TecDay Safety 2009: Das Sicherheitsexperimentalfahrzeug ESF 2009
Stuttgart
10.06.2009
Interactive Vehicle Communication: Autos melden weiter, was ihre Sensoren erkennen
Autos wissen manchmal mehr von der Umgebung als ihre Fahrer. So können Fahrzeuge mit Hilfe intelligenter Kommunikationssysteme zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und Mobilität beitragen.
Eine Eisplatte in der nächsten Kurve? Eine Nebelbank in drei Kilometern Entfernung? Ein plötzlicher Stau an einer Tagesbaustelle? Was bislang für böse Überraschungen sorgte, verliert seine Schrecken, wenn der herannahende Autofahrer aktuell und rechtzeitig gewarnt wird. Diese Aufgabe sollen künftig die anderen Fahrzeuge im Verkehr übernehmen – automatisch und per Funk. Das ist der Grundgedanke der Interactive Vehicle Communication.
Autos sammeln heute eine Menge Informationen über die aktuelle Verkehrsumgebung: Denn die zahlreichen Sensoren, Kameras und Steuergeräte der Fahrdynamik- und Assistenzsysteme können schlechte Witterungsverhältnisse ebenso wie plötzliche Brems- und Ausweichmanöver oder liegen gebliebene Fahrzeuge registrieren. Hinzu kommen weitere Informationsquellen wie Meldungen der Polizei vor Ort. Sie können über zusätzliche Relaisstationen („Car-to-x“) wie Funkbaken am Straßenrand, stationäre Funkknoten (zum Beispiel Verkehrszentralen und Schilderbrücken) oder über das Internet weitergegeben werden. Der Bordrechner sortiert alle Meldungen nach Plausibilität und Relevanz. Veraltete oder für den einzelnen Autofahrer irrelevante Staumeldungen aus dem Radio gehören dann der Vergangenheit an.
Seit mehr als sieben Jahren arbeiten Mercedes-Ingenieure an der Zukunftstechnologie „Interactive Vehicle Communication“. Den aktuellen Stand der Forschung demonstriert das Sicherheitskonzeptfahrzeug ESF 2009: Dieser Mercedes kann selbstständig ein herannahendes Einsatzfahrzeug etwa der Polizei erkennen und seinen Fahrer davor warnen, indem ein Symbol im Display eingeblendet wird. Ebenso ist es möglich, Schlechtwetter- oder Hinderniswarnungen zu empfangen und zu senden.
Der Datenaustausch zwischen den Fahrzeugen läuft dabei über so genannte „Ad‑hoc”-Netzwerke. Diese Verbindungen werden über kurze Entfernungen spontan zwischen den Fahrzeugen gebildet. Die drahtlosen lokalen Netzwerke (WLAN – wireless local area network) sind selbstorganisierend und kommen ohne externe Infrastruktur aus. Gesendet und empfangen wird auf einer Frequenz von 5,9 Gigahertz über eine Distanz von bis zu 500 Metern. Doch die erzielbare Kommunikationsreichweite ist erheblich größer, denn entgegenkommende Fahrzeuge transportieren die Nachrichten weiter.
Autos, die miteinander kommunizieren, können noch mehr leisten als die Weitergabe von Informationen: Gekoppelt an moderne Abstandsregelsysteme wie DISTRONIC Plus von Mercedes-Benz, können sie zur Harmonisierung des Verkehrsflusses beitragen, indem schon bei der Auffahrt auf die Autobahn automatisch das für staufreies Vorankommen optimale Tempo gewählt wird. Oder Kollisionen können vermieden werden, wenn Fahrzeugsensoren einen drohenden Zusammenstoß erkennen und der Abstand automatisch reguliert wird.
In der Praxis muss sich diese Technologie gerade beim Projekt „Sichere Intelligente Mobilität – Testfeld Deutschland“ (sim TD) bewähren, an dem neben Mercedes-Benz auch andere deutsche Hersteller und Zulieferer teilnehmen. Bis zu 400 Fahrzeuge kommunizieren bei diesem weltweit größten Feldversuch für Interactive Vehicle Communication miteinander. sim TD findet von Herbst 2008 bis 2012 im Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main statt. Die Experten gehen davon aus, dass sinnvolle flächendeckende mobile Informationsnetzwerke möglich werden, sobald etwa zehn Prozent aller Fahrzeuge kommunikationsfähig sind.
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