Die Forschungsfahrzeuge von Mercedes-Benz
Stuttgart
17.10.2011
Zukunft der Antriebstechnik – Mercedes-Benz F 800 Style
Fakten
  • Fahrzeug: Mercedes-Benz F 800 Style
  • Vorstellung: März 2010
  • Ort: Internationaler Auto-Salon, Genf
  • Zielsetzung: Multiantriebsplattform für alternative Antriebe in der Studie einer fünfsitzigen Oberklasse-Limousine
  • Variante Plug-in-Hybrid: V6-Ottomotor (220 kW/300 PS) mit Direkteinspritzung der nächsten Generation in Verbindung mit einem Hybridmodul (80 kW/109 PS), Lithium-Ionen-Batterie mit einer Speicherkapazität größer als 10 kWh
  • Variante F-Cell: Elektromotor im Heck (100 kW/136 PS) mit einem Drehmoment von rund 290 Newtonmetern, Erzeugung des Fahrstroms durch eine Brennstoffzelle aus Wasserstoff
Technische Highlights
  • Multiantriebsplattform eignet sich sowohl für Plug-in-HYBRID als auch für Elektrofahrzeug mit Brennstoffzelle.
  • Neues Bedien- und Anzeigekonzept, Cam-Touch-Pad HMI (Human Machine Interface) und weitere Innovationen für mehr Komfort und Sicherheit.
  • DISTRONIC PLUS Staufolge-Fahrassistent für zusätzliche Fahrerentlastung.
  • PRE-SAFE 360° für besseren Schutz bei einem Heckaufprall
  • Karosseriekonzept mit hinteren Schwenk-Schiebetüren.
Im Forschungsfahrzeug F 800 Style zeigt Mercedes-Benz im März 2010 auf dem Genfer Auto-Salon die Zukunft des Premium-Automobils aus einer neuen Perspektive: Die fünfsitzige Oberklasse-Limousine kombiniert hoch effiziente Antriebstechnologien mit einzigartigen Sicherheits- und Komfortfunktionen sowie einer emotionalen Formensprache, die das moderne Mercedes-Benz Design im Sinne der markentypisch kultivierten Sportlichkeit interpretiert.
Weltweit einmalig für große Limousinen ist eine neu entwickelte Multiantriebsplattform. Sie eignet sich sowohl für einen Elektroantrieb mit Brennstoffzelle, der fast 600 Kilometer Reichweite ermöglicht, als auch für den Einsatz eines Plug-in-Hybrids, der bis zu 30 Kilometer weit rein elektrisch fahren kann. Beide Varianten des F 800 Style ermöglichen somit lokal emissionsfreie Mobilität auf Premiumniveau bei voller Alltagstauglichkeit und einem dynamischen Fahrerlebnis.
Bei einer Außenlänge von 4,75 Metern sind im F 800 Style alle Komponenten der effizienten und umweltschonenden alternativen Antriebe platzsparend im Motorraum und in Zwischenräumen des Fahrzeugchassis untergebracht. Beide Antriebe beanspruchen jeweils vergleichsweise wenig Einbauraum. Dies gilt insbesondere für den von Mercedes-Benz gezielt auf Kompaktheit und Leistungsstärke optimierten Brennstoffzellenantrieb: Dank konsequenter Größenreduzierung aller Komponenten im Vorbau bleibt der Innenraum des Fahrzeugs vollständig erhalten und bietet großzügige Platzverhältnisse für fünf Passagiere.
Der F 800 Style zeigt im Jahr 2010 Innovationen, die bei Mercedes-Benz dank langjähriger Forschung und Entwicklung zu alternativen Antrieben bereits einen seriennahen Entwicklungsstand aufweisen. Das gilt sowohl für den Elektroantrieb mit Brennstoffzelle als auch für den Plug-in-Hybridantrieb. Ihre Komponenten stammen aus den modularen Baukästen der Marke für Elektro- und Hybridfahrzeuge.
F 800 Style mit Plug-in-Hybrid: Souveräne Leistung bei nur 68 Gramm CO2 pro Kilometer
Die Antriebsanheit der leistungsstarken Plug-in-Hybrid-Variante des F 800 Style besteht aus einem rund 220 kW (300 PS) starken V6-Ottomotor mit Direkteinspritzung der nächsten Generation und einem Hybridmodul mit rund 80 kW (109 PS) Leistung, sodass rund 300 kW (408 PS) Gesamtleistung zur Verfügung stehen. Die Lithium-Ionen-Batterie mit einer Speicherkapazität von mehr als 10 kWh lässt sich an Ladestationen oder Haushaltssteckdosen aufladen.
