Tramagal: Qualität aus Portugal und Japan für Europa
Tramagal, Portugal
17.10.2011
In Tramagal, rund 150 km nordöstlich der portugiesischen Hauptstadt Lissabon gelegen, befindet sich die zentrale Produktionsstätte des Fuso Canter für Europa. Der Fuso Canter, mit einer weltweiten Produktion von jährlich über 150 000 Einheiten der Weltbestseller von Daimler Trucks, wird von hier aus in mehr als 30 Länder geliefert. Das Werk Tramagal ist in den weltweiten Produktionsprozess von Daimler Trucks integriert und operativ eng mit Fuso in Japan verbunden.
Produktion: Rohbau handwerklich sorgfältig ausgeführt
Der handwerklich sorgfältig und präzise ausgeführte Rohbau der Kabine bildet die Basis für die hohe Qualität des Canter. Sämtliche Bleche für alle Produktionsstätten weltweit stammen zentral aus dem Werk Kawasaki von Fuso in Japan. Dies gewährleistet neben einer rationellen und kosten­günstigen Produktion eine weltweit einheitlich hohe Qualität.
Einzel- und Doppelkabinen werden in Tramagal auf getrennten Produktions­linien gefertigt. Die Mitarbeiter verbinden die Bleche mit Hilfe entsprechender Vorrichtungen durch mehr als 2000 Schweißpunkte miteinander. Die erlaubte Abweichung beläuft sich auf nur plus/minus 1,5 mm.
Lackierung: hochwertige KTL-Beschichtung als Korrosionsschutz
90 Prozent aller Canter sind weiß. Doch neben dieser klassisch-neutralen Farbe kommen 86 weitere Lackfarben zum Einsatz. Grundlage der hohen Lackqualität des Canter ist eine gründliche Vorbehandlung durch die KTL-Anlage (kataphoretische Tauchlackierung).
Roboter tragen den Decklack elektrostatisch und nahezu verlustfrei auf. Für eine perfekte Qualität gilt die Lackieranlage als Reinraum mit fein gefilterter Luft. Bei weiß lackierten Kabinen kann Fuso aufgrund der hohen Lackier­qualität inzwischen auf den „Primer“ verzichten. Die Schichtdicke des Lacks beläuft sich bei der Grundierung auf mindestens 30 µm (1 µm entspricht einem tausendstel mm) und beim Decklack auf mindestens 40 µm.
Intensive Kontrolle ist selbstverständlich: Jede einzelne Kabine wird unter gleißendem Licht genauestens überprüft. So sind zum Beispiel an Front und Seite keinerlei Staubeinschlüsse erlaubt und nur minimale Einschlüsse an Fahrerhausdach und Rückseite der Kabine.
Der in der Vorbehandlung kugelgestrahlte und später pulverbeschichtete Rahmen gewährleistet bestmöglichen Korrosionsschutz.
Montage: Detailarbeit an und im Fahrerhaus
In der Montage werden nacheinander Scheibenwischergestänge, Fenster­dichtungen, Kabelsätze, Türverkleidungen, die Einheit aus Bremskraft­verstärker und Pedalerie, Innenverkleidungen und Dämmung, Armaturen­anlage, Scheiben, Sitze und die Außenspiegel mit Liebe zum Detail ein- bzw. angebaut.
Die Sitze werden zuvor in einer benachbarten Halle von einem Zulieferer montiert und exakt in Reihenfolge der Fahrzeuge in der Produktion zugesteuert. Nach der Montage schwebt die Kabine an die nächste Linie zur Verbindung mit dem Fahrgestell, der sogenannten Hochzeit.
Hochzeit: Rahmen und Kabine finden zusammen
Diese Hochzeit erfolgt am Ende der Montagelinie des Fahrgestells. Der Rahmen des Canter wird in Tramagal aus vorgefertigt zugelieferten Teilen in einem neu eingerichteten Werksteil montiert. Die Vormontage von Rahmen und Achsen erfolgt separat.
