Pressemappe: Lkw-Geschichte
Stuttgart
01.11.2000
Eine beispiellose Erneuerung des Programms
  • 1996: Feine Motorentechnik für die Leichte Klasse
  • 1996: Der Actros, Meilenstein unter den Lastwagen
  • 1998: Der Atego, leichter Lastwagen mit Format
  • 1999: CDI bedeutet Top-Dieseltechnik für den Vito
  • 2000: Sprinter, die zweite Generation macht Furore
  • 2000: Neuer Unimog als Super-Geräteträger
Mercedes-Benz Sprinter und Vito hießen die Neuheiten des Jahres 1995. Sie waren die Vorboten einer umfassenden Erneuerung des Transporter- und Lastwagenprogramms von Daimler-Benz, im Hause tituliert als Produktoffensive. Den Höhepunkt bildet eine Kette von Neuvorstellungen im Jahr 1996, genau 100 Jahre nach dem Bau des ersten Lastwagens durch den Automobilpionier Gottlieb Daimler.
Die Motorenbaureihe 900 lässt in die Zukunft blicken
Zunächst löst die Motorenbaureihe 900 in der Leichten Klasse die Motoren des Typs OM 364 und 366 ab. Diese angesehenen, fortwährend weiterentwickelten und modernisierten Motoren der Baureihe 300 gingen im Ursprung auf den OM 312 von 1949 zurück. Jetzt kommen komplett neu konstruierte Triebwerke unter dem Titel Baureihe 900 zum Einsatz. Dreiventiltechnik, zusätzliche Konstantdrossel zur Verstärkung der Motorbremse, Einzelsteckpumpen mit präziser Kraftstoffzumessung für jeden Zylinder, vollelektronische Steuerung, mit den neuen Motoren brennt Daimler-Benz ein Feuerwerk modernster Technik ab.
Zugrunde liegt ein Baukastensystem von Motoren mit vier Zylindern (4,25 Liter Hubraum) und sechs Zylindern (6,4 Liter Hubraum). Die Spannweite der Leistung reicht von 90 kW (122 PS) bis später 205 kW (279 PS) aus dem Sechszylinder. Damit verbunden sind, in Relation zur Größe der Motoren, enorm hohe Drehmomente und gleichzeitig ein niedriges Drehzahlniveau. Daraus resultieren niedrige Kraftstoffverbräuche und günstige Abgaswerte: Die Motoren sind von Beginn an auf die künftige Emissionsstufe Euro 3 vorbereitet. Die elektronische Überwachung der Triebwerke verhindert gleichzeitig zuverlässig Überlastung. Im Ergebnis erreichen die Motoren der Baureihe 900 sehr hohe Laufleistungen trotz langer Wartungsintervalle. Das passende Stichwort dazu lieferte Daimler-Benz gleich mit: Eco-Power. Die neuen Motoren gestatten einen Blick in die Zukunft, denn längst pfeifen es die Spatzen von den Dächern, dass noch in diesem Jahr komplett neue schwere Lastwagen von Daimler-Benz das Laufen lernen.
Von dieser Eco-Power profitiert noch im gleichen Herbst der Großtransporter T2. Neue Spitzenmotorisierung aus dem LK, neuer Einstiegmotor aus dem Sprinter, dazu ein Facelift und eine neue Armaturenanlage: Schon präsentiert sich der Vario als Nachfolger des T2 deutlich verjüngt.
Neuheit des Jahres 1996: der revolutionäre Mercedes-Benz Actros
Doch das alles überstrahlt ab der IAA im Herbst eine komplett neue Lastwagen-Baureihe: Der revolutionäre Mercedes-Benz Actros sorgt als Nachfolger des SK für Furore. Denn hier ist nun wirklich alles neu. Da wäre die neue Kabine mit einem Baukastensystem aus kurzen und langen, flachen, hohen und dem gewaltigen Megaspace-Fahrerhaus mit ebenem Fußboden. Oder ein neuer Rahmen und ein neues Fahrwerk. Und dann ist da das neue Herzstück des Actros: der Antriebstrang. Zwar haben die Entwickler wieder auf das Baukastensystem aus Sechs- und Achtzylindern in V-Anordnung zurückgegriffen, die Triebwerke jedoch unter der Bezeichnung Baureihe 500 völlig neu konstruiert. Die Richtung ist seit der Eco-Power Anfang des Jahres bekannt: Einzelsteckpumpen, Mehrventiltechnik (hier mit vier Ventilen pro Zylinder), vollelektronische Steuerung. Alles zusammengeführt zu Motoren mit zwölf und 16 Liter Hubraum mit Leistungen bis 315 kW (428 PS) aus sechs Zylindern und 420 kW (571 PS) aus acht Zylindern. Niedrige Drehzahlen und kraftvolle Drehmomente kennzeichnen die neuen Maschinen, dazu lange und verschleißabhängige, variable Wartungsintervalle von rund 100 000 Kilometer im Fernverkehr und eine enorme Haltbarkeit.
Gekoppelt ist dies alles mit der Weiterentwicklung von EPS, der Telligent-Schaltung. Auf ein Kupplungspedal kann nun verzichtet werden, es ist nur noch für Notfälle klappbar vorgesehen. Die weiter entwickelte Variante von EPS namens EAS (elektronisch automatisierte Schaltung) agiert gar wie eine Vollautomatik ohne jedes Zutun des Fahrers.
