Daimler Trucks auf der IAA 2016: Vernetzt, effizient und sicher

  • Weltpremiere: Der vollelektrische und vernetzte Mercedes-Benz Urban eTruck
  • Weltpremiere: Der vollelektrische, neue Fuso eCanter
  • Konnektivität bei Mercedes-Benz Lkw: Serviceprodukt Uptime verhindert Ausfälle, neuer FleetBoard Store für Apps, kostenloser FleetBoard Manager
  • Effizienz bei Mercedes-Benz Lkw: Noch kraftvoller, sparsamer und weniger Emissionen
  • Sicherheit bei Mercedes-Benz Lkw: Erster Notbremsassistent mit Fußgängererkennung und Markteinführung des Abbiege-Assistenten
  • Mercedes-Benz Lkw für den Bauverkehr: Neue Varianten und Ausstattungen
  • Mercedes-Benz Unimog mit Doppelkabine: Erstklassige zweite Reihe
  • Mercedes-Benz Econic: Der Sicherheitstruck für den innerstädtischen Bauverkehr
  • Fuso Canter: Weltbestseller unter den leichten Lkw weiter aufgewertet

Bei der diesjährigen IAA Nutzfahrzeuge in Hannover (22. bis 29. September 2016) stehen die Megatrends der Zukunft „ Digitalisierung und Elektro­mobilität“ im Mittelpunkt. Der Schlüssel für eine nachhaltige und leistungs­starke Logistik der Zukunft heißt Vernetzung. Logistik erfolgt in einem Netzwerk mit vielen Akteuren – Lkw, Hersteller, Kunden, Speditionen, Infrastruktur, anderen Fahrzeugen, Werkstätten, Aufbauherstellern und vielen mehr. Durch Konnektivität und die intelligente Vernetzung der Lkw wird der Straßengüterverkehr nun auf ein komplett neues Niveau gehoben.

Mercedes-Benz Lkw trumpft in Sachen Vernetzung weiter auf: War Anfang des Jahres der pannenfreie Lkw noch eine Vision, nähert sich Mercedes-Benz Lkw mit dem neuen revolutionären Serviceprodukt Mercedes-Benz Uptime dieser Vision mit großen Schritten. Nützliche Apps von und für alle am Transport Beteiligten liefert künftig der neue FleetBoard Store für Apps, der auf der IAA seine Weltpremiere feiert. Zudem bietet FleetBoard künftig allen Mercedes-Benz Lkw-Kunden den einfachen, schnellen und kostenlosen Einstieg in die Konnektivität. Möglich macht das die neue FleetBoard Manager-App.

Mit dem Urban eTruck verknüpft Mercedes-Benz Lkw die beiden Mega­trends Digitalisierung und Elektromobiliät: Das Fahrzeug ist ein spektaku­lärer Ausblick auf den vernetzten und vollelektrischen Verteiler-Lkw von morgen. Mit dem eCanter präsentiert Fuso die dritte Generation des weltweit ersten rein elektrisch angetriebenen leichten Lkw und legt eine erste Kleinserie elektrischer Fuso Lkw auf.

Für noch mehr Effizienz bei Mercedes-Benz Lkw steht die neueste Generation des Mercedes-Benz OM 470, der für eine rundum gesteigerte Performance sorgt. Die Verwendung von Alternativkraftstoffen hat Mercedes-Benz Lkw für die neuste Generation der Motoren OM 470 und OM 471 freigegeben – die Motoren sind serienmäßig auf sie ausgelegt.

Auch der Vision vom unfallfreien Fahren kommt Mercedes-Benz in diesem Jahr näher: Der Active Brake Assist 4 warnt den Fahrer als weltweit erstes System seiner Art vor einer Kollision mit bewegten Fußgängern und leitet zusätzlich automatisch eine Teilbremsung ein. Der Abbiege-Assistent mit Personenerkennung hat ebenfalls seine Markteinführung: Er ist das erste lieferbare Assistenzsystem, das Fußgänger und Radfahrer in Abbiege­situationen von Lkw schützt.

Fazit: Daimler Trucks baut seine Rolle als Vorreiter für maximale Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und seine weltweite Führungsposition bei vernetzten Lkw konsequent weiter aus.

Weltpremiere: Der vollelektrische und vernetzte Mercedes-Benz Urban eTruck

Er zeigt die faszinierenden Möglichkeiten der Vernetzung, von elektrischem Antrieb, künftiger Anzeige- und Bedientechnik, von Telematik und von einer weitgehend autarken Stromversorgung auf: Der Urban eTruck von Mercedes-Benz definiert den Stand des vollelektrischen Fahrens im schweren Verteilerverkehr. Der Dreiachser mit 26,0 t zulässigem Gesamt­gewicht fährt lokal abgasfrei und flüsterleise, er ist in Nutzlast und Perfor­mance einem Lkw mit Verbrennungsmotor ebenbürtig und dank einer innovativen Stromversorgung wirtschaftlich.

E-Lkw mit Performance wie ein Dieselantrieb

Der Urban eTruck muss sich mit seiner Gewichtsbilanz vor seinen Kollegen mit Verbrennungsmotor nicht verstecken. Sein Mehrgewicht beläuft sich auf lediglich etwa 1700 kg. Da die EU-Kommission eine Erhöhung des zuläs­sigen Gesamtgewichts für Lkw mit Alternativantrieb um maximal 1,0 t befürwortet, wird der Gewichtsnachteil des Elektroantriebs größtenteils ausgeglichen.

Zu den herausragenden Merkmalen des Urban eTruck gehört sein Antrieb mit elektrisch angetriebener Hinterachse und Elektromotoren unmittelbar neben den Radnaben. Die Maximalleistung beläuft sich auf 2 x 125 kW, das Drehmoment beträgt 2 x 500 Nm. Die Achse hat sich in ihrer Basis­ausführung bereits in Omnibussen bewährt.

Die Batteriekapazität des Urban eTruck ist modular aufgebaut. Als Basis­bestückung dient ein Batteriepaket aus Lithium-Ionen-Akkus und einer Gesamtkapazität von 212 kWh. Daraus resultiert eine Reichweite von bis zu 200 km, üblicherweise ausreichend für eine Tagestour im Verteilerverkehr.

Connectivity meets eMobility: Intelligentes Energiemanagement im Mercedes-Benz Urban eTruck

Durch die Möglichkeiten der Vernetzung wird der Mercedes-Benz Urban eTruck zu einem reibungslos funktionierenden Gesamtsystem, in dem Reichweiten und Ladungsmanagement, Fahrzeuginformationen und Umgebungsdaten konsequent miteinander verknüpft werden.

Ein perfektes Zusammenspiel von Antriebs- und Energiesteuerung für maximale Leistungsfähigkeit und höchstmögliche Reichweite im Verteiler­verkehr wird in einem ersten Schritt durch die modular aufgebauten Batterien erreicht. Ergänzt um Predictive Charge Management, dem vorausschauenden Tempomat Predictive Powertrain Control und FleetBoard for urban distribution wird der Urban eTruck alltagstauglich.

