Kunsthochschulen, die sich mit den großen Namen der Kunst und Architektur schmücken können, gibt es einige. Doch kaum irgendwo können Studenten auf so viele namhafte Vorgänger zurückblicken, wie an der Cranbrook Academy of Arts in den USA.
Die Designer Charles and Ray Eames lernten sich hier kennen. Manche sagen, sie seien die größten Designer, die Amerika hervorgebracht hat. Ihre Designmöbel, Industriedesigns und Architektur – allen voran der Eames Lounge Chair – sind weltberühmt. In Cranbrook trafen die beiden den bekannten Architekten und Produktdesigner Eero Saarinen, Sohn des Jugenstil-Architekten und Cranbrook-Gründers Eliel Saarinen. Zu seinen Eero Saarinen’s Werken gehört bespielsweise das CBS Bulidung in New York, das Jefferson Memorial in St. Louis, der Washington Dulles International Airport und die US-Botschaften in Oslo und London.
Auch die Möbeldesignerin und Innenarchitektin Florence Knoll, die das ästhetischen Leitbild der 50er und 60er Jahre wie kein anderer geprägt hat und mit Knoll International eine der weltweit führenden Möbelfirmen der Welt leitete, gehörte zum Cranbrook-Kreis. Ebenso wie der berühmte Bildhauer und Möbeldesigner Harry Bertoia, zu dessen Schaffen Möbelklassiker des 50er Jahre-Stils wie der Diamond-Chair oder der Bird-Chair gehören.
In fast allen Kunst-Disziplinen hat die Cranbrook Academy of Art Größen ihrer Zeit hervorgebracht. Dem international bekannten Textildesigner Jack Lenor Larsen verdankte Jackie Kennedy Teile ihrer Einrichtung im Weißen Haus und Richard Nixon die Teppiche und Polsterungen des Präsidentenflugzeugs Air Force One. Der Stadtplaner, Autor und Cranbrook-Absolvent Edmund Bacon schrieb das Architektur-Standardwerk „Design of Cities“. Einer der einflussreichsten Vertreter der amerikanischen Bildhauerei Duane Hanson wurde mit seinen maßstabsgetreuen, menschlichen Figuren berühmt, die detailgenau brisante Themen der amerikanischen Wirklichkeit wie Krieg, Abtreibung oder Rassenkonflikte aufgreifen. Die Arbeiten des Schrift-Designers Edward Fella schafften es sogar in die Sammlung des MOMA in New York.
Die Großen aus Cranbrook prägten aber nicht nur die Vergangenheit sondern auch unsere Zeit. Der wohl bekannteste unter ihnen ist der Stardesigner Daniel Libeskind, der an der Academy dozierte. Architekturen wie das Neue Jüdische Museum in Berlin oder der Freedom Tower auf dem Ground Zero in New York haben in den letzten Jahren Schlagzeilen gemacht. Zu den Projekten des Architekten und Cranbrook-Absolventen Hani Rashid zählen das virtuelle Guggenheim-Museum, ein virtueller Marktsaal für die New Yorker Börse und das Mercedes-Benz Museum in Stuttgart.
Die berühmten Absolventen setzten den Standart für die heutigen Studenten. Die Akademie gehört – gestern wie heute – zu den besten und am meisten gefragten Hochschulen der USA.
Die Künstler, die sich hier zwei Jahre auf die künstlerische Auseinandersetzung und ihren Abschluss konzentrieren, sind der harte Kern einer strengen Auswahl und haben alle bereits akademische Abschlüsse erlangt. Nur sechs bis acht Studenten werden pro Jahr in jedem der zehn Departments Architecture, Ceramics, 2D (Graphic) Design, 3D (Industrial) Design, Fiber, Metalsmithing, Painting, Photography, Print Media und Sculpture angenommen.