smart urban stage Berlin 2010
Stuttgart/ Berlin
30.04.2010
smart urban stage: smart future minds award - Kuratoren und Projekte
>> MOVE - Mobilität
Dr. Thomas Weber (Kurator)
"Die Zahl der Menschen, die in großen Städten und Metropolen leben wächst Tag für Tag. Intelligente Lösungsansätze für urbane Mobilität spielen dabei eine zentrale Rolle. Mit dem smart hat bereits vor 12 Jahren ein neues Konzept die Straßen erobert. Der neue smart fortwo electric drive markiert den Aufbruch in eine neue Ära - die emissionsfreie Mobilität."
Biografie:
Dr. Thomas Weber ist seit dem 1. Januar 2003 Vorstandsmitglied der Daimler AG und in dieser Funktion seit 1. Mai 2004 verantwortlich für Konzernforschung und Mercedes-Benz Cars Entwicklung. Nach einer technischen Ausbildung in der damaligen Daimler-Benz AG studierte er Maschinenbau an der Universität Stuttgart und schloss 1980 als Diplom-Ingenieur ab. Anschließend war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Stuttgart und dem Fraunhofer-Institut tätig. 1987 promovierte er an der Universität Stuttgart und trat im selben Jahr in die damalige Daimler-Benz AG ein.
Projekt: „car2go“
Das herkömmliche Carsharing begrenzt Mobilität, weil von den Benutzern verlangt wird, sich frühzeitig auf Zeitpunkt und Dauer der Autonutzung festzulegen. car2go geht dieses Thema neu an. Es gibt allen Bewohnern einer Stadt die Möglichkeit, jederzeit in fußläufiger Entfernung auf ein Auto zugreifen zu können. Es gibt es keine festen Stellplätze, keine Mitgliedschaft, keine Mindestmietzeit, keine Grundgebühr und keine Kaution. Abgerechnet wird im Minutentakt. Damit wird Autofahren so einfach wie mobil telefonieren. Einfach einsteigen und losfahren.
Dabei geht es um die spontane, effiziente und flexible Kurzzeitmiete von Autos. Bei der einmaligen Registrierung lässt der Fahrer seinen Führerschein mit einem car2go-Siegel versehen. Er öffnet das Fahrzeug über ein Lesegerät mit seinem Führerschein und kann nach Eingabe einer PIN sofort losfahren. Nach Fahrtende stellt der Kunde sein car2go einfach auf einen Parkplatz in der Stadt ab. Tanken und Wartung übernimmt ein qualifiziertes Serviceteam.
Das erste Pilotprojekt in Ulm startete im März 2009 und verläuft sehr erfolgreich: Mittlerweile nutzen rund 18.000 Kunden car2go. Ein zweites Pilotprojekt in der texanischen Hauptstadt Austin läuft seit November 2009.
Projekt: smart fortwo electric drive
In Zeiten von Ressourcenknappheit und Global Warming hat die Automobilmarke smart es sich zur Aufgabe gemacht, alternative Lösungen zu finden, die ein nachhaltiges Zusammenleben im urbanen Raum ermöglichen. So entwickelte smart den smart fortwo electric drive - ein Fahrzeug, das ausschließlich elektrisch betrieben wird und auf Brennstoffe wie Benzin verzichtet.
Der smart fortwo electric drive ist mit einer innovativen, hoch effizienten Lithium-Ionen-Batterie ausgerüstet. Sie ist Platz sparend zwischen den Achsen untergebracht, sodass das Raumangebot des intelligenten Zweisitzers vollständig erhalten bleibt.
Im Heck arbeitet ein 30-kW-Elektromotor. Mit 120 Newtonmeter Drehmoment, die direkt ab dem Start zur Verfügung stehen, sorgt er für eine hervorragende Beschleunigung aus dem Stand und hohe Agilität, in anderen Worten sehr viel Fahrspass. Besonders komfortabel: Der Wagen kann an jeder Haushaltssteckdose aufgeladen werden.
Eine komplette Batterieladung genügt für eine stadtverkehrsgerechte Reichweite von rund 135 Kilometern. Damit macht smart den lokal emissionsfreien Elektroantrieb zu einer besonders sinnvollen Alternative für die Mobilität im urbanen Raum.
