Die Setra-Historie: Eine Idee trägt sich selbst

Die Setra-Historie: Eine Idee trägt sich selbst
01.
März 2011
Stuttgart/Neu-Ulm
  • Vom Fahrgestellaufbau zum modernen Omnibus
  • Setra: Eine Bauweise wird zum Markennamen
Stuttgart/Neu-Ulm - Im Jahr 2011 feiert die Omnibusmarke Setra ein Doppel-Jubiläum. Vor 60 Jahren wurde der erste Setra S 8 erstmals Omnibusunternehmern präsentiert. Vor 100 Jahren stellte das Vorgängerunternehmen Kässbohrer den ersten Omnibus auf Saurer-Fahrgestell vor.
Vom Fahrgestellaufbau zum modernen Omnibus
Der Markenname Setra steht für „selbsttragend“. Dieses Bauprinzip aus den beginnenden 1950er Jahren bedeutete eine Revolution für den Omnibusbau in Deutschland und Europa. Otto Kässbohrer hatte das selbsttragende Konstruktionsprinzip zwar nicht erfunden, aber kannte es bestens, weil er viele Jahre zahlreiche Pkw-Aufbauten realisiert und dabei die Handlungsgrundsätze der selbsttragenden Struktur im Fahrzeugbau angewendet hatte.
1951: Beginn der Setra-Ära
Im Frühjahr 1950 fiel die Entscheidung einen Bus in selbsttragender Bauweise zu entwickeln. 1951 wurde der Setra S8 als erster Omnibus mit selbsttragender Karosserie, Heckmotor und direktem Antrieb auf die Hinterachse auf der IAA präsentiert. In den exakt 60 Jahren, die nach der Präsentation des ersten Setra S 8 im Jahr 1951 vergingen, brachte das Ulmer Traditionsunternehmen insgesamt fünf Omnibus­baureihen hervor.
1951: Die Baureihe 10
Die Baureihe 10 umfasste die Typen S 6 bis S 15. Die Typen S 10 bis S 14 wurden zudem in Reise-, Überlandlinien- oder Stadtwagenausführung gebaut. Mit der Baureihe 10 kam das Baukasten-Prinzip auf und Fahrzeuge konnten so wirtschaftlich in verschiedenen Längen hergestellt werden. Das S steht auch heute noch für die Marke Setra, die Ziffer für die maximale Zahl der Sitzreihen, also indirekt für die Länge des Busses.
1967: Die Baureihe 100
1967 wurde die Baureihe 100 mit den fünf Typen S 100, S 110, S 120, S 130 und S 150 präsentiert. Die erste Ziffer der Typenbezeichnung deutet ab jetzt auf die Bau­reihe hin. Der Übergang der Setra-Baureihe 10 zur Baureihe 100 war ein weiterer Schritt zur Industrialisierung des Omnibusbaus bei Kässbohrer. Alle neuen Modelle wurden nach dem Baukastenprinzip aus zahlreichen Gleichteilen gefertigt. Optisch zeichneten sich die Omnibusse der Baureihe 100 durch ihre kantigeren Formen sowie durch höheren Komfort durch einen vergrößerten Fahrgastraum und einer erweiterten Innenstehhöhe aus. Darüber hinaus gehörten eine Vorderachse mit Einzelradaufhängung und Luftfederung zur Serienausstattung.
1976: Die Baureihe 200
Zum 25-jährigen Setra Jubiläum wurde die Baureihe 200 mit sechs Modellen vorgestellt: S 211 H, S 212 H, S 213 H, S 215 H, und den Hochdeckerversionen S 213 HD sowie S 215 HD. Diese Baureihe setzte weitere technische Meilensteine. Unter anderem zeichnete sie sich durch den serienmäßigen Einbau von Scheiben­bremsen an der Vorderachse aus. Des Weiteren ging diese Baureihe mit neuartiger Querstrombelüftung in Serie. Die Busse der Baureihe 200 verwöhnten Fahrgäste und Fahrer mit einer hervorragenden Straßenlage und Federung.
1991: Die Baureihe 300
Das Jahr 1991 war das Startjahr für die Baureihe 300 mit den Typen S 309 HD, S 315 HD und S 315 HDH. Zu den auffälligsten Merkmalen der neuen Busse gehörten die markante Schwinge hinter dem Cockpitbereich sowie das völlig neuentwickelte Integralspiegelsystem, die der Baureihe 300 ihr einzigartiges „ Gesicht“ verliehen. Die beheizbaren und von innen verstellbaren, „ abgeknickten“ Spiegelarme, die anfangs als „Maikäferfühler“ bezeichnet wurden, vermittelten dem Fahrer – in Verbindung mit der sichtoptimierten A-Säule – eine sehr gute Sicht entlang beider Seiten des Busses. Ein weiteres wesentliches Merkmal der neuen Baureihe 300 war das ergonomisch gestaltete Cockpit. Auch in punkto Sicherheit war bei der Baureihe 300 nur das Beste gut genug. Antiblockiersystem und Antriebs­schlupfregelung (ABS/ASR) gehörten ebenso zur Serienausstattung wie ein Retarder von Telma oder Voith.
