TecDay Safety 2009: Das Sicherheitsexperimentalfahrzeug ESF 2009
Stuttgart
,
10.06.2009
Size Adaptive Airbags: Maßgeschneiderte Airbags
1980 war die Mercedes S-Klasse (W 126) das erste Serienfahrzeug mit
Airbag. Inzwischen haben die Airbags ihren Siegeszug quer durch alle Fahrzeugsegmente angetreten. Airbags haben viele Menschenleben gerettet und Verletzungsfolgen gemildert. Die Mercedes-Sicherheits­experten arbeiten an einer weiteren Verbesserung der Schutzwirkung: Airbags mit variablem Volumen.
Adaptive Airbags gibt es bei Mercedes-Benz schon heute: In vielen Baureihen werden die Airbags je nach prognostizierter Schwere des Aufpralls in zwei unterschiedlichen Stufen gezündet. Künftige Generationen des Rückhaltesystems werden aber nicht nur die Schwere des Unfalls berücksichtigen, sondern sich auf die einzelnen Personen im Fahrzeug einstellen: Die „Size Adaptive Airbags“ passen ihr Volumen automatisch an die von Sensoren erkannte Sitzposition und Statur des Beifahrers an. Denn ob kleine Mitfahrer dicht hinter der Armaturentafel kauern oder groß gewachsene Copiloten den Sitz ganz nach hinten gestellt haben, spielt bei der Schutzwirkung der Airbags durchaus eine Rolle. Auch auf das Gewicht des Beifahrers und die damit auf den Airbag wirkenden Kräfte bei einem Unfall kommt es an.
„Size Adaptive Airbags“ ermöglichen ein optimiertes Timing, wann der Mitfahrer mit dem Airbag in Kontakt kommt, egal wie schwer er ist und wo er sitzt. Dadurch kann dieses Rückhaltesystem den Aufprall optimal dämpfen. Die Mercedes-Entwicklung variiert das Volumen auf der Beifahrerseite stufenlos von 90 bis 150 Liter. Zum Vergleich: Konventionelle Beifahrer-Airbags besitzen rund 120 Liter Volumen.
Das System arbeitet mit drei Fangbändern, mit deren Hilfe die Airbag-Kontur eingestellt und damit das Volumen limitiert wird. Die Fangbänder sitzen auf
elektrisch angetriebenen Spulen. Beim Auslösen des Airbags wird nur so viel Band freigegeben, wie das Steuergerät anhand der Sensordaten über Sitzposition und Statur des Insassen berechnet hat.
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