Bruno Saccos These, dass erst die Verbindung von risikofreudiger Innovation und markentreuem Design zu einem trendbestimmenden und langlebigen Produkt führe, wird nach der Mercedes-Benz Kompaktklasse erneut durch die 1996 vorgestellte A-Klasse (W 168) bestätigt. Für den völlig neuartigen, unterhalb der C-Klasse positionierten Viertürer mit Heckklappe gehen die Verantwortlichen Risiken ein, die nur von einer so selbstbewussten Marke wie Mercedes-Benz getragen werden können. Die neue A-Klasse spiegelt in avantgardistischer Form innovative Technik wider. Sie fasziniert mit Detaillösungen, die stilistisch wie funktionell zukunftsweisend sind.
Das ungewöhnliche Verhältnis von Fahrzeuglänge zu Fahrzeughöhe führt zur einzigartigen Variabilität im Innenraum. Die Front- und Heckgestaltung stärkt den jugendlichen Charakter. Der doppelte Unterboden kann diverse, zukunftsorientierte Antriebsformen aufnehmen.
Über die vielen praktischen Einzellösungen der neuen Mercedes-Benz A-Klasse hinaus wirkt ihre Gesamterscheinung sympathisch und charmant. Sie dokumentiert wie kein anderer Mercedes-Benz zum ausklingenden Jahrtausend den Mut der Markenverantwortlichen, ganz neue Wege in Technik und Design einzuschlagen. Sie trägt die Aufbruchstimmung bei Mercedes-Benz offensiv an die Öffentlichkeit.
Die S-Klasse des Jahres 1998 (Baureihe W 220) ist die im Wortsinn große Abschlussarbeit von Bruno Sacco. Als seidig-eleganten, durchtrainierten Athleten lässt er den Innovationsträger der Marke auftreten. Die traditionelle Frontpartie mit integralem Stossfänger formt die Limousine zu einer Skulptur. Front- und Heckscheibe sind stärker als bisher geneigt und lassen die Limousine niedriger und schlanker erscheinen. Das weltweit geschätzte Mercedes-Charisma gewinnt durch seinen starken Auftritt eine neue Dimension. Fernab distanzierender Arroganz wirkt die Mercedes-Benz S-Klasse selbstbewusst und individuell. Sie erzeugt eine neue Qualität distinguierter automobiler Souveränität.
Bruno Sacco geht im März 1999 in den Ruhestand. Doch der Geist des ersten wirklichen Design-Strategen der Marke Mercedes-Benz wirkt fort im Designbereich. Auf der Gratwanderung zwischen Innovation und Markentradition befindet sich in der Nachfolge Bruno Saccos nun Peter Pfeiffer, der die Trendsetter-Funktion des Mercedes-Benz Designs in einer Zeit fortschreibt, die von einer explodierenden Neuheitenvielfalt geprägt wird. Die wachsende Individualisierung der Menschen verlangt in immer kürzeren Zyklen nach innovativen automobilen Konzepten. Allein in den vergangenen zehn Jahren hat sich die Modellvielfalt bei Mercedes-Benz nahezu verdreifacht. Peter Pfeiffers große und neue Aufgabe besteht nicht nur darin, neue Trends zu kreieren, welche die Marke Mercedes-Benz über kurzfristige Modeströmungen hinweg tragen. Die neuen Mercedes-Benz Raumkonzepte in Form der B-Klasse und R-Klasse dokumentieren erfolgreich sein Ziel, in neue Dimensionen der Mobilität vorzustoßen. Doch die historische Herausforderung reicht weiter. Es gilt, die zunehmende Komplexität des Mercedes-Benz Markengesichts in ein übersichtliches Erscheinungsbild zu gießen. „Unsere Grenzen sind noch lange nicht erreicht“, weckt Peter Pfeiffer Erwartungen ans Mercedes-Benz Design, das seine stilbildende Vorbildfunktion für die gesamte Automobilindustrie auch in Zukunft pflegt.