Großer Preis von Abu Dhabi 2017 - Vorschau

20.
November 2017
Brackley

Eine aufregende Formel 1-Saison 2017 geht mit dem Rennen auf dem Yas Marina Circuit zu Ende

  • Toto über Abu Dhabi
  • Feature der Woche: Auf die Plätze...
  • Stat-Attack: Abu Dhabi und mehr

Toto über Abu Dhabi

Wir reisen mit dem selben Hunger und Feuer zum Saisonfinale 2017 in Abu Dhabi wie vor mehr als sieben Monaten zum Auftakt in Melbourne. Seitdem haben wir uns zu neuen Limits aufgeschwungen, nach schmerzhaften Niederlagen zurückgeschlagen sowie neue und unerwartete Herausforderungen gemeistert. Angetrieben von unseren starken Gegnern mussten wir in diesem Jahr mehr denn je zuvor aus uns herausholen. Und das sorgte dafür, dass diese beiden Titel die bislang größte Befriedigung boten. Es war unser erklärtes Ziel, als erstes Team über eine große Regeländerung hinweg die Weltmeisterschaften zu gewinnen, und wir sind stolz darauf, das erreicht zu haben.

Doch egal, was in unserem Trophäenschrank in der Fabrik steht – unser Fokus liegt stets auf dem nächsten Rennen und der nächsten Weltmeisterschaft. Unser Ziel für Abu Dhabi ist relativ einfach: Wir wollen unser Bestes geben, um das Optimum aus unserer „Diva“ in ihrem letzten Rennen herauszuholen und zu gewinnen. Wir haben in Mexiko und Brasilien eine vielversprechende Pace gesehen – und das auf zwei Strecken, auf denen wir uns weniger abmühen mussten, als wir zunächst erwartet hatten. Das ist ein positives Zeichen für die Fortschritte, die wir beim Verständnis für unsere Schwierigkeiten in diesem Jahr gemacht haben. Aber wir haben seit Austin nicht mehr auf dem obersten Podestplatz gestanden und wir sind fest entschlossen, das in Abu Dhabi zu ändern.

Das Team verbindet mit dem Yas Marina Circuit intensive Erinnerungen mit zwei Titel-Showdowns in den vergangenen drei Saisons. Wir haben dort zuletzt drei Mal in Folge gewonnen und uns fest vorgenommen, es in diesem Jahr zum vierten Mal zu schaffen. Die Strecke weist eine Reihe an langsamen und mittelschnellen Kurven auf, die vielleicht eher nicht der natürlichste Lebensraum unseres Autos sind. Aber unsere jüngsten Fortschritte stimmen uns zuversichtlich, dass wir dort eine starke Performance zeigen können. Valtteris Formkurve zeigt nach zwei Podestplätzen in den vergangenen beiden Rennen nach oben und Lewis wird versuchen, diese historische Saison mit einem Erfolgserlebnis abzuschließen. Dieses Ziel teilen wir alle.

Feature der Woche: Auf die Plätze...

Es gibt wahrscheinlich kein besseres Beispiel dafür, dass die Formel 1 eine Mannschaftssportart ist, als den Boxenstopp. Die Crews schwirren um ihre Autos; binnen Sekundenbruchteilen ensteht ein Zusammenspiel aus Bewegung, Teamwork und absoluter Präzision. Und in diesem Jahr hat sich die Silberpfeil-Mannschaft als die beste im Feld erwiesen und zum ersten Mal den DHL Fastest Pit Stop Award gewonnen.

Die Auszeichnung wurde 2015 eingeführt und belohnt außergewöhnliches Teamwork und die Leistung der konstantesten Boxencrew im Verlauf einer Formel 1-Saison. Es ist eine Anerkennung für die Helden im Hintergrund, die für diese wichtigen, rennentscheidenden Stopps verantwortlich sind.

Dies wäre ohne den enormen Einsatz der Boxenmannschaft sowie den gemeinsamen Vorstoß des Teams, seine Ausrüstung und Abläufe im Verlauf der vergangenen Jahre immer weiterzuentwickeln und zu verbessern, niemals möglich gewesen. Das Ziel dabei war, die konstantesten Stopps in der Formel 1 zu erreichen. Denn was bringt ein einmaliger Zwei-Sekunden-Stopp, wenn alle anderen drei Sekunden dauern? Bei einem perfekten Boxenstopp geht es nicht um eine Rekordjagd, sondern um Konstanz.

Die Grundlagen für den Gewinn des Awards wurden in den Wintermonaten gelegt. Das Training für die neue Saison begann unmittelbar nachdem das Rennteam aus der Weihnachtspause zurückgekehrt war. Drei Programme mit 20 Boxenstopp-Übungen pro Woche brachten die Crew wieder in Schwung.

