Die Historie der Mercedes-Benz SL-Klasse
Stuttgart
10.01.2012
Bühne auf für das Variodach: Mercedes-Benz SL der Baureihe R 230 (2001-2012)
  • Offenes Fahrzeug und Coupé in einem – das Dach faltet sich in 16 Sekunden
  • Ausgestattet mit modernsten Fahrdynamiksystemen
  • Leichtbau-Karosserie mit hohem Aluminiumanteil
Die SL-Baureihe R 230 wird im Juli 2001 in den Deichtorhallen in Hamburg der Presse vorgestellt. Dank einer zum damaligen Zeitpunkt weltweit einzigartigen Kombination modernster elektronischer Fahrwerksysteme bietet der R 230 ein herausragendes Fahrerlebnis und zugleich ein Höchstmaß an Fahrsicherheit. Er setzt damit Akzente unter den Sportwagen und im Automobilbau.
Zur Markteinführung steht zunächst der Mercedes-Benz SL 500 mit einer Leistung von 225 kW (306 PS) zur Verfügung. Im Herbst 2001 gesellt sich der Typ SL 55 AMG mit einem V8-Kompressormotor und 350 kW (476 PS) hinzu. 2002 folgt der Typ SL 350 mit einem 180 kW (245 PS) starken 3,7-Liter-V6-Motor, und im Januar 2003 stellt Mercedes-Benz schließlich den SL 600 mit 368 kW (500 PS) starkem 5,5-Liter-V12-Biturbomotor als neues Spitzenmodell der Baureihe vor.
Zur umfangreichen Serienausstattung des SL gehören beispielsweiselederbezogene Integralsitze samt Memoryfunktion für die elektrische Sitz- und Lenkradverstellung, die zudem noch im elektronischen Zündschlüssel gespeichert ist, Multifunktions-Lenkrad, Klimatisierungs-Automatik und Stereo-Autoradio. Auf Wunsch stehen innovative Assistenzsysteme wie der Abstandsregel-Tempomat DISTRONIC, das automatische Notrufsystem TELEAID, das Bedien- und Anzeigesystem COMAND oder die elektronische Reifendruck-Kontrolle bereit.
Leder, Edelholz und Aluminium sind die Materialien, die im Innenraum für SL-typische Exklusivität und Wertanmutung sorgen.Zur Wahl stehen zwei Ledersorten, vier hochwertige Zierelement-Varianten und fünf Ausstattungsfarben. Matt glänzendes Chrom umrahmt die vier Einzelinstrumente des Cockpits im klassischen Chronometer-Design und tritt auch an anderen Details des Interieurs in Erscheinung.
Das Design vereint Tradition und Zukunft
Das Design der Baureihe R 230 vereint über markante Details die Tradition und Zukunft. So greifen beispielsweise die Luftöffnungen in den vorderen Kotflügeln ein typisches Merkmal des Typ 300 SL aus den 1950er-Jahren auf. Auch die schmalen, flügelähnlichen Profile an diesen seitlichen Luftöffnungen – von den Fachleuten „Finnen“ genannt – sind eine Reminiszenz. Die Designer nutzen dieses Stilelement außerdem, um an den Öffnungsgittern in der Motorhaube sportliche Akzente zu setzen.
Unverwechselbar ist der SL seit jeher durch seine horizontal lang gestreckte Kühlermaske. Die Baureihe R 230 nimmt diese Tradition auf, zeigt sie aber in moderner Interpretation und stellt eine Lamellenkühlermaske mit flacherer Neigung als bisher in den Fahrtwind. Dadurch wirkt die Frontpartie in Verbindung mit der stärkeren Pfeilkontur des Karosseriekörpers sehr dynamisch und kraftvoll. Die vier Lamellen umschließen den Mercedes-Stern, der in gewohnter Größe und Position eindeutig die Markenzugehörigkeit des Zweitürers anzeigt.