Um die Übersicht über die Modellpalette zu erleichtern, begann mit der Baureihe 300 die Gliederung des Omnibus-Angebots in drei Gattungen, die bis heute Gültig­keit haben und die Fahrzeuge begrifflich eindeutig definieren:
  • Die Luxus-Reisebusse tragen nunmehr die Bezeichnung TopClass
  • ComfortClass steht für die ökonomischen Reisebusse GT-/GT-HD-Modelle mit Rechtslenkertypen und
  • entsprechend ihrer multifunktionalen Anwendungsmöglichkeiten sind schließlich Überlandlinienbusse unter dem Begriff MultiClass zusammengefasst.
2001: Die Baureihe 400
Mit der TopClass 400 im Jahr 2001 (50 Jahre Setra) läutete Setra eine neue Dimension im Reisebusbau ein, die Reisen auf höchstem Niveau für Fahrgast und Fahrer garantiert. Deren Erweiterung durch die Reisebusse der ComfortClass 400 erfolgte im Jahr 2004. Im September 2005 folgten dann schließlich die Überlandlinienbusse der MultiClass 400. Insgesamt umfasst die Baureihe 400 mehr als 20 Typen, darunter auch zwei Versionen für die USA und zwei ComfortClass-Typen als Rechtslenker.

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Medien

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    "Mehr Komfort auf Reisen" Viktoriawagen der „Wagenfabrik Karl Kässbohrer“.
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    "Erster Doppelverdiener" Das kombinierte Nutzfahrzeug aus dem Hause Kässbohrer (1907) war unter der Woche Brauereifahrzeug und am Sonntag Ausflugsbus.
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    "Urvater der Linienomnibusse" Karl Heinrich Kässbohrer 1911 neben dem „Wiblinger Auto“. Der komplett geschlossene Omnibusaufbau auf einem Saurer-Fahrgestell im Wert von 18.000 Mark verfügte bereits über 18 Sitz- und 10 Stehplätze und brauchte von Ulms Münsterplatz ins knapp 10 km entfernte Wiblingen ca. 25 Minuten.
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    "Personentransport im Duett" Schon 1928 machte Kässbohrer durch einen Omnibus mit Anhänger den Transport von neunzig Fahrgästen in Metzingen möglich.
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    "Sommerfrische und gute Aussichten" 1936 sorgte ein 36-Sitzer-Aussichts-Omnibus für Aufsehen und Reisespaß. Der Silbervogel war vollverglast, besaß ein Schiebedach und hatte als Basis ein 5-t-Chassis von Daimler-Benz.
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    "Ein wahrer Goliath" Der größte Omnibus der Vorkriegszeit war ein großer Sattelomnibus mit Mercedes-Zugwagen und einer Gesamtlänge von 18,5 m. Er konnte bis zu 170 Fahrgäste aufnehmen.
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    "Die Revolution des Omnibusbaus" Die von Otto Kässbohrer 1951 entwickelte selbsttragende Bauweise war aufgrund ihrer überzeugenden Fahreigenschaften bereits 10 Jahre später Standard. Das in Gitterbauweise geschweißte Rohgerippe des Setra S 8 konnte seinerzeit noch von sechs Männern getragen werden – sichtbarer Beweis seiner progressiven Leichtbauweise.
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    "Die Sensation in der Omnibusbranche" Zur IAA 1951 wurde der Setra S 8 offiziell vorgestellt. Der 5 t schwere, stromlinienförmige Bus verbrauchte auf Überlandfahrten 19 l/100 km. Auch der heute legendären Langlebigkeit von Setra machte dieser Prototyp bereits alle Ehre, indem er 14 Jahre lang im Einsatz war.
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    "Gewichts-Weltrekord" Das Setra Modell ST 110 war 1955 der erste Omnibus, dessen Eigengewicht (6.000 kg) geringer war als seine Nutzlast (7.500 kg) – er trug also mehr als er wog! Dieser Weltrekord gilt heute noch.
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    "Weltpremiere des selbsttragenden Kompaktbusses" Zielsetzung beim 1955 auf dem Automobilsalon in Genf/Schweiz vorgestellten „Clubbus“ Setra S 6 war es, in einem Omnibus so angenehm wie in einem Personenwagen zu reisen. Seine technischen Besonderheiten, von der Einzelradaufhängung bis zur Lenkradschaltung, begeisterten das internationale Publikum.
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    "Baureihe 100" Zur IAA 1967 in Frankfurt machte Setra einen weiteren Schritt in Richtung Industrialisierung des Omnibusbaus. Die 100er Baureihe begründete den bis dato größten Erfolg des Hauses. Die typischen Rundungen der ersten Setra Generation wichen einer klaren Linienführung.