Beim zukunftsweisenden Telematikdienst FleetBoard for urban distribution werden die Telematik und die Steuerung des Antriebsstrangs miteinander vernetzt. Das beginnt bereits in der Disposition: An die Stelle fester Touren tritt ein flexibles System. Es stellt sicher, dass alle vorgesehenen Transport­aufgaben innerhalb der Reichweite der Lkw einer Flotte erledigt werden können. Zu den Variablen gehören dabei die Palettenplätze in den Lkw, das Gewicht, die Reichweite sowie die Fahrzeiten. Ein virtueller Beobachter greift ein, falls der Lkw durch unvorhergesehene Ereignisse an die Grenzen seiner Reichweite stoßen sollte.

Den Fahrer unterstützt eine revolutionäre Anzeige- und Bediensystematik. An die Stelle herkömmlicher Instrumente treten zwei Displays. Das Zentral­display bietet auf innovative und übersichtliche Weise alle wichtigen Informationen. Im Mittelpunkt stehen detaillierte Daten und Fakten zur vorausliegenden Strecke. Der Fahrer erkennt den Kurvenverlauf sowie anstehende Beschleunigungs- und Bremsmanöver.

Die Fahrstrategie und der damit verbundene Energieverbrauch lassen sich durch unterschiedliche Fahrmodi beeinflussen. Im Normalfall ist der Urban eTruck im „auto“-Modus unterwegs. Er passt die Einstellungen auto, agile und eco automatisch innerhalb einer gewissen Bandbreite an die Erfordernisse an. Für besondere Fälle steht der Power-Modus „agile“ zur Verfügung. Für maximale Reichweite wird „eco“ gewählt.

Ein zusätzliches Tablet übermittelt dem Fahrer weitere Informationen. Sie betreffen sowohl seine Tour als auch fortlaufend aktualisierte präzise Angaben zur Reichweite der Batterien. Sie werden als „Range Potato“ in Form einer Umkreiskarte sowie in Darstellung einer Bandbreite angegeben. Basis der Berechnungen sind Fahrstrategie, dreidimensionale Karten und die Tourenplanung.

Wettbewerbsfähige Gesamtkosten durch smart energy services

Wichtig für die Gesamtwirtschaftlichkeit elektrisch angetriebener Lkw sind Stromversorgung, Stromtarife und die richtige Ladestrategie. Auch hierfür hat Daimler eine Lösung entwickelt: Mit smart energy services ermitteln wir für jeden Anwendungsfall die wirtschaftlichste Lösung. Abhängig von den individuellen Rahmenbedingungen können stationäre Batteriespeicher der Tochter Mercedes-Benz Energy GmbH die Wirtschaftlichkeit weiter ver­bessern und schnelles Laden ohne Überlastung des Stromanschlusses ermöglichen. Die Speicher bestehen aus Lithium-Ionen-Batterien, ihre Kapazität wird individuell an die Erfordernisse des Fuhrparks angepasst.

Die simpelste Variante der Energieversorgung für Elektrofahrzeuge ist mit Blick auf die Stromrechnung auch die teuerste. Günstiger wird die Strom­rechnung bei geregelter Ladung, im Einzelfall sinnvoll ergänzt mit einem stationären Batteriespeicher. Ob ein Speicher die Wirtschaftlichkeit weiter verbessert, hängt von den individuellen Randbedingungen, insbesondere Stromtarif und Einsatzprofil der Fahrzeuge ab. Bei Einsatz eines Speichers kann dieser kontinuierlich und ohne Lastspitzen geladen werden, wenn der Strom am günstigsten ist. Die Aufladung der Antriebsbatterien der Lkw-Flotte erfolgt dann ganz nach Bedarf. Damit sinken die Kosten und die Verfügbarkeit steigt. Unabhängig davon, ob im individuellen Fall ein Batteriespeicher sinnvoll ist, können die Kosten eines Elektrofahrzeugs in Verbindung mit smarten Energielösungen deutlich günstiger liegen als bei einem Lkw mit Dieselantrieb.

Innovatives Design mit fließenden Linien

Das Design des Urban eTruck ist ebenso innovativ wie sein elektrischer Antrieb. Sein Auftritt verkörpert die Design-Philosophie der Marke Mercedes-Benz. Sie steht unter der Überschrift sinnliche Klarheit – ein Begriff, der perfekt auf den Urban eTruck zutrifft. Die Formen seiner Fahrer­kabine sind weich und fließend, extrem reduziert und schnörkellos – keine sichtbare Fuge stört das Bild.

Über dem Dach verbindet ein formschlüssig gestalteter, dreidimensionaler Spoiler die Kabine mit dem Aufbau. Er lässt vorn einen breiten Schlitz als Lufteintritt für das hinter dem Spoiler verborgene Kühlaggregat des Frisch­dienst-Aufbaus (beispielsweise verwendet in der Lebensmittelbranche) frei. Ebenso wie der Dachspoiler schließen auch die seitlichen Schürzen der Kabine aerodynamisch günstig nahezu bündig mit dem Aufbau ab. Die Windschutzscheibe des Urban eTruck ist optisch nach unten verlängert. Zu den besonderen Merkmalen des Urban eTruck zählen Mirrorcams anstelle herkömmlicher Außenspiegel.

Ein klassischer Lufteinlass entfällt beim Urban eTruck aufgrund des elektrischen Antriebs. Stattdessen verbindet ein Black-Panel-Grill als kommunikatives Element den Lkw mit seiner Umgebung. Er ist transparent und wird durch hochauflösende LED hinterleuchtet. Hier sind unterschied­liche optische Szenarien denkbar. So können die LED zum Beispiel den bekannten Diamantgrill von Mercedes‑Benz nachbilden, den Betriebs­zustand signalisieren oder den Ladezustand der Batterien.

Insgesamt erzeugt die Polarität zwischen „hot & cool“ die für das Mercedes-Benz-Design charakteristische Spannung: Die sinnliche Model­lierung der Flächen ist „hot“ und kontrastiert aufregend mit den sehr technisch und präzise - „cool“ - gestalteten Details der eingeschnittenen Leuchten, Mirrorcams oder eben dem Black-Panel Grill.

Weltpremiere: Der vollelektrische, neue Fuso eCanter

Aus Fuso Canter E-Cell wird Fuso eCanter: Die neue Bezeichnung steht für die dritte Generation des weltweit ersten rein elektrisch angetriebenen leichten Lkw und stellt als Kleinserie einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Serienfertigung dar. Der eCanter unterscheidet sich technisch tief­greifend vom Vorgängermodell und profitiert von den umfangreichen Erkenntnissen der Kundenerprobungen mit der zweiten Generation und den gesunkenen Technologiekosten für Batterien und Komponenten. Er wird auf der IAA Nutzfahrzeuge 2016 vorgestellt.

