Edelstein in Anatolien: Das Werk Aksaray der Mercedes-Benz Türk A.Ş.

  • Bindeglied nach Europa, Brückenkopf in den vorderen Orient
  • Wirtschaftswunder und Aufschwung in der Türkei
  • Sattelschlepper, Cargo- und Baufahrzeuge aus Aksaray gefragt
  • Marktführerschaft und hoher Vertrauensbeweis
Aksaray entwickelt sich immer mehr zu einem echten Edelstein in der Perlen­kette des weltweiten Produktionsverbunds der DaimlerChrysler AG. Das Montage­werk in Zentralana­tolien ist Bindeglied nach Europa und Brückenkopf in den vorderen Orient. Die Kundschaft kommt aus West- und Osteuropa, aus Weißrussland, der Ukraine, Kasachstan, Nordafrika oder Saudi-Arabien. Produziert werden leichte und schwere Lastwagen der Baureihen Mercedes-Benz Atego und Axor sowie der Unimog U 4000 und Nutzfahrzeugkomponenten.
Aksaray, etwa 250 km südlich von Ankara, ist das Tor nach Kappadokien. Die heute knapp 200 000 Einwohner zählende Stadt war ehemals eines der wichtigsten Handelszentren an der historischen Seidenstraße. Die Geschichte des Schmelz­tiegels von unterschiedlichen Kulturen und Zivilisationen geht bis ins Jahr 8000 v. Chr. zurück. Den wichtigsten Wirtschaftsfaktor in Aksaray stellt heute das produzierende Gewerbe dar. Vorherrschende Branche ist der Fahrzeug­bau.
Das Werk Aksaray wurde 1984 von Mercedes-Benz für die Fertigung von Last­wagen und Unimog sowie die Motoren- und Achsmontage geplant. Die Serien­produktion der Lkw begann im Jahr 1986. Unter dem Jubel der Belegschaft rollte am 1. Mai 1995 der 10 000ste Lkw vom Band, ein dreiachsiger MB 2521 mit 155 kW (210 PS)-Motor und 25 Tonnen Gesamtgewicht; am 8. Juni 2006 war es der 75 000ste Lkw, ein Axor 3240 C. Bald wird der 100 000ste Lkw die Werks­hallen verlassen. Lag die Jahreskapazität seinerzeit bei 7000 Einheiten pro Jahr, so sind es heute 12 300 Lkw und Unimog.
Auf einer Gesamtfläche von 558 117 m², davon 80 000 überbaut, präsentiert sich in Aksaray ein sehr modernes Werk. DaimlerChrysler hat 1999 und 2003 mehr als 75 Millionen Euro in das Werk, u.a. in eine kathodische Tauch-Lackieranlagen investiert, die nach neuesten Erkenntnissen und Verfahren arbeitet. Die Pro­duktions­anlagen befinden sich auf dem Niveau der deutschen Werke. In den Jahren 2005 bis 2006 wurde ein neues Kundenzentrum geschaffen, die Lager­hallen erweitert und eine neue Finish-Halle gebaut.
Soziale Einrichtungen, Berufsausbildung
Soziale Einrichtungen wurden errichtet. Die moderne Werkskantine, das Gesund­heitszentrum, das Fitnesscenter, Schwimmbad, der Fußballplatz, die Tisch­tennis- und Billardräume sind einige der Einrichtungen, die den Mitar­beitern attraktive Arbeits- und Freizeitbedingungen bieten. Im Rahmen der Möglich­keiten werden Mit­arbeitern Werkswohnungen bereitgestellt.
Für das Werk Aksaray ist die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter sehr wichtig, da diese eine Investition in die Zukunft darstellt. Im Rah­men von jährlichen Entwicklungsplänen werden allen Mitarbeitern Seminare und Schulungen angeboten, 60 Schüler erhalten eine intensive Berufsausbildung, während 80 Studenten und Schüler jedes Jahr die Möglichkeit eines Praktikums erhalten. Dazu wurde 2006 in Aksaray das Ausbil­dungszentrum erweitert.