Mit dem Hybridmodul kann der F 800 Style in der Stadt rein elektrisch und damit ohne lokale Emissionen fahren. Ein hohes Drehmoment schon aus dem Stand heraus sorgt auch im Elektromodus für Fahrleistungen auf dem Niveau eines
V6-Ottomotors. Die elektrische Reichweite beträgt bis zu 30 Kilometer. Das Forschungsauto F 800 Style markiert damit einen weiteren wichtigen Schritt hin zur Marktreife des Plug-in-Hybrids. Der zertifizierte Verbrauch beträgt lediglich 2,9 Liter Benzin auf 100 Kilometer, das entspricht einem extrem niedrigen CO2-Ausstoß von nur 68 Gramm je Kilometer. Gleichzeitig bietet der F 800 Style mit Plug-in-Hybrid Fahrleistungen auf Sportwagenniveau mit der Beschleunigung aus dem Stand auf 100 km/h in 4,8 Sekunden und einer Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h (120 km/h im rein elektrischen Fahrmodus).
Das Elektromodul des F 800 Style ist vollständig ins Gehäuse der Siebenstufen-Automatik 7G-TRONIC integriert, während die Lithium-Ionen-Batterie platzsparend unter der Rücksitzbank untergebracht ist. Die Einbaulage gewährleistet einen niedrigen Schwerpunkt und bestmögliche Crash-Sicherheit.
Flexibel, sicher, voll alltagstauglich: F 800 Style mit Elektroantrieb auf Basis der Brennstoffzellentechnologie
Als Variante mit einem Elektroantrieb auf Basis der Brennstoffzellentechnologie bietet der F 800 Style bis auf Wasserdampf emissionsfreien Fahrspaß. Der rund 100 kW (136 PS) starke Elektromotor entwickelt ein souveränes Drehmoment von rund 290 Newtonmetern. Den Fahrstrom erzeugt die Brennstoffzelle aus einer chemischen Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff an Bord; dabei entsteht lediglich reiner Wasserdampf als einzige Emission.
Die Komponenten des Brennstoffzellenantriebs stammen aus dem E-Drive-Systembaukasten, den Mercedes-Benz für unterschiedlichste Elektrofahrzeuge entwickelt hat. Die einzelnen Teile sind flexibel einsetzbar und werden seit 2010 erstmals in der Mercedes-Benz B-Klasse F-CELL in Kleinserie verwendet. Im F 800 Style mit F-CELL-Technik sitzt die Brennstoffzelle im Vorderwagen, während der kompakte Elektromotor im Bereich der Hinterachse eingebaut ist. Die hinter den Rücksitzen platzierte Lithium-Ionen-Batterie ist ebenso wie die insgesamt vier Wasserstofftanks bestmöglich gegen Unfallfolgen geschützt.
Innovationen für mehr Komfort und Sicherheit
Neben der für große Limousinen einzigartigen Multiantriebsplattform und der Kombination aus unterschiedlichen alternativen Antriebstechnologien bietet der F 800 Style zahlreiche weitere technische Innovationen. Dazu zählen ein neues Bedien- und Anzeigekonzept sowie ein HMI (Human Machine Interface) mit Cam-Touch-Pad, eine intelligente Systemerweiterung für COMAND.
Die Bedieneinheit besteht aus einem Touchpad in der Mittelkonsole und einer Kamera, die Videobilder von der Hand des Benutzers am Touchpad aufnimmt. Im Livebild wird die Hand transparent im zentralen Display über der Mittelkonsole dargestellt: Der Benutzer sieht die Konturen seiner Finger über das Bild gleiten, ohne dass dabei etwas verdeckt wird. Alle Funktionen des aktuellen Menüs bleiben sichtbar und können durch leichten Druck auf das Touchpad bedient werden. Ähnlich wie bei einer Laptop-Tastatur erfolgt auch hier eine leichte haptische Rückmeldung; die mittels Fingerdruck ausgeführten Aktionen werden somit auch über den Tastsinn registriert. Das Cam-Touch-Pad HMI erkennt Fingeraktionen auf der Bedienoberfläche wie Wischen, Schieben, Drehen und Zoomen und erlaubt eine intuitive Steuerung von Klimatisierung, Telefon, Audio- und Navigationssystem sowie des Internetangebots.
Da die Bedienung sehr einfach und komfortabel erfolgt und den Fahrer somit weniger vom Verkehrsgeschehen ablenkt, trägt das System auch zur weiteren Verbesserung der Konditionssicherheit bei. Entlastet wird der Fahrer auch durch das Spiegel-Display des innovativen Anzeigesystems HMI (Human Machine Interface) mit Cam-Touch-Pad: Die angezeigten Fahr- und Fahrzeuginformationen werden dabei über einen Spiegel im Kombi-Instrument abgebildet, erscheinen optisch aber weiter entfernt. Dadurch verlängert sich der Betrachtungsabstand, und die Augen müssen sich nicht mehr so stark zwischen Nah- und Fernsicht umstellen.
Grafische Reichweiten-Anzeige im Elektromodus
Mit der Funktion „Range on Map“ haben die Mercedes-Benz Ingenieure eine besonders anwenderfreundliche Neuerung umgesetzt. Das System stellt den verfügbaren Aktionsradius bei elektrischer Fahrt als 360-Grad-Ansicht auf einer Landkarte dar. Falls Stadtverwaltungen in Zukunft nur noch rein elektrischen Autoverkehr zulassen sollten, kann der Fahrer mithilfe der „Range on Map“-Funktion ermitteln, ob die elektrische Reichweite seines Fahrzeugs für die Ein- und Ausfahrt im Stadtgebiet ausreicht. Dazu kombiniert das System Informationen über den aktuellen Batterie-Ladezustand mit Daten des Navigationssystems.