Diese typischen SL-Merkmale harmonieren mit neuen Elementen. So verschmelzen jeweils zwei der bekannten vier Scheinwerfer-Augen zu einer Einheit, ohne dabei ihre ovale Grundform aufzugeben. Die moderne Klarglas-Optik wertet die serienmäßigen Bi-Xenon-Scheinwerfer effektvoll auf und bringt zusätzliche Brillanz in das Front-Design.
Die lange Motorhaube greift die Rundungen der Scheinwerfer auf
und setzt sie als spannungsvolle Wölbungen nach hinten fort. Aus diesem Zusammenspiel entwickelt sich auch das Design der muskulös wirkenden Kotflügel. Nahtlos gehen die weichen Formen der Motorhaube und der Kotflügel in straffe Linien über, die den seitlichen Karosseriekörper in Höhe der Bordkante gliedern. Eine weitere Linie entwickelt sich im unteren Bereich der Kotflügel aus dem Schwung der seitlichen Luftöffnungen. Sie gibt den großen, ruhigen Flächen der Türen formalen Halt und stellt eine optische Verbindung zum Heck her. Die starke Neigung der Frontscheibe unterstreicht den Sportwagen-Charakter und betont die flache, keilförmige Silhouette.
Dach-Akrobatik innerhalb von 16 Sekunden
Im Unterschied zu seinen Vorgängern trägt der SL der Baureihe R 230 sein festes Dach stets mit sich. Die Integration seines stählernen Variodachs in den Fluss der Linien beweist die hohe Designqualität des Wagens. Auf Knopfdruck oder via Fernbedienung lässt es sich binnen 16 Sekunden öffnen oder schließen. Eine äußerst aufwendige Schwenkmechanik sorgt dafür, dass die drei Dachkomponenten raumsparend im oberen Bereich des Kofferraums verschwinden. Darunter steht ein Gepäckraum mit 235 Liter Volumen zur Verfügung. Bei geschlossenem Dach bietet das Fahrzeug, inklusive Gepäckbox in der Reserveradmulde, 317 Liter, das sind 52 Liter mehr als beim Vorgängermodell. Von Mitte 2002 an gibt es auch eine Glasdach-Variante.
Weitere Merkmale unterstreichen bei der Baureihe R 230 den Eindruck von Dynamik und Eleganz, beispielsweise die Karosserie mit der kraftvoll geformten Frontschürze, den muskulösen Rundungen und der markanten Keilform, aber auch Stilelemente wie die markant konturierten Seitenschweller, die breiten Räder (Durchmesser: 43,18 Zentimeter) oder die ovalen Endrohre der Abgasanlage. Alle Karosserieteile – vom Türgriff bis zum Stoßfänger – sind in Wagenfarbe lackiert, sodass der Sportwagen formal und farblich wie aus einem Guss wirkt.
Das gilt auch für die Heckpartie, die von großen, dreieckig geformtenRückleuchten geprägt ist. Auch hier kein farbliches Wechselspiel, sondern elegante Einheitlichkeit: Die Rückleuchten präsentieren sich mit gleichmäßig rot gefärbten Abdeckscheiben – spezielle Filter vor den Reflektoren der Heckleuchten sorgen dafür, dass die Blinker trotzdem gelb und das Rückfahrlicht weiß erscheinen.
Sensotronic Brake Control SBC™
Zu den technischen Innovationen der Baureihe R 230 zählt die elektrohydraulische Bremse Sensotronic Brake Control SBC™, die hier ihre Premiere erlebt. Sie arbeitet in Verbindung mit dem Elektronischen Stabilitäts-Programm ESP® und der aktiven Fahrwerkregelung Active Body Control ABC, die Karosseriebewegungen oder Schleuderansätze bei Kurvenfahrt sowie beim Bremsen auf ein Minimum verringert. Die Sensotronic Brake Control SBC™ ist zudem der Einstieg in die Welt zukünftiger „By Wire“-Systeme, die Befehle des Autofahrers nicht mehr mechanisch oder hydraulisch, sondern elektronisch – per Kabel – übertragen. Zu den wichtigsten Leistungsmerkmalen der SBC™ zählen die hohe Dynamik beim Aufbau des Bremsdrucks sowie das Dank aufwendiger Sensortechnik zuverlässige „Erfühlen“ des Fahrer- und Fahrzeugverhaltens.
