Pressemappe: Unimog-Geschichte
Stuttgart
18.02.2009
Brandneue Spezialisten und ein leichter Generalist
  • 2002: Die Produktion zieht von Gaggenau ins Werk Wörth
  • 2002: Premiere feiern U 3000, U 4000 sowie U 5000
  • 2005: In feinem Zwirn kommt die Unimog Black Edition
  • 2006: Synergien bei der Produktion in Wörth
Doch stellt Mercedes-Benz diesen neuen geländegängigen Geräteträgern schon bald eine kompromisslos auf hohe Geländegängigkeit und schwere Einsätze zugeschnittene Troika zur Seite, die in mehrerer Hinsicht eine deutliche Zäsur in der Unimog-Historie markiert. Denn U 3000, U 4000 sowie U 5000 – so lautet die Bezeichnung der anno 2002 vorgestellten Neuen – stammen nicht mehr aus Gaggenau, sondern haben ihre Wiege im Werk Wörth bei Karlsruhe.
Wörth ist seit dem 26. August 2002 der neue Produktionsstandort für den Unimog. Gaggenau, einst die große Lkw-Schmiede des Konzerns, fertigt seitdem keine Fahrzeuge mehr, sondern konzentriert sich fortan auf Achsen und Getriebe. 380 Mitarbeiter ziehen sofort um, 6.000 Tonnen Fracht wandern auf 480 Lkw von Gaggenau nach Wörth. Bis Mitte 2003 folgen weitere 300 Mitarbeiter aus den Bereichen Produktionsleistung, Entwicklung, Controlling und Vertrieb.
Optimierte Fertigung im Werk Wörth
In Wörth wiederum findet der Unimog ideale Bedingungen für das neu zugeschnittene Profil der zwei Reihen mit unterschiedlichen Zielgruppen vor. Kommunen, Behörden und gewerbliche Dienstleister sowie Bauwirtschaft und Transport sind nun ja das Metier der geländegängigen Geräteträger U 300 bis U 500. Die hochgeländegängigen neuen U 3000 bis U 5000 sind derweil ganz speziell auf Feuerwehr, Waldbrandbekämpfung, Expeditionen sowie Katastrophenschutz und Sicherheitseinsatz gemünzt, orientieren sich also strikt an den traditionellen Qualitäten des Unimog.
Dennoch geschieht die Produktion in so genannter Mischbauweise. Beide Reihen werden in Gruppenarbeit am gleichen Band aufgelegt und produziert. Zweigleisig verfährt die Produktion in ihrer 16.000 Quadratmeter großen eigenen Halle: Während am einen Band, beginnend mit dem Rahmen, das Chassis entsteht, nimmt parallel dazu auf einer zweiten Linie das zugehörige Fahrerhaus allmählich Gestalt an, bis durch die so genannte Hochzeit dieser beiden Elemente der fahrfähige Unimog dasteht.
Synergien mit der Lkw-Produktion
Als solcher tritt er nun eine kleine Reise in die Welt der Wörther Lkw-Produktion an, um dort seine Lackierung, das Finish und gegebenenfalls auch seine Pritsche zu erhalten. Eingebunden ist die Auslieferung des Unimog zugleich in das Kundencenter Wörth. Dort gibt es nun einen speziellen Schulungsraum für die Unimog-Abholer, in dem die Kunden von Unimog-Experten alles Wissenswerte über die effiziente Bedienung des Geräts und seine innovative Technik erfahren.
Die gemischte Produktion ist insofern nicht allzu schwierig, da für beide Unimog-Reihen das Diktum einer möglichst hohen Zahl an Gleichteilen gilt: Brüderlich teilen sie sich zum Beispiel die Motoren der Baureihe 900 (150 bis 218 PS/110 bis 160 kW), das Getriebe UG 100-8 sowie die Halbautomatik EPS (ab 2003 optional auch eine voll automatisierte Schaltung). Gleich sind bei beiden Reihen auch Bremsen, Lenkung und Instrumente.
