutzung verbessert die Umweltbilanz sowie die Lebenszykluskosten der E-Mobilität. Und vor vier Jahren hat Daimler ein Windrad erworben, mit dem im Rahmen eines Modellversuchs die CO2-neutrale Mobilität über den gesamten Lebenszyklus der letzten smart electric drive Baureihe erprobt wird.

Der Lebenszyklus einer E-Fahrzeug-Batterie muss nicht mit dem Automobilbetrieb enden, die Akkus lassen sich für stationäre Batteriespeicher weiterverwenden. Denn bei dieser Anwendung kommt es auf geringe Leistungsverluste nicht an, sodass ein wirtschaftlicher Betrieb im stationären Bereich für schätzungsweise mindestens zehn weitere Jahre möglich ist. Durch die Weiterverwendung der Lithium-Ionen-Module lässt sich deren wirtschaftliche Nutzung also quasi verdoppeln.

Der größte 2nd-Use-Batteriespeicher der Welt wird gerade im westfälischen Lünen aufgebaut. Systeme aus smart electric drive Fahrzeugen der zweiten Generation werden in Lünen zu einem Stationärspeicher mit einer Kapazität von insgesamt 13 MWh gebündelt. Ein Joint Venture der Partner Daimler AG, The Mobility House AG und GETEC wird den Stationärspeicher noch in diesem Jahr auf dem Gelände der REMONDIS SE in Betrieb nehmen und am deutschen Primärregelenergiemarkt vermarkten.

Lebendes Ersatzteillager

Und auch Batteriesysteme, die noch nicht in Elektroautos zum Einsatz kamen, sondern als Ersatzteile vorgehalten werden, lassen sich als Energiespeicher zweitverwenden. Noch in diesem Jahr werden die Kooperationspartner Deutsche ACCUMOTIVE und enercity (Stadtwerke Hannover AG) mit dem Bau eines neuen Batteriespeichers beginnen. Die Besonderheit: Es handelt sich um ein Ersatzteillager für elektromobile Batteriesysteme. Rund 3.000 der für die Fahrzeugflotte der dritten smart electric drive Generation vorgehaltenen Batteriemodule werden am enercity-Standort Herrenhausen zu einem Stationärspeicher gebündelt. Mit einer Speicherkapazität von insgesamt 15 MWh ist die Anlage eine der größten Europas. Der Energiespeicher wird nach Fertigstellung am deutschen Primärregelenergiemarkt (PRL) vermarktet. Gleichzeitig bleiben die Batteriemodule durch die kontrollierten Ladungswechsel frisch für einen eventuellen Einsatz als Ersatzteil in einem smart.

Dadurch leistet das Geschäftsmodell einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des Stromnetzes und zur Wirtschaftlichkeit von Elektromobilität. Bei zunehmenden Schwankungen der Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien, wie Wind und Sonne, dienen solche Speicher zur optimalen Ausregelung einer konstant zu haltenden Netzfrequenz.

Grüner Strom durch Windkraftanlage

Komplett emissionsfreie Automobilität – von der Stromquelle bis zum Rad – ist durch regenerative Energien wie Sonne und Wind möglich. 2012 kaufte die Daimler AG im Rahmen eines Modellversuchs ein Windrad in Nordbayern, mit dessen Strom sich rund 2.500 smart electric drive betreiben lassen. So setzen Daimler und smart ein Zeichen, dass CO2‑neutrale Mobilität mit Elektroautos möglich ist.

Das Windrad wird aktuell von der Primus Energie betrieben und steht im Windpark „Oberland I“ (Gemeinde Helmbrechts), rund 150 Meter neben der A9, der Hauptverkehrsader zwischen München und Berlin. Mit einer Nennleistung von 2,3 Megawatt/Jahr produziert die Onshore Windenergieanlage vom Typ Enercon E82 ausreichend grünen Strom für den Betrieb von rund 2.500 smart fortwo electric drive bis ans Ende ihres Lebenszyklus.

Lade...