Endabnahme: sorgfältige Kontrolle aller Funktionen
Im Anschluss wird jeder Canter intensiv überprüft. Geschulte Mitarbeiter kontrollieren sämtliche Funktionen des neuen Lkw, ob nun Motor und Getriebe, Heizung und Klimaanlage oder Scheibenwischer. Spur und Licht werden ebenso eingestellt wie Tachometer und Tachograph justiert. Ebenso erfolgt eine letzte sorgfältige Sichtprüfung. Auf einer kurzen Strecke auf dem Werksgelände wird die Funktion des Antiblockiersystems erprobt.
Damit nicht genug: Das Werk überprüft zwei Fahrzeuge pro Tag in einer Beregnungsanlage auf Dichtigkeit. Regelmäßig werden neue Canter auch im Fahrbetrieb getestet. Zu diesem Zweck absolvieren sie beladen einen abwechslungsreich gestalteten, standardisierten 30 Kilometer langen Kurs. Zwei neue Canter pro Tag werden besonders genau unter die Lupe genommen, sie werden in einem Audit auf Herz und Nieren getestet.
Fahrzeugteile des neuen Canter stammen zu rund 50 % aus Europa
Wertmäßig stammen etwa 50 Prozent der Teile des Fuso Canter aus Tramagal von mehr als 90 europäischen Lieferanten, etwa Motor, Achsen­komponenten, Federn, Bremsen, Reifen, Scheinwerfer und Leuchten sowie Sitze und zahlreiche Innenverkleidungen. Aus Japan steuert Fuso vor allem Teile für die Kabine und den Rahmen zu. Darüber hinaus Achsenteile, die Lenkung, die Heizungs- und Klimaanlage sowie das innovative Doppel­kupplungs­getriebe Duonic. Das Werk Tramagal ist zertifiziert nach DIN EN/ISO 9001 und 14001.
Tramagal – ein traditionsreiches Werk mit viel Erfahrung
Das Werk Tramagal in Portugal hat eine abwechslungsreiche Geschichte. 1964 gründete das portugiesische Familienunternehmen Duarte Ferreira das Unternehmen als CKD-Fertigung von französischen Berliet-Lkw für das portugiesische Militär. 1980 begann die Zusammenarbeit des Unternehmens mit Mitsubishi Fuso. Bis 1996 montierte das Werk Tramagal in CKD-Bau­weise (CKD = Completely Knocked Down) für den portugiesischen Markt den Fuso Canter sowie weitere Fahrzeuge von Mitsubishi Fuso. 1990 wurde das Werk vom portugiesischen Importeur von Mitsubishi Fuso übernommen.
Seit 2003 zur Daimler AG gehörig
1996 ging das Werk Tramagal in die Hände von Mitsubishi Fuso als zentrale Produktionsstätte des Canter für Westeuropa über. Seit 2003 gehört das Werk durch die Übernahme der Mehrheit an Mitsubishi Fuso zur Daimler AG. Im Detail: Mitsubishi Fuso Truck Europe (MFTE) mit dem Werk Tramagal ist eine Tochter der Mitsubishi Fuso Truck and Bus Corporation (MFTBC). An ihr hält die Daimler AG rund 90 % der Anteile.
Seit Aufnahme der Canter-Produktion im Jahr 1980 wurden rund 160 000 Fahrzeuge in Tramagal produziert. Sie werden heute in alle Länder West-, Nord- und Mitteleuropas sowie nach Süd- und Osteuropa und Israel exportiert. Für die Zukunft hat das Werk vorgesorgt: Das Firmengelände misst rund 110 000 m², davon ist zurzeit erst ein Drittel überbaut.
Suche
Presse-Ansprechpartner
Jürgen
Barth
Produktkommunikation Lkw / Unimog
Tel.: +49 711 17-52077
Fax: +49 711 17-91595
Uta
Leitner
Produktkommunikation Lkw / Unimog / Omnibusse
Tel.: +49 711 17-53058
Fax: +49 711 17-91595
Aktionen
ALLE Inhalte der Pressemitteilung
© 2014 Daimler AG. Alle Rechte vorbehalten. Anbieter | rechtliche Hinweise | CookiesDatenschutz | Nutzungsbedingungen