Wirtschaftswunder in Kleinasien
Mit seinem hohen Exportvolumen in viele Länder ist das Werk nicht nur für Aksaray, sondern auch für die türkische Wirtschaft von großer Bedeutung. Die Türkei hat in den vergangenen sieben Jahren einen erstaunlichen Wirtschafts­aufschwung erlebt. 2004 betrug das jährliche Wirtschaftswachstum laut IWF (Internationaler Währungs­­fond) ca. 10 Pro­zent. Aktuell sind es, wie auf der Industriemesse 2007 in Hannover bekannt wurde, stolze 6 Prozent. Die boomende Wirtschaft zieht ausländische Investoren an. Die Motoren der brummenden Konjunktur sind Istanbul und Ankara. Deutschland ist der größte Handelspartner der Türkei. Straßen müssen gebaut, Gebäude errichtet, Bewässerungsanlagen und Staudämme angelegt, Pipe­lines für Öl und Erdgas gezogen werden, optimale Einsatzfelder für Axor und Unimog.
Sattelschlepper, Cargo- und Baufahrzeuge gefragt
Der Axor, als „kleiner“ Bruder des Actros, ist als Baufahrzeug in vielerlei Hinsicht unübertroffen. Nutzlastorientiert, wirtschaftlich und robust, muss er allenfalls dann dem Actros Platz machen, wenn es um ganz schwere Brocken geht. Und mit dem neuen Mercedes Power-Shift, dem neuen automatisierten 12-Gang-Klauen­getriebe, das nun auch für den Axor zur Verfügung steht fährt er sich wie ein Pkw mit Automatikgetriebe. Der schwere Unimog U 4000, der in Aksaray ge­fertigt wird, geht durch dick und dünn, über Stock und Stein. Seine Gelände­gängigkeit ist legendär.
Das Werk Aksaray fertigt maßgeschneiderte Fahrzeugtypen aus der Mercedes-Benz Produktpalette. In Ana­tolien werden zwei Atego-Varianten, der 12- und 15-Tonner, sechs Axor-Varianten von der Sattel­­zugmaschine bis zum schweren All­rad­kipper, Betonmischer und der Unimog U 4 000 herge­stellt. Der wendige Atego für den Verteilerverkehr in der Stadt mit vielerlei Auswahl an Aufbauten, auch mit Kühlaggregate-Vorrüstung, entsteht in Aksaray seit 2000, der Axor seit 2002, hauptsächlich als Sattelschlepper, Cargo- und Baufahrzeug.
Großer Vertrauensbeweis und Marktführerschaft
Die Lastwagen und Unimog aus Aksaray genießen großes Vertrauen bei den Kunden. In der Türkei konnten die Mercedes-Benz-Lkw auch im vergangenen Jahr ihre Position als Nummer eins behaupten und den Marktanteil von 24,3 % in 2006 ausbauen. Auch für das Jahr 2007 wird von einem positiven Absatzimpuls ausgegangen.
Aksaray hat bezogen auf das Gelände etwa ein Viertel der Größe von Wörth. Was sich in Aksaray befindet, kann sich sehen lassen, inklusive der sozialen Ein­rich­tungen. Das moderne Werk unterscheidet sich im Bau- und Einrichtungsstil kaum von den Werksanlagen in Wörth. Produziert wird mit der gleichen Qualität und Präzision wie in der deutschen Südpfalz oder auch im brasilianischen Sao Bernardo. Aksaray war übrigens das erste Automobilwerk in der Türkei, das 1994 nach der international anerkannten Norm ISO 9000 f zertifiziert wurde, vom deutschen TÜV Südwest, der in Istanbul eine Außenstelle unterhält.
Die Angleichung der Produkt- und Produktionsqualität des Werkes Aksaray an die des Werkes Wörth versetzt auch die Zulieferer der Mercedes-Benz Türk in die Lage, die deutschen Lkw-Werke mit Teilen und Komponenten zu beliefern.
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