Jeder vierte Deutsche begrüßt Ausbau der Carsharing-Angebote

Viele Menschen leben gern in der Stadt, denn im urbanen Umfeld befinden sich die Geschäfte des täglichen Bedarfs in nächster Nähe. Darüber hinaus profitieren sie von einer guten Verkehrsanbindung, ganz zu schweigen von der Nähe des Arbeitsplatzes. Allerdings stellen große Städte ihre Bewohner vor zahlreiche Herausforderungen – vom bezahlbaren Wohnraum über Parkplatzmangel bis hin zu allgemeinem Lärm und Hektik. Ausgehend von diesem Spannungsfeld stellte smart in Zusammenarbeit mit dem Umfrageinstitut Forsa die Frage: Was macht gutes Leben in unseren Städten aus? Welches sind die größten Herausforderungen? Und wie können wir diese lösen? Das vorliegende Faktenblatt fasst die interessantesten Ergebnisse der Umfrage zusammen. Befragt wurden deutschlandweit 1.200 Menschen ab 18 Jahre, darunter 1.025 Autobesitzer. 63 Prozent der Befragten leben in Großstädten und Städten. 37 Prozent der Studienteilnehmer sind in kleineren Städten, Gemeinden und Dörfern, mit weniger als 20.000 Einwohnern, wohnhaft.

Mobilität und Umwelt

Die Innenstädte in Deutschland haben zunehmend mit Stau, Parkplatzmangel, Lärm und Abgasen zu kämpfen. Den Befragten wurden verschiedene Maßnahmen genannt, mit der Bitte anzugeben, welche davon sie für besonders geeignet halten, um diese Mobilitäts- und Umweltprobleme in Zukunft zu lösen. Der Großteil der Studienteilnehmer hält den Ausbau der Anbindungen und Taktzeiten im öffentlichen Nahverkehr (73 %) sowie kostenlose Bus- und Bahnangebote (69 %) für sinnvoll. Jeder Dritte (36 %) ist der Meinung, dass die Elektromobilität stärker gefördert werden sollte. Und jeder Vierte (27 %) hält den Ausbau des Carsharing-Netzes für besonders geeignet. Fahrverbote in den Innenstädten lehnen 83 Prozent kategorisch ab. Ganz abgeschlagen ist der Vorschlag, die Spritpreise zu erhöhen. Hierfür sprechen sich nur acht Prozent aus. Interessant ist der direkte Generationenvergleich: Insbesondere bei kostenlosem Nahverkehr und bei der Förderung von

Elektromobilität sehen eher die 18- bis 29-Jährigen mehr Potenzial als die über 60-Jährigen.

Welche Maßnahmen können die Mobilitäts- und Umweltprobleme in unseren Städten lösen? / Städtevergleich

Im direkten Vergleich der Stadtgrößen ergibt sich ein klares Bild. Den Ausbau des Fahrrad- bzw. des Carsharing-Netzes sowie eine Erhöhung der Spritpreise halten Bewohner von Großstädten mit 100.000 bis 500.000 Einwohnern etwas häufiger als der Durchschnitt aller Befragten für geeignet, um die Mobilitäts- und Umweltprobleme zu lösen. Mehr Fahrverbote in den Innenstädten und eine mögliche Erhöhung der Spritkosten halten Personen, die in Metropolen mit mindestens 500.000 Einwohnern leben, etwas weniger als der Durchschnitt aller Befragten für eine angemessene Maßnahme.

Gute Nachbarschaft

Der Nachbar, das unbekannte Wesen? Laut der Forsa-Studie trifft dies auf keinen Fall zu. Für nahezu alle Deutschen ist die Beziehung zu den Mitmenschen in der unmittelbaren Umgebung hochrelevant: Neun von zehn Befragten ist ein gutes Zusammenleben in der Nachbarschaft wichtig (49 %) oder sogar sehr wichtig (44 %). Nur wenigen Befragten (7 %) ist dies weniger wichtig bzw. unwichtig.