Der Fuso eCanter wird mit seinem lokal emissionsfreien Antrieb nicht nur die Innenstädte von Abgas- und Geräuschemissionen entlasten, sondern auch wirtschaftlich eine attraktive Alternative zum Dieselmotor darstellen. Aufgrund gesunkener Technologiekosten wird der eCanter bei Marktstart zu einem wettbewerbsfähigen Preis angeboten werden können, der sich - bedingt durch niedrigere Betriebskosten im Vergleich zu einem vergleich­baren Dieselmodell – bereits in weniger als drei Jahren für den Kunden amortisieren kann.

Verwendung findet im neuen eCanter ein neuer Permanent-Synchron-Elektromotor mit einer beachtlichen Leistung von 185 kW sowie einem Drehmoment von 380 Nm. Die Kraft wird in bewährter Weise über ein Einganggetriebe auf die Hinterachse übertragen.

Das IAA-Premierenfahrzeug verfügt über eine Batteriekapazität von 70 kWh. Je nach Aufbau, Beladung sowie Einsatzprofil ist damit eine Reichweite von mehr als100 km ohne stationäres Nachladen möglich. Die Batterien verteilen sich auf fünf Pakete: Eines mittig im Rahmen unmittelbar hinter der Kabine sowie jeweils zwei weitere links und rechts des Rahmens. Es handelt sich um wassergekühlte Lithium-Ionen-Batterien. Damit einher­gehen eine hohe Lebensdauer, große Effizienz vor allem bei hohen Außen­temperaturen sowie eine kompakte Bauweise der Batteriepakete. Beachtung verdient die herausragende Gewichtsbilanz des eCanter: Die Fahrgestell-Tragfähigkeit des 7,49-Tonners beläuft sich auf 4,63 t für Aufbau und Ladung.

Für die anstehende Kleinserie sind individuelle Batteriesätze mit drei bis sechs Batteriesets à 14 kWh geplant. Damit lässt sich der eCanter an die jeweiligen Kundenbedürfnisse in puncto Reichweite, Preis und Gewicht anpassen. Dieses Konzept basiert auf der in Kundentests gewonnenen Erkenntnis, dass manche Kunden weniger Reichweite, dafür aber mehr Zuladung benötigen, während andere zugunsten von mehr Reichweite (mehr Batteriesets) auf Zuladung verzichten können.

Ebenso individuell sind die Lademöglichkeiten: Innerhalb einer Stunde auf 80 Prozent Kapazität mit Gleichstrom an einer Schnellladestation, alternativ in sieben Stunden auf 100 Prozent mit Wechselstrom. Künftig wird eine Schnellladung mit 170 kW möglich sein, das bedeutet 80 Prozent Batterie­kapazität in nur einer halben Stunde. Geladen wird mit dem genormten Combo-2-Stecker (auch CCS genannt).

Die Ergebnisse eines einjährigen Praxistests mit der zweiten Generation des Elektro-Canter haben gezeigt, dass sich mit dem Fahrzeug rund 1000 Euro auf 10 000 km im Vergleich zu einer Dieselversion sparen lassen. Ergänzt um etwa 30 Prozent niedrigere Wartungskosten liefert Fuso eine wirtschaft­liche Lösung für seine Kunden: Der geplante Verkaufspreis ermöglicht, die Mehrkosten der Anschaffung in weniger als drei Jahren zu amortisieren. Damit haben sich diese Fahrzeuge für den täglichen Einsatz im Kurzstrecken-Lieferverkehr und innerstädtischen Transport bewährt.

Seine Weltpremiere feiert der Fuso eCanter auf der IAA als Vorschau auf die Kleinserie, die ab 2017 an Kunden in Europa, USA und Japan ausgeliefert wird. Das Ausstellungsfahrzeug präsentiert sich mit einem attraktiven indivi­duellen Design, mit LED-Scheinwerfern sowie eigenständig gestaltetem Grill und Stoßfänger und einem neu gestalteten Interieur inklusive zentralem, herausnehmbarem Tablet mit Connectivity Funktionen. Die breite Comfort-Kabine ist in Blaumetallic lackiert, ebenso die vollverkleideten Seiten. Ein begehbarer Glasboden im Kofferaufbau des Messefahrzeugs gibt den Blick frei auf Antriebseinheit und Batterien.

Während diese Design-Elemente einen Ausblick auf die Zukunft des eCanter geben, entspricht die Technik bereits der des Kleinserienmodells.

Konnektivität bei Mercedes-Benz Lkw: Serviceprodukt Mercedes-Benz Uptime verhindert Ausfälle, neuer FleetBoard Store für Apps, kostenloser FleetBoard Manager

Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit stehen in der Prioritätenliste von Lkw-Betreibern an erster Stelle – der ideale Lkw fährt ohne Ausfall. Dank Mercedes-Benz Uptime kommen Actros, Arocs und Antos diesem Optimum durch intelligente Vernetzung nahe. Mit Uptime schlägt Mercedes-Benz ein neues Kapitel bei Zuverlässigkeit und Wartung von Lkw auf.

Neues Serviceprodukt Mercedes-Benz Uptime erhöht die Fahrzeugverfügbarkeit dank Vernetzung

Mercedes-Benz Uptime überprüft, basierend auf dem FleetBoard Truck Data Center, kontinuierlich die Fahrzeugsysteme. Das umfasst die komplette mit Sensoren ausgestattete Technik des Lkw und die Technik, deren Informa­tionen im CAN-Datenbussystem abgreifbar sind, ebenso die Füllstände der Betriebsflüssigkeiten.

Deutet sich Reparatur- oder Wartungsbedarf an, meldet dies der Lkw automatisch über das Telematiksystem FleetBoard an den Server des Mercedes-Benz Service. Der Server analysiert die Daten anhand hinterlegter Algorithmen, erzeugt in Echtzeit eine genaue Interpretation der Fehler und überträgt sie zusammen mit konkreten Handlungsempfehlungen an die Serviceorganisation. Diese kontaktiert den Kunden, gibt die Handlungs­empfehlungen weiter und nimmt ihm bei Bedarf die Werkstattsuche und Organisation ab.

Der gesamte Ablauf geschieht vollautomatisch. Innerhalb von wenigen Minuten nach Eintritt eines Fehlercodes oder der Warnung vor einem möglichen künftigen Defekt ist der Kunde informiert, gleichzeitig liegt ihm eine qualifizierte Handlungsempfehlung vor.

Mercedes-Benz Uptime umfasst drei Leistungen: Vermeiden von Liegen­bleibern, effizientes Management von Reparaturen und Wartung, Echtzeit-Unterstützung der Instandsetzungsmaßnahmen der Kunden.