So erkennt das System zum Beispiel den schnellen Wechsel des Fahrers vom Gas- aufs Bremspedal als Indiz für eine Notsituation, erhöht automatisch den Druck in den Bremsleitungen und legt gleichzeitig die Beläge an die Bremsscheiben an, sodass sie beim Tritt aufs Bremspedal ohne Verzögerung mit voller Kraft zupacken können. Der Effekt ist ein bis zu 3 Prozent kürzerer Anhalteweg bei einer Notbremsung.
Außerdem bietet SBC™ dank der variablen Bremskraftverteilung je nach Radaufstandskraft und Schlupfwerten mehr Sicherheit beim Bremsen in der Kurve oder auf schwierigem Untergrund. SBC™ steigert dank höherer Dynamik und Präzision auch die Leistungsfähigkeit des Brems-Assistenten BAS und des Elektronischen Stabilitäts-Programms ESP®. Dieses Paket sehr effizienter elektronischer Regelsysteme leitet in den Bereichen Fahrwerk, Fahrsicherheit und Fahrdynamik eine revolutionäre Entwicklung im Automobilbau ein.
Fahrwerk mit Active Body Control ABC
Unterstützt werden diese Systeme mit Radaufhängungen, die in Verbindung mit der Active Body Control ABC feinfühlig ansprechen. Vorne sorgt ein modernes Vierlenkersystem für besten Abrollkomfort, präzise Radführung und Lenkung. Die unteren Vorderachselemente, das Lenkgetriebe der Zahnstangen-Lenkung und die Motorlager sind mit einem Aluminium-Integralträger verbunden, der im neuen SL ebenfalls Premiere feiert. Das in Sachen Radführung immer noch unübertroffene Raumlenkerprinzip der Hinterachse besteht im SL der Baureihe R 230 erstmals komplett aus Aluminium einschließlich Radträger und Fahrschemel. Für ein noch besseres Eigenlenkverhalten ist die Achsgeometrie im Detail modifiziert.
Sicherheit neu definiert
Spätestens seit der „Pagode“ gilt das Kürzel „SL“ als Synonym für wegweisende Leistungen auf den Gebieten der aktiven und passiven Sicherheit bei offenen Sportwagen. Mit einem völlig neu geschaffenen ganzheitlichen Konzept übertrifft der SL der Baureihe R 230 die bisherigen Sicherheitsstandards deutlich und avanciert damit auf dem Gebiet der Fahrzeugsicherheit zum Vorbild – ganz besonders gilt das für das Segment der Sportwagen. Das Konzept berücksichtigt alle Aspekte aktiver und passiver Fahrzeugsicherheit – von der Unfallvermeidung mithilfe elektronischer Fahrdynamiksysteme wie SBC™, Active Body Control ABC, Brems-Assistent BAS, Antriebs-Schlupf-Regelung ASR oder ESP® ebenso wie die Struktursicherheit der Karosserie mit hoher Formstabilität der Fahrgastzelle bei jeder denkbaren Unfallart.
Zum Insassenschutz tragen neben der hochfesten Karosseriestruktur unter anderem auch zweistufige Airbags für Fahrer und Beifahrer, neuartige Head-Thorax-Bags in den Türen, neu entwickelte Integralsitze, Leistungs-Gurtstraffer, Gurtkraftbegrenzer und der sensorgesteuerte Überrollbügel bei, der auch bei geschlossenem Variodach in Aktion tritt.
