Bertha-Benz-Gedenkfahrt vom 1. bis 3. August 2008

  • 180 Kilometer Gesamtstrecke werden problemlos bewältigt
  • 1. bis 3. August 2008: Bertha-Benz-Gedenkfahrt mit historischen Fahrzeugen
Die Fahrt ist eine Pioniertat: Im August 1888 fährt Bertha Benz mit dem von ihrem Mann Carl Benz konstruierten Patent-Motorwagen, dem ersten Automobil der Welt, zusammen mit ihren beiden Söhnen rund 106 Kilometer von Mannheim nach Pforzheim, ihrer Geburtsstadt. Wenige Tage später geht es zurück nach Mannheim. Abgesehen von kleineren Zwischenfällen funktioniert das Fahrzeug tadellos.
In Erinnerung an die erste Fernfahrt im Automobil findet vom 1. bis 3. August 2008 die Bertha-Benz-Gedenkfahrt statt. Die Strecke orientiert sich am historischen Vorbild. Als Zuverlässigkeitsfahrt für historische Automobile wird sie veranstaltet vom Allgemeinen Schnauferl-Club e.V. (ASC) und dem Automuseum Dr. Carl Benz in Ladenburg. Im Jubiläumsjahr ist ein buntes und umfangreiches Programm geplant. Weitere Informationen gibt es im Internet unter .
In Pforzheim führt die Strecke unter anderem zur Bertha-Benz-Skulptur, die am 3. Mai 2008 enthüllt wurde – ebenfalls aus Anlass der berühmten Fernfahrt vor 120 Jahren. Geschaffen wurde sie vom Pforzheimer Künstler René Dantes. Die Plastik zeigt in markanter Formensprache stilisiert einen Benz Patent-Motorwagen und eine darauf sitzende Frauengestalt.
Der Patent-Motorwagen funktioniert tadellos
Bertha Benz entscheidet sich im Jahr 1888 aus eigenem Antrieb für die ausgedehnte Probefahrt, um die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit der Erfindung ihres Mannes Carl Benz zu zeigen – allerdings ohne ihn darüber zu informieren. Sie nimmt ihre Söhne Eugen und Richard mit auf den Patent-Motorwagen Typ III und startet Anfang August nach Pforzheim. Der Hinweg führt über Weinheim, Wiesloch, Langenbrücken, Bruchsal, Durlach, Wilferdingen und Brötzingen. In Pforzheim bleiben die drei Fernfahrer einige Tage, bevor es über Bauschlott, Bretten, Bruchsal, Hockenheim und Schwetzingen zurück nach Mannheim geht. Unterwegs gibt es nur kleinere technische Schwierigkeiten, die aber alle rasch behoben werden können. Eine Herausforderung ist die Treibstoffversorgung: „Ligroin“, wie Benzin damals noch heißt, gibt es nur in Apotheken. Mehrere werden entlang der Route aufgesucht, um genügend Treibstoff zu haben. Auch muss an mancher Steigung das Fahrzeug zusätzlich geschoben werden, weil die Kraft des Einzylindermotors nicht ausreicht. Aber alles in allem verläuft die erste insgesamt 180 Kilometer lange Fernfahrt (Hin- und Rückfahrt) der Automobilgeschichte vollkommen problemlos. Mit ihr beweist Bertha Benz, dass dem Automobil eine große Zukunft bevorsteht. Seitdem hat es sich auf allen Kontinenten als Alltagsfortbewegungsmittel etabliert.
Ein baugleicher Patent-Motorwagen vom Typ III, wie ihn Bertha Benz gefahren hat und ebenfalls aus dem Jahr 1888, existiert noch heute und ist das älteste erhaltene Benz-Automobil der Welt. Er ist über Paris nach England gekommen, wo er mehrere Jahre als Alltagsfahrzeug genutzt worden ist. Er ist der älteste im Originalzustand erhaltende Benz Patent-Motorwagen und somit das älteste originale Benz-Automobil. Das Fahrzeug gehört heute dem Science Museum, London.
  • D269968
    1555066_BB_Fahrt_2008_d.rtf
    1555066_BB_Fahrt_2008_d.rtf
Lade...