Droht akut der Ausfall eines Lkw, wird unverzüglich das Customer Assistance Center (CAC) in Maastricht in den Niederlanden informiert. Von dort erfolgt unverzüglich ein Anruf beim definierten Ansprechpartner im Unternehmen. Ist eine sofortige Reparatur notwendig, wird eine Verein­barung über einen Werkstattstopp entlang der geplanten Route des Lkw getroffen. Das CAC benennt Servicestützpunkte, klärt deren zeitliche Ressourcen und wirft sogar einen Blick in das Lager der Werkstatt, ob die benötigten Teile vorrätig sind. Im Anschluss kann nach Absprache eine passende Werkstatt mit der Reparatur beauftragt werden und sie bereits vorbereiten.

Ferner wird frühzeitig erkannter Reparatur- und Wartungsbedarf automa­tisch an den vom Kunden ausgewählten Mercedes-Benz Servicepartner übermittelt. Er bündelt die anstehenden Arbeiten, kontaktiert den Kunden und vereinbart mit diesem einen Termin, der auf die Tourenplanung und den Wartungsbedarf abgestimmt ist.

In vielen Fällen erhöhen Nachlässigkeiten während des Fahrbetriebs oder nicht durchgeführte Instandsetzungen den Verschleiß oder führen zu Pannen. Zum Beispiel eine nicht durchgeführte Partikelfilter-Regeneration, nicht aufgefüllte Betriebsmittel wie AdBlue oder ein dauerhaft zu niedriger Reifendruck. In diesen Fällen liefert Mercedes-Benz Uptime entsprechende Handlungsempfehlungen direkt an den Kunden – sie ersparen ihm unnötige Werkstattaufenthalte und Kosten.

Mercedes-Benz Uptime ist ab der IAA 2016 für alle neuen Actros, Arocs und Antos bestellbar. Die Einführung beginnt in zwölf Märkten Europas: Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Österreich, Polen, Portugal, Schweiz, Spanien und in Tschechien. Weitere Länder werden sukzessive folgen.

Weltpremiere des FleetBoard Store auf der IAA: Der neue Marktplatz für Apps

Daimler FleetBoard feiert auf der IAA Nutzfahrzeuge 2016 die Weltpremiere des neuen FleetBoard Store für Apps. Bei der Vorstellung werden bereits Prototypen von 14 Apps gezeigt. Die Plattform ist bewusst offen konzipiert, damit Branchenpartner, wie beispielsweise Aufbauhersteller, aber auch App-Entwickler nützliche Apps beisteuern können, um den Straßengüterverkehr in Summe noch effizienter zu machen. Die Apps aus dem FleetBoard Store können nicht nur in Lkw von Mercedes-Benz, sondern auch in allen Fremd­marken genutzt werden. Die Applikationen können auf Echtzeit-Daten zugreifen und laufen auf dem herausnehmbaren Fahrer-Tablet DispoPilot.guide von FleetBoard. Von der Einbindung von Partner-Apps profitieren alle Beteiligten: Kunden, die relevante Lösungen für ihr Unter­nehmen über eine Plattform auf nur einem Gerät erhalten, Partner, die ihr Geschäft digitalisieren und Apps in 180 000 Fahrzeuge bringen können, sowie Entwickler, die ein neues, innovatives Umfeld erhalten, um Apps zu entwickeln. Allem voran steht die Idee einer übergreifenden Vernetzung des gesamten Verkehrs in der Zukunft.

Beispiele für die Apps im FleetBoard Store werden auf der IAA zusammen mit den Branchenpartnern Brugg Lifting, Continental, Dautel, DKV, ETM-Verlag, Palfinger, Schmitz Cargobull, Truck Parking Europe, UTA und uvauvau präsentiert.

Die Lashing-App von Brugg Lifting vereinfacht die Berechnung der Ladungs­sicherung für den Fahrer, reduziert Probleme mit der Ladung und spart somit Kosten. Mit der ContiPressureCheck-App von Continental kann auf Druckverlust oder Erhitzung der Fahrzeugreifen sofort reagiert werden. Dadurch werden Ausfallzeiten vermieden, der Kraftstoffverbrauch verringert und Kosten gespart. Die Schüttkegel-App von Dautel erleichtert dem Lkw-Fahrer das Abladen von Schüttgut, erspart Nacharbeiten und damit Zeit und steigert somit die Kosteneffizienz des Unternehmens. Mit der DKV-App ist der Fahrer jederzeit über die Partner-Tankstellen auf seiner Route sowie deren aktuellen Preise informiert – somit kann er stets zum günstigsten Preis tanken und trägt zur Kosteneffizienz des Unternehmens bei. Mit der eurotransport-App von EuroTransportMedia Verlags- und Veranstaltungs-GmbH bewegt sich der Fahrer am Puls der Zeit und ist über aktuelle Themen und Trends der Branche bestens informiert. Die Palfinger-App bietet Transparenz über den Zustand der Palfinger-Geräte und ermöglicht so eine effiziente Wartungsplanung, den direkten Kontakt zum Servicepartner und reduziert Ausfallzeiten. Die TrailerConnect Drivers-App von Schmitz Cargobull sorgt für eine mobile Transparenz über den Trailer und ermöglicht eine sofortige Reaktion auf Probleme und reduziert so Ausfallzeiten und Kosten. Durch die Truck Parking Europe-App von Truck Parking Europe entfällt die lästige Parkplatzsuche, da freie Parkplätze entlang der Route angezeigt werden. Das spart Zeit, ermöglicht eine effiziente Planung der Ruhezeiten und erhöht die Sicherheit der Lkw-Fahrer. Die UTA FuelGuide-App von UTA ermöglicht Lkw-Fahrern eine zeit- und kostenoptimale Betankung – ohne sich Gedanken über Dieselpreise oder passende Tankzeitpunkte machen zu müssen. Die prUVV-App ist ein Identifikations-Management-System, mit dem beispielsweise Personen und Dokumente, aber auch Prozesse und Produkte revisionssicher verifiziert werden können. Mittels der prUVV-App wird eine automatische, schnelle und sichere Abwicklung von verifizierungspflichtigen Arbeitsprozessen ermöglicht, was eine Haftungsminderung des Fuhrparkverantwortlichen zur Folge hat. Mit der uvauvau-App können Unternehmen alle Informationen revisionssicher an ihre Fahrer auf den DispoPilot.guide übermitteln, wie beispielsweise Fahrerhandbücher, Unterweisungen (gemäß UVV), Dienstanweisungen oder auch Bedienungsanleitungen.

