20 Flüchtlinge starten Brückenpraktikum im Mercedes-Benz Werk Berlin

Berlin, 01.04.2016
  • Brückenpraktikum in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit dauert 14 Wochen
  • Praktischer Arbeitseinsatz und Deutschkurs sollen Weg in deutschen Arbeitsmarkt ebnen

Berlin – Am 1. April beginnen 20 Flüchtlinge ein sogenanntes Brückenpraktikum im Mercedes-Benz Werk Berlin. Die Teilnehmer wurden von der Agentur für Arbeit Berlin Süd ausgewählt. Sie stammen aus Syrien und Iran und sind zwischen 21 und 47 Jahre alt. Neben einem praktischen Teil in der Motorenmontage und der Fertigung von Komponenten besuchen die Praktikanten täglich einen Deutschkurs. Ziel ist es, die Teilnehmer nach dem Brückenpraktikum an Unternehmen oder Zeitarbeitsfirmen weiterzuvermitteln.

„Im Mercedes-Benz Werk Berlin arbeiten schon immer Menschen verschiedenster Nationen und Kulturen zusammen. Als zweitgrößter industrieller Arbeitgeber der Region Berlin-Brandenburg ist es für uns selbstverständlich, die Integration von Flüchtlingen zu fördern. Unsere Belegschaft freut sich auf die Praktikanten und die Chance, ihnen auf diesem Weg eine Brücke in den Arbeitsmarkt zu bauen“, sagt Dr. Hansgeorg Niefer, Standortverantwortlicher Mercedes-Benz Werk Berlin.

Ute Hass, Betriebsratsvorsitzende Mercedes-Benz Werk Berlin: „ Berlin ist eine weltoffene Stadt und ein Schmelztiegel der Kulturen. Wir sind froh, dass wir durch das Brückenpraktikum einen Beitrag zur Integration von Flüchtlingen leisten können. Die Belegschaft ist ein Spiegel der kulturellen Vielfalt und bringt sich aktiv ein, um den Menschen Orientierung zu geben und ihnen den Weg in den deutschen Arbeitsmarkt zu ebnen.“

Die ersten sechs Wochen des Brückenpraktikums finanziert die Bundesagentur für Arbeit. In den restlichen Wochen vergütet Daimler die Arbeitszeit auf Basis des Mindestlohngesetzes. Dreieinhalb Stunden pro Werktag arbeiten die Brückenpraktikanten im praktischen Teil, in jeweils dreieinhalb weiteren Stunden lernen sie Deutsch. Die Finanzierung der Deutschkurse übernimmt Daimler für die komplette Dauer der Brückenpraktika.

Brücke in den Arbeitsmarkt

Daimler hatte im November 2015 das erste Brückenpraktikum mit 40 Teilnehmern in Stuttgart gestartet. Es endete Anfang März 2016. Nahezu alle Teilnehmer konnten an Zeitarbeitsfirmen weitervermittelt werden, zwei Teilnehmern wird ein Ausbildungsplatz bei Daimler angeboten. Weitere Praktika starteten in den Mercedes-Benz Werken Bremen, Gaggenau, Ludwigsfelde, Rastatt, Wörth und im Global Logistics Center Germersheim. In den nächsten Wochen und Monaten sind zusätzliche Brückenpraktika an weiteren Standorten geplant. Insgesamt werden allein im ersten Halbjahr 2016 rund 300 Flüchtlinge ein Brückenpraktikum in technischen Funktionen bei Daimler wahrnehmen können. In Abstimmung sind zudem Brückenpraktika für kaufmännische Funktionen. Für das zweite Halbjahr sind weitere Brückenpraktika in Planung.

Darüber hinaus stellt Daimler 50 zusätzliche Ausbildungsplätze für Flüchtlinge zur Verfügung. Diese Plätze kommen zu den üblichen Kontingenten an Ausbildungsplätzen hinzu. Schon länger haben Werke, Niederlassungen und die Konzerntochter EvoBus Praktika, Einstiegsqualifizierungen und Ausbildungsplätze für junge Flüchtlinge gestartet. Knapp 50 Teilnehmer sind oder waren dabei in verschiedenen Berufsfeldern im Einsatz.