Bei der Unfallrettung sorgt das von Mercedes-Benz entwickelte Notrufsystem TELEAID (Wunschausstattung) dafür, dass Notarzt und Polizei automatisch alarmiert und mittels Satelliten-Navigation zur Unfallstelle geführt werden.
Sicherheitsentwicklung zwischen Rating-Tests und Realität
Die SL-Baureihe R 230 besteht strengste Crashtests wie zum Beispiel den Offset-Frontalaufprall mit 64 km/h oder die 90-Grad-Seitenkollision mit 50 km/h, die beide zum europäischen NCAP-Verfahren (New Car Assessment Program) gehören und vor allem bei offenen Automobilen höchste Anforderungen an die Fahrzeugstruktur stellen. Ebenso viel Aufmerksamkeit widmen die Ingenieure dem Aspekt der Reparaturfreundlichkeit, die sie beim Frontal- und Heckaufprall mit einer Kollisionsgeschwindigkeit von jeweils 15 km/h überprüfen. Die Karosseriestruktur des SL bietet größtmögliche Insassensicherheit und entspricht dem Ziel einer kostengünstigen Reparatur.
Bei einem Frontal- oder Heckaufprall mit mehr als 15 km/h Kollisionsgeschwindigkeit bietet die Rohbaustruktur des SL durch zahlreiche innovative Details einen vorbildlich hohen Insassenschutz. Rund 33 Prozent der Rohbaukarosserie bestehen aus hochfesten Blechen, die bei geringer Materialstärke ein Maximum an Festigkeit bieten. Alle Bauteile, die für die Crashsicherheit und die Karosseriesteifigkeit maßgebend sind, sind aus hochfesten Stahlblechen hergestellt. Der Kraftstoffbehälter besteht aus Stahlblech und befindet sich in geschützter Position oberhalb der Hinterachse.
Verbrauchsökonomie wird groß geschrieben
Die Verbrauchsökonomie ist beim SL der Baureihe R 230 ein Thema, das sich durch viele Kapitel der Konstruktionsvorgaben zieht. Maßgeblichen Anteil an einem bei allen Varianten günstigen Kraftstoffverbrauch hat dabei die leichtgewichtige Karosserie: Motorhaube, vordere Kotflügel, Türen, Kofferraumdeckel, Tanktrennwand und weitere Bauteile bestehen aus Aluminium, wobei vor allem die rund 1,40 Meter lange Motorhaube als Besonderheit unter den Leichtbau-Komponenten gilt.
Die ausgefeilte Aerodynamik der glatten, strömungsgünstig gestalteten Karosserie, einschließlich des Unterbodens, trägt ebenso zur Kraftstoffeinsparung wie auch zur Geräuschminimierung bei. Der Luftwiderstandsbeiwert von cW = 0,29 für den geschlossenen Wagen gilt als höchst bemerkenswert; bei der Vorgängerbaureihe R 129 hatte er mit Hardtop noch 0,32 betragen. Der geöffnete SL der Baureihe R 230 hat einen cW-Wert von nur 0,34 (R 129: cW = 0,40 mit geschlossenen Seitenscheiben).
Debüt mit dem Typ SL 500
Im Sommer 2001 debütiert zunächst der Typ SL 500 mit einem 5-Liter-V8-Motor (M 113), der 225 kW (306 PS) leistet und ein Drehmoment von 460 Newtonmetern abgibt. Er zählt zu den stärksten Motoren seiner Fahrzeugklasse, unterbietet deutlich die strengen Abgaslimits der EU-4-Norm und beschleunigt den Typ SL 500 in 6,3 Sekunden von null auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 250 km/h (elektronisch abgeriegelt). Das bewährte Fünfgang-Automatikgetriebe mit elektronischer Steuerung, zwei Schaltprogrammen und Wandlerüberbrückungs-Kupplung gehört zur Serienausstattung des Typ SL 500. Eine neu entwickelte Tippschaltung ermöglicht besonders schnelle manuell initiierte Gangwechsel.