>> BE – Kultur/Gesellschaft
Matthias Böttger (Kurator)
„Um die drängenden Fragen unserer Zeit in den Griff zu bekommen, wird man auf kultureller Ebene neue Wege beschreiten müssen. Es sind Fragen der Würde, Menschlichkeit und des Selbstverständnisses.“
Biografie:
Matthias Böttger, geboren 1974, studierte Architektur und Stadtplanung in Karlsruhe und London. Er unterrichtet seit 2007 an der ETH Zürich „Kunst + Architektur“. 2003 gründete er das Büro raumtaktik für räumliche Aufklärung und Intervention. In diesem Zusammenhang war er Generalkommissar und Kurator für den deutschen Beitrag auf der Architektur-Biennale 2008 in Venedig. Böttger ist international tätig und leitet derzeit das aut – Architektur und Tirol – ein Zentrum für Architektur, Raum und Kultur in Innsbruck.
Projekt: Jennifer Morone
Echoes of Man
Die in Berlin lebende amerikanische Künstlerin Jen Morone benutzt für ihre Skulpturen durchsichtiges Klebeband aus Plastik, ein Material das transzendente Assoziationen weckt: Leichtigkeit und Transparenz; beides Attribute, die so massiven Materialien wie Bronze oder Marmor nicht zugrunde liegen und die somit die intendierte Fragilität nicht veranschaulichen können. Die Echoes of Man sind nicht unvergänglich, sondern ebenso fragil und vergänglich wie der Mensch selbst.
Projekt: Nomadisch Grün
Prinzessinnengärten
In Zukunft werden immer mehr Menschen in Städten leben als auf dem Land. Diese Meldung gab für Nomadisch Grün den Ausschlag zum Handeln. Sie formulierten ihre Utopie, in der in jeder Lücke in den Metropolen der Welt neues Grün sprießen soll, ein Grün, das von den Bewohnern selbst geschaffen und das frische und gesunde Lebensmittel hervorbringt. Dadurch soll die biologische Vielfalt erhöht, die CO2-Bilanz und das Mikroklima verbessert werden.
Im Sommer 2009 startete Nomadisch Grün ihr Pilotprojekt. Auf einem 6000 Quadratmeter großen Areal in Berlin-Kreuzberg riefen sie mithilfe von Freunden, Interessierten, Aktivisten und Nachbarn die Prinzessinnengärten ins Leben. Gemeinsam haben sie das Gelände vom Müll befreit, transportable Biobeete aufgebaut und die erste Ernte eingefahren.
Neben den ökologischen Zielsetzungen des Projekts will Nomadisch Grün den Menschen einen neuen Ort urbanen Lebens zur Verfügung stellen.
>> CREATE - Design
Prof. Hermann Weizenegger (Kurator)
„Innovation entsteht aus der Kreativität des Designers, der spezifisches Wissen aus den verschiedenen gesellschaftlichen Systemen in einem Produkt vereint. Berlin bietet hier als ‚Stadt im Werden‘ optimale Voraussetzungen für die Realisierung von Zukunftsmodellen, die die Entstehung neuer Identitäten auf Seiten des Produzenten wie auf Seiten des Konsumenten nach sich ziehen.“
Biografie
Hermann August Weizenegger ist seit 2004 Professor für Industrial Design an der FH Potsdam. Er betreibt das Atelier HAW, mit dessen thematisch künstlerisch anspruchvollen Projekten er derzeit in verschiedenen Ausstellungen vertreten ist. Eine der ersten öffentlichen Installationen von Hermann Weizenegger ist das Projekt „Felsenland“ (2010), das im international bekannten Berliner Technoclub Berghain zu sehen ist. Weizeneggers Projekte wurden bereits weltweit ausgestellt und mit vielen Auszeichnungen versehen.
Projekt: Elisa Strozyk
Wooden Textiles
In einem einzigartigen Materialexperiment untersucht die Designerin Elisa Strozyk, inwieweit Holz in der Lage ist, textile Eigenschaften anzunehmen. Wooden Textiles fühlen sich an wie Holz, doch lässt sich das Material wie ein Stück Stoff bewegen und dreidimensional verformen.
Wir leben heute in einer Welt, in der Massenproduktion und Standardisierung dazu geführt haben, dass sich die Lebenszyklen von Produkten stark verkürzten. Dadurch sehen wir uns mit einem wachsenden Müllproblem und mit Ressourcenknappheit konfrontiert. Elisa Strozyk möchte diesem Trend entgegenwirken und langlebige Produkte gestalten.
Projekt: Studio 7.5
Setu Chair
Das Berliner Designteam 7.5 hat ein Sitzmöbel entwickelt, das hohe Funktionalität, professionelles und ästhetisches Design und ein innovatives Nachhaltigkeitskonzept in einem Produkt vereint. Dreh- und Angelpunkt des Setu-Konzepts ist die Kinematic Spine™: Sobald man sich hinsetzt, verschmilzt man mit dem Stuhl zu einer Einheit. Die Wirbelsäule wird dabei rundum gestützt, wobei die flexible Rückenlehne und die Sitzflächenfederung für maximale Bewegungsfreiheit und gleichmäßige Gewichtsverteilung sorgen.