Im FleetBoard Store lassen sich jedoch nicht nur Apps von Drittanbietern finden, auch Daimler Trucks und FleetBoard stellen Apps zur Verfügung: Die CuCo-App (Customized Connectivity) von FleetBoard erleichtert durch Erinnerungen und Hilfestellungen den Fahrern den Alltag und ermöglicht den Disponenten sowie den Fahrern, sich auf ihre Kernaufgabe zu konzentrieren. Die SpaceSnap-App von FleetBoard unterstützt bei der Planung und der optimalen Nutzung der vorhandenen Ladekapazität und steigert dadurch die Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit der Touren. Die ParkMyTruck-App von Daimler Trucks ermöglicht Fahrern eine effiziente Planung der Ruhezeiten, schützt vor Lenkzeitüberschreitungen und verhindert Bußgelder wegen unsachgemäß abgestellten Fahrzeugen.

Der Download der Apps ist denkbar einfach: Der Kunde sucht sich bequem von seinem Arbeitsplatz eine oder mehrere Apps im FleetBoard Store aus und installiert sie over the air auf das herausnehmbare Fahrer-Tablet DispoPilot.guide – je nach Wunsch in einen einzelnen Lkw, mehrere oder sogar in die ganze Flotte. Die Installation erfolgt remote, so dass keine Standzeiten zur Installation anfallen. Der Lkw-Fahrer kann die einzelnen Apps über seinen DispoPilot.guide im Fahrzeug bedienen. Das Fahrer-Tablet könnte künftig das einzige Gerät im Fahrzeug sein, denn hier werden alle wichtigen Informationen über die Apps rund um Fahrer, Fahrzeug und Auftrag gebündelt dargestellt.

Im neuen FleetBoard Developer Portal finden künftig interessierte Partner und Entwickler alle relevanten Informationen rund um den FleetBoard Store und den Prozess, wie eine App eingereicht werden kann. Alle im FleetBoard Store angebotenen Apps durchlaufen einen Qualitätssicherungsprozess und entsprechen damit den hohen FleetBoard Sicherheitsstandards.

Ab 2017 können die Kunden vom FleetBoard Store profitieren. Die Markt­einführung startet in Deutschland, weitere Länder sollen sukzessive folgen. Der FleetBoard Store wird auf Deutsch und Englisch verfügbar sein.

Neuer FleetBoard Manager: Hilfreiche Informationen über die Fahrzeugflotte jederzeit abrufbar - einfach, schnell, kostenlos

FleetBoard bietet künftig allen Mercedes-Benz Lkw-Kunden den einfachen, schnellen und kostenlosen Einstieg in die Konnektivität. Möglich macht das die neue FleetBoard Manager-App. Voraussetzung für die Nutzung der App ist die Verbauung des neuen FleetBoard Truck Data Center im Fahrzeug.

Der FleetBoard Manager vermittelt den Kunden hilfreiche Informationen über ihre Flotte, wie deren zurückgelegte Gesamtkilometerlaufleistung der letzten sieben Tage, sowie einen Vergleich zu den vorhergegangenen sieben Tagen. Zudem wird das Fahrzeug mit der höchsten bzw. niedrigsten Laufleistung angezeigt. Dadurch kann der Kunde Rückschlüsse auf die Auslastung seiner Flotte im Wochenverlauf ziehen.

Neben der Kilometerleistung wird auch der durchschnittliche Kraftstoff­verbrauch der Flotte angezeigt - unterteilt in Fahrverbrauch sowie Standver­brauch mit und ohne Nebenverbraucher. Ebenso wird das Fahrzeug mit dem höchsten und niedrigsten Verbrauch angezeigt. Damit erlangt der Kunde Aufschluss darüber, in wie weit sich eine Spreizung zwischen Laufleistung und Kraftstoffverbrauch zwischen den Fahrzeugen ergibt.

Ebenfalls auf Flottenebene wird prozentual angezeigt, wie wirtschaftlich die Fahrzeuge unterwegs sind. Die Übersicht ist nach einem einfachen, über­sichtlichen Notencluster aufgebaut. Aus diesen Daten errechnet FleetBoard wie viel Kraftstoff prozentual durch gezielte Fahrerschulungen über die gesamte Flotte eingespart werden könnten – eine wichtige Information, um weitere Kostensparpotenziale zu identifizieren.

Darüber hinaus gibt die App Aufschluss, wie ökologisch sich die Flotte verhält und wie viel CO2 ausgestoßen wird. Hier nimmt das vorausschau­ende Fahren eine wichtige Rolle ein, um ebenfalls weitere Potenziale aufzuzeigen, um den Kraftstoffverbrauch sowie CO2-Ausstoß dauerhaft positiv zu beeinflussen.

Der FleetBoard Manger bietet den Kunden zudem die Möglichkeit, die Positionen einzelner Fahrzeuge anzuzeigen. Die Aktualisierung der Fahr­zeugposition beruht dabei auf Events, wie zum Beispiel dem Start einer Tour.

Um die Verfügbarkeit der Flotte sicherzustellen und Wartungen frühzeitig einzuplanen, zeigt der FleetBoard Manager den jeweiligen Fahrzeugzustand und nächsten Wartungstermin an. Die Übersicht des Fahrzeugzustands gibt Informationen über notwendige Wartungsmaßnahmen, die durch den Fahrer schnell und unkompliziert durchgeführt werden können, um den Lkw weiter sicher auf der Straße zu halten.

Effizienz bei Mercedes-Benz Lkw: Noch kraftvoller, sparsamer und weniger Emissionen

Noch sparsamer und somit emissionsärmer, noch elastischer und mit neuer Spitzenmotorisierung zusätzlich noch kräftiger: Die neueste Generation des Mercedes-Benz OM 470 tritt mit einer rundum gesteigerten Performance an. Sie folgt damit der vorgezogenen Weiterentwicklung des größeren OM 471 im vergangenen Jahr.

Der Reihensechszylinder OM 470 mit 10,7 l Hubraum ist der kompakteste unter den Heavy-Duty-Motoren mit Stern. Er ist das Triebwerk nach Maß, wenn kompakte Bauweise mit niedrigem Gewicht, hohe Leistungsfähigkeit mit guter Durchzugskraft sowie maximale Effizienz mit niedrigem Kraftstoff­verbrauch und langen Wartungsintervallen gefragt sind.

Neue Spitzenausführung ist eine Variante mit 335 kW (456 PS) Leistung und einem kraftvollen Drehmoment von 2200 Nm. Der OM 470 steht somit in fünf dicht gestaffelten Ausführungen ab 240 kW (326 PS) zur Verfügung. Er deckt den schweren Verteilerverkehr, den Fernverkehr sowie den Bau­verkehr ab.

Einspritzung, Abgasrückführung und Turbolader sind neu

Die Einspritzung basiert unverändert auf dem Einspritzsystem X-Pulse mit Common-Rail und Druckverstärkung im Injektor. Der maximale Raildruck wurde jedoch von 900 bar auf 1160 bar erhöht. Daraus resultiert ein Einspritzdruck von bis zu 2700 bar. Hinzu kommen eine neue Einspritzdüse, ein neu geformter Brennraum sowie eine höhere Verdichtung. Der steile Anstieg von Drehmoment und Leistung führt zu einer niedrigen Nenndreh­zahl von nur 1600 1/min und einer antrittsstarken Charakteristik.

