Der Antrieb: Sauberes Debüt: Neuer leistungsstarker Zweiliter-Diesel erfüllt als erster Motor überhaupt Euro 6d-Abgasnorm

Gegenüber dem Vorgänger erhält die neue B-Klasse durchgängig neue, noch effizientere Motoren. Als erster Motor überhaupt erfüllt die für den Quereinbau angepasste Version der Zweiliter-Dieselbaureihe OM 654 mit 110 kW und 140 kW sogar die erst ab 2020 für Neutypen vorgeschriebene Euro 6d-Norm. Sie ergänzt den bereits aus der A-Klasse bekannten Vierzylinder-Diesel (OM 608) mit 1,5 Liter Hubraum, bis zu 85 kW und bis zu 260 Nm. Zum Start stehen außerdem zwei Vierzylinder-Benziner der Baureihe M 282 mit 1,33 Liter Hubraum und 100 kW/120 kW zur Verfügung. Zu ihren Innovationen zählen Zylinderabschaltung (in Verbindung mit dem 7G-DCT Getriebe), Delta-Form des Zylinderkopfs und Partikelfilter. Alle Motoren erfüllen mindestens die Euro 6d-TEMP-Grenzwerte. Die neue B-Klasse startet zunächst ausschließlich mit Doppelkupplungsgetrieben. Neu ist hier das 8G-DCT mit acht Stufen, das in Verbindung mit dem größeren Dieselmotor zum Einsatz kommt. Weitere neue Motoren folgen, ebenso Modelle mit Allradantrieb 4MATIC. Serienmäßig ist ein 43 Liter großer Tank verbaut, optional ist für bestimmte Motorisierungen ein 51-Liter-Tank erhältlich.

Folgende fünf Motorisierungen sind zum Start der B-Klasse verfügbar:

  • B 180 (100 kW/136 PS, 200 Nm) mit 7G-DCT Doppelkupplungs­getriebe (Kraftstoffverbrauch kombiniert 5,6‑5,4 l/100 km, CO2-Emissionen kombiniert 128-124 g/km)[3]
  • B 200 (120 kW/163 PS, 250 Nm) mit 7G-DCT Doppelkupplungs­getriebe (Kraftstoffverbrauch kombiniert 5,6-5,4 l/100 km, CO2-Emissionen kombiniert 129-124 g/km)1
  • B 200 d (110 kW/150 PS, 320 Nm) mit 8G-DCT Doppelkupplungs­getriebe; Kraftstoffverbrauch kombiniert 4,5-4,2 l/100 km, CO2-Emissionen kombiniert 119-112 g/km)[4]
    B 220 d (140 kW/190 PS, 400 Nm) mit 8G-DCT Doppelkupplungs­getriebe; Kraftstoffverbrauch kombiniert 4,5-4,4 l/100 km, CO2-Emissionen kombiniert 119-116 g/km)4.

Der neue Dieselmotor OM 654q: Leichter, stärker, sauberer

In der B-Klasse debütiert die für den Quereinbau angepasste Version der aktuellen Premiumdiesel-Motorenfamilie. Im Innenleben entspricht der OM 654q seinem für den Längseinbau vorgesehenen Bruder und erschließt ebenso durch eine Reihe von Innovationen neue Effizienzdimensionen. Zugleich ist er der erste Mercedes-Benz, der bereits die erst ab 2020 verbindliche RDE (Real Driving Emissions) der Stufe 2 und ist nach Euro 6d zertifiziert.

Zu den technologischen Highlights gehören:

  • das Stufenmulden-Brennverfahren – benannt nach der Form der Verbrennungstasche im Kolben
  • die Kombination von Alugehäuse und Stahlkolben
  • die weiter entwickelte NANOSLIDE® Laufbahnbeschichtung
  • die weiter verbesserte Luftführung auf der Ansaug- und Abgasseite und
  • der Einsatz der Common-Rail-Einspritzung der vierten Generation mit Drücken bis zu 2.050 bar.

Unterschiede gibt es in der Motorenperipherie. So ist der Ladeluftkühler als Luft-Luft-Kühler fahrzeugfest angeordnet. Umfangreiche NVH-Maßnahmen sorgen für hohen akustischen Komfort. Dazu zählen:

  • Ölwannen-Kapselung
  • Kurbelgehäuseabdämmung auf der heißen Seite Richtung Fahrzeuginnenraum
  • Injektorschachtabdeckung
  • Designabdeckung mit NVH-Funktion und
  • Ansaug- und Ladeluftresonator

Der neue Motor ist kompakter als sein Vorgänger. Für die Emissionsminderung relevante Komponenten sind daher näher am Motor verbaut. Durch die motornahe Anordnung hat die Abgasnachbehandlung einen geringen Wärmeverlust und hervorragende Arbeitsbedingungen. Zu den Maßnahmen zählen

  • Hoch- und Niederdruck-Abgasrückführung einschließlich Kühlung
  • ein Dieseloxidationskatalysator (DOC) zur Verminderung der Emission von Kohlenmonoxid (CO) und unverbrannten Kohlenwasserstoffen (HC)
  • ein Partikelfilter (sDPF) sowie
  • ein SCR-Katalysator (selektive katalytische Reduktion) zur Reduktion von Stickoxiden. Dazu wird dem Abgas vor dem SCR-Katalysator Ammoniak in Form des Trägermittels AdBlue® zugemischt.