Im September 2001 feiert dann der Typ SL 55 AMG auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt/Main seine Premiere. Ausgestattet mit einem neuen V8-Kompressormotor ist er damals der leistungsstärkste Mercedes-Benz Personenwagen: Das 5,5-Liter-Aggregat (M 113) entwickelt 350 kW und bietet schon ab 2650/min bis 4500/min ein maximales, konstantes Drehmoment von 700 Newtonmetern. Den Spurt von null auf 100 km/h absolviert das Fahrzeug in 4,7 Sekunden; die elektronisch begrenzte Höchstgeschwindigkeit beträgt 250 km/h. Der Motor ist kombiniert mit einer Fünfgang-Automatik inklusive Lenkradschaltung per Tastendruck. Vom Typ SL 500 äußerlich unterscheidet sich die AMG Version unter anderem durch Stoßfänger mit noch kraftvollerem Styling, markant geformten Seitenschwellern, dunkel getönten Rückleuchten, exklusiven Vielspeichen-Felgen (Durchmesser: 45,72 Zentimeter) und vier verchromten Auspuffrohren. Im Innenraum betonen die straffer gepolsterten Integralsitze mit spezieller Perforation und farbigen Ziernähten, Zierelemente aus hochwertigem Aluminium-Sandguss und Cockpit-Instrumente mit hellen Zifferblättern, silberfarbigen Symbolscheiben und roten Zeigern den Charakter dieses Sportwagens.
2002 folgt der Typ SL 350 mit einem 180 kW (245 PS) starken 3,7-Liter-V6-Motor (M 112). Er beschleunigt das Fahrzeug in 7,2 Sekunden von null auf 100 km/h und bringt es auf eine elektronisch begrenzte Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Serienmäßig ist das automatisierte Sechsganggetriebe SEQUENTRONIC mit Lenkradbedienung über zwei Schaltwippen. Die elektronisch gesteuerte Fünfgangautomatik mit Tippschaltung ist als Wunschausstattung erhältlich.
Ein V12-Motor im Spitzenmodell
Im Januar 2003 stellt Mercedes-Benz den Typ SL 600 mit 368 kW (500 PS) starkem 5,5-Liter-V12-Biturbomotor (M 275) als neues Spitzenmodell der Baureihe vor. Er bietet ein höchstes Drehmoment von gewaltigen 800 Newtonmetern, das schon bei 1800/min abrufbereit ist und bis 3600/min konstant bleibt. Das neu entwickelte Mercedes-Benz Zwölfzylinder-Triebwerk mit zwei Turboladern, Wasser-Ladeluft-Kühlung, Dreiventiltechnik, Wechselstrom-Doppelzündung und anderen Hightech-Innovationen zählt zu den modernsten Pkw-Motoren der Welt. Es bietet Souveränität in jeder Fahrsituation. Für die Beschleunigung von null auf 100 km/h benötigt der Typ SL 600 nur 4,7 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 250 km/h begrenzt. Äußerlich ist der Typ SL 600 erkennbar durch eine Kühlermaske mit dezenten Chrom-Applikationen, durch silberlackierte Bremssättel, V12-Embleme auf den seitlichen Lufteinlässen, Bi-Xenon-Scheinwerfer und exklusive Leichtmetallräder. An der Vorderachse kommen Reifen der Größe 255/40 R 18 zum Einsatz, an der Hinterachse Reifen der Dimension 285/35 R 18.