Eine neue Steuerung der Abgasrückführung verringert die AGR-Rate und senkt den Kraftstoffverbrauch. Eine asymmetrische Einspritzung optimiert die Abgasqualität. Ebenfalls neu: Der Turbolader aus eigener Fertigung mit einem hervorragenden Wirkungsgrad. Aufgrund des vorgesteuerten Betriebs können Wastegate-Ventil und Ladedruckregelung, AGR-Sensor und AGR-Regelung entfallen – dies reduziert die Komplexität und steigert die Robust­heit nochmals.

Darüber hinaus profitieren die Lkw mit Stern von Leichtlauf-Motorenölen, weiterentwickelten Getrieben und einer nochmals verfeinerten Fahrstrategie des vorausschauenden Tempomaten Predictive Powertrain Control (PPC).

Entsprechend den unterschiedlichen Schritten fallen die Spareffekte für jeden Motor unterschiedlich aus – sie sind jedoch bei allen Triebwerken deutlich spürbar. Im Actros mit dem OM 470 sinkt der Kraftstoffverbrauch durch die Maßnahmen an Motor und Triebstrang um bis zu fünf Prozent. Mit den bereits vorgezogenen Änderungen am Motor und den aktuellen Maßnahmen sinkt der Verbrauch des Actros mit OM 471 um bis zu sechs Prozent. Der großvolumige OM 473 mit 15,6 l Hubraum profitiert von der weiterentwickelten Einspritzung, der Verbrauch liegt bis zu drei Prozent niedriger.

Motoren für alternative Kraftstoffe freigegeben

Sie heißen Hydrotreated Vegetable Oil (HVO), Biomass To Liquid (BTL), Gas To Liquid (GTL) und Coal To Liquid (CTL) und fallen unter die Norm prEN 15940 – Alternativkraftstoffe, die aus unterschiedlichen Ressourcen stammen und durch chemische Verfahren zu Kraftstoffen verarbeitet werden. Mercedes-Benz Trucks hat sie zur Verwendung in der neuesten Generation der Motoren OM 470 und OM 471 freigegeben. Die Verträglich­keit dieser Kraftstoffe hat sich durch umfangreiche Tests bestätigt, die Motoren sind serienmäßig auf sie ausgelegt.

Alle Kraftstoff-Untergruppen der Norm prEN 15940 entsprechen im Wesent­lichen dem herkömmlichen, aus Mineralöl hergestellten Dieselkraftstoff. Daher ist keinerlei Änderung an den Motoren oder ihrer Peripherie notwen­dig. Einspritzung, Leitungen oder Dichtungen bleiben unverändert. Gleiches gilt für die Intervalle von Motorölwechsel und Reinigung des Partikelfilters. Ebenso gelten Garantie und Gewährleistung ohne Einschränkung. Die Daten von Leistung und Drehmoment der Motoren bleiben unverändert.

Bereits seit Februar 2016 dürfen Trucks von Mercedes-Benz mit Euro VI-Motoren der ersten Generation OM 470 und OM 471 sowie die mittel­schweren Motoren OM 936 und OM 934 mit Kraftstoffen nach prEN 15940 betrieben werden.

Sicherheit bei Mercedes-Benz Lkw: Erster Notbremsassistent mit Fußgängererkennung und Markteinführung des Abbiege-Assistenten

Die Erfolgsgeschichte des Notbremsassistenten Active Brake Assist von Mercedes-Benz erhält mit dem Active Brake Assist 4 (ABA 4) ihr nächstes Kapitel. Herausragendes Merkmal: Der ABA 4 warnt den Fahrer als weltweit erstes System seiner Art vor einer Kollision mit bewegten Fußgängern und leitet zusätzlich automatisch eine Teilbremsung ein. Das eröffnet dem Fahrer die Möglichkeit, durch eine Vollbremsung oder ein Lenkmanöver die Kollision zu vermeiden. Zusätzlich kann er gefährdete Fußgänger durch hupen warnen.

ABA 4: Erster Notbremsassistent mit Fußgängererkennung

Der Active Brake Assist 4 ist die konsequente Weiterentwicklung des bewährten Active Brake Assist 3. Neben den Funktionen, die bereits der Active Brake Assist 3 anbietet, also Vollbremsung bis zum Stillstand auf bewegte und stehende Hindernisse innerhalb der Systemgrenzen, kann der Active Brake Assist 4 darüber hinaus Fußgänger in Bewegung in nahezu allen Verkehrssituationen erkennen. Zum Beispiel, wenn sie quer auf die Fahrspur des Lkw laufen, hinter einem Hindernis hervortreten oder wenn sie sich längs auf der Fahrspur bewegen. Ebenso werden Fußgänger im Bereich des Radars beim Abbiegen erkannt. Die automatischen Warn- und Brems­reaktionen der Personenerkennung erfolgen bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h.

Basis des Active Brake Assist 4 mit Fußgängererkennung ist eine neue Generation der Radar-Technologie. Sie wird ebenfalls in den aktuellen Pkw von Mercedes-Benz verwendet und ist ein Beispiel für die enge Zusammen­arbeit innerhalb des Konzerns. Vorteil eines Radarsystems: Es arbeitet un­abhängig von den Lichtverhältnissen und ebenfalls weitgehend unabhängig von der Witterung. Der Radar ermittelt Abstand und Relativgeschwindigkeit extrem präzise, er sieht auch bei Nacht, Regen und Nebel.

Der Active Brake Assist 4 mit Fußgängererkennung ist analog zum Active Brake Assist 3 für alle Fernverkehrs-Baumuster von Mercedes-Benz erhältlich und ab Dezember 2016 lieferbar.

Markteinführung des ersten Lkw mit Abbiege-Assistent

Abbiegemanöver nach rechts im Stadtverkehr gehören zu den unange­nehmsten Aufgaben eines Lkw-Fahrers: Er muss gleichzeitig nach vorn Ampeln, Beschilderung, Gegen- und Querverkehr beachten, außerdem seitlich Fußgänger und Fahrradfahrer. Darüber hinaus kann sich die Verkehrssituation in Sekundenschnelle ändern. Auch sind sich Fahrrad­fahrer und Fußgänger nicht immer bewusst, dass ein Lkw-Fahrer sie eventuell nicht entdecken kann. Mercedes-Benz reagiert: Als erster Lkw-Hersteller bietet die Marke jetzt den Abbiege-Assistent mit Personen­erkennung.