Einen weiteren Schwerpunkt setzte Studio 7.5 auf die Entwicklung des strapazierfähigen und korrosionsgeschützten Aluminiumgestells. Es benötigt kein Finish, sodass keine weitere Bearbeitung mit Schadstoffen erforderlich ist. Der Setu Chair ist zu 93 Prozent recycelbar.
>> EXCHANGE – Medien/IT
Prof. Boris Müller (Kurator)
„Die großen digitalen Innovationen der nächsten Jahre werden gestalterischer und nicht technischer Natur sein.“
Biografie
Seit 2004 ist Boris Müller Professor für Interaction Design an der FH
Potsdam, wo er wesentlich am Aufbau des neuen Studiengangs Interface Design beteiligt ist. Nach seinem Studium am Royal College of Art in London war Müller unter anderem in San Francisco bei MetaDesign, dem Institut für Medienkommunikation der Fraunhofer Gesellschaft und beim Interaction Design Institute Ivrea tätig. Seine Projekte wurden mit zahlreichen internationalen Design-Preisen ausgezeichnet.
Projekt: Hanspeter Kadel und Myriel Milicevic
Energy Harvests
Die Berliner Myriel Milicevic und Hanspeter Kadel haben mit ihren Energy Harvests kleine Objekte geschaffen, die Energie aus Energielecks sammeln und diese in Akkus speichern können.
Da unser Energiekreislauf bislang nur ineffizient funktioniert, sind wir in unserem täglichen Leben von unzähligen solcher Lecks umgeben. Die Energy Harvests setzen im wahrsten Sinne des Wortes genau hier an. Sie nehmen Licht, Lärm, Vibrationen, Wasser und Luft auf und wandeln sie soweit um, dass sich herkömmliche Akkubatterien aufladen lassen. Die verschiedenen Typen der Energy Harvests sind dabei auf die jeweilige Energieart zugeschnitten. Dank der Saugnäpfe kann man ihn leicht wieder abnehmen und an anderer Stelle einsetzen.
Projekt: Jonas Loh und Steffen Fiedler
~IDENTITÄT
Wir können uns die Welt ohne Internet kaum mehr vorstellen. Vor allem in Online-Communities wie Flickr, Facebook oder Myspace bilden wir virtuelle Realitäten aus, die einem permanent andauernden Prozess des Erfindens und Neudefinierens unterworfen sind. So ist neben der realen Welt mit Individuen eine künstlich generierte Welt entstanden, die sich mit Bits und Bytes ausdrückt.
~IDENTITÄT will diesen Gegensatz sichtbar machen und zeigen, wie digitale Welten dreidimensional abgebildet werden können. Dazu werden Web-Crawler-Programme eingesetzt, die das Internet automatisiert durchsuchen und bestimmte Seiten analysieren. All diese Informationen werden in einer Datenbank abgelegt. Durch diese Interpretation der persönlichen Inhalte erhält jede Identität ihre einzigartige Form – fixiert in einer generierten Skulptur.
>> EXPLORE - Wissenschaft
Prof. Dr. Michael Braungart (Kurator)
„Häuser wie Bäume und Städte wie Wälder – vom Bauhaus zum Baumhaus,
das ist die Zukunft der Stadt!“
Biografie
Der Professor der Verfahrenstechnik und ehemalige Leiter der chemischen Abteilung von Greenpeace, Michael Braungart, ist Gründer der EPEA Internationale Umweltforschung GmbH. Im Zentrum steht das Konzept Cradle to Cradle (C2C), das das Ziel verfolgt, Produkte zu schaffen, die vollständig in einen biologischen oder technischen Kreislauf zurückgeführt werden können. Er entwickelte unter anderem die Umweltrichtlinien für die Weltausstellung EXPO 2000 in Hannover und fungiert als wissenschaftlicher Leiter des Hamburger Umweltinstituts e.V.
Projekt: Gunnar Hartmann & Christian Bandi
Beyond Sustainability
Um kommenden Generationen eine lebenswerte Welt hinterlassen zu können, müssen die Auswirkungen unserer Städte auf die Umwelt positiv sein. Die Welt ist ein lebendiger Organismus, mit dem wir pragmatisch umgehen sollten. Eine Möglichkeit, diesen Weg zu beschreiten, ist das Projekt Beyond Sustainability.
Am Beispiel des dänischen Nordhavnens wird ein Business-Plan für eine
solche Zukunftsstadt vorgestellt. Der neue Stadtteil für 40.000 Bewohner implementiert gesunde Systeme indem Wasser-, Material- und Energiekreisläufe koordiniert werden – der Nutzen dieser Innovation kommt der gesamten Stadt zugute.