Spezielle Technik für hohe Geländegängigkeit
Bei Fahrerhaus, Rahmen, Achsen und deren Anbindung sowie bei der Tragstruktur für Aufbauten trennen sich dann aber die Wege. Ihre hohe Verwindungsfähigkeit verdanken die neuen hochgeländegängigen Unimog-Typen einem besonders verwindungsfähigen Leiterrahmen aus zwei U-Längsträgern mit geschweißten Rohrquerträgern.
Serie sind Portalachsen vorn und hinten mit Differenzialsperren, Radvorgelegen sowie Querlenker, Schubrohr, Schraubenfedern, Teleskop-Stoßdämpfern und Stabilisatoren vorn und hinten. Das Ganzstahl-Fahrerhaus (von Wackenhut-Oxford zugeliefert) mit Dachluke gibt es auch in Doppelkabinenausführung. Wie Motor, Getriebe, Pritsche und Aufbau ist auch die Kabine dreipunktgelagert und macht somit jede Fahrzeugbewegung klaglos mit.
Genau definiertes Spektrum bei U 3000 bis U 5000
Etwas enger als bei den Geräteträgern aus der Baureihe 405 (U 300 bis U 500) sind naturgemäß sowohl die Motorisierung als auch das Spektrum des zulässigen Gesamtgewichts bei den Geländespezialisten U 3000 bis U 5000 (Baureihe 437.4) definiert: Reicht das zulässige Gesamtgewicht bei den 405ern von 7,5 bis 16,0 Tonnen, so bestreichen U 3000 bis U 5000 nur die Spanne von 7,5 bis 14,1 Tonnen. Und nimmt ein U 500 zum Beispiel grundsätzlich den 6,4 Liter großen Sechszylinder aus der Motorenbaureihe 900 in die Pflicht (231 sowie 279 PS/170 und 205 kW), so halten sich die Unimog aus der Baureihe 437.4 grundsätzlich an den Vierzylinder aus der Baureihe 900.
Den gibt es in den drei Leistungseinstellungen 150 PS (110 kW), 177 PS (130 kW) sowie 218 PS (160 kW). Bemerkenswert dabei: Die stärkste Version namens
OM 924 LA ist speziell für den Produktbereich Unimog konzipiert worden und fußt auf 4,8 statt 4,2 Liter Hubraum wie beim OM 904 LA üblich. Das Plus an Hubraum resultiert aus 106 statt 102 Millimeter Bohrung sowie 136 statt 130 Millimeter Hub.
BlueTEC ebnet den Weg für Euro 4 und Euro 5
Kombiniert werden diese Vierzylinder bei U 3000 bis U 5000 grundsätzlich mit dem Getriebe UG 100-8, das dem Fahrer acht Vorwärts- und sechs Rückwärtsgänge bietet und auf Wunsch mit zusätzlicher Geländegruppe zu haben ist. Pfiffig dabei die von
U 300 bis U 500 bereits bekannte Funktion EQR (Electronic Quick Reverse): eine vorwählbare, synchronisierte Wendeschaltung, die den schnellen Wechsel zwischen Vor- und Rückwärtsgang und somit ein problemloses Freischaukeln bei steckengebliebenem Fahrzeug möglich macht.
Den Weg zu Euro 4 und Euro 5 beschreiten die Unimog im Gleichschritt mit den Lkw von Mercedes-Benz: BlueTEC-Dieseltechnologie lautet das Schlüsselwort für die Abgasreinigung per SCR-Kat. Erste Unimog in Euro 4 sind auf der IAA 2006 in Hannover zu sehen. Für Märkte außerhalb der EU bleiben die bekannten Euro-3-Motoren aber weiterhin lieferbar.
Schwarze Kunst: Unimog Black Edition
Was dem Actros in Europa und dem Axor in Brasilien schon längst vergönnt ist, das bleibt auch dem Unimog auf Dauer nicht vorenthalten: eine exklusive Black Edition. Und es kommt nicht von ungefähr, dass dieser Unimog U 500 Black Edition just auf der Dubai Motor Show im Dezember 2005 seinen Einstand gibt. Ganz verschieden von den sonstigen Käufern der 405er-Reihe ist die Zielgruppe, die das edle Gefährt ins Visier nimmt.