Seine Arbeitsweise ist mehrstufig. Befindet sich ein bewegliches oder stehendes Objekt in der seitlichen Überwachungszone, wird der Fahrer zunächst optisch informiert. In der A-Säule auf der Beifahrerseite leuchtet in Blickhöhe des Fahrers eine LED in Dreiecksform gelb auf. Sie lenkt die Aufmerksamkeit des Fahrers intuitiv auf die Situation neben seinem Fahrzeug und in Richtung auf die Außenspiegel der Beifahrerseite. Bei Kollisionsgefahr erfolgt eine zusätzliche optische und akustische Warnung: Die LED-Leuchte blinkt mehrfach rot mit höherer Leuchtkraft, nach zwei Sekunden permanent rot. Zusätzlich ertönt zeitgleich bei drohender Kollision seitenrichtig ein Warnton.

Erkennen die Sensoren darüber hinaus beim Abbiegen in der Schleppkurve des Lkw ein stationäres Hindernis wie eine Ampel oder einen Lichtmast, erfolgt ebenfalls eine optische und akustische Warnung. Auch dies vermeidet Kollisionen, nicht nur im öffentlichen Verkehr, sondern ebenfalls bei Rangiermanövern, etwa auf Parkplätzen. Die Schleppkurvenwarnung ist bis zu einer Geschwindigkeit von 36 km/h aktiv.

Herzstück des Abbiege-Assistenten sind zwei Nahbereichs-Radarsensoren am Rahmen auf der Beifahrerseite vor der Hinterachse des Lkw. Die seitliche Überwachungszone hat eine Breite von 3,75 m. Das System ist so ausgerichtet, dass es die komplette Länge des gesamten Lastzugs abdeckt. Das betrifft sowohl Solofahrzeuge als auch einen kompletten Zug bis zu 18,75 m Länge. Darüber hinaus wird dieser Streifen sogar auf zwei Meter nach vorn vor den Lkw ausgedehnt und einen Meter hinter Auflieger- bzw. Anhängerende.

Lieferbar ist der Abbiege-Assistent ab Dezember 2016 zunächst für Mercedes-Benz Actros und Antos in Linkslenker-Ausführung als 4x2-Sattel­zugmaschine sowie als 6x2-Fahrgestell. Damit wird ein großer Teil der schweren Verteilerfahrzeuge abgedeckt.

Mercedes-Benz Lkw für den Bauverkehr: Neue Varianten und Ausstattungen

Auf Baustellen und an Einfahrten muss sich der Mercedes-Benz Arocs mitunter klein machen. Das neue Fahrerhaus ClassicSpace LowRoof in M- und L-Ausführung mit 2300 mm Breite ist 100 mm niedriger als die ursprüngliche Variante. Mit dem Motor OM 470, dem Motortunnel 320 mm und dem ClassicSpace LowRoof sinkt die Dachhöhe sogar um 280 mm.

Für die M- und L-Fahrerhäuser steht weltweit das Paket „Climate Pack“ zur Verfügung. Es besteht aus einer Klimaautomatik, einem Wärmepaket und einer neuen elektrischen Standklimaanlage. Sie ist als Einzelextra für alle Motortunnelvarianten lieferbar. Zum Kipper mit Komfort wird der Arocs mit der Einrichtung SoloStar Concept und ihrem großzügigen Ruhebereich für die StreamSpace- und BigSpace-Fahrerhäuser. Für den Arocs stehen jetzt ebenfalls die beiden Ausstattungslinien Home-Line und Style-Line zur Verfügung.

Auch rund um Fahrwerk und Antrieb legt der Arocs weiter zu. Ab Ende 2016 gibt es die elektrisch unterstützte Servotwin-Lenkung ebenfalls für die Vierachser Arocs 8x4 sowie in weiteren Radständen. Der zuschaltbare hydraulische Vorderradantrieb HAD (Hydraulic Auxiliary Drive) kann künftig zusätzlich in Varianten mit 3300 mm Radstand sowie für Gefahrguttrans­porte genutzt werden. Neu sind für den Arocs mit HAD die Motortunnelhöhe 320 mm sowie eine Schüttgutabdeckung beim M-Fahrerhaus.

Wer feinfühlig anfahren oder bei niedrigsten Geschwindigkeiten rangieren muss, wählt die Turbo-Retarder-Kupplung (TRK). Sie ist künftig in allen Arocs 6x4-Fahrgestellen mit Luftfederung und Frontunterfahrschutz mit dem Abstandshalte-Assistent und dem Notbremsassistent Active Brake Assist kombinierbar. Zusammen mit der Motorisierung OM 471 ist ein zusätzlicher motorseitiger Nebenabtrieb bis 80 kW in Kombination mit der TRK realisierbar.

Für die zweiachsigen Sattelzugmaschinen Arocs 4x2 steht ab Anfang 2017 ein neues Kipphydraulik-Paket ab Werk zur Verfügung, ab Mitte 2017 ebenso für den Arocs 4x4. Die Hydraulikanlage ist je nach Einsatzzweck als Einkreis- oder Zweikreis-System ausgelegt.

Auch beim Thema Sicherheit ist der Arocs vorbildlich. Optional steht nun eine Reifendruck-Kontrollanlage mit neuem Anzeigekonzept zur Verfügung: Der Solldruck im Reifen wird präzise in Abhängigkeit von der Außentempe­ratur angezeigt. Vor allem aber ist der Arocs als Zwei- und Dreiachser mit Straßenzulassung künftig optional mit dem neuen Active Brake Assist 4 mit Fußgängererkennung lieferbar.

Actros 4x2-Kippsattel steigert die Nutzlast

Für Baufahrzeuge mit Fokus auf Straßentransporte hat Mercedes-Benz einen Actros als 4x2 LS Sattelzugmaschine entwickelt. Das Spezialgebiet des Kippsattels sind Schüttguttransporte mit einem Gesamtzuggewicht bis zu 44,0 t. Die Sattelzugmaschine überzeugt mit sechs Zentimeter mehr Bodenfreiheit und ist auf Wunsch mit Pendeleinstieg lieferbar. Der Gewichtsvorteil gegenüber einem vergleichbaren Arocs 4x2 liegt bei bis zu 150 kg. Es gibt die Sattelzugmaschine mit den Motortunnelvarianten 320 mm und 170 mm und den Motoren OM 936, OM 470 und OM 471 in allen Leistungsstufen.

Mercedes-Benz Unimog mit Doppelkabine: Erstklassige zweite Reihe

Die hochgeländegängigen Unimog U 4023 und U 5023 gibt es nun auch mit Doppelkabine. Der viertürige Unimog ist serienmäßig mit einer Rückbank für vier Personen ausgestattet. Es können auf Wunsch auch zwei luftgefederte Einzelsitze verbaut werden. In dieser Konfiguration finden insgesamt fünf Personen inklusive Fahrer Platz.

Der auf der IAA ausgestellte U 5023 ist für alle ideal geeignet, die auch an entlegenen Orten nicht auf geballte Manpower verzichten können, sei es im Tagebau oder in anderen schwer erreichbaren Gebieten. Nicht immer liegt der Einsatzort für Montagetrupps, Vermessungsteams oder Forschergrup­pen direkt an der nächsten ausgebauten Straße. Dennoch bleibt genug Platz, um eine Vielzahl von Aufbauten anzubringen oder auf der Pritsche Material, Werkzeuge oder Maschinen zu transportieren.

