Emerging Artist Award 2007
Berlin
,
21.09.2007
Statement der Künstler Dharmesh Patel und Marty McElveen
Erläuterungen von Dharmesh Patel
Im Laufe der Geschichte hat der technologische Fortschritt die Landschaft unserer bebauten Umwelt geprägt. Er hat uns ermöglicht, Systeme und Netzwerke zu schaffen, mit denen wir den technologischen Fortschritt zum Nutzen der Menschen und der Gesellschaft insgesamt unmittelbar anwenden können. In dieser Form von Demokratie haben diese Systeme und Netzwerke das Handwerk einer industriellen Monotonie unterworfen. Infolge dieses Zusammenflusses wurde unsere bebaute Umwelt zu einem Zustand der Apathie degradiert.
Die Technologie hat eine Verzerrung von Architektur und Design zugelassen. Im 20. Jahr­hundert hat die Verfügbarkeit von Mitteln und Transportmöglichkeiten den Designprozess strategisch in den Zustand „befördert“, in dem er sich nun befindet. Um die derzeit herrschende Auffassung von Architektur und Design auf diesem homogenen Gebiet zu korrigieren, muss gegen diese Vorstellung von Technologie angegangen werden. Die technischen Produktionsprozesse mit ihrer Fließbandproduktion werden die Anforderungen des Designprozesses nicht länger ignorieren. Die Technologie hat den Zweck des Handwerks und Inhalts neu „demokratisiert“ und den Schwerpunkt vom Verbraucher zum Hersteller verlagert. Die Produktion des Handwerks und Inhalts auf persönlicher und taktischer Ebene wird zur Grundlage des Designs. Meine Untersuchungen setzen dort an, wo der Verstand und der Körper „versagen“ und dem Hilfsmittel der Technik weichen.
Erläuterungen von Marty McElveen 
Eliel Saarinen hat einmal gesagt: „Das Allerwichtigste ist, ein entsprechendes Design zu entwickeln, mit dem wir unsere Gegenwart ausdrücken können. Ist die Form erst einmal festgelegt, spielt es keine Rolle, ob wir Kunst in Handarbeit oder mit technischen Hilfsmitteln kreieren. Beides ist notwendig.“ Innerhalb der letzten fünfzig Jahre hat sich wenig geändert in der Art und Weise, wie Architektur realisiert wird, insbesondere im Vergleich zu anderen Bereichen, in denen die maschinelle Produktion äußerst wichtig ist. Erst in den letzten fünf Jahren haben einige Leute damit begonnen, die Fortschritte in den Bereichen Technologie, Bauwesen und Werkstoffkunde zu nutzen, um die traditionelle Methodik der Architektur auf allen Ebenen in Frage zu stellen.
Ich bin an einem Gestaltungsprozess interessiert, dem vor allem zwei wesentliche Merkmale zu Grunde liegen - das Handwerk und das Experimentieren. Dieser Ansatz fördert eine Eins-zu-Eins-Erforschung, um die architektonische Konstruktion neu zu definieren – davon profitiert die Architektur als Lehrfach und als Beruf. Betrachtet man den manuellen Schaffensprozess als Mittel der Bewegung durch die Arbeit, so wird das so entstandene Objekt zum konstanten Mittelpunkt in allen Phasen der Gestaltung, und ist nicht nur in seiner Funktion als Endprodukt zu begreifen. Diese Sicht der Dinge schafft auch eine Arbeitsweise, die zuvor erworbenes Wissen in den Bereichen Design, Fertigung und Konstruktion in Frage stellt. Meine Arbeit hat sich verlagert – dank der digitalen Technologie, mit der neue Wege entstehen, den Gestaltungsprozess zu durchdringen und dem Architekten und seiner Arbeit im Rahmen eines soziales Milieus eine einzigartige Stellung zu verleihen. Zudem lässt sie eine völlig neue Betrachtungsweise zu, wie wir Raum begreifen, kreieren und letztendlich erfahren.
 
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