Als High-End-Fahrzeug zum Beispiel für Trips in Wüstengebiete ist er ebenso gedacht wie als Mega-Freizeitfahrzeug für Individualisten, das eben doch noch einiges mehr kann als die allerorten in Mode gekommenen Geländefahrzeuge vom Schlag der SUV. Mit einer zulässigen Anhänge-Tonnage, die weit in den zweistelligen Bereich hineinreicht, lässt sich zum Beispiel schon so manche Yacht locker ins Schlepptau nehmen. Und das für Lkw gültige Sonntagsfahrverbot, das gilt für einen U 500 trotz des maximal möglichen Gesamtgewichts von 16 Tonnen eben auch nicht.
Fahrzeug-Tuner Brabus legt Hand an
Der U 500 Black Edition ist ein Fahrzeug der Superlative: Fahrzeug-Tuner Brabus gestaltet eine besonders elegante Silhouette, deren Kennzeichen eine Pritsche mit integrierten Seitenverkleidungen, ein futuristisch anmutender und silberfarben glänzender Stoßfänger sowie ein Überrollbügel aus Edelstahl sind. Klar, dass auch ein nach oben gezogenes verchromtes Auspuffrohr im Stil von US-Trucks nicht fehlen darf.
Innen verwöhnt der Unimog Black Edition die Piloten mit einer 16-teiligen Karbonausstattung, Alcantara-Verkleidung für Dachhimmel und Fenstersäulen sowie Sitzen mit Mastik-Lederbezug. Im Fußraum herrscht Velours vor, die Pedale wiederum sind aus Aluminium gefertigt. Gekurbelt wird an einem schwarzen Ledervolant. Inwendig präsentiert sich die Black Edition auch als Geräteträger der besonderen Art: An Unterhaltungs- und Informationselektronik ist unter anderem das COMMAND-System aus der S-Klasse geboten, das mit einem 6,5-Zoll-Bildschirm, DVD-Navigation und CD-Wechsler sowie einer speziell entwickelten Kompassfunktion dienen kann.
Die dritte Gewalt: Premiere des U 20 auf der IAA 2006
Als perfekte Ergänzung zu den aktuellen Reihen 405 und 437.4 und als größtmöglichen Kontrast zum feinen Unimog Black Edition präsentiert Mercedes-Benz auf der IAA den neuen Unimog U 20. Er kommt als relativ leichtgewichtiger und zudem preisgünstiger Allrounder daher, der gewissermaßen die Brücke zum Lkw schlägt.
Zielgruppe sind Branchen, denen ein Allrad-Lkw immer noch zu wenig bietet und denen die beiden anderen Unimog-Reihen aber doch schon des Guten zu viel sind. Baugewerbe, Landschafts- und Gartenbau sowie Kommunen und Energieversorgung sind die Kreise, für die der neue U 20 in Frage kommt.
Der U 20 schlägt ein ganz neues Unimog-Kapitel auf
So kommt es, dass der U 20 ein ganz neues Kapitel in der mittlerweile fast 60-jährigen Geschichte des Unimog aufschlägt. Er kommt als leichter Geräteträger mit 7,5 bis 8,5 Tonnen zulässigen Gesamtgewichts, dessen typische Kennzeichen der kurze Radstand von 2700 Millimetern sowie eine in Europa neue und kippbare Ganzstahlkabine in Frontlenkermanier sind.
Dieses Fahrerhaus stammt aus dem in Brasilien gefertigten und auf urbane Einsätze spezialisierten Leicht-Lkw Mercedes-Benz Accelo und passt perfekt zum besonders wendigen Unimog U 20. Mit einer Fahrzeuglänge von nur 4,9 Metern und dem kurzen Radstand beträgt der Wendekreis gerade mal knapp 12,8 Meter. Wichtig für besonders niedrige Durchfahrten: Nur 2,7 Meter ragt die Kabine in die Höhe.
