Die Entstehung eines neuen Automobils – eine komplexe Aufgabe.
So auch beim neuen Mercedes-Benz C 63 AMG, dessen Konzeptphase
2004 startete. Zu Beginn standen grundsätzliche Untersuchungen, das
so genannte Packaging.
Der neue C 63 AMG wurde als digitales Modell aufgebaut; Motor, Kühlung, Kraftstoffsystem, Antriebsstrang, Achsen wurden mit der Karosserie „verheiratet“, um die Machbarkeit untersuchen zu können. Im Frühjahr 2005 wurden nicht nur die ersten Designmodelle im Maßstab 1 : 4 auf Basis von Zeichnungen und Computerbildern erstellt, sondern auch die ersten Aggregateträger gebaut, also Entwicklungsfahrzeuge auf Basis des Vorgängers C 55 AMG. In ihnen konnten wichtige Komponenten wie Antrieb, Bremse oder Achsen erprobt werden. Modernste Messtechnik in den Fahrzeugen lieferte wertvolle Daten, etwa die Temperaturen von Motoröl, Kühlwasser und Bremsscheiben – von Interesse waren jedoch auch Rundenzeiten etwa auf der Nürburgring-Nordschleife sowie messbare und exakt definierte Fahrdynamikmanöver, um verschiedene Achskinematik-Varianten miteinander vergleichen zu können. Parallel wurde die Karosserie des C 63 AMG umfangreichen Aerodynamiktests unterzogen – erst danach konnte das endgültige Design verabschiedet werden.
Nach erfolgter Konzeptfreigabe im Herbst 2005 wurden die ersten echten C 63 AMG Prototypen auf die Räder gestellt. Gleichzeitig entstand das High-Performance Fahrzeug auch als Digitaler Prototyp. Mit Hilfe von Computer- simulationen erreichte man, dass die „echten“ Entwicklungsträger beim ersten Rollout einen sehr hohen Reifegrad hatten. Die Simulation erstreckte sich dabei auf die wichtigsten Fahrzeugfunktionen wie Fahrdynamik, Motor und Antriebsstrang, Betriebsfestigkeit Karosserie, Betriebsfestigkeit Fahrwerk, passive Sicherheit, thermische Absicherung Motor sowie Fahrleistungs- und Verbrauchswerte.
Von Affalterbach in alle Klimazonen der Erde
Das standardisierte und aufwendige AMG Entwicklungs- und Erprobungsprogramm für den C 63 AMG begann im Sommer 2005. Rund 20 Fahrzeuge verließen in den folgenden Jahren Mercedes-AMG GmbH in Affalterbach. Das Ziel: Versuchsfahrten in allen Klimazonen der Erde.
Testen, Analysieren, Optimieren – so das Credo der AMG Fachleute, um die im Lastenheft definierten Ziele zu erreichen. Entscheidend war dabei auch der permanente Dialog zwischen Design und Entwicklung, um eventuell notwendige technische Änderungen auch gestalterisch umsetzen zu können.
Die wichtigsten Erprobungsschritte im Überblick:
Entwicklungsumfänge Motor, Getriebe und Antriebsstrang
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Höhenerprobung in Denver, Colorado (USA), Lesotho (Südafrika), Mont Ventoux (Frankreich) und Granada (Spanien)
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Heißerprobung im Death Valley, Kalifornien (USA), in Upington (Südafrika), Testgelände Idiada (Spanien) und Phoenix, Arizona (USA)
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Fahrerprobung in Los Angeles, Kalifornien (USA)
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Kälteerprobung Arctic Falls (Schweden)
Entwicklungsumfänge Kühlung und Kraftstoffsystem
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Verschiedene Erprobungsfahrten auf den Hochgeschwindigkeitskursen in Nardo (Italien) und Papenburg
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Erprobung in Upington (Südafrika) und im Death Valley, Kalifornien (USA)
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Erprobung im DaimlerChrysler-Windkanal
Entwicklungsumfänge Bremse und Regelsysteme
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Erprobung Bremsanlage auf Hochgeschwindigkeitskurs Nardo (Italien) und Passstraße Großglockner (Österreich)
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Erprobung Fahrdynamikregelsysteme Testgelände Idiada (Spanien), Arjeplog (Schweden) und Testgelände Boxberg
Zusätzlich mussten verschiedene Dauerläufe absolviert werden, mit dem Ziel ein Fahrzeugleben unter härtesten Bedingungen im Zeitraffer darzustellen:
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Nürburgring-Nordschleife: Auf der anspruchsvollsten Rennstrecke der Welt werden das Fahrzeug sowie Antriebstrang, Fahrwerk, Radführungselemente, Fahrdynamikregelsysteme, Reifen und Bremsen erprobt.
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Gemischter Straßendauerlauf: Erprobung aller Komponenten und Systeme im Zusammenspiel im Alltagsgebrauch. Die bis zum zulässigen Gesamtgewicht beladenen Testfahrzeuge spulen ein exakt definiertes Programm auf Landstraßen, Autobahnen sowie im Stadtverkehr ab.
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Belastungsdauerlauf auf dem DaimlerChrysler-Testgelände Papenburg: Extreme Beschleunigungs- und Verzögerungsprofile mit hohem Volllastanteil, hohe Belastung für Kühlung und Kraftstoffversorgung.
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Schwäbische-Alb-Dauerlauf: Die Fahrzeuge sind beladen bis zum zulässigen Gesamtgewicht. Das Streckenprofil über Landstraßen mit zahlreichen Steigungs- und Gefällstrecken stellt eine hohe Belastung für Getriebe und Antriebstrang dar.
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Heide-Dauerlauf: Extremer Belastungstest über 2000 Kilometer auf der Teststrecke oder auf modernen Prüfständen. Im Fokus der Entwickler stehen die Betriebsfestigkeit der Fahrwerkkomponenten, der gesamten Karosserie sowie des Integralträgers, an dem Vorderachse, Lenkung und Motor befestigt sind. Die Testfahrzeuge sind bis zum zulässigen Gesamtgewicht beladen.
Hinzu kommen umfangreiche Crashsimulationen und reale Crashtests, mithilfe deren alle länderspezifischen Zertifizierungen nachgewiesen werden müssen; ohne ist keine Zulassung möglich. Am Ende steht die Gesamtfahrzeugfreigabe – und der C 63 AMG rollt an den Start.