DISTRONIC PLUS Staufolge-Fahrassistent
Mit DISTRONIC PLUS hat Mercedes-Benz bereits im Jahr 2006 die weltweit erste Abstands- und Geschwindigkeitsregelung auf den Markt gebracht, die bis zum Stillstand arbeitet. Mit der neuen Funktion DISTRONIC PLUS Staufolge-Fahrassistent zeigt Mercedes-Benz im F 800 Style das weltweit erste System, das darüber hinaus in der Lage ist, dem Vordermann auch in Kurven zu folgen. Der Fahrer muss also nicht mehr selbst lenken, sondern bis zu 40 km/h übernimmt die Funktion Staufolgefahren für ihn sowohl die Längs- als auch die Querführung. Das System erkennt dabei den Unterschied zwischen Kurvenfahrt und Abbiegen, folgt also nicht „blind“ dem Vordermann, beispielsweise wenn dieser die Spur wechselt, um von der Autobahn abzufahren.
PRE-SAFE 360° verbessert Schutz bei Heckunfällen
Das innovative Schutzsystem PRE-SAFE 360° auf Basis des von Mercedes-Benz entwickelten proaktiven Insassenschutzsystems PRE-SAFE® beobachtet das Fahrzeugumfeld auch nach hinten. Rund 600 Millisekunden vor einem drohenden Heckaufprall aktiviert es die Bremsen. Bei einem Auffahrunfall lassen sich so Sekundärunfälle wie das unkontrollierte Hineinkatapultieren des getroffenen Fahrzeugs in einen Kreuzungsbereich oder auf einen Fußgängerüberweg vermeiden.
Hintere Schwenk-Schiebetüren
Eine ergonomische Innovation des F 800 Style sind die hinteren Türen: Während die Vordertüren konventionell an der A-Säule angeschlagen sind und weit nach vorne öffnen, gleiten die hinteren, an einem innen liegenden Schwenkarm aufgehängten Türen beim Öffnen zurück. Da sie dicht an der Karosserie entlang geführt werden, gelingen Ein- und Ausstieg in engen Parklücken wesentlich leichter. Gleichzeitig kommt der elegant gezeichnete F 800 Style ganz ohne B-Säule aus, sodass der gesamte Raum zwischen A- und C-Säule bei geöffneten Türen frei zugänglich ist.
Die Formensprache von Mercedes-Benz neu interpretiert
Der F 800 Style ist Technologieträger und zugleich Showcar. Denn das Forschungsfahrzeug ist in enger Zusammenarbeit zwischen den technischen Forschungs- und Vorentwicklungsabteilungen sowie den Advanced Design Studios in Sindelfingen und im italienischen Como entstanden. Sein äußeres Erscheinungsbild ist vom langen Radstand, den kurzen Karosserieüberhängen und der sinnlich fließenden Dachlinie geprägt.
Die Frontansicht zeigt eine Variation des für sportliche Mercedes-Benz Modelle typischen Kühlergrills mit zentralem Stern. Die schwingenförmigen Lamellen des Kühlergrills fassen den Tubus des Mercedes-Benz Markensterns weich fließend ein. Zusammen mit dem breiten Kühlergrill und den großzügig geschwungenen Lufteinlassöffnungen betonen die einzigartigen und lichtstarken LED-Frontscheinwerfer den dynamischen Auftritt des Forschungsfahrzeugs. Die vorderen Scheinwerfer sind in einzelne Segmente für Tagfahrlicht, Blinkeinheit und Hauptscheinwerfer untergliedert. Mit moderner LED-Technik sind auch die Rückleuchten des F 800 Style versehen. Sie ermöglichen ein spannendes Wechselspiel aus indirekter Beleuchtung und direkter Lichtabstrahlung. Das Ergebnis ist ein attraktives, unverwechselbares und einprägsames Erscheinungsbild.
Im Inneren sorgen edle Holzoberflächen und viel Licht für hohen Komfort. Auf den ersten Blick fällt die moderne Leichtigkeit auf: Funktionale Elemente, wie das Cockpit und die Türlehnen mit Armauflagen, scheinen wie Skulpturen im Raum zu schweben. Die innovativen Leichtbausitze bestehen aus einer Magnesiumschale sowie einer Rückenlehne aus Kohlefaserlaminat, über die sich ein hoch strapazierfähiges Netzgewebe spannt.
Für die Echtholzfurniere nutzen die Ingenieure eine speziell für das Furnieren dreidimensionaler Körper entwickelte Technologie. Mit diesem 3-D-Flächenbeschichtungsverfahren sind auch die Holzteile der Mittelkonsole, an den Türen sowie am Cockpit aufgebaut worden. Ein Aluminiumkern gewährleistet dabei die hohen Mercedes-Benz-typischen Anforderungen an die Crash-Sicherheit.
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Birgit
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