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Der neue EQS: die Klimatisierung

24.07.2021
Stuttgart

Selbst die Wärme wird beim EQS recycelt: Das spart Energie und erhöht damit die Reichweite. Auch die Vorklimatisierung ist nicht nur angenehm, sondern ebenso effizient. Die Klimatisierungsautomatik THERMATIC mit zwei Klimazonen ist serienmäßig an Bord, als Option gibt es die Thermotronic mit vier Zonen. Feinfühlige Sensorsysteme und intelligente Umluftsteuerungen gehören jeweils dazu.

Das intelligente Thermomanagement des EQS umfasst mehrere Kreisläufe:

  • Der Antriebs-Kühlkreislauf dient zur Kühlung des elektrischen Antriebsstrangs, des DC/DC-Wandlers und der Ladekomponenten. Das ausgeklügelte Thermokonzept für hohe Belastbarkeit und mehrfache Beschleunigungen mit gleichbleibend hoher Performance umfasst auch die sogenannte Wasserlanze in der Welle des Rotors der E-Maschine. Weitere Kühlelemente im Kühlkreislauf sind Rippen am Stator und die nadelförmige Pin-Fin-Struktur am Inverter. Der Getriebeölkühler bringt auch mehr Effizienz bei Kaltfahrt: Das Getriebeöl übernimmt Wärme vom schneller aufgeheizten Gesamtsystem, wird somit dünnflüssiger, was die Reibung mindert.
  • Mit dem Antriebs-Kühlkreislauf ist ein Heizkreislauf für den Innenraum gekoppelt. Sobald geheizt wird, wird der Heizungswärmetauscher durchströmt (kleiner Heizkreislauf, elektrisches Heizgerät). Ist Abwärme im Triebstrang vorhanden, wird auf den großen Kreislauf umgeschaltet. Nur wenn dessen Wärme nicht ausreicht, beispielsweise bei besonders tiefen Außentemperaturen, wird über den Hochvolt-PTC-Zuheizer zusätzliche Wärme erzeugt (sogenannte Register- oder Reihenschaltung). Durch diese effiziente Abwärmenutzung ist in dem besonders häufig auftretenden Temperaturbereich oberhalb von 5°C häufig keine Zuheizung mehr notwendig.
  • Die Hochvolt-Batterie hat ihren eigenen Kühlkreislauf mit separatem Kühler und Chiller (Wärmeübertrager zwischen Kühl- und Kältekreislauf). Zugunsten einer hohen Dauerhaltbarkeit wird die Batterie im Normalbetrieb mit deutlich kälterem Kühlwasser gekühlt als der Antriebsstrang. Bei sehr hohen Außentemperaturen wird das Kühlwasser durch einen parallel zum Kühler verbundenen Chiller mit dem Kältemittel der Klimaanlage gekühlt. Diese Möglichkeit wird vor allem bei besonders hohen Schnellladeleistungen im Stand genutzt. In den Batterie-Kreislauf ist ein weiterer Hochvolt-PTC-Zuheizer integriert. Er hat die Aufgabe, die Batterie entweder auf ein zum Betrieb günstiges Temperaturniveau zu erwärmen (bei Temperaturen unter minus 25° C) oder sie für ein mögliches Schnellladen zu heizen (bei Temperaturen unter 10° C).
  • Der Innenraum wird über einen Kältemittelkreislauf mit elektrischem Verdichter und Verdampfer gekühlt. Zur Wärmeabfuhr wird ein luftgekühlter Kondensator im Kühlmodul verwendet.

Vorklimatisierung: prima Klima schon beim Start
Über Mercedes me, also auch per App aus der Ferne, oder über das Zentral-Display im Fahrzeug lassen sich vorab Abfahrtszeit und gewünschte Innenraumtemperatur wählen. Idealerweise wird der EQS während eines Ladevorgangs geheizt oder gekühlt, so dass die dafür notwendige Energie aus dem Netz kommt und keine Reichweite kostet.

Beim Vorwärmen durch die Vorklimatisierung werden neben der Innenraumluft – je nach Ausstattung – auch die Sitze beheizt. Beim Vorkühlen schaltet sich dagegen die elektrische Klimaanlage ein und senkt so die Innenraumtemperatur ab. Ausstattungsabhängig aktiviert sich zusätzlich die Sitzventilation.

Klimaanlagen: persönliche Einstellungen im Nutzerprofil
Individuellen Klimakomfort auf den vorderen Plätzen bietet die serienmäßige Klimatisierungsautomatik THERMATIC mit zwei Klimazonen: Fahrer und Beifahrer können die Temperatur separat für ihre Seite einstellen und in Nutzerprofilen speichern. Dank des feinfühligen Sensorsystems wird die Innenraumtemperatur automatisch konstant gehalten – auch bei veränderlichen Wetterbedingungen und wechselnder Sonneneinstrahlung.

Der integrierte Innenraumfilter auf Aktivkohlebasis arbeitet sehr effizient und kann in der einströmenden Luft neben Staub- und Rußpartikeln auch Pollen, Schadstoffe und unangenehme Gerüche reduzieren. Der EQS schaltet automatisch auf Umluftbetrieb, wenn das System über GPS eine Tunneldurchfahrt erkennt.

Neben der Komforteinstellung bietet die Klimatisierungsautomatik auch die Betriebsarten ECO und ECO+. Bei ECO ist die Bedienung der Klimatisierung bei verringerter Heiz- und Kühlleistung weiterhin uneingeschränkt möglich. Im Modus ECO+ werden nur das Gebläse und gegebenenfalls die Abwärme der eATS genutzt. Die HV-Komponenten Kompressor und Heizgerät bleiben dagegen ausgeschaltet. ECO und ECO+ reduzieren den Energieverbrauch der Klimatisierungsfunktionen und minimieren so Einbußen bei der Reichweite des Fahrzeugs.

Als Sonderausstattung gibt es den EQS mit der Klimatisierungsautomatik THERMOTRONIC mit vier Klimazonen. Hier kommen auch die Fondpassagiere in den Genuss eines persönlichen Wohlfühlklimas. Die Einstellungen können sie in der eigenen Klimabedieneinheit vornehmen. Ein weiterer Unterschied zur THERMATIC ist der noch intelligentere Umluftbetrieb: Ein Sensor für Luftgüte und schädliche Gase überwacht laufend die Qualität der angesaugten Außenluft und schaltet bei erhöhten Schadstoffwerten automatisch auf Umluftbetrieb.

Bestandteil der Sonderausstattung ENERGIZING AIR CONTROL Plus ist ein HEPA-Filter (High Efficiency Particulate Air). Er reinigt die einströmende Außenluft auf einem sehr hohen Niveau und filtert Feinstaub, Kleinstpartikel, Pollen und weitere Stoffe. Eine Aktivkohlebeschichtung reduziert Schwefeldioxid und Stickoxide sowie Gerüche. Zu den Details von ENERGIZING AIR CONTROL Plus mit HEPA-Filter: siehe separates Kapitel.

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