An jedem Wochenende absolviert die Crew von Donnerstag bis Samstag täglich 15 Stopps. Darauf folgen am Sonntagvormittag fünf oder mehr letzte Checks der Ausrüstung. Ein Rennen vor dem Saisonende hat das Team in diesem Jahr bereits erstaunliche 891 Boxenstopp-Übungen absolviert.

Dazu gehören 70 Wechsel der Fahrzeugnase - zwei davon unter Rennbedingungen. In Mexiko benötigte die Mannschaft nur 9,1 Sekunden, um die beschädigte Fahrzeugnase am Auto von Lewis zu wechseln und einen kaputten Reifen zu ersetzen. Und schon konnte er sich auf dem Weg zum Titelgewinn wieder auf die Jagd nach Vettel machen. Ein Doppelstopp, wenn Lewis und Valtteri in der gleichen Runde hintereinander an die Box kommen, ist ein weiterer Moment, in dem ein hoher Druck auf dem Team lastet. In diesem Jahr war dies fünf Mal der Fall, also bei insgesamt zehn Stopps. Zusammen mit der Fünf-Sekunden-Strafe für Lewis in Bahrain und dem Zwischenfall mit der Cockpitumrandung in Baku sind das jede Menge Stopps.

Das hohe Wettbewerbsniveau der vergangenen Jahre hat alle Teams dazu gezwungen, die Messlatte höher zu legen. Wenn jedes Team regelmäßig niedrige Zwei-Sekunden-Stopps anpeilt, liegt umso mehr Druck darauf, schnell zu arbeiten. Gleichzeitig treibt es die Weiterentwicklung der Teams an. Da die Abstände von Jahr zu Jahr geringer werden, ist es umso wichtiger, konstante und saubere Stopps abzuliefern.

Das war die Aufgabe für die Mercedes-Crew in der Saison 2017. Das Team erzielte mit Lewis in Spa einen blitzschnellen Stopp mit 2,35 Sekunden Standzeit. Den schnellsten Boxenstopps des Jahres absolvierte die Williams-Mannschaft bei Felipe Massa in Silverstone in 2,02 Sekunden.

Bei bislang 49 Stopps in 19 Grands Prix haben die Silberpfeile in dieser Saison beeindruckende neun Mal die schnellste Gesamtzeit in der Boxengasse erzielt. Hinzukommen sechs Bestwerte bei den Standzeiten. Noch beeindruckender ist jedoch, dass das Team zwölf Mal in dieser Saison die beste Durchschnittszeit für beide Autos in der Boxengasse erzielt hat. Ebenso bemerkenswert ist, dass das Team 17-mal in den Top-3 der Durchschnittszeiten platziert war. Damit verpassten sie diese nur zwei Mal, nämlich in China und Bahrain. Beide Male waren fehlerhafte Ausrüstungsgegenstände dafür verantwortlich. Anders ausgedrückt: Kein Team war 2017 in der Boxengasse konstanter.

Bei den von DHL ausgewiesenen Standzeiten während der Rennen führt Mercedes das Feld mit einem Median von 2,7 Sekunden und einem Mittelwert von 2,55 Sekunden über das Jahr hinweg an. Red Bull war im Durchschnitt die zweitschnellste Mannschaft. Das Team aus Milton Keynes erzielte einen Median von 2,8 Sekunden und einen Mittelwert von 2,7 Sekunden. Williams erreichte in Silverstone die schnellste Standzeit, aber der Median für alle ihre Stopps im Verlauf der Saison ist 2,9, bei einem Mittelwert von 2,75 Sekunden. Damit belegen sie Platz drei in dieser Wertung.

Wie eng der Kampf um die Bestzeit in der Boxengasse in diesem Jahr war, lässt sich daran ablesen, dass der Median für alle zehn Teams vor dem letzten Rennwochenende 3,1 Sekunden beträgt, der Mittelwert sind 2,9 Sekunden. Ferrari belegte knapp hinter Red Bull Platz vier und Haas stach Toro Rosso im Duell um Platz fünf aus. Aber beide Teams waren nah am Durchschnittswert dran.

Dabei gilt es zu bedenken, dass diese Leistungen unter sehr hohem Druck abgeliefert werden. In der Formel 1 ist dies allgegenwärtig, aber wenn die Autos an der Spitze liegen, kann man mit einem Fehler alles verlieren. Ein vermasselter Boxenstopp schreibt stets Schlagzeilen, aber einem sauberen Stopp wird selten Beachtung geschenkt - außer er bringt ein Auto direkt vor einen Gegner. Aber selbst dann wird fast schon vorausgesetzt, dass der Stopp gut verläuft.

