Einmal um die ganze Welt: Daimler Trucks präsentiert auf der IAA Trucks and Buses for the World aus Nordamerika und Asien

  • BharatBenz 3723R: Fünfachsiger Solo-Lkw aus Indien
  • Fuso TV-R: Schwere Sattelzugmaschine für Exportmärkte aus Indien
  • Fuso FV Super Great V Spider: Multifunktionswerkzeug aus Japan
  • Mercedes-Benz Schulbus: Komplettbus für Schwellenländer aus Indien
  • Freightliner Inspiration Truck: Autonom fahrender Lkw aus den USA
  • Western Star WS 5700XE: Truck-Träume werden wahr – aus den USA

Mehr als eine halbe Million Lkw und über 28 000 Omnibusse und Fahr­gestelle im Jahr – Daimler stellt seine Position als weltweit führender Hersteller von Lkw und Omnibussen eindrucksvoll unter Beweis. Mit seinen Marken Mercedes-Benz, BharatBenz, Freightliner, Fuso, Thomas Built Buses, Western Star und Setra deckt Daimler im Güter- und Personentransport auf allen Kontinenten die Wünsche der Betreiber ab. Die erfolgreiche Strategie basiert auf drei Säulen: Technologieführerschaft, globale Präsenz und intel­ligente Plattformen. Daraus resultiert ein weltweiter Auftritt mit gleichzeitig maßgeschneiderten regionalen Angeboten. Trucks and Buses for the World – unter dieser Überschrift zeigt Daimler auf der IAA einen repräsentativen Ausschnitt seiner Fahrzeuge für alle Kontinente der Erde.

BharatBenz 3723R: Fünfachsiger Solo-Lkw aus Indien

Die indische Marke BharatBenz ist ein Beispiel für die weltweite Dynamik von Daimler. Seit dem Verkaufsstart vor vier Jahren wurden mehr als 40 000 schwere und mittelschwere BharatBenz Trucks ausgeliefert. Die Lkw der jungen Marke spielen nicht nur in Indien, sondern für die Erschließung vieler weiterer Wachstumsmärkte eine wichtige Rolle. Auf der IAA präsen­tiert Daimler den BharatBenz 3723R, ein fünfachsiges Solofahrzeug mit Pritschenaufbau für 37,0 t zulässiges Gesamtgewicht.

Unter der Schlafkabine des Frontlenkers mit Rechtslenkung arbeiten Aggregate, die auch in Europa bestens bekannt sind. Da wäre der kompakte Reihensechszylinder Mercedes-Benz OM 906 mit 6,4 l Hubraum in einer Leistungsstufe mit 175 kW (238 PS), der zu großen Teilen in Indien lokali­siert und im DICV Werk in Oragadam bei Chennai gebaut wird. Der Motor ist in der Abgasstufe Euro III, Euro IV (für den indischen Markt) und Euro V (für Export-Varianten) erhältlich.

Und da wäre das manuell betätigte Neungang-Schaltgetriebe Mercedes-Benz G 131. Das Fahrgestell ist an den Vorderachsen mit Parabelfedern, an der Antriebsachse mit einer Luftfederung und an den beiden weiteren Hinterachsen mit Halbelliptik-Blattfedern ausgestattet.

Der knapp 11,4 m lange Solowagen ist modular für unterschiedlichste Aufbauten im Wechsel einsetzbar. Das Exponat trägt einen 28 Fuß bzw. 8,4 m langen Pritschenaufbau mit knapp ein Meter hohen Bordwänden.

Fuso TV-R: Schwere Sattelzugmaschine für Exportmärkte aus Indien

Die japanische Marke Fuso ist weltweit aktiv und mit mehr als 150 000 Fahrzeugen im Jahr eine tragende Säule von Daimler Trucks. Das Programm umfasst Lkw und Omnibusse aller Größen- und Gewichtsklassen. In West­europa ist Fuso vor allem durch den Leicht-Lkw Canter aus portugiesischer Fertigung bekannt. In vielen Teilen der Welt kennt man auch die schweren Lkw von Fuso.

