Zusammenarbeit von Archer Daniels Midland Company, Bayer CropScience und Daimler in Jatropha Biodiesel-Projekt
Stuttgart
09.01.2008
  • Gemeinsame Erforschung der Einsatzmöglichkeiten von Jatropha in Biodieselindustrie
Stuttgart – Die Archer Daniels Midland Company (ADM), die Bayer CropScience AG und die Daimler AG planen, gemeinsam die Einsatzmöglichkeiten von Jatropha (Jatropha curcas L) in der Biodieselindustrie zu erforschen. Eine entsprechende Vereinbarung wurde von den Unternehmen unterzeichnet. Die drei Kooperationspartner sehen die tropische Pflanze aus der Familie der Wolfsmilchgewächse als einen viel versprechenden Rohstoff zur Erzeugung von Biodiesel. Aus den Samen der Jatropha-Nuss hergestellter Biodiesel hat ähnliche Eigenschaften wie Treibstoff aus Ölsaaten. Er zeichnet sich außerdem durch eine positive CO2-Bilanz aus und kann so einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Die Unternehmen wollen klar definierte Produktions- und Qualitätsstandards für aus Jatropha hergestellten Biokraftstoff entwickeln. ADM betreibt weltweit eine Reihe von Biodieselraffinerien. Bayer CropScience plant die Entwicklung und Registrierung von Herbiziden, Bodeninsektiziden und Fungiziden zur Schädlings- und Krankheits-bekämpfung bei Jatropha-Pflanzen. Die Daimler AG hat in einem umfangreichen fünfjährigen Forschungsprojekt, das Ende letzten Jahres abgeschlossen wurde, die Möglichkeit des Einsatzes und der Produktion der Jatropha-Pflanze zur Erzeugung von qualitativ hochwertigem Biodiesel nachgewiesen und den Einsatz des Kraftstoffes in Testfahrzeugen erprobt. Daimler wird weiterhin das Zusammenspiel zwischen Kraftstoff und Motor in Fahrzeugen untersuchen, die mit Jatropha-Biodiesel sowie entsprechenden Gemischen betrieben werden.
Dr. Peter Reimers, ADM-Geschäftsführer für den Bereich European Oleo Chemicals: „Durch die Diversifizierung der Energievorräte der Welt erhöhen wir die globale Energiesicherheit und ermöglichen vielen Ländern, Kraftstoffe aus ihren lokalen Ressourcen zu produzieren.“ Dr. Rüdiger Scheitza, Vorstandsmitglied von Bayer CropScience und Leiter des Portfolio-Managements, erklärt: „Energie gehört zur Grundversorgung des Menschen. Die nachhaltige Produktion von Jatropha ohne Beeinträchtigung der Lebensmittelproduktion ist gerade für Grenzertragsböden eine interessante Option. Sie könnte eine wesentliche Schlüsselrolle in zukünftigen Strategien für erneuerbare Energien spielen.“ Prof. Herbert Kohler, verantwortlich für Fahrzeuge, Motor und Triebstrang in der Konzernforschung und Vorentwicklung sowie Umweltbevollmächtigter der Daimler AG: „Alternative Kraftstoffe sind ein integraler Bestandteil auf unserem Weg zu nachhaltiger Mobilität. Unsere Forschungsaktivitäten der letzten Jahre haben beispielsweise erwiesen, dass Jatropha-Biodiesel mit nahezu gleicher Qualität hergestellt werden kann wie Biodiesel aus Raps. Jetzt ist es an der Zeit, das wirtschaftliche Potenzial von Jatropha-Biodiesel zu bewerten.“
Jatropha – eine viel versprechende Energiepflanze
Da es sich bei Jatropha um eine „Wildpflanze“ handelt, wurde sie bislang nicht gewerbs-mäßig angebaut. Neuste Studien haben ergeben, dass weltweit ein Anbaupotenzial von zirka 30 Millionen Hektar, insbesondere in Südamerika, Afrika und in asiatischen Ländern wie China, Indien und Indonesien, vorhanden ist. Da Jatropha auf ertragsschwachen Böden angebaut werden kann, konkurriert die Pflanze nicht mit Flächen, die für die Produktion von Nahrungsmitteln genutzt werden und erschließt den Landwirten damit eine zusätzliche Einnahmequelle.
Jatropha stammt ursprünglich aus Mittelamerika und gelangte durch portugiesische Seefahrer in andere Länder in Afrika und Asien. Es handelt sich um ein nichtessbares, winterhartes, dürretolerantes Gewächs, das in tropischen und subtropischen Klimagebieten und sogar auf ausgelaugten Böden gedeiht. Jatropha benötigt sehr wenig Niederschlag und Dünger. Die Pflanze könnte eine hervorragende Quelle für erneuerbare Energien sein, da ihre Samen zu über 30 Prozent aus Öl bestehen. Jatropha kann 30 bis 40 Jahre lang wirtschaftlich angebaut werden. Ihr Anbau kann zudem Bodenerosion verhindern, die durch Wasser und/oder Wind verursacht wird.
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