Design und Technik inspiriert von der Natur: Mercedes-Benz bionic car im Museum of Modern Art in New York

Design und Technik inspiriert von der Natur: Mercedes-Benz bionic car im Museum of Modern Art in New York
21.
Februar 2008
New York
New York - Die Konzept-Modelle des Mercedes-Benz bionic car werden in der Ausstellung „Design and the Elastic Mind“ im New Yorker Museum für moderne Kunst präsentiert. Die Ausstellung im weltbekannten „MoMA“ präsentiert zukunftsweisende Innovationen aus Design und Wissenschaft.
Dem drastischen technischen Wandel der Lebensumstände in den vergangenen Jahrzehnten widmet das Museum of Modern Art in New York (MoMA) die Ausstellung „Design and the Elastic Mind“. Darin sollen Bespiele für das hohe Tempo der Entwicklungen etwa bei Mobilität oder Kommunikation und vor allem innovative Lösungen der Designer gezeigt werden, die dem sich rasch wandelnden Ansprüchen des Lebens gerecht geworden sind. Die Ausstellung wird vom 24. Februar bis zum 12. Mai 2008 der Öffentlichkeit zugänglich sein.
Eines der Highlights der Ausstellung ist das Mercedes-Benz bionic car, das erstmals im Juni 2005 auf dem Innovationssymposium der Daimler AG in der US-amerikanischen Hauptstadt Washington gezeigt wurde. Neben der perfekten Aerodynamik und einem von der Natur abgeleiteten Leichtbaukonzept tragen auch der sparsame und saubere high-tech Dieselmotor mit BLUETEC-Technologie maßgeblich zur Kraftstoffeinsparung und zur drastischen Verringerung der Abgas-Emissionen bei: Im EU-Fahrzyklus verbraucht das Mercedes-Benz bionic car nur 4,3 Liter Kraftstoff je 100 Kilometer -- das sind 20 Prozent weniger als ein vergleichbares Serienmodell. Mit seinen 140 PS ermöglicht es zeitgemäße und Mercedes-Benz typische Fahrleistungen. Nach US-Messverfahren (FTP 75) beträgt die Reichweite rund 70 Meilen pro Gallone (mpg, combined) und liegt um 30 Prozent über dem Wert eines Serienautomobils. Bei Konstantfahrt mit 90 km/h konsumiert der Direkteinspritzer nur 2,8 Liter Dieselkraftstoff je 100 Kilometer - das entspricht einer Reichweite von 84 Meilen pro Gallone im US-Testzyklus.
Ingenieure, Designer und Biologen von Mercedes-Benz arbeiteten bei der Entwicklung des Mercedes-Benz bionic car Hand in Hand. Als Vorbild des Fahrzeugs diente ein Meeresbewohner aus tropischen Breiten, der Ostracion Cubicus, der gewöhnliche Kofferfisch. Trotz seiner ungewöhnlich wirkenden Gestalt hat er eine außerordentlich strömungsgünstige Form. Er kann sich deshalb mit geringst möglichem Energieeinsatz fortbewegen, widersteht hohen Drücken und übersteht dank seiner aus sechseckigen Knochenplatten bestehenden Außenhaut Kollisionen mit Korallen oder anderen Meeresbewohnern unbeschadet. Sein Körper hat bei freier Anströmung einen überragend geringen Luftwiderstandsbeiwert von cW 0,06. Dies alles sind Eigenschaften, die auch einem Automobil vorzügliche Voraussetzungen bieten, um Bestwerte bei Energieeffizienz und Passagiersicherheit zu erreichen.
Das Ergebnis ist ein zweitüriges Fahrzeug mit vier komfortablen Einzelsitzen, dessen tropfenförmige Gestalt 4,24 Meter lang, 1,82 Meter breit und 1,59 Meter hoch ist. Mit einem Luftwiderstandsbeiwert von cW 0,19 ist das Mercedes-Benz bionic car einer der strömungsgünstigsten Kompaktwagen der Welt in seiner Klasse. Noch heute gilt dieser Wert als Maßstab für die aerodynamische Optimie­rung einer Autokarosserie.
Eine Vorreiterrolle übernahm das Konzeptfahrzeug für Mercedes-Benz auch in Sachen Abgasreinigung. Es war das erste Versuchsauto, in dem die SCR-Technologie (Selective Catalytic Reduction) zur Anwendung kam. Die bei Mercedes-Benz BLUETEC genannte Technologie zur Abgasreinigung wird seit 2005 in Nutzfahrzeugen angeboten und ist seit Oktober 2006 auch in der E-Klasse 320 BLUETEC verfügbar. Noch in diesem Jahr werden drei weitere Fahrzeuge mit dem saubersten Diesel der Welt auf den Markt gebracht.
Die Karosserie entstand in enger Zusammenarbeit mit Bionik-Experten und wurde nach der so genannten Soft Kill Option (SKO) gestaltet. Hierbei werden Werkstoffe an Fahrwerkskomponenten und Karosserie nach Computerberechnung analog den Prinzipien des Knochenwachstums an geringer belasteten Bereichen weicher und
dünner gestaltet, schließlich sogar völlig „ herausgeschnitten“ („gekillt“). Die hoch beanspruchten Stellen dagegen werden gezielt verstärkt. Dieses Verfahren erlaubt es, eine optimale Bauteilegeometrie zu finden, die alle Anforderungen der Sicher­heit und der Dauerhaltbarkeit unter Berücksichtigung des Leichtbaus erfüllt. Das Knochenplatten-Skelett des Kofferfischs entspricht dem Grundsatz höchster Festig­keit bei geringem Gewicht. Für eine Autotür beispielsweise bedeutet diese Konstruktionsweise nach dem Wabenmuster eine um bis zu 40 Prozent höhere Steifigkeit. Das Gewicht verringert sich nach Berechnung mit der SKO-Methode um rund 30 Prozent. In der Zwischenzeit findet die Anwendung der SKO-Methode in der Serie statt wie zum Beispiel bei Motortragarmen, die in bestimmten Überlandbussen verbaut werden.
Die Ausstellung „Design and the Elastic Mind“ im New Yorker MoMA würdigt nun die Arbeit der Designer bei Mercedes-Benz und honoriert die Innovationskraft der Forschungs- und Entwicklungsabteilungen, die auf sehr flexibel verlaufenden Gedankengängen beruht. Die Sammlung der einzelnen Exponate soll dem Besucher einen Überblick über die neuesten Entwicklungen aus nahezu allen Diszi­plinen von Wissenschaft, Forschung und Design vermitteln.

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