Ziel ist es eine Stadt zu entwickeln, die wirtschaftlich erfolgreich sein soll, die Gesundheit seiner Bewohner schützt und zudem die Umwelt für nachfolgende Generationen erhält. Städte der Zukunft beziehen Energie aus erneuerbaren Quellen und Abfall verstehen sie nicht als Müll, sondern als wertvollen Rohstoff, der einem anderen Kreislauf als Nahrung dienen kann.
Projekt: Albrecht von Sydow
BEST-Initiative
Über die Energieerzeugung aus Biomasse wird derzeit viel diskutiert. Biomasse ist kein fossiler Brennstoff wie Öl, Gas oder Kohle, sondern lebendig und Teil unseres täglichen Lebens. Sie existiert in einer Vielzahl von Formen: als Baum oder Saatgut, als Stallmist, Küchenabfall oder Meeresalge.
Albrecht von Sydow setzt sich dafür ein, dass wir uns Biomasse nicht nur nutzbar machen, sondern dass wir diesen Nutzen auch optimieren. Nur so können wir sicherstellen, dass die Natur nicht beschädigt, sondern geschützt und gestärkt wird.
Zu diesem Zweck hat von Sydow die BEST-Initiative ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist es, die Verbreitung von Informationen über die besten Technologien im Bereich regenerativer Energien zu fördern.
>> LIVE – Architektur/Stadtplanung
Dr. h.c. Kristin Feireiss (Kuratorin)
„Architektur und Stadtplanung der Zukunft können nur holistisch gedacht, geplant und umgesetzt werden. Als gebaute Verantwortung im Sinne humanitärer und ökologischer Zielsetzungen und als Katalysator zwischenmenschlicher Prozesse, muss Architektur nicht nur zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen, sondern immer auch einem hohen ästhetischen Anspruch gerecht werden.“
Biografie
Die Publizistin, Kuratorin und Gründerin des Aedes Architekturforums in Berlin, Kristin Feireiss, arbeitet seit mehr als 25 Jahren als Vermittlerin zwischen der universitären Architekturforschung und einer fachübergreifenden, internationalen Öffentlichkeit. Feireiss trägt entscheidend zur Vertiefung der Diskussionen über die Architektur und den Städtebau in Deutschland bei und beeinflusst dadurch nachhaltig das Bewusstsein für die kulturelle und ökonomische Bedeutung dieser Kunstform weit über die Grenzen des Landes hinaus.
Projekt: Anton Markus Pasing
Natwalk II - walking tall
Nachhaltige Städte müssen den Gegensatz zwischen Urbanität und Natur aufheben. Eine Möglichkeit die Natur zurück ins Häusermeer zu bringen, ist das Projekt Natwalk II von Anton Markus Pasing. Er schlägt vor, dass intelligente Maschinen diese Arbeit ausführen. Solche Maschinen können in Form mobiler und ökologischer, begrünter Wolkenkratzer dorthin wandern, wo Natur gebraucht wird. Apparate – gleichsam Roboter mit menschlichen Eigenschaften – übernehmen in dieser Utopie somit ökologische Aufgaben, die zugleich auch soziale und ethische sind.
Projekt: feld72 Million Donkey Hotel - Learning from Prata Sannita
Während in vielen Teilen der Welt die Bevölkerung immer weiter zunimmt, steht Europa vor dem Problem, dass gerade die Einwohnerzahl ländlicher Gebiete schrumpft. Ein Beispiel dafür ist Brandenburg.
Million Donkey Hotel - Learning from Prata Sannita adaptiert ein Architekturprojekt, das von dem Architekten- und Künstlerkollektiv feld72 bereits erfolgreich in Italien umgesetzt wurde: Verlassener Wohnraum wird unter aktiver Hilfe der Landbevölkerung in ein Hotel verwandelt und somit zum Treffpunkt und Kommunikationsinstrument zwischen unterschiedlichsten Welten sowie zum Erholungsraum für den urbanen Menschen.
feld72 will auch in Brandenburg ländliche Gebiete wiederbeleben und die Grenzen zwischen Stadt und Land aufheben.
Ihr Presse-Kontakt
Steffen
Schierholz
Baureihen C-, E,- CLS-Klasse
Tel.: +49 711 17-75852
Fax: +49 711 17790-44945
Melanie
Graf
Marken-Kommunikation Mercedes-Benz Cars sowie Lifestyle-Kommunikation Maybach, AMG und Mercedes-Benz Design
Tel.: +49 711 17-76876
Fax: +49 711 17790-51944
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