Das sagen übrigens alle Studienteilnehmer, ob sie aus einem Ort unter 5.000 Bewohnern stammen oder aus einer Metropole, in der mehr als 500.000 Menschen leben. Den vielbeschworenen Unterschied zwischen Stadt und Land im Umgang mit dem Nachbarn gibt es demnach nicht.

Welche Dinge gehören zu einem guten nachbarschaftlichen Verhältnis?

Die Deutschen sind harmoniebedürftig, wenn es um den direkten Kontakt zum Nachbarn geht. Doch was macht ein harmonisches Miteinander aus? Für nahezu alle Befragten, denen eine gute Nachbarschaft sehr wichtig ist, gehört es unbedingt dazu, im alltäglichen Umgang freundlich und höflich zu sein (98 %) sowie in der Urlaubszeit des Nachbarn bei kleinen Gefälligkeiten einzuspringen (83 %). Mehr als die Hälfte (64 %) verleiht Dinge, die einem den Alltag erleichtern oder im Notfall aus der Patsche helfen. Gemeinsame Aktivitäten sind hingegen nur für weniger als der Hälfte ein Muss (47 %) und enge Freundschaften mit dem Nachbarn sehen sogar nur acht Prozent der Befragten als wichtig an.

Gemeinsame Nutzung des eigenen Autos

Die Befragten, die ein eigenes Auto haben, wurden gebeten anzugeben, ob verschiedene Personen bzw. Personengruppen ihr Auto bereits regelmäßig nutzen, ob sie ihr Auto ab und zu an diese Personen verleihen, bzw. inwieweit sie sich einen Verleih an diese Personen vorstellen können. Die große Mehrheit der Befragten mit einem eigenen Auto und einem Partner geben an, dass ihr Auto regelmäßig von ihrem Partner genutzt wird (68 %). Dass Verwandte ihr Auto regelmäßig nutzen, geben 15 Prozent der Autobesitzer an. Insgesamt 14 Prozent der Autobesitzer geben an, dass gute Freunde ihr Auto regelmäßig nutzen bzw. leihen. An Arbeitskollegen wird das eigene Gefährt übrigens recht selten verliehen: Nur 4 Prozent geben an, dass dies ab und zu geschieht.

Was würde Sie eher dazu bringen, ihr Auto zu verleihen?

Drei Viertel der Autobesitzer (75 %) geben an, dass ihre Bereitschaft, ihr Auto zu verleihen, höher wäre, wenn ein akuter Notfall vorliegen würde. 62 Prozent wären eher dazu bereit, ihr Auto an eine andere Person zu verleihen, wenn diese verspricht, sorgsam damit umzugehen. Bei 26 Prozent wäre die Bereitschaft zum Autoverleih höher, wenn die Übergabe einfach und praktisch wäre, beispielsweise mithilfe einer Smartphone App. Und 15 Prozent wären eher dazu bereit, ihr Auto zu verleihen, wenn sie dafür Geld erhielten.

Welche Vorteile hat eine Smartphone App zum Verleih des eigenen Autos?

Es gibt die Möglichkeit, sein privates Auto über eine Smartphone-App mit Familienmitgliedern oder Freunden zu teilen. Dabei kann das Auto zu vorher festgelegten Zeiträumen von den registrierten Nutzern gefahren werden, ohne dass jedes Mal eine Schlüsselübergabe notwendig ist.

Über eine Bezahlfunktion können die Kosten für das Auto geteilt werden. Danach gefragt, worin sie die größten Vorteile eines solchen Angebots sehen, nennt jeder zweite Befragte das Einsparen von Kosten (50 %) sowie den Beitrag zum Umweltschutz (47 %). Für 40 Prozent der Befragten gehört zu den größten Vorteilen eines solchen Angebots, dass es die Absprache unter den Nutzern vereinfacht. 

 

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