Für das bequeme Erreichen der hinteren Sitzplätze sorgt auf jeder Fahrzeug­seite eine weit öffnende Tür hinter der Vorderachse, zu der ein dreistufiger Einstieg mit flexibler Trittstufe führt. Werkzeug und Arbeitsmaterial können in den drei großzügigen Fächern unter der aufklappbaren Rücksitzbank sicher verwahrt werden. Die persönliche Ausrüstung der Insassen ist so jederzeit griffbereit. Eine perfekte Klimatisierung in der Kabine stellt auch bei einer siebenköpfigen Besatzung die jetzt integrierte, leistungsfähige Klimaanlage sicher. Sie ersetzt das Aufdachsystem früherer Modelle.

Weiteren Komfort, insbesondere bei Fahrten im Gelände, bieten die schwingungsarme Dreipunktlagerung des Fahrerhauses sowie die große Kopffreiheit, die auch Helmträgern genug Raum lässt. Letzteres ist von besonderer Bedeutung, weil die Doppelkabinenvariante der gelände­gängigen Unimog Baureihe vielfach von Feuerwehren eingesetzt wird. Weitere Kundengruppen sind Energieversorger, Tagebaubetriebe, aber auch Fernreisende.

Durch das innovative Aufbaukonzept wiegt die Doppelkabine nur 120 kg mehr als die Standardkabine, wodurch in dieser Variante kaum Nutzlast­nachteile entstehen. Bis auf den Motor-Nebenabtrieb bleiben alle Vorteile des neuen hochgeländegängigen Unimog auch in der Doppelkabinenversion erhalten.

Neben dem hochgeländegängigen Unimog mit Doppelkabine, der seine IAA-Premiere feiert, gibt es jetzt auch ein neues Mitglied in der Unimog Geräte­träger-Familie, den Unimog U 323 mit einer Motorleistung von 170 kW (231 PS). Das neue Top-Modell der Mittelklasse überzeugt durch seine Leistungsfähigkeit: Es ist mit den Radständen 3000 mm und 3600 mm sowie mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 14,0 t erhältlich. Dank der hohen zulässigen Achslasten entpuppt sich der U 323 als effiziente Fahrzeuglösung für Winterdienst- und Transportaufgaben. Er verfügt auf Wunsch über viele Sonderausstattungen, die Kunden bereits am U 423 schätzen. Zum Beispiel das vollautomatisierte Getriebe AutomaticShift, den Getriebe-Nebenabtrieb für Anbaugeräte oder mehrere Hydraulikoptionen.

Mercedes-Benz Econic: Der Sicherheitstruck für den innerstädtischen Bauverkehr

Der Mercedes-Benz Econic, das hochspezialisierte Nutzfahrzeug im Kommunal- und Verteilerverkehr, schlägt eine neue Karriere als Baufahrzeug ein. Er profitiert vor allem im innerstädtischen Bauverkehr von seiner geringen Bauhöhe, hervorragenden Sichtverhältnissen, seinem niedrigen Einstieg und der komfortablen Bedienung. Die tiefgezogene Panorama-Frontscheibe, große Scheiben auf der Fahrerseite, sowie die hohe verglaste Falttür auf der Beifahrerseite sorgen für eine optimale Sicht des Fahrers.

Das optional lieferbare Totwinkel-Kamera-System ermöglicht dem Fahrer durch einen Monitor im Fahrerhaus und vier am Fahrzeug angebrachten Kameras die Sicht auf den nicht direkt einsehbaren Verkehrsraum. Der Fahrer kann die Kameras manuell oder automatisch ansteuern. Im Automatik-Modus werden die Bilder in Abhängigkeit von der Betätigung des Blinkers, von Lenkeinschlag, Gangwahl oder Geschwindigkeit angezeigt.

Zusätzlich wird der Econic ab Januar 2017 als Linkslenker auf Wunsch mit dem neuen Abbiege-Assistent von Mercedes-Benz ausgestattet. Zum gleichen Zeitpunkt wird es ihn ebenfalls mit einer Schnittstelle für eine Rückraum-Überwachung geben. Bei einer drohenden Kollision ist damit sogar eine automatische Notbremsung möglich.

Bereits jetzt gibt es den Econic serienmäßig mit dem Notbremsassistent Active Brake Assist 3. Das radargesteuerte System löst bei einer drohenden Kollision mit einem fahrenden oder stehenden Hindernis nach einer optischen und akustischen Warnung sowie einer Teilbremsung automatisch eine Vollbremsung aus.

Weitere Sicherheitssysteme werden bereits entwickelt, welche sukzessive im kommenden Jahr verfügbar sein werden. Hierbei geht es darum, Unfälle mit Fußgängern und Radfahrern sowie Unfälle beim Anfahren und Rangieren zu vermeiden.

Fuso Canter: Weltbestseller unter den leichten Lkw weiter aufgewertet

Spürbar aufgewertet steht der Fuso Canter in seiner Serienversion auf der IAA. Der Weltbestseller unter den leichten Lkw deckt eine Spanne von 3,5 t bis 8,55 t zulässigem Gesamtgewicht ab. Das Upgrade umfasst ein neues Farbkonzept für das Interieur der Kabine mit sachlichem Schwarz, einem hochwertigerem Boden sowie Chromapplikationen am Cockpit.

Technisch steht die zweite Generation des Doppelkupplungsgetriebes Duonic im Mittelpunkt. Eine neue Schaltstrategie spart Kraftstoff, die neue Kupplung erhöht die Langlebigkeit des unverwüstlichen Canter nochmals. Alle Canter mit Duonic verfügen jetzt serienmäßig über einen Hillholder und optional über einen Tempomat. Eine weitere Neuheit betrifft die Motorisie­rung: Alle Canter entsprechen jetzt der Abgasstufe Euro VI, verbunden mit SCR-Technik.

Ebenfalls neu ist die Modellvariante Canter 7C18 mit 2800 mm Radstand. Sie ist prädestiniert für den Baustelleneinsatz, wenn kurze Aufbauten mit hoher Nutzlast, kraftvoller Motorleistung sowie großer Wendigkeit kombi­niert werden sollen. Außerdem schlägt der Canter eine neue Karriere als Feuerwehrfahrzeug ein. Mit einer Absenkung der Sitzfläche durch Aufbau­hersteller wird die Canter Doppelkabine Feuerwehr-DIN-fähig und eignet sich als Löschfahrzeug für die gesamte Mannschaft. Dabei kommt auch die Vielseitigkeit des Canter mit Einzel- und Doppelkabine sowie mit 4x2- und 4x4-Antrieb zum Tragen.

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