Auf der Suche nach Spitzenleistungen können Fehler unterlaufen - ebenso wie Defekte an Ausrüstungsgegenständen, wie sie das Team in China und Bahrain erlebte. Zum Glück arbeitet die Crew eng mit der Strategie-Abteilung und dem Design-Büro zusammen und wird von diesen unterstützt. Die vorderen und hinteren Wagenheber werden zum Beispiel alle im Haus entworfen. Und sollte einer davon versagen, wie es in China der Fall gewesen ist, wird dies genauso ernst genommen wie bei einem Teil des Autos. Jeder einzelne Stopp trägt zur Lernkurve bei. Jedes einzelne Teammitglied hat einen Anteil am Ablauf des Stopps und sie alle geben ständig Feedback für die Daten-Analysen, die vom Strategie-Team durchgeführt werden.

Am deutlichsten zu erkennen war dieser Lern- und Entwicklungsprozess bei den absolut gegensätzlichen Rennen in Italien und Singapur. Monza war eine super Mannschaftsleistung, an deren Ende Lewis und Valtteri einen viel umjubelten Doppelsieg in der Heimat der Scuderia erzielten. Bei den Boxenbesuchen erzielte die Crew die zwei schnellsten Stoppzeiten in 2,33 und 2,15 Sekunden.

In Singapur stand die Silberpfeil-Boxencrew unter einem enormen Druck, um von dem Ausfall der beiden Ferrari-Fahrer nach deren Startunfall zu profitieren. Als Lewis als Führender vor dem angriffslustigen Daniel Ricciardo an die Box kam, fertigten die Jungs ihn in 2,27 Sekunden ab. Die Red Bull-Jungs waren schnell, aber die Crew in Schwarz war noch schneller und Lewis ging wieder als Führender auf die Strecke und sollte diese nicht mehr abgeben.

Nach einer langen Saison ist diese Auszeichnung für die Crew sicherlich das Tüpfelchen auf dem i. Das gilt natürlich besonders für all jene, die in den vergangenen Jahren hart gearbeitet haben, um sicherzustellen, dass das Team die konstantesten Boxenstopps in der Formel 1 erzielt. Jeder in der Boxengasse möchte diese Auszeichnung gewinnen und in einem so hart umkämpften Umfeld werden die besten Fünf oder Sechs alles geben, um sich 2018 die Krone zu sichern. Wir können davon ausgehen, dass jede Crew Vollgas geben wird, um über den Winter noch einmal 0,2 Sekunden von ihrer durchschnittlichen Zeit wegzufeilen.

Auf die Plätze, Jungs!

Stat-Attack: Abu Dhabi und mehr

Abu Dhabi Grand Prix 2017 - Zeitplan

Session

Ortszeit

(GST)

Brackley

(GMT)

Stuttgart

(CET)

1. Training

Freitag

13:00 – 14:30

09:00 – 10:30

10:00 – 11:30

2. Training

Freitag

17:00 – 18:30

13:00 – 14:30

14:00 – 15:30

3. Training

Samstag

14:00 –  15:00

10:00 – 11:00

11:00 – 12:00

Qualifying

Samstag

17:00 – 18:00

13:00 – 14:00

14:00 – 15:00

Rennen

Sonntag

17:00 – 19:00

13:00 – 15:00

14:00 – 16:00

 

Strecken-Bilanz – Die Silberpfeile auf dem Yas Marina Circuit

 

Rennstarts

Siege

Podest-

plätze

Pole

Positions

Erste

Startreihe

Schn.

Runden

Ausfälle

Silber-

pfeile

7

3

6

3

6

1

2

Lewis

Hamilton

8

3

5

3

7

2

2

Valtteri

Bottas

4

0

1

0

0

0

1

Mercedes-Benz

Power

8

4

13

5

10

2

8

 

Technische Stats – Bisherige Saison (Barcelona Wintertest 1 bis heute)

 

Runden

absolviert

Distanz

absolviert (km)

Kurven

durchfahren

Gang-

wechsel

PETRONAS

Benzineinspritzungen

Silber-

pfeile

7.449

36.982

120.662

363.193

297.960.000

Lewis

Hamilton

3.396

16.991

55.448

166.636

135.840.000

Valtteri

Bottas

3.815

18.949

61.853

186.085

152.600.000

Mercedes-Benz

Power

20.965

104.503

339.541

1.024.290

838.600.000

 

Ewige Bilanz – Silberpfeile in der Formel 1

 

Rennstarts

Siege

Podest-

plätze

Pole

Positions

Erste

Startreihe

Schn.

Runden

Doppel-

siege

Reine erste

Reihe

Silber-

pfeile

167

75

152

87

154

55

39

49

Lewis

Hamilton

207

62

116

72

117

38

N/A

N/A

Valtteri

Bottas

96

2

21

3

7

2

N/A

N/A

Mercedes-Benz

Power

437

161

419

170

334

150

64

85

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Formel 1 - Mercedes-AMG Petronas Motorsport, Großer Preis von Brasilien 2017. Lewis Hamilton
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