Mehr Sicherheit steht im Mittelpunkt der Actros-Entwicklung
Mindestens so wichtig wie der neu entwickelte Antriebstrang sind die revolutionären Bremsen des Mercedes-Benz Actros. Scheibenbremsen rundum, dazu elektronisch geregelt, nun zeigt die Bremse das Feingefühl einer Pkw-Anlage und dazu Biss. Eine Verschleißharmonisierung kalkuliert die Belastung jedes Rades so individuell, dass alle Beläge gleichmäßig verschleißen. Zusammen mit elektronisch geregelten Scheibenbremsen am Auflieger bremst gar der ganze Zug harmonisch. Konsequenterweise bietet Daimler-Benz ab sofort auch Anhängerachsen mit der feinen Bremse an, was eine nächste Revolution in der Trailer-Branche auslöst.
Freightliner bekommt Zuwachs durch die neue Marke Sterling
Ein Jahr später legt Daimler-Benz mit den Baufahrzeugen beim Actros eine komplette Reihe nach. In Nordamerika unterstützt Daimler-Benz den Aufstieg der Marke Freightliner durch die Übernahme der Schwerlastwagenfertigung von Ford. Freightliner führt die neue Tochter, deren Markenname sich in "Sterling" ändert. Die neue Marke erweitert das Angebot vor allem um Baustellenfahrzeuge und Verteiler-Lastwagen.
Der Atego krempelt die Klasse der leichten Lastwagen um
Ein Jahr später startet 1998 in Europa dann der Mercedes-Benz Atego, Nachfolger der beliebten "Leichten Klasse". Er erhält die Vier- und dazu die neuen Sechszylindermotoren der Baureihe 900 mit bis zu 205 kW (279 PS), dazu feine Zutaten wie Scheibenbremsen rundum und ein komplett neues, fahrerfreundlich tief angeordnetes Fahrerhaus dank eines vorn abgesenkten Rahmens. Zu der großen Gewichtspalette von 6,5 bis 15 Tonnen passen kurze und lange, flache und hohe Fahrerhäuser für alle denkbaren Einsätze.
Im gleichen Jahr schließt Daimler-Benz die Lücke zwischen Atego und Actros durch eine weitere neue Baureihe, den Atego schwer für 18 bis 26 Tonnen Gesamtgewicht. Er kombiniert die Kabine des Atego (hier höher gelegt) und dessen Sechszylindermotoren mit dem Rahmen des Actros. Ergibt zusammen einen sehr ansehnlichen Lastwagen der Mittelklasse für zahlreiche Einsatzfälle im Nah- und Fernverkehr. In der gleichen Gewichtsklasse präsentiert Daimler-Benz den "Econic", einen Entsorgungs-Lastwagen mit extrem tief und benutzerfreundlich angeordneter Fahrerkabine. Die Fertigung übernimmt das Tochterunternehmen NAW in der Schweiz.
Aus Daimler-Benz wird DaimlerChrysler
Auch der Konzern erhält 1998 ein völlig neues Gesicht. Die Fusion von Daimler-Benz und dem amerikanischen Chrysler-Konzern führt zum neuen Unternehmen DaimlerChrysler. Ein großer Schritt, der jedoch auf die Nutzfahrzeuge von Mercedes-Benz wenig Auswirkungen zeigt, ist Chrysler mit seinen Marken in diesem Bereich doch ausschließlich mit Geländewagen und Pick-ups vertreten.
CDI heißt das Kürzel der Neuheit des Jahres 1999. Der kompakte Transporter Mercedes-Benz Vito erhält neue Vierzylinder-Dieselmotoren mit hochmoderner Mehrventiltechnik und Common-Rail-Einspritzung. Leiser , sparsamer und viel kräftiger sind die drei neuen Modelle 108, 110 und 112 CDI mit bis zu 90 kW (122 PS) Leistung aus nur 2,2 Liter Hubraum.
Ganz stark: die zweite Generation des Sprinters
Exakt ein Jahr später erhält zu Beginn des Jahres 2000 der erfolgreiche Transporter Mercedes-Benz Sprinter eine tiefgreifende Überarbeitung. Kern sind ebenfalls CDI-Motoren, hier jedoch Vier- und Fünfzylinder mit bis zu 115 kW (156 PS). Diese Top-Leistung setzt neue Maßstäbe im Transporterbau und erlaubt flexible Wartungsintervalle bis zu 45 000 Kilometern. Nicht weniger innovativ ist die Kraftübertragung. Der Schalthebel in Form eines Joysticks ragt nun aus der Armaturenanlage, was die Bewegungsfreiheit im Fahrerhaus noch einmal verbessert. Alternativ zum serienmäßigen Fünfgang-Schaltgetriebe bietet DaimlerChrysler ein automatisiertes Sechsganggetriebe namens Sprintshift an. Es übernimmt alle Funktionen einer Vollautomatik, kann aber auch manuell per Fingertipp geschaltet werden; das Kupplungspedal entfällt ersatzlos.
Serienmäßig ist beim Sprinter die Klassifizierung in die Emissionsklasse Euro 3, die im Herbst 2001 in Kraft tritt. Aber auch die größeren Motoren der Baureihen 900 und 500 mit ihren vier, sechs oder acht Zylindern sind inzwischen selbstverständlich als Euro-3-Variante zu haben. Ein weiterer großer Schritt in Sachen Umweltfreundlichkeit. Er unterstreicht die Zukunftfähigkeit des motorisierten Gütertransports, der vor mehr als 100 Jahren so mutig durch die Automobilpioniere Gottlieb Daimler und Karl Benz begonnen wurde.
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