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Neue Generation vollautomatisierter Schaltgetriebe für den Einsatz abseits befestigter Wege
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Für den Baustellenbetrieb bestens gerüstet
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Zusätzliche Fahrprogramme optimieren das Fahrzeug-Handling
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Weniger Verschleiß und weniger Verbrauch bei gleichzeitig mehr Sicherheit und mehr Komfort
Am Anfang klingt alles ein wenig hart und sperrig: Klauengetriebe, Mercedes PowerShift Offroad, Offroad-Paket. Kraft, die aus der Wortwahl quillt. Schicke Schale, harter Kern? Der neue Actros Bau, ein 2646 K 6x4 mit Luftfeder-Tandem, steht als eine Art Universal-Kipper vor dem Tester und scheint die Bedenken zu erahnen. In die hübsche Optik des neuen Straßen-Actros gekleidet, macht sogar die massive Schutzplatte für die Ölwanne ein gute Figur: Funktion kann durchaus formschön sein.
Damit zerstreut der Baustellen-Actros einige Bedenken von sperriger Härte von außen schon im Stand. Oben in der mittellangen Kabine angekommen, fühlt sich der Onroad-Mensch im Offroad-Actros gleich zu Hause. Feine Instrumente wie beim Straßen-Bestseller, Sitz- und Spiegeleinstellung wie gewohnt. Alle Schalter sitzen da, wo sie hingehören. Sogar die Schaltung scheint identisch: Mercedes PowerShift Offroad wie für die Asphaltcowboys - die Fahrt mit dem vermeintlich groben Baufahrzeug lässt sich höchst komfortabel an.
Mercedes PowerShift Offroad überzeugt Onroad
Aufsitzen, anschnallen, abfahren. Vorher bloß die Fahrerkarte nicht vergessen. Und die Abfahrtkontrolle - aber die hat der freundliche Testwagenbegleiter schon erledigt. Zum Anfahren hat der Getriebecomputer den dritten Gang als passend auserkoren. Angesichts der für 456 Pferdestärken und 2200 Newtonmeter geringen Fahrzeugmasse von knappen 26 Tonnen und einer geländetauglich kurzen Achsübersetzung ist das eine ausgeprägt kupplungsschonende Philosophie. Mit Leerlaufdrehzahl wird der Kraftschluss hergestellt. Schleifende Kupplung? Nein Danke.
Beim Beschleunigen zeigt die versammelte PowerShift-Elektronik, das sie von Mercedes-Benz stammt. Getreu der bestens bekannten Lehre von den großen Gangsprüngen, wo möglich, schaltet der 2646 vom dritten in den sechsten und dann gleich in den neunten Gang. Zeit- und kraftstoffzehrendes Verzetteln ist dem Getrieberechner ein Gräuel. Nach der neunten Stufe wird die elfte und anschließend die zwölfte Welle belegt. So erreicht man binnen kürzester Zeit sein Marschtempo.
Große Spreizung für alle Fälle
Bei 80 km/h auf der vierstreifigen Schnellstraße brummelt der 11,9-Liter-Sechszylinder im unteren Teillastbereich vergleichsweise ökonomisch vor sich hin. Dank neuer, länger übersetzter Außenplanetenachsen plus Overdrive-Auslegung der PowerShift-Box scheint hier ein guter Onroad-/Offroad-Kompromiss gelungen. Immerhin kommt das verstärkte Getriebe namens G 330 so auf eine Spreizung von 14,9 zwischen der ersten und der zwölften Gangstufe.
Das reicht sogar in einem anspruchsvolleren Gelände wie Daimlers Offroad-Parcours in Ötigheim. Dort angekommen, steigt der Adrenalinspiegel des bis dahin vollkommen relaxten Actros-Testers schlagartig. Aufgewühlte Pisten mit undefinierbar tiefen Großraum-Pfützen ringsherum, angereichert mit einer Ansammlung mehr oder weniger „unbefahrbarer“ Hügel mitten drin. Unbefahrbar jedenfalls mit einen „schlichten“ 6x4-Kipper, noch dazu mit einem Automatikgetriebe, denkt der Tester laut.
„Lass’ Mercedes PowerShift Offroad das mal machen“, verhindert der Testbegleiter den Griff des Verunsicherten zum Umschalter fürs manuelle Schaltprogramm. Der Mann muss es wissen, hat er doch sowohl Mercedes-Benz Trucks Geländelaster als auch die Getriebeautomatisierung mit entwickelt und erprobt. Also nur die Längsfeuer rein - beim Actros funktioniert das sinnvollerweise in kaum zu überbietender Logik mit einem Drehschalter, der eine falsche Reihenfolge beim Zu- und Abschalten der Differenzialsperren zwangsweise unterbindet.
