Airbag und Gurtstraffer werden Standard

Stuttgart, 21.06.2006
  • Mercedes-Benz S-Klasse ist 1981 das weltweit erste Fahrzeug mit Airbag und Gurtstraffer
  • Erst Sonderausstattung, heute fester Bestandteil der integrierten Sicherheit
Im Juli 1981 geht die Mercedes-Benz S-Klasse der Baureihe W 126 mit einer neuen Sonderausstattung an den Verkaufsstart: Im Stuttgarter Spitzenmodell haben Airbag und Gurtstraffer Weltpremiere und damit gleich zwei Innovationen für die passive Sicherheit. Die Kombination aus Fahrer-Airbag und Beifahrer-Gurtstraffer ist ab Juli 1981 ausschließlich in der Baureihe 126 erhältlich und kostet als Sonderausstattung für Limousine und Coupé 1 525,50 DM (ungefähr 780 Euro).
Noch im ersten Jahr entscheiden sich 2 636 Käufer der S-Klasse für dieses neue Sicherheitsmerkmal. Damit tritt der Airbag seinen Siegeszug an. Mehr als zwölf Millionen Fahrzeuge von Mercedes-Benz werden in den ersten 25 Jahren der neuen Technik mit Airbags ausgestattet, andere Marken ziehen nach. Aus der Sonderausstattung für den Fahrer von 1981 ist ein Rückhaltesystem entstanden, das heute mit einem System von Airbags, Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern die Passagiere bei einem Unfall schützt.
Das Luftkissen im Pralltopf
Der Serieneinführung sind viele Jahre Forschungs- und Entwicklungsarbeit vorangegangen. Daimler-Benz erhält1971 auf den Airbag das Patent DE 2152902 C2. Bis zur Serienreife muss das Rückhaltesystem noch in vielen Details verbessert und getestet werden. Bei mehr als 250 Unfallversuchen mit kompletten Fahrzeugen, mehr als 2 500 Tests mit dem Schlitten und tausenden Versuchen mit einzelnen Teilen beweist der Airbag seine zuverlässige Funktion. Gleichzeitig stellt ein Langzeitversuch mit 600 Testfahrzeugen auf der Straße und im Gelände sicher, dass der Luftsack nicht im normalen Fahrbetrieb auslöst.
1992 wird der Fahrer-Airbag Serienausstattung in allen Mercedes-Benz Modellen, 1994 folgt der Beifahrer-Airbag als serienmäßiges Sicherheitsmerkmal. Die kontinuierliche Weiterentwicklung macht das Airbag-Modul kleiner, und sie ermöglicht einen noch umfassenderen Schutz. Mercedes-Benz stellt bereits 1993 einen Seiten-Airbag als Studie vor, 1995 kommt der Side-Bag als Sonderausstattung in der E-Klasse. Der Window-Bag wird von 1998 an zur Serienausstattung, zunächst in der S-Klasse. Und für die Roadster der Mercedes-Benz SL-Klasse wird 2001 der Head-Thorax-Seitenairbag eingeführt.
In der S-Klasse der Baureihe W 221 sind adaptive Airbags Bestandteil der Sicherheitsphilosophie PRO-SAFE™: Die Luftsäcke werden je nach Schwere des Unfalls und den Daten der Insassen in zwei unterschiedlichen Stufen gezündet. Künftige Generationen des Airbags werden sich noch besser auf die einzelnen Personen im Fahrzeug einstellen. Als nächsten Schritt der Technik testet die Mercedes-Benz Entwicklung eine Einbindung des Airbags in das präventive Schutzsystem PRE-SAFE®. Dabei werden Airbags nicht mehr erst bei der Kollision ausgelöst, sondern die Luftpolster entfalten sich bereits kurz vor dem Unfall, um die Passagiere abzustützen und zu fixieren.
Vom pyrotechnischen Gurtstraffer zu PRE-SAFE®
Auch der zusammen mit dem Airbag präsentierte Gurtstraffer setzt sich als Element der passiven Sicherheit durch. In Genf wird das System 1981 als „Gurtstrammer“ vorgestellt. Bei einem Unfall zieht das Assistenzsystem über eine pyrotechnische Treibladung in wenigen Millisekunden den Automatik-Dreipunktgurt des Beifahrersitzes fest an. So fixiert die Sicherheitstechnik der S-Klasse Baureihe W 126 den Beifahrer zuverlässig im Sitz, auch wenn zuvor der Gurt eventuell zu locker am Körper gelegen hat.
Von 1984 an sind alle Mercedes-Benz Modelle an den Vordersitzen serienmäßig mit Gurtstraffern ausgerüstet. 1995 werden die Gurtstraffer in allen Modellen mit Gurtkraftbegrenzern verbunden, um die Leistung des Rückhaltesystems dem individuellen Bedarf anzupassen. 2002 wird der pyrotechnische Gurtstraffer außerdem mit der Einführung des präventiven Insassenschutzsystems PRE-SAFE® um einen elektronischen Gurtstraffer ergänzt. Dieser zieht die Sicherheitsgurte an, wenn PRE-SAFE® eine kritische Situation erkennt und das Fahrzeug auf einen möglichen Unfall vorbereitet. Im Gegensatz zum pyrotechnischen Gurtstraffer ist das elektronische System reversibel: Wenn es nicht zur Kollision kommt, lockert sich der Gurt wieder.

