Der neue Actros für den Bau: Robuste Eleganz mit technischem Tiefgang
Wörth/Ötigheim
,
31.03.2009
Grundbegriffe der Getriebetechnik
Getriebe
Unter einem „Getriebe“ wird in der Regel ein Schalt- oder Wechselgetriebe verstanden. Es dient im Antriebsstrang zur Kraftübertragung und damit zur Anpassung der vom (Verbrennungs-) Motor abgegebenen, veränderlichen Leistung P [kW] bzw. des Drehmoments M (Nm) an die sich ebenfalls verändernden Fahrwiderstände Gewicht, Steigung-/Beschleunigungswiderstand, Roll- und Luft­widerstand. Schaltgetriebe sind meistens als Zahnrad­getriebe ausgeführt.
Schaltgetriebearten
Handschaltung (mit Zugkraftunterbrechung)
teil-/vollautomatisierte Schaltgetriebe
Lastschaltgetriebe
Klauengetriebe
Im Klauengetriebe (auch Allklauengetriebe genannt) sind zwischen den Gangrädern und den Schaltmuffen (Schiebe­muffen) keine Gleichlaufvorrichtungen (Synchronringe oder ‑pakete) eingebaut. Die kraftschlüssige Verbindung
(= ge­schalteter Gang) zwischen den mit Klauen an den Seiten­flanken versehenen Zahnrädern und den ebenfalls mit Klauen versehenen Schaltmuffen ist nur bei Gleichlauf oder Stillstand beider Bauteile möglich. Diesen Gleichlauf herzustellen war früher Aufgabe des Kraftfahrers (Doppel­kuppeln, ggf. Zwischengas). Heute übernimmt die Motor- und Getriebesteuerung diese Aufgaben.
Synchrongetriebe
Wie beim Klauengetriebe ist eine kraftschlüssige Ver­bindung (Gangwechsel) zwischen Zahnrädern und Schiebe­muffe nur bei Gleichlauf/Stillstand der Bauteile möglich. Diesen Gleichlauf herzustellen ist Aufgabe der Synchron­einrichtung.
Planetengetriebe
Leistungsverzweigendes, unter Last schaltbares Getriebe mit gleichachsigem An- und Abtrieb. Die Leistungs­ver­zweigung erfolgt über mindestens drei Planetenräder. Alle Übersetzungen werden durch wechselweises Aktivieren der einzelnen Laufteile erreicht. Wesentlich Bauteile: Sonnen­rad, Planetenräder (mit Planetenradträger), Hohlrad (innen­verzahnt).
Getriebebauweise
einstufig: alle Gangstufen werden im Hauptgetriebe erzeugt, im Lkw typischerweise 6-Gang-Getriebe
zweistufig: die im Hauptgetriebe vorhandenen „Hauptgänge“ (i.d.R. 3 oder 4) werden durch einen nachgeschalteten Radsatz („Range“-Gruppe) oder einen vorgeschalteten Radsatz („Split“-Gruppe) verdoppelt
dreistufig: die im Hauptgetriebe vorhandenen „Hauptgänge“ (i.d.R. 3 oder 4) werden durch einen nachgeschalteten Radsatz („Range“-Gruppe) und einen vorgeschalteten Radsatz(„Split“-Gruppe) vervierfacht
Gangabstufung
geometrisch: gleichmäßige Drehzahlsprünge von Gang zu Gang
progressiv: kleiner werdende Drehzahlsprünge, je höher die Gangstufe
Berggang-Getriebe
auch Direktgang-Getriebe. Übersetzung im größten Gang
1 zu 1. Das eingehende Drehmoment wird ohne Wandlung, und damit ohne Verluste, durch das Getriebe zum Antriebs­achsdifferenzial geleitet.
Schnellgang-Getriebe
auch Overdrive-Getriebe. Herabsetzung des eingehenden Drehmoments, Heraufsetzung der Drehzahl in einer (oder mehreren) Stufe(n).
Getriebespreizung
auch Getriebeübersetzungsbereich. Bezeichnet das Verhältnis zwischen größtem und kleinstem Gang.
Vorgelegewellen- bremse
Bremseinrichtung auf der Vorgelegewelle des Haupt­ge­triebes. Aufgabe: Abbremsen der Schwungmasse aus Kupplung und Getriebeeingang, um beim Hochschalten schneller den Gleichlauf zwischen Antrieb und Abtrieb zu erzielen.
Kupplungsbremse
Wirkt auf die Getriebeeingangswelle. Aufgabe: siehe Vor­gelegewellenbremse.
Schaltsysteme
Direktschaltung: Schalthebel direkt auf der Getriebe­deckel, Schaltkraftübertragung rein mechanisch (Muskel­kraft).
Fernschaltung: Getriebe und Schalthebel sind räumlich von einander getrennt; Schaltkraftübertragung mechanisch (Muskel­kraft mittels Gestände/Seilzug), hydraulisch/pneumatisch (i.d.R. Muskelkraft mit Schalt­kraft­unterstützung) oder durch Fremdkraft („Shift by wire“).
 
Aktionen
©2012 Daimler AG. Alle Rechte vorbehalten.
Anbieter, rechtliche Hinweise, Datenschutz, Nutzungsbedingungen