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    "Das Flaggschiff der Baureihe" Der Setra S 150 war das einstige Spitzenmodell der Baureihe 100. Dieser Bus bestach nicht nur durch sein für die damalige Zeit bahnbrechendes Styling, sondern wies auch viele konstruktive Neuerungen und Merkmale auf.
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    "Innovation mit Durchblick" Klare Sicht, auch in der kalten Jahreszeit, war ein Komfort, der erst mit Einführung der beschlagfreien Doppelverglasung Einzug hielt.
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    "Setra reist in die Neue Welt" Als erster Exportauftrag in die USA gingen 1955 200 Setra Super-Hochdecker „Golden Eagle“ und „Silver Eagle“ an die Continental Trailways.
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    "Niveauvolles Reisen" 2003 wurde auf der Messe „Busworld“ mit der ComfortClass 400 eine zeitgemäße Reisebus-Generation vorgestellt.
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    "Hohe Ansprüche im Linienverkehr" Im Jahr 2005 präsentierte Setra mit dem S 415 UL und dem S 417 UL die neue Überlandlinien-Generation MultiClass 400.
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    Auf dem Weg zum idealen Fernreisebus" Die Erfolgsgeschichte der 200er Baureihe begann 1973 mit dem dreiachsigen Setra Super-Hochdecker S 200, der auf dem Genfer Automobilsalon für Aufsehen sorgte.
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    "Coach of the Year 1993“ Die Baureihe 300 mit dem S 315 HDH setzte 1991 optische Maßstäbe. Das völlig neu entwickelte Integralrückspiegel- System verlieh ihr ein unverwechselbares Gesicht. Neu war auch das ergonomisch gestaltete Fahrercockpit mit erstmals serienmäßiger Multifunktionsanzeige.
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    "Die Sonnenseite des Reisens" Was Innovationen und Individualisierung angeht, hatte Setra schon immer die Nase vorn. 1988 bekam der Setra S 216 HDS mit Solardach in Poreç die höchste Auszeichnung für technische Innovationen verliehen. Er nutzte die Sonnenenergie u. a. für die Belüftung.
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    "Ein Bus aus dem Baukasten" 1959 wurde der Setra S 9 als erstes Fahrzeug im neuen Baukastensystem (S 9 – S 15) gefertigt. Sein Aufbau bestand aus den gleichen Bau- und Triebwerksteilen und ermöglichte so nicht nur eine rationellere Produktionsweise, sondern auch den Busunternehmen eine Vereinheitlichung des Fahrzeugparks und der Ersatzteilehaltung.
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    "Kombiniertes Reisevergnügen" Die erste Kombibus-Baureihe eroberte 1994 den Markt. Die Setra S 315 UL, S 315 H und S 315 GT wurden sowohl im Linienverkehr als auch zu Tagesfahrten eingesetzt und erfreuten sich auch im Ausland sehr schnell großer Beliebtheit.
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    "Bus of the Year 1996“ Der Setra S 315 NF überzeugte die Fachjournalisten aus 12 europäischen Ländern und setzte sich technisch an die Spitze der Entwicklung der Niederflurtechnologie.
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    "Vorbild des modernen Standard-Linienbusses" Der Setra S 125, Vorläufer der 100er Baureihe, war 1963 der erste deutsche Omnibus, der mit niedrigen Trittstufen, breiten Türen, viel Stehplatz und 42 Sitzplätzen explizit für die Erfordernisse des modernen Stadtverkehrs konzipiert war.
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    "Mehr Komfort für lange Reisen" 1967 wurde der Panoramabus Setra S 150 vorgestellt, der als aufsehenerregendes Novum eine Toilette unterhalb des Fahrgastbodens hatte.
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    "Eine neue Ära des Reisekomforts" In Sachen Technik war 1976 die Baureihe 200 eine Sensation. Die strömungsgünstige Formgebung, zahlreiche innovative Detaillösungen in Technik und Komfort, eine Unterdeck-Bordküche und -Toilette sowie große Gepäckräume begründeten eine neue Generation komfortabler Reisebusse.
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    "Kombination von Luxus und Hightech" 2001 präsentierte Setra die ersten Busmodelle der 400er Baureihe, die TopClass 400, und besetzte damit endgültig eine neue Dimension des Luxus. Setra gelang einmal mehr ein Meilenstein im Omnibusbau hinsichtlich Technologie, Komfort und Design.
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    "Hoch hinaus" Der erste Setra Doppelstockomnibus S 228 DT avancierte 1981 zum neuen Flaggschiff des Reisebus-Programms von Setra.
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    Setra feiert Jubiläen auf der Retro Classics 2011
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    Die Setra-Historie: Eine Idee trägt sich selbst. Der Prototyp der Baureihe 200: S 215 HD, Baujahr 1976
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