Automatik schaltet schnell im Schlamm
Zügig nimmt der Kipper Fahrt auf und schaltet jetzt, ganz fahrwiderstandskonform, in kleinen Gangsprüngen hoch, durch die erste Pfütze. Das Tempo bleibt hoch, der fünfte Gang bleibt drin. In der nächsten Pfütze fällt der Bau-Actros in ein sehr tiefes Schlammloch, die Fuhre verliert schlagartig an Fahrt. Kein Grund zur Panik für Mercedes PowerShift Offroad: Mit traumwandlerischer Sicherheit schaltet die Automatik direkt vom fünften in den ersten Gang zurück. Schon passt die Zugkraft an den Antriebsrädern wieder zum aktuellen Fahrwiderstand. Ohne Hängen zu bleiben, ackert der Actros durch das tiefe Schlammwasser.
Okay, die flugs zugeschaltete Quersperre trägt das Ihrige zum ununterbrochenen Vortrieb bei. Den Drehzahlausgleich abzuschalten, war dabei aber selbst für den Geländelaien denkbar simpel. Schließlich war das unvermeidliche Getriebe-Schaltmanöver ohne jedwelche Aktionen an einem Schalthebel oder wohl dosiertes Betätigen eines Kupplungspedals von statten gegangen. Somit blieb dem Fahrer alle Zeit, den Differenzialsperrenschalter einfach eine Stufe weiter zu drehen.
Manchmal muss man’s manuell machen
So einfach kann Geländefahren sein? Nicht ganz. Vor dem Erklimmen der durchaus ansehnlichen Steilstücke ermahnt der Testbegleiter: „Im schweren Gelände bleibt das Wissen und Können des Fahrers unverzichtbar“. Damit meint er: Tu jetzt, was ich dir sage. Und: Selbst der beste Getriebeautomat kann nicht sehen. Wenngleich die hoch sensible Sensorik der neuen PowerShift Offroad mit ihrem für den Geländeeinsatz noch einmal weiter entwickelten Neigungssensor Änderungen des Fahrwiderstandes beinahe zu Erahnen scheint.
Also darf der Tester nun doch das tun, was er gleich zu Anfang der Geländefahrt schon machen wollte: Umschalten auf das manuelle Schaltprogramm. Im fixierten ersten Gang klettert der Dreiachser mit seinem durchgesperrten Antriebstandem den Berg hinauf. Fast so, als wolle er dem Geländegreenhorn beweisen: Allrad? Brauche ich nicht. Talwärts - gefühlt: senkrecht runter - geht es dann klassisch im weiter gegen Hochschaltungen gesperrten ersten Gang und mit dem fulminant zupackenden Dauerbrems-Duo aus Konstantdrossel und Motorbremse.
Am Ende flotte Fotofahrten
Diese Lektion gelernt, nimmt der Tester wieder die „oberen“ Geschwindigkeitsbereich ins Visier. Alle Sperren raus, Getriebeprogramm zurück auf Automatik, ab geht die Post. Pfützen aufbrechen, Bugwellen erzeugen, den Fotografen erfreuen.
Wenngleich das feuchte Treiben mit richtigem Geländefahren wenig zu tun hat, so kann man bei der Gelegenheit doch gleich ein nützliches Mercedes PowerShift-Offroad-Feature ausprobieren. Schnelles Rückwärtsfahren in der obersten von insgesamt vier dafür eingebauten Schaltstufen. Das spart im wirklichen Baustellenleben Zeit. Bei der Probefahrt allerdings ist zumindest der Fotograf wenig begeistert - die Bugwelle ist nun eine Heckwelle und schwappt in die falsche Richtung.
Irgendwann ist dann aber Ende im Gelände. Der Tester ist ziemlich beeindruckt. Der Actros nicht. Nur schmutzig ist er geworden. Weil Sicherheit vorgeht, wird das Gröbste vor der Heimfahrt über öffentliche Straßen von Hand entfernt. Besonders einfach geht das bei den steinschlaggeschützten Heckleuchten: Klappgitter hoch, drüber wischen, Klappgitter runter. Ein feines Detail, das von Feinschliff zeugt. Grobes und sperrig-hartes ist dem neuen Actros Bau eigentlich fremd.
Mercedes PowerShift Offroad-Features im Überblick
Um den Actros Bau-Fahrer noch in den unterschiedlichsten Alltagssituationen zu unterstützen, ist Mercedes PowerShift Offroad mit pfiffigen Funktionalitäten ausgestattet.
Besonders hilfreich abseits befestigter Wege wirken
Im Straßenbetrieb nützlich ist
Bedient werden die neuen Funktionen in einem eigenen Schaltfeld. Wann die eine oder andere Fahr- und Bedienhilfe ein- oder ausgeschaltet ist, wird in der Multifunktionsanzeige eingeblendet.