TecDay Safety 2009: Das Sicherheitsexperimentalfahrzeug ESF 2009
Stuttgart
10.06.2009
PRE-SAFE Demonstrator: PRE-SAFE® realitätsnah erleben
Das präventive Insassenschutzsystem PRE-SAFE® aktiviert eine Reihe von Sicherheitssystemen für den Fall, dass ein Unfall unvermeidlich erscheint. Glücklicherweise kommen viele Autofahrer aber nie in die Situation, PRE‑SAFE® zu erleben. Einen realitätsnahen Eindruck der Sicherheitssysteme vermittelt ein innovativer PRE-SAFE-Demon­strator, der seine Weltpremiere auf der 21. ESV-Konferenz am 15. Juni in Stuttgart hat.
Der Simulator verwendet erstmalig für diesen Zweck einen Linearmotor, um die Fahrzeugkabine innerhalb von vier Metern auf bis zu 16 km/h zu beschleunigen. Das entspricht einer Beschleunigung von zwei g, also dem Doppelten des freien Falls. Nach etwa 1,2 Sekunden erfolgt der Aufprall auf die eigens konstruierten hydraulischen Stoßdämpfer. In dieser Zeit erleben die Probanden nicht nur live die Wirkung von PRE-SAFE® -Funktionen wie Gurtvorspannung, NECK-PRO und aufblasbaren Seitenwangen der Sitze, sondern auch die Rückhaltewirkung der Gurte beim Aufprall.
Der Linearantrieb des PRE-SAFE-Demonstrators, ähnlich dem des Zugsystems Transrapid, hat eine Leistungsaufnahme von 10 kW, ist frei programmierbar und funktioniert auch in Gegenrichtung. So können verschiedene Beschleunigungsprofile und auch ein Heckaufprall demonstriert werden. Außerdem kann die Kabine auf dem Beschleunigungsschlitten um 30 Grad gedreht werden, um einen Schrägaufprall zu simulieren. Wird die Kabine um 90 Grad gedreht, kann der Antrieb so programmiert werden, dass durch Hin- und Herschwingen der Eindruck einer rasanten Kurvenfahrt entsteht.
Die bewegte Masse des Demonstrators beträgt 500 kg. Sie umfasst auch die
Kabine, die aus einer realen S-Klasse-Limousine entstand und deren Beifahrerplatz einschließlich Armaturentafel und Tür übernommen wurde. Um den Demonstrator kompakt zu halten, wurde die Fahrerseite ebenso wie der Motorraum und das Heck der Karosserie ab B-Säule entfernt. Speziell designte Kunststoffteile schließen die Kabine an diesen Stellen ab. Insgesamt ist der Demonstrator rund 2,5 Tonnen schwer und so konstruiert, dass er leicht mit einem Gabelstapler auf einen Lkw verladen werden kann. Zum einfachen Transport tragen auch die doppelten elektrischen Schnittstellen direkt am Demonstrator und am Schaltschrank bei. Zur Feinausrichtung am Zielort verfügt die Anlage über Rollen, die hydraulisch ausgefahren werden können.
Entwickelt und konstruiert wurde der PRE-SAFE-Demonstrator im Auftrag der Mercedes-Unfallforschung von der Abteilung Prototypen-Vorrichtungs­bau der MB-technology GmbH. Die MBtech Group ist ein weltweit agierendes Automotive Engineering- und Consulting-Unternehmen innerhalb der Daimler-Firmengruppe. Projektleiter Markus Pscheidt erinnert sich: „Dieser Auftrag war eine ganz besondere Herausforderung, denn Linearantrieb wurde unserer Kenntnis nach noch nie für eine solche Konstruktion verwendet. Um die Sicherheit der Probanden unter allen Umständen zu gewährleisten, mussten wir viele Details eigens konzipieren und in enger Abstimmung mit dem TÜV entwickeln.“
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