Mercedes-Benz Werk Untertürkheim: „Gemeinsam Zukunft gestalten“: Mercedes-Benz will Herausforderung zukünftiger Mobilität gemeinsam mit Betriebsrat angehen

29.
Juni 2017
Stuttgart

Stuttgart – In den Verhandlungen um die Transformation des Mercedes-Benz Werks Untertürkheim in Richtung Elektromobilität ist die Werkleitung nach wie vor an einer konstruktiven Lösung mit den Arbeitnehmervertretern trotz unterschiedlicher Positionen interessiert. „Wir haben den Beschäftigten im Mercedes-Benz Werk Untertürkheim ein Angebot gemacht, das wir für fair und ausgewogen halten“, so Frank Deiß, Leiter Produktion Powertrain und Standortverantwortlicher Untertürkheim.

Der Betriebsrat lehnt Mehrarbeitszeiten in Untertürkheim ab dem 01. Juli ab. „Das Unternehmen hat deshalb beschlossen, die Frühschicht in der Sindelfinger E-Klasse Produktion am kommenden Samstag abzusagen. Eine weitere Eskalation halten wir angesichts unseres Angebots nicht für angemessen“, so Deiß weiter.

Das Werk Untertürkheim hat die Chance, in die Batteriemontage einzusteigen. Der Standort konkurriert hier mit weltweiten Herstellern. „Es ist keineswegs selbstverständlich, eine Batterieproduktion im Neckartal anzusiedeln. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist der Standort nicht optimal.“ Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen ist das Unternehmen bereit, in eine Batterieproduktion in Untertürkheim zu investieren, um den Beschäftigten am Standort eine neue Zukunftstechnologie der Elektromobilität zu bieten.

Ein weiterer Bestandteil des Angebots ist die Montage des elektrischen Antriebsmoduls, das ab 2020 in steigendem Volumen in die Untertürkheimer Achsproduktion integriert werden soll. Die Komponente ist in jedem Elektrofahrzeug mindestens einmal vorhanden. Es kann so sichergestellt werden, dass in Untertürkheim künftig flexibel konventionelle sowie elektrische Achskomponenten produziert werden können.

Werkleitung und Betriebsrat verhandeln seit Mai dieses Jahres über die zweite Stufe der Weiterentwicklung des Standorts Untertürkheim. Ziel ist, das Werk als wettbewerbsfähigen Standort für die Elektromobilität aufzustellen und ein Maßnahmenpaket zu erarbeiten, das zur Sicherung der Beschäftigten beitragen und den weiteren Unternehmenserfolg sichern soll. Heute wurde die außerordentliche Betriebsversammlung vom 22.06.2017 in den Werkteilen des Mercedes-Benz Werks Untertürkheim als Werkteilversammlungen fortgeführt. Der Betriebsrat hat die Mitarbeiter über den aktuellen Verhandlungsstand weiter informiert. Dadurch kam es auch zu Produktionsausfällen.

Mit persönlichem und unternehmerischem Engagement arbeitet die Werkleitung an dem Ziel, die Herausforderung der künftigen Mobilität anzugehen und für die Beschäftigten und das Unternehmen die Zukunft langfristig und nachhaltig zu gestalten.

„Wir leben in einer disruptiven Zeit. Die Umstellung auf alternative Antriebstechnologien wird in den kommenden Jahren am stärksten in den Werken des Powertrains zu spüren sein“, so Deiß weiter. „Unsere Aufgabe ist es, unseren Mitarbeitern weiter gute Perspektiven bieten zu können. Und ich habe vollstes Verständnis dafür, dass unsere Belegschaft die Verhandlungen mit dem Betriebsrat kritisch und aufmerksam verfolgt. Umgekehrt können wir nur dann eine langfristig tragfähige Lösung finden, wenn es uns gemeinsam gelingt, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu sichern. Der Standort hat sich in der Vergangenheit kontinuierlich verändert und weiterentwickelt. Das haben wir bisher mit unserer hochmotivierten und starken Untertürkheimer Mannschaft gemeinsam geschafft.“ Für die Weiterentwicklung des Stammwerks Untertürkheim hat das Unternehmen in den letzten Jahren bereits in Milliardenhöhe investiert. Der Aufbau einer Batterieproduktion, die Erweiterung des E-Technikums sowie die Integration weiterer E-Komponenten würden weitere hohe Investitionen bedeuten.

Über das Mercedes-Benz Werk Untertürkheim

Das Mercedes-Benz Werk Untertürkheim hat eine über 110-jährige Tradition, ist Lead-Werk im weltweiten Powertrain-Produktionsverbund und Sitz der Daimler Konzernzentrale. Mit seinen über 19.000 Mitarbeitern produziert das Werk Motoren, Achsen, Getriebe und Komponenten. Das Traditionswerk ist Hightech-Standort und Kompetenzzentrum für hocheffiziente Motoren, Hybridantriebe und die Produktion von Brennstoffzellen-Systemen. Hier befindet sich auch der Bereich Forschung und Entwicklung mit einer Teststrecke zur Fahrzeugerprobung. Das Werk besteht aus insgesamt sechs Werkteilen. Während in Untertürkheim und Bad Cannstatt Motoren gefertigt werden und hier auch die Schmiede angesiedelt ist, erfolgt die Getriebeproduktion in Hedelfingen. In Mettingen befinden sich Achsenproduktion sowie die Gießerei. Die Ausbildung hat ihren Sitz in Brühl, die flexible Fertigung ist in Esslingen.

Powertrain-Produktionsverbund ist bereit für die Zukunft

Im Powertrain-Produktionsverbund von Mercedes-Benz Cars haben Unternehmen und Betriebsrat mit Zukunftsbildern die Grundlagen für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Standorte bereits in den vergangenen Jahren gelegt: So ist das Werk Berlin zum Hightech-Standort für Komponenten mit Technologien zur CO2-Verminderung weiterentwickelt worden. Das Mercedes-Benz Werk Hamburg produziert künftig neben dem traditionellen Portfolio mit Achsen, Achskomponenten, Lenksäulen und Leichtbaustrukturteilen zusätzlich Komponenten der Elektromobilität. Batterien für Elektrofahrzeuge von Mercedes-Benz und smart werden von der hundertprozentigen Daimler-Tochter Deutsche ACCUMOTIVE, die Teil des Powertrain-Produktionsverbundes ist, entwickelt und am Standort Kamenz produziert.

Ansprechpartner

  • Globale Wirtschaftskommunikation Mercedes-Benz Cars Werke Bremen, East London, Tuscaloosa
  • Tel: +49 176 30997918

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