Premiere bei der Abgasreinigung: OM 654q erfüllt Euro 6d

Dank einer weiter ausgebauten Abgas-Nachbehandlung erfüllt der kraftvolle Vierzylinder aus der modernen Motorenfamilie OM 654 bereits die erst ab 2020 verbindliche RDE (Real Driving Emissions) der Stufe 2 und ist nach Euro 6d zertifiziert. Auch bei anspruchsvollen Fahrsituationen und Umweltbedingungen jenseits der Norm bleibt die B-Klasse unter allen Emissionsvorgaben.

Erreicht wird dies über einen zusätzlichen Selective-Catalytic-Reduction-Katalysator (SCR) mit Ammoniak-Sperr-Kat (ASC) im Abgasstrang der B-Klasse. Dies ermöglicht eine tendenziell großzügige Dosierung des Reduktionsmittels AdBlue®, weil etwaige Überschüsse im zweiten SCR abgebaut und umgesetzt werden. Diese Überschüsse (Ammoniak-Schlupf) treten insbesondere bei schnellen Temperaturänderungen im Abgasstrang auf, etwa beim Wechsel vom Stadtverkehr auf die Autobahn.

Trotz seines gegenüber dem Vorgänger auf knapp zwei Liter reduzierten Hubraums und rund 16 Prozent geringeren Gewichts leistet der neue Selbstzünder im B 220 d mit 140 kW (190 PS) genau 10 kW mehr als der Vorgängermotor und begnügt sich mit einem kombinierten NEFZ-Durchschnittsverbrauch von 4,5 Litern pro 100 Kilometer.

Die Montage des OM 654q erfolgt im Werk Kölleda/Thüringen. Die Fertigung der Hauptbestandteile übernimmt das Stammwerk Untertürkheim/Baden-Württemberg.

Der Benzinmotor M 282: Vierzylinder mit Zylinderabschaltung

Neuer Einstiegsmotor im B 180 und B 200 ist der M 282 mit 1,33 Liter Hubraum. Gegenüber dem bisherigen 1,6-Liter-Motor steigt die Leistung des Vollaluminium-Motors um bis zu elf Prozent, die Literleistung sogar um 25 Prozent. Der Motor zeichnet sich durch sehr kompakte Abmessungen, geringes Gewicht und hohe statische und dynamische Steifigkeit aus. Der Turbolader verfügt über ein elektronisch gesteuertes Wastegate: Durch die flexible Ladedruckregelung wird auch die Einstellung eines optimalen Ladedrucks im Teillastbereich möglich.

Als erster Vierzylinder von Mercedes-Benz hat dieser Motor eine Zylinderabschaltung (zunächst in Verbindung mit 7G-DCT Getriebe). Im Teillastbereich werden je nach angeforderter Leistung im Bereich 1.250 bis 3.800/min die Ein- und Auslassventile des zweiten und dritten Zylinders über eine Ventilhubverstellung geschlossen. Die verbleibenden zwei Zylinder laufen so unter höherer Last und damit effizienter. Zur Reibungsminimierung sind die Laufflächen der Zylinder nach dem patentierten NANOSLIDE® Verfahren beschichtet. Die Kolbenhemden wurden mit einer Eco-Tough-Beschichtung versehen. Das ist eine besondere Graphit-Beschichtung für eine optimierte Reibleistung und eine hohe Verschleißfestigkeit.

Eine weitere technische Besonderheit ist der wegen seiner Form so genannte Delta-Zylinderkopf. Er baut etwas höher, ist dafür aber wesentlich schmaler und leichter als herkömmliche Zylinderköpfe. Ein weiterer Vorteil sind die teilintegrierten Einlass- und Auslasskrümmer, die eine kompakte Bauweise ermöglichen. Auf die kompakte Anordnung der Einspritz-Hochdruckpumpe mit maximal 250 bar hält Daimler ein Patent. Die Mehrloch-Einspritzdüsen sind zentral im Brennraum angeordnet, die Einspritzung erfolgt so, dass die Ventile nicht vom Kraftstoffstrahl getroffen werden.

Der hochverdichtete neue Vierzylinder verfügt serienmäßig über einen Partikelfilter. Besondere Anstrengungen galten auch den Geräuschemissionen. So verfügt die Ansaugluftführung über einen Helmholtz-Resonator, der Katalysator besitzt eine Feststoffisolierung und auch die Designabdeckung erfüllt geräuschdämpfende Aufgaben.

Der neue Motor wird zunächst mit dem 7G-DCT Doppelkupplungsgetriebe angeboten, später auch mit einem manuellen Sechsganggetriebe und mit Allradantrieb 4MATIC.

