Prüf- und Technologiezentrum Immendingen (PTZ): Umfassend nachhaltig: im Einklang mit der Natur

Bei den umfangreichen Naturschutzmaßnahmen arbeitet Daimler mit Natur- und Umweltschutzverbänden zusammen und führt einen konstruktiv-kritischen Dialog. Ziel ist es, den technologischen Fortschritt im Einklang mit der Natur zu ermöglichen. So wurden auf dem Immendinger Gelände Lebensräume für Pflanzen und Tiere geschaffen, Flächen aufgeforstet, begrünt und es führt eine Wildtierpassage quer durch das Areal. Insgesamt werden von Daimler sogenannte naturschutzrechtliche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen auf 625 Hektar Fläche durchgeführt.

Schon lange bevor im Februar 2015 die Bauarbeiten auf dem ehemaligen Militärgelände begannen, setzte ein intensiver Dialog mit Bürgern, Gemeinde, Verbänden und Politik ein. Neben der Konversion vom Garnisons- zum Innovationsstandort und der Stärkung der regionalen Wirtschaft standen vor allem die Interessen der Anwohner und die Einbindung von Naturschutzverbänden im Mittelpunkt. Auch wegen dieses offenen und transparenten Austausches gilt das Prüf- und Technologiezentrum inzwischen als Vorbildprojekt für große Bauvorhaben in Deutschland.

Bereits vor dem ersten Spatenstich hat Mercedes-Benz mit Experten aus den verschiedenen Naturschutzverbänden zusammengearbeitet, ist mit ihnen über das Gelände gegangen und hat gefragt, was ihnen auf den Flächen besonders am Herzen liegt und schützenswert ist. In Immendingen waren es zum Beispiel geschützte wilde Orchideen. Damit der empfindliche Frauenschuh auch weiterhin gedeihen kann, wird sein Biotop nun entsprechend gepflegt.

Auch der von Fachleuten berechnete Generalwildwegeplan wurde bei den Planungen berücksichtigt. Dieser Plan prognostiziert das Wanderverhalten von Großwild, das bislang noch nicht in Süddeutschland heimisch ist, aber in Zukunft hier erwartet wird. Das Ergebnis ist der Wildkorridor, der das Gelände durchquert und von den Baumaßnahmen ausgeklammert wurde. Anfang September 2019 wurde bereits mehrfach ein gechippter Luchs bei der Nutzung des Korridors beobachtet.

Weitere Maßnahmen für den Naturschutz? Der Erdaushub, der bei den Bauarbeiten anfiel, ist auf dem Gelände geblieben. Insgesamt wurden so rund 3,4 Millionen Kubikmeter Boden ab- und später wieder aufgetragen. Bei den notwendigen Rodungen wurden auch die heimischen Fledermäuse und Käfer berücksichtigt und Ersatznistplätze gebaut. In einem neu angelegten Auwald wurde Platz für den Biber geschaffen, der dort jetzt ungestört seine Burgen bauen kann.

Dank dieser Ausgleichmaßnahmen entsteht außerhalb des Geländes ein Mischwald, und auf dem Testgelände wird ebenso aufgeforstet. Statt der schnell wachsenden Fichten wachsen dort jetzt Buchen und Weißtannen. In drei Generationen werden dort prächtige Buchenwälder stehen.

Lärmemittierende Prüfstrecken wie der Handlingkurs wurden so platziert, dass natürliche Geräuschbarrieren gegenüber der Wohnbebauung in Immendingen bestehen.

Zahlen, Daten, Fakten zum Umwelt- und Naturschutz:

  • Erdmaterial (3,4 Millionen Kubikmeter) ist auf dem Gelände verblieben
  • Holzabfuhr größtenteils über die Schiene
  • Rund 5.000 Arbeitsstunden für die Kartierung als Grundlage für den Schutz von Tieren, Pflanzen und biologischer Vielfalt
  • Totholzzonen, Blüh- und Magerwiesen, naturnahes Mähkonzept durch Beweidung
  • Ökologische Baubegleitung und umfangreiches Monitoring-Konzept (zehn bis 25 Jahre)
  • Bau einer Wildbrücke (37 Meter breit) und einer Wildtierpassage (Fläche rund 33 Hektar)
  • Nachhaltige Bautechniken (Materialien, Flächenverbrauch)
  • Betrieb des Standorts: u.a. Umstellung des Blockheizkraftwerks auf Pellets, Sammlung des Oberflächenwassers in Regenüberlaufbecken und Verwendung als Brauchwasser.
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