Nur 12 Stück: SL 350 „Mille Miglia Edition 2003“
Auf Basis des Typ SL 350 stellt Mercedes-Benz im Juni 2003 in Erinnerung an das legendäre Straßenrennen das Sondermodell „Mille Miglia Edition 2003“ vor, von dem lediglich 12 Stück gebaut werden. Sie sind in einer speziellen „Silver Arrow“-Metalliclackierung gehalten und haben Bordkanten-Zierstäbe aus matt glänzendem Aluminium, formschöne Leichtmetallfelgen (Durchmesser: 45,72 Zentimeter), Breitreifen der Größen 255/40 ZR 18 (vorne) und 285/35 ZR 18 (hinten) sowie „Mille Miglia“-Plaketten in den Entlüftungsgittern der vorderen Kotflügel und auf dem Kofferraumdeckel. Das Variodach besteht beim Sondermodell aus Glas und ermöglicht den Passagieren einen Panorama-Durchblick. Zu den Besonderheiten des Interieurs zählen unter anderem eine zweifarbige Nappaleder-Ausstattung: Die Sitze präsentieren sich im Farbton „Classicrot“, der auch bereits bei den legendären SL-Sportwagen der 1950er-Jahre Akzente gesetzt hatte. Der Dachhimmel ist mit weichem Alcantara bespannt, und die Zierelemente in der Mittelkonsole und an den Türen bestehen aus Aluminium mit matt glänzender Oberfläche. Mit Hilfe eines neuartigen Laserverfahrens haben die Designer neben dem „Mille Miglia“-Logo auch den Streckenverlauf des 1000-Meilen-Rennens in die Lederbezüge der Kopfstützen eingearbeitet. Zur weiteren Serienausstattung des Sondermodells gehören unter anderem das Bedien- und Anzeigesystem COMAND, die Einparkhilfe PARKTRONIC, Multikonturlehnen, CD-Wechsler und Soundsystem. Der V6-Motor ist beim Sondermodell serienmäßig mit einem Fünfgang-Automatikgetriebe gekoppelt.
Ein Sondermodell zum 50. Geburtstag
Im Jahr 2004 feiert Mercedes-Benz das Erscheinen des Typ 300 SL aus dem Jahr 1954 mit dem Sondermodell „Edition 50“, das als SL 350 und als SL 500 in einer insgesamt auf 550 Stück limitierten Serie erhältlich ist. Zu den optischen Akzenten gehören beispielsweise die silberne, matt lackierte Kühlermaske mit Chrom-Zierstäben, die Leichtmetallräder (Durchmesser: 45,72 Zentimeter) im Turbinen-Design, die hochglanzpolierten Bordkanten-Zierstäbe, das Windschott mit hochglanzpoliertem Rahmen und die abgedunkelten Heckleuchten.
Im Interieur ist es eine Leder-Alcantara-Kombination am Kombi-Instrument. Die Sitze, serienmäßig Klimakomfortsitze mit Multikonturfunktion, sind mit Nappaleder bezogen, die Kopfstützen tragen ein gelasertes „Edition 50“-Logo. Die Zierelemente des Interieurs bestehen aus einem neuen Aluminium-Dekor oder wahlweise aus schwarzem Eschenholz. Je nach persönlichem Geschmack ist auch die Lederausstattung auf Wunsch zweifarbig in Condorsilber/Schwarz oder einfarbig in designo Schwarz mit Ziernähten in Quarz erhältlich. Die weitere Serienausstattung ist umfangreich. Zu ihr zählen etwa das Radio- und Navigationssystem COMAND APS inklusive CD-Wechsler und Surround-Soundsystem, unter anderem aber auch Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Scheinwerfer-Reinigungsanlage und eine Einparkhilfe PARKTRONIC.
2004 kommt auch der SL 65 AMG als neues Spitzenmodell auf den Markt. Er wird vom AMG 6,0-Liter-V12-Biturbomotor mit 450 kW (612 PS) und 1000 Newtonmeter Drehmoment angetrieben und ist der stärkste Serien-Roadster der Welt. Eindrucksvoller Beleg der außergewöhnlichen Kraft des AMG Zwölfzylinders ist die Beschleunigung in nur 4,2 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 km/h. 2004 gewinnt der V12-Biturbomotor den „International Engine of the Year Awards“ in der Kategorie „Best Performance Engine“.