Neustes Beispiel ist der Fuso TV-R aus dem DICV Werk Oragadam bei Chennai, bekannt auch unter der Bezeichnung 4043 S. Er wurde erst im August 2016 in Kenia als erstem Markt gelauncht und wird nun sukzessive in weiteren Fuso Wachstumsmärkten eingeführt Die neue dreiachsige Sattelzugmaschine für den Fernverkehr ist auf Gesamtzuggewichte bis 100 t ausgelegt. Unter der Hochdachkabine – auf der IAA als Linkslenker – arbeitet der weltweit bestens bekannte Reihensechszylinder Mercedes-Benz OM 457, hier in einer Ausführung mit 315 kW (428 PS) nach Abgasstufe Euro V. Die Kraftübertragung auf die beiden angetriebenen Hinterachsen übernimmt das Mercedes PowerShift-Getriebe G 330 mit zwölf Gängen. Zum wuchtigen Eindruck tragen die mächtigen Räder und Reifen im Format 12.00 R 24 bei. Mit ihnen fährt der Fuso TV-R auch über anspruchsvolles Terrain.

Fuso FV Super Great V Spider: Multifunktionswerkzeug aus Japan

Es ist ein fahrendes Multifunktionswerkzeug im XXL-Format: Das Konzept­fahrzeug Fuso Super Great V Spider sprengt als Arbeitsmaschine herkömm­liche Maßstäbe. Hinter der Rechtslenker-Fahrerkabine des dreiachsigen Solofahrzeugs aus japanischer Fertigung sind vier Arme mit unterschied­lichen Werkzeugen montiert. Der Spider kann als extrem vielseitiges Bau­fahrzeug damit bohren, greifen, hacken und baggern. Bei all dem halten vier ausfahrbare Stützfüße den Lkw in der Waagerechten.

Der Antrieb erfolgt durch den Reihensechszylinder Fuso 6R10 (T8) mit 12,8 l Hubraum, einer Leistung von 338 kW (460 PS) sowie einem kraftvollen Drehmoment von 2500 Nm. Kenner bemerken es: Das Triebwerk ist eng mit dem europäischen Mercedes-Benz OM 471 und dem amerikanischen Detroit DD 13 verwandt. Auch das vollautomatisierte Zwölfgang-Schalt­getriebe Fuso Inomat II ist anderswo mit entsprechender Auslegung als Mercedes PowerShift-Getriebe keine unbekannte Größe.

Mercedes-Benz Schulbus: Komplettbus für Schwellenländer aus Indien

Die Zusammenarbeit von Daimler Buses mit dem Aufbaupartner Wright Bus in Indien trägt weitere Früchte: Nach dem Start mit Komplettreisebussen unter der Marke Mercedes-Benz folgt nun ein robuster Schulbus für Schwellenmärkte im Nahen Osten. Er wird als Komplettfahrzeug alternativ zu den bisherigen Fahrgestellen angeboten.

Der 9,1 m lange Schulbus basiert auf dem Frontmotor-Fahrgestell Mercedes-Benz OF 917 RF C mit robuster Lkw-Technik. Der Vierzylinder­motor mit 3,9 l Hubraum leistet 125 kW (170 PS) und ist je nach Markt und den regionalen Anforderungen wahlweise nach Abgasstufe Euro III oder Euro IV lieferbar. Der Schulbus ist mit 17,5-Zoll-Rädern, mit Parabelfedern an beiden Achsen sowie mit Antiblockiersystem ausgestattet.