Typische Unimog-Technik bleibt erhalten
Typische Unimog-Technik ist dem Neuen aber in Gestalt von Portalachsen, Einzelbereifung, drei Differenzialsperren sowie permanentem Allradantrieb und dem Getriebe U 100 zu eigen. Die Anbaupunkte für Geräte aller Art sind identisch mit denen der anderen Unimog. Als Motorisierung fungiert aber wiederum ausschließlich die 156-PS-Variante (115 kW) des Vierzylinders OM 904 LA.
Zudem verzichtet der neue kompakte Unimog auf Finessen wie die Wechsellenkung oder extreme Langsamfahreigenschaften und kommt damit deutlich günstiger (rund ein Drittel) zu stehen als die klassischen Geräteträger aus der Baureihe 405 (U 300 bis U 500). Es handelt sich beim U 20 freilich auch um leichteres Kaliber: Reicht das Gesamtgewicht der 405er-Reihe von 7,5 bis 16,0 Tonnen, so bescheidet sich der U 20 mit wahlweise 7,5 oder 8,5 Tonnen beim zulässigen Gesamtgewicht. Er kann aber bei Bedarf durchaus Anhänger bis zu 18 Tonnen Gewicht ziehen.
Fit für Mähgerät und Schneepflug
Mit einem Leergewicht von 5,1 Tonnen (inklusive 2,25 Meter langer Kippbrücke) bietet der U 20 als Motorwagen maximal 3,4 Tonnen Nutzlast. Für den frontseitigen Anbau von Arbeitsgeräten ist der neue Kompakte gleichwohl gut gerüstet. Betragen die zulässigen Achslasten vorn und hinten doch 4,5 sowie 4,6 Tonnen, was sowohl den frontseitigen Anbau von Gerät als auch eine ungleiche Lastverteilung der Ladung möglich macht. Mit Frontausleger-Mähgeräten kommt der U 20 ebenso gut zurecht wie mit 3,4 Meter breiten Schneepflügen samt 1,5-Kubikmeter-Feuchtsalz-Streuautomaten.
Serienmäßig liefert Mercedes-Benz den neuen Benjamin unter den Allrad-Alleskönnern mit Kipphydraulik, optional kann der Kunde zwischen einer genormten Winterdiensthydraulik, Zapfwellengetriebe sowie Getriebe-Nebenabtrieb und Frontanbauplatte wählen.
Erste Proben seines Könnens liefert der U 20 im Jahr 2007
Mit der Auslieferung an die Kunden dauert es beim U 20 dann aber bis zum ersten Quartal des Jahres 2008. Erste Proben seines Könnens gibt er der Öffentlichkeit im Juni 2007 mit Sommerdienstgeräten auf der Fachmesse demopak in Eisenach. Später stellt er seine Fähigkeiten in Schnee und Eis bei einer Tour durch deutsche Wintersportgebiete unter Beweis.
Er kommt zur rechten Zeit: Denn anno 2008 dürften allein in Deutschland noch rund 12.000 Unimog der von 1982 bis 2000 produzierten Baureihen 424 und 427 ihre Bahn ziehen, die also allmählich zur Ablösung anstehen.
Stets auf der Höhe der Zeit
Lebendiger denn je ist also die Legende Mercedes-Benz Unimog. Von Anfang an bis heute zeichnet sich der Alleskönner unter den Automobilen dadurch aus, dass er sich perfekt an die Bedürfnisse seiner Käufer anpasst. Die drei neuen diversifizierten Baureihen des vielseitigen Alleskönners schaffen dies besser denn je zuvor– die Legende Mercedes-Benz Unimog lebt also munter weiter. Und die Zahl der insgesamt bis heute produzierten Einheiten marschiert zum 60. Geburtstag des „Universal-Motor-Geräts“, wie der Unimog ursprünglich hieß, stramm auf die stolze Marke von 330.000 Einheiten zu. Die Abkürzung „Unimog“ hat übrigens schon ganz früh geschafft, wovon Marketingstrategen immer träumen: dass der Name zum Begriff für die gesamte Gattung wird.
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