Unternehmen treibt weitere Hilfsaktionen voran

Neben der beruflichen Integration engagiert sich Daimler auch bei der sozialen Integration der Flüchtlinge und unterstützt zahlreiche Hilfsaktionen der Mitarbeiter. Die Bandbreite der beschlossenen bundesweiten Hilfsaktionen reicht von der Finanzierung weiterer Deutschkurse bis hin zur Unterstützung bei Renovierungen von Flüchtlingsunterkünften. Zudem stellt das Unternehmen Hilfsorganisationen eine sogenannte Helferflotte aus Mercedes-Benz Fahrzeugen zur Verfügung. In Berlin packten Mitarbeiter zu Weihnachten im Rahmen der bundesweiten Daimler-Aktion „Schenk ein Lächeln“ 150 Geschenke für Flüchtlingskinder, die in der Nachbarschaft des Werkes untergebracht waren.

Daimler ist bereits seit längerem in der Flüchtlingshilfe aktiv. Seit 2013 hat das Unternehmen in Zusammenarbeit mit „Luftfahrt ohne Grenzen e.V.“ bislang vier Hilfskonvois für syrische Flüchtlingslager in die Türkei und zwei Hilfsflüge in den Nordirak geschickt. Der jüngste Hilfskonvoi wurde im Februar zur Nothilfe der SOS-Kinderdörfer für Flüchtlinge in Serbien und Mazedonien entsendet. Der Stadt Stuttgart stellt Daimler für die nächsten drei Jahre jeweils 100.000 Euro für einen Welcome-Fonds zur Verfügung. Mit weiteren 100.000 Euro unterstützt Daimler die Bürgerstiftung Sindelfingen, diese Summe fließt unter anderem in Projekte zur Integration neu ankommender Flüchtlinge. Im September 2015 spendete das Unternehmen eine Million Euro an den Verein „Bild hilft e.V. - Ein Herz für Kinder“. Jeder Cent dieser Spende fließt direkt in Hilfsprojekte für Flüchtlingskinder. Zudem hatte Daimler zwecks Flüchtlingsnothilfe zur Spende an das Deutsche Rote Kreuz aufgerufen. Der von den Beschäftigten gespendete Betrag wurde vom Unternehmen auf mehr als 600.000 Euro verdoppelt.

Daimler ist in nahezu allen Ländern der Welt aktiv. Internationalität und das respektvolle Miteinander verschiedener Nationalitäten sind seit Jahrzehnten gelebter Alltag. Allein in Deutschland arbeiten Menschen rund 140 verschiedener Nationalitäten bei Daimler.

Über das Mercedes-Benz Werk Berlin

Das Mercedes-Benz Werk Berlin ist ein wichtiger Bestandteil des Powertrain-Produktionsverbundes und der zweitgrößte industrielle Arbeitgeber der Region Berlin-Brandenburg. Im Zuge des im Jahr 2015 gemeinsam mit dem Betriebsrat vereinbarten Zukunftsbilds wird das Werk zum Hightech-Standort für die Komponentenfertigung mit Technologien zur Verminderung von CO2-Emissionen ausgebaut. Zu diesen Technologien gehört die innovative Motorsteuerung CAMTRONIC, deren Produktionsstart im Jahr 2012 erfolgte. Für dieses variable Ventilverstellsystem fungiert der Standort als Kompetenzzentrum und besitzt damit ein Alleinstellungsmerkmal im weltweiten Powertrain-Produktionsverbund. In den nächsten Jahren werden rund 500 Millionen Euro in den Standort investiert, 2015 waren es bereits 150 Millionen Euro. Das Mercedes-Benz Werk Berlin, gegründet 1902, ist das älteste produzierende Werk des Konzerns.

Ansprechpartner

Medien

  • D288113
    20 Flüchtlinge starten Brückenpraktikum im Mercedes-Benz Werk Berlin
    20 Flüchtlinge starten Brückenpraktikum im Mercedes-Benz Werk Berlin
Lade...