Der modern und gefällig gestaltete Aufbau mit großer Zielschildanzeige über der weit nach oben gezogenen Windschutzscheibe basiert auf einem leichten Aluminiumgerippe. Die Fahrgäste des Schulbusses finden im funktionellen Innenraum des auf der IAA ausgestellten Linkslenkers 35 Einzelsitze mit Sicherheitsgurten vor. Gepäckablagen und eine Klima­tisierung werten die Einrichtung des Fahrgastraums auf.

Freightliner Inspiration Truck: Autonom fahrender Lkw aus den USA

Er war der erste autonom fahrende Lkw der Welt mit Straßenzulassung, jetzt bringt Daimler ihn nach Europa: Der Freightliner Inspiration Truck ist ein Meilenstein in der Geschichte des Lkw. Seine Technik des Highway Pilot mit Radarsystem, Stereokamera sowie bewährten Assistenzsystemen basiert auf dem Mercedes-Benz Future Truck und wurde für den Einsatz auf amerikanischen Highways konfiguriert.

Basisfahrzeug für den Freightliner Inspiration Truck ist der Freightliner Cascadia Evolution. Die dreiachsige Hauben-Sattelzugmaschine überzeugt unter anderem durch ihre aerodynamisch durchgebildete Form und den geräumigen Sleeper hinter dem eigentlichen Fahrerhaus. Er erinnert mit seiner Einrichtung eher an ein Einzimmer-Appartement als an eine Schlafkabine.

Der Cascadia Evolution zeichnet sich durch seinen integrierten Antrieb­strang aus. Unter der langen Haube arbeitet der Reihensechszylinder Detroit DD 15 mit 294 kW (400 PS) aus 14,8 l Hubraum. Das vollautoma­tisierte Getriebe Detroit DR 12-DA ist ebenso wie der Motor eng mit europäischen Aggregaten verwandt. Auch die Achsen stammen aus dem Aggregate-Baukasten der amerikanischen Daimler Tochter Detroit.

Freightliner ist die nordamerikanische Erfolgsgeschichte von Daimler Trucks. Dank Freightliner und der individuellen Marke Western Star erzielte Daimler im vergangenen Jahr in Nordamerika einen Marktanteil von rund 39 Prozent bei schweren Lkw und erreichte damit erneut unangefoch­ten die Position Nummer eins.

Western Star WS 5700XE: Truck-Träume werden wahr – aus den USA

Der Traum vom American Way of Drive – bei den mächtigen Trucks der US-Marke Western Star wird er wahr. Bereits der wuchtige Kühlergrill und der reichliche Chromschmuck verdeutlichen es – der Western Star 5700XE ist selbst für nordamerikanische Verhältnisse ein besonderer Truck. Er verbin­det einen imposanten Auftritt mit hoher Effizienz und den Charakter eines unermüdlichen Arbeitspferds mit der Wohnlichkeit des geräumigen Sleepers hinter dem Fahrerhaus. So beeindruckend der 5700XE auch auftritt – die Wände des Sleepers bestehen aus einer leichten Wabenkonstruktion. Western Star ist die Marke der erfolgreichen Owner-Operator, der selbst­ständigen Fernfahrer. Auch sie setzen bei einem Western Star inzwischen überwiegend auf den integrierten Antriebstrang der Daimler Tochter Detroit: Motor, Getriebe und Achse kommen aus einer Hand und sind perfekt aufeinander abgestimmt. Das betrifft den Reihensechszylinder DD 13 mit 12,8 l Hubraum und 257 kW bis 371 kW (350 PS bis 505 PS), alternativ den DD 15 mit 14,8 l und 294 kW bis 371 kW (400 PS bis 505 PS) oder den DD 16 mit 15,6 l sowie 368 kW bis 441 kW (500 PS bis 600 PS), das vollautomatisierte Zwölfgang­getriebe DT 12 sowie die Achsen nach der Achsformeln 6x2 und 6x4. Und es ist kein Zufall, dass ein Großteil dieser Komponenten in ähnlicher Form in den Marken von Daimler Trucks ebenfalls in Europa oder Asien zum Einsatz kommt.

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