Medien

Zurück

  • 05A2833
    Vorsorglicher Insassenschutz: Durch das von Mercedes-Benz entwickelte PRE-SAFE®-System werden bereits vor einem drohenden Unfall Schutzmaßnahmen aktiviert, so dass Gurte undAirbags die Insassen beim Aufprall noch wirksamer schützen können.
  • 05a2834
    Vorsorglicher Insassenschutz: Durch das von Mercedes-Benz entwickelte PRE-SAFE®-System werden bereits vor einem drohenden Unfall Schutzmaßnahmen aktiviert, so dass Gurte undAirbags die Insassen beim Aufprall noch wirksamer schützen können.
  • 05a4089
    Erfolgreiche Pionierarbeit: Im Oktober 1971 meldeten Mercedes-Ingenieure ihr Airbag-System zum Patent an.
  • 05a4103
    Deutlicher Trend: Seit dem Serieneinsatz von Gurt, Airbag und anderen Schutzmaßnahmen in den Mercedes-Personenwagen sinkt die Verletzungsschwere verunglückter Fahrer deutlich.
  • 05a4091
    Deutlicher Trend: Seit dem Serieneinsatz von Gurt, Airbag und anderen Schutzmaßnahmen in den Mercedes-Personenwagen sinkt die Verletzungsschwere verunglückter Fahrer deutlich.
  • 05c2263_198
    Vorbild der Sicherheitstechnik: Die Mercedes-Benz S-Klasse der Modellreihe W 126 war im Dezember 1980 das erste Automobil mit Fahrer-Airbag und Gurtstraffer für den Beifahrer.
  • 05c2263_200
    Vorbild der Sicherheitstechnik: Die Mercedes-Benz S-Klasse der Modellreihe W 126 war im Dezember 1980 das erste Automobil mit Fahrer-Airbag und Gurtstraffer für den Beifahrer.
  • 05c3735_12
    Crash im Computer: Leistungsfähige Berechnungsprogramme unterstützen die Mercedes-Ingenieure bei der Abstimmung der Airbag-Systeme.
  • 05c2784_c35399
    Insassenschutz mit System: Die Mercedes-Grafik aus dem Jahre 1980 erklärte die Funktion von Airbag und Gurtstraffer auf Basis eines gemeinsamen Sensorsignals.
  • 05c3735_13
    Crash im Computer: Leistungsfähige Berechnungsprogramme unterstützen die Mercedes-Ingenieure bei der Abstimmung der Airbag-Systeme.
  • 05c4102_02
    Luftpolster im Lenkrad: Als Ergänzung zum Sicherheitsgurt fängt der Airbag beim Frontal-Crash Kopf und Oberkörper auf und schützt vor schweren Verletzungen.
  • a2001f5925
    Crash im Computer: Leistungsfähige Berechnungsprogramme unterstützen die Mercedes-Ingenieure bei der Abstimmung der Airbag-Systeme.
  • a2001f2994
    Doppelter Schutz: Für Roadster und Cabriolets entwickelte Mercedes-Benz Head-/Thorax-Seitenairbags, die sowohl Kopf als auch Brust der Frontpassagiere schützen. In der SL-Klasse feierte dieser Airbag-Typ im Jahre 2001 Weltpremiere. Er gehört auch im Cabriolet der CLK-Klasse zur Serienausstattung.
  • a2003f7409
    Crash im Computer: Leistungsfähige Berechnungsprogramme unterstützen die Mercedes-Ingenieure bei der Abstimmung der Airbag-Systeme.
  • a2003f394
    Doppelter Schutz: Für Roadster und Cabriolets entwickelte Mercedes-Benz Head-/Thorax-Seitenairbags, die sowohl Kopf als auch Brust der Frontpassagiere schützen. In der SL-Klasse feierte dieser Airbag-Typ im Jahre 2001 Weltpremiere. Er gehört auch im Cabriolet der CLK-Klasse zur Serienausstattung.
  • CL0628
    1979-1984: Phasenfoto der Funktionsweise von Lenkrad-Airbag und Gurtstraffer, 1981. Zu dieser Zeit bietet Daimler-Benz weltweit als einziger Hersteller den Gurtstraffer für den Beifahrer und den Airbag für den Fahrer an.
Lade...