Digital erfasst: Das Werk des Fotografen Zoltán Glass

Stuttgart/Bradford, England, 30.07.2009
  • Zahlreiche seiner Fotos entstanden im Auftrag der früheren Daimler-Benz AG
  • Rund 6000 Aufnahmen umfasst der jetzt aufbereitete Bestand
  • Umfangreiche Scan-Arbeiten im National Media Museum in Bradford/England
Das National Media Museum in Bradford/England hebt derzeit einen fotografischen Schatz: Ein Großteil der im dortigen Archiv vorhandenen Aufnahmen von Zoltán Glass wird gescannt und damit digital verfügbar. So wird das Werk des Bildkünstlers, der seine Haupt-Schaffenszeiten in den 1930er und 1950er Jahren hatte, neu und systematisch erschlossen. Die Arbeiten in Bradford umfassen insgesamt rund 6000 Aufnahmen und werden voraussichtlich im April 2010 abgeschlossen sein.
Zoltán Glass ist ein bedeutender Fotograf des 20. Jahrhunderts – und Autos sind eins seiner wichtigsten Sujets. So entstehen in den 1920er und den 1930er Jahren auch zahlreiche Aufnahmen für die damalige Daimler-Benz AG mit Fahrzeugen der Marke Mercedes-Benz. Beispielsweise bildet Glass die Periode der klassischen Silberpfeile ab, die von 1934 an die internationalen Grand-Prix-Rennen dominieren. Aber auch Serienfahrzeuge mit dem Stern setzt er für Werbeaufnahmen meisterhaft ins Bild. Selbst auf den ersten Blick trockene Themen wie die Mercedes-Benz Fahrzeugproduktion vermag er ästhetisch in Szene zu setzen. Nach dem Tod von Zoltán Glass im Jahr 1981 gelangt dessen fotografisches Erbe an das National Media Museum, das eine der bedeutendsten Fotosammlungen Europas beherbergt.
Dort wird das Werk nun auf Anregung der Daimler AG aufbereitet und digital erfasst. Dazu gehört auch, dass die originalen Beschriftungen an den Fotos in die Datenbank übernommen werden. Für die Arbeiten kommt modernste Technik zum Einsatz: Die Negative mit ihrem immensen Detailreichtum werden mit einer kalibrierten Highend-Mittelformatkamera in höchster Auflösung abfotografiert, um ein neutrales Abbild des Originals zu schaffen. Ergebnis sind zunächst Dateien im TIFF-Format mit einer Größe von rund 100 Megabyte. Mit Hilfe einer Spezialsoftware werden die Aufnahmen schließlich in ein Positiv umgewandelt.
Colin Harding, Kurator für Fototechnik am National Media Museum, äußert sich begeistert: „Wir freuen uns sehr, mit Daimler bei der digitalen Erfassung der Sammlung von Zoltán Glass zusammenarbeiten zu können. Das fotografische Schaffen von Zoltán Glass verdient es, mehr Bekanntheit zu erlangen. Dank der großzügigen Unterstützung von Daimler können wir die Fotografien von Zoltán Glass einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen.“
Nach Abschluss der Arbeiten stehen die Fotos dann für eine weitere historische Aufarbeitung und andere Projekte zur Verfügung.
 

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