Der M 282 wurde unter Führung von Mercedes-Benz in Kooperation mit Renault entwickelt. Gefertigt wird er im Werk Kölleda/Thüringen und künftig auch im Werk Peking/China. Renault steuert die Bauteile des Rumpfmotors zu.

Die Eckdaten der Motorenfamilien zur Markteinführung der B‑K lasse: 

 

 

M 282 (B 200)*

OM 654q (B 220 d)**

Zylinder

Zahl/Anordnung

4/R

4/R

Ventile pro Zylinder

Anzahl

4

4

Hubraum

cm³

1.332

1.951

Einzylindervolumen

cm³

333

488

Zylinderabstand

mm

85

90

Bohrung

mm

72,2

82

Hub

mm

81,4

92,4

Hub/Bohrung

 

1,3

1,12

Nennleistung

kW/PS

120/163

140/190

bei

1/min

5.500

3.800

Max. Drehmoment

Nm

250

400

bei

1/min

1.620–4.000

1.600–2.400

spezifische Leistung

kW/l

90

73

Verdichtung

 

10,6

15,5

* auch als B 180 verfügbar; ** auch als B 200 d verfügbar

Das 8G-DCT-Getriebe: Mehr Gänge, höhere Momente

In der neuen B-Klasse setzt Mercedes-Benz in Verbindung mit dem großen Dieselmotor erstmals das neue 8G-DCT-Getriebe ein. Es wurde auf Drehmomente bis zu 520 Nm ausgelegt. Durch die zusätzliche Gangstufe sind die Übersetzungen enger gestuft, was dem Schaltkomfort zugute kommt und die Möglichkeiten erweitert, den Motor im bestmöglichen Betriebspunkt zu betreiben. Gleichzeitig ist der 8. Gang länger übersetzt, bei konstantem Tempo zum Beispiel auf der Autobahn sinkt so das Drehzahlniveau, gut für Effizienz und Geräuschkomfort.

Das Gewicht des 8G-DCT konnte gegenüber dem 7F-DCT um ca. 3,6 kg verringert werden. Verschiedene Leichtbaumaßnahmen wie eine Kunststoffölwanne, eine Innenschaltung mit Kunststoffzylindern und ein Leichtbaugehäuse ermöglichten das. Trotz der zusätzlichen Gangstufe baut das Getriebe nicht länger als die 7-Gang-Variante.

Das 8G-DCT erhält eine vollintegrierte neue Direktsteuerung mit vergossener Elektronik. Diese verwendet kleinere Magnete zur schnelleren Ansteuerung für kurze Schaltzeiten bei reduziertem Gewicht. Das 8G-DCT erhält eine Trockensumpfschmierung. Verwendet wird ein Getriebeleichtlauföl mit niederer Viskosität. Die gezielte Beölung der Verzahnung, eine reduzierte Ölmenge und eine mechanische Ölpumpe mit deutlich reduziertem Fördervolumen sorgen für eine effiziente Ölversorgung und Schmierung. Die elektrische angetriebene Ölpumpe unterstützt bedarfsgerecht und versorgt bei aktiver Start-Stopp-Funktion die Schaltelemente des Getriebes mit Hydrauliköl, damit das Fahrzeug unmittelbar nach dem Motorstart fahrbereit ist.

B 180 und B 200 verfügen über das neue, bereits aus der A‑Klasse bekannte 7G-DCT Doppelkupplungsgetriebe. Es bietet bei geringem Gewicht (67 kg trocken) einen hohen mechanischen wie elektrischen Wirkungsgrad der Aktuatorik. Die Gänge werden elektromechanisch, die nassen Kupplungen elektrohydraulisch betätigt. Die Software gesteuerte Kupplung erlaubt unterschiedliches Schaltverhalten – von sportlich bis besonders komfortabel. Der Fahrer kann zwischen ECO, Comfort, Sport und Individual wählen. Als weitere Funktionen erlaubt es einen erweiterten Segelbetrieb und ECO Start-Stopp. Dieses Getriebe wurde gemeinsam mit der Fa. GETRAG entwickelt und wird von dieser auch hergestellt.

[3]Angaben zum Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen sind vorläufig und wurden vom Technischen Dienst für das Zertifizierungsverfahren nach Maßgabe des WLTP-Prüfverfahrens ermittelt und in NEFZ-Werte korreliert. Eine EG-Typgenehmigung und Konformitätsbescheinigung mit amtlichen Werten liegen noch nicht vor. Abweichungen zwischen den Angaben und den amtlichen Werten sind möglich.

[4] Die angegebenen Werte wurden nach dem vorgeschriebenen Messverfahren ermittelt. Es handelt sich um die NEFZ-CO2-Werte i.S.v. Art. 2 Nr. 1 Durchführungsverordnung (EU) 2017/1153. Die Kraftstoffverbrauchswerte wurden auf Basis dieser Werte errechnet.

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