2006: Modellpflege der Baureihe R 230
Fünf Jahre nach seinem Start wertet Mercedes-Benz den SL auf, als Debütveranstaltung wird der Automobil-Salon 2006 in Genf gewählt. Vor allem Motoren, Antrieb und Fahrwerk sind sportlicher abgestimmt.
Der V8-Motor (M 273) des Typ SL 500 ist eine Neukonstruktion, er hat nun einen Hubraum von 5,5 Litern und entwickelt eine Leistung von 285 kW (387 PS). Damit beschleunigt das Fahrzeug von null auf 100 km/h in 5,4 Sekunden. In den USA wird das Fahrzeug unter der Bezeichnung SL 550 angeboten.
Auch der Sechszylindermotor des Typ SL 350 ist eine Neuentwicklung. Das 200 kW (272 PS) starke V6-Aggregat (M 272) ermöglicht bei einem Leistungsplus von rund 11 Prozent eine Kraftstoffersparnis von mehr als 1 Liter je 100 Kilometer. Der kombinierte Verbrauch im NEFZ-Fahrzyklus beträgt 10,3 Liter auf 100 Kilometer. Der Typ SL 350 beschleunigt in 6,6 Sekunden von null auf 100 km/h und ist damit mehr als eine halbe Sekunde schneller als das Vorgängermodell.
An der Spitze des Modellprogramms steht der V12-Biturbomotor des Typ SL 600. Seine Leistung steigt auf 380 kW (517 PS), das maximale Drehmoment auf 830 Newtonmeter. Mit dem Zwölfzylindermotor beschleunigt dieser SL in nur 4,5 Sekunden von null auf 100 km/h.
Die V6- und V8-Modelle der modellgepflegten SL-Klasse stattet Mercedes-Benz serienmäßig mit dem Siebengang-Automatikgetriebe 7G-TRONIC aus. Das aktive Fahrwerk Active Body Control ABC (Serie in den Typen SL 500 und SL 600, auf Wunsch im Typ SL 350) ist nochmals verbessert worden. So verringern sich die Karosseriebewegungen bei dynamischen Fahrsituationen gegenüber dem Vorgängermodell nun um bis zu 60 Prozent.
Dezent aktualisiert zeigt sich das Karosserie-Design: Dazu gehört der neue Stoßfänger mit drei großen Kühlluftöffnungen, stärkerer Pfeilung und Nebelscheinwerfern mit Chromringen. Der Kühlergrill hat jetzt drei Lamellen mit Chromauflagen und ist mattsilbern lackiert. Seitlich beeindrucken neue Leichtmetallräder. Die Heckleuchten mit horizontaler Teilung und rot-weißen Deckgläsern in Klarglas-Optik betonen noch mehr Breite am muskulösen SL-Heck. Auch der Innenraum zeigt sich überarbeitet, beispielsweise durch eine weichere Narbung der Lederpolster, neue Interieurfarben, geprägte Aluminium-Zierelemente sowie Metall-Einstiegsleisten mit geprägtem Mercedes-Benz Schriftzug.
Vom Frühjahr 2007 ist für die Typen SL 350 und SL 500 bei einem Aufpreis von 2.975 Euro ein Sport-Paket verfügbar. Es prägt innen beispielsweise über silberfarbene Kontrastnähte, perforiertes Leder sowie Aluminium-Zierelemente das Bild. Das Aussehen bestimmen unter anderem große Leichtmetallfelgen (Durchmesser: 48,26 Zentimeter) im Fünfspeichen-Design, hinter denen silbern lackierte Bremssättel erkennbar sind. Gelochte Bremsscheiben hinten tragen zu exzellenten Verzögerungswerten bei. Zum Lieferumfang gehört zudem das Automatikgetriebe 7G-TRONIC Sport mit Lenkrad-Schaltpaddles. Zu den visuellen Unterscheidungsmerkmalen zählen außerdem abgedunkelte Heckleuchten.
Im Jahr 2008 erfolgt dann eine umfassende Modellpflege der Baureihe R 230. Es bleibt bei der bewährten Fahrzeugpalette, die freilich um den Typ SL 280 (170 kW/231 PS) mit dem 3,0-Liter-V6-Motor (M 272) ergänzt wird, sodass es nun zwei Sechszylinder-Modelle gibt; beide Motoren basieren auf dem identischen Grundaggregat und tragen die gleiche Motorennummer. Außerdem gibt es den SL 63 AMG, dessen V8-Saugmotor (M 156) 386 kW (525 PS) leistet; er hat als Getriebe die AMG Speedshift MCT, die statt Drehmomentwandler eine sogenannte nasse Anfahrkupplung hat.
Am augenfälligsten wird die Modellpflege durch das neue Front-Design: Es passt den SL an das aktuelle Pkw-Design der Marke an und stellt eine breite und dadurch sehr dominante Kühlermaske in den Mittelpunkt. Sie verstärkt das kraftvolle Erscheinungsbild des SL-Gesichts, das zugleich überraschend neu und dennoch sehr vertraut wirkt. Powerdomes auf der Motorhaube verstärken die kräftige Optik des Fahrzeugs. Am Heck weckt ein neu gestalteter Stoßfänger mit seiner Diffusor-Optik Rennsport-Assoziationen.
Das weitere Maßnahmenpaket der modellgepflegten SL-Klasse ist umfangreich. So gehört zu den technischen Innovationen nun auf Wunsch die Direktlenkung, das Intelligent Light System mit fünf auf typische Fahrsituationen abgestimmten Lichtfunktionen und die von Mercedes-Benz erfundene Kopfraumheizung AIRSCARF®, welche die Saison des offenen Fahrens bis in die kühlere Jahreszeit hinein verlängern kann.
Exklusives High-Performance-Coupé für besondere Ansprüche
Im November 2008 stellt Mercedes-Benz den SL 65 AMG Black Series als exklusives Spitzenmodell der Baureihe R 230 vor. Das High-Performance-Coupé ist im AMG PERFORMANCE STUDIO entwickelt worden und bietet reinrassige Motorsport-Technik. Der AMG 6,0-Liter-V12-Biturbomotor leistet 493 kW (670 PS) und bringt 1000 Newtonmeter Drehmoment mit. Zum Vergleich: Der SL 65 AMG, auf dem das Topmodell basiert, wird von einem AMG 6,0-Liter-V12-Biturbomotor mit 450 kW (612 PS) angetrieben. Aus dem Stand beschleunigt der SL 65 AMG Black Series in nur 3,8 Sekunden auf 100 km/h; Tempo 200 ist nach 11,0 Sekunden erreicht. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 320 km/h (elektronisch begrenzt).
Der SL 63 AMG macht derweil auf den berühmtesten Rennstrecken der Welt auf sich aufmerksam: In den Saisons 2008 und 2009 der Formel 1 kommt der Roadster als Official F1™ Safety Car zum Einsatz. Eine neu entwickelte AMG Sport-Abgasanlage mit größerem Rohrdurchmesser und besonderen Endschalldämpfern lässt den AMG Hochdrehzahl-Saugmotor noch freier atmen – und noch sportlicher klingen. Für Fahrdynamik pur sorgt das AMG SPEEDSHIFT MCT 7-Gang-Sportgetriebe mit Lenkradschaltung, das Gangwechsel in nur 100 Millisekunden ermöglicht.
Optimale Rennstrecken-Performance ermöglicht ein speziell entwickeltes Gewindefahrwerk, das sich mittels individuellem Fahrwerk-Setup auf die jeweilige Rennstrecke anpassen lässt. Perfekte Traktion unter allen Witterungsbedingungen stellt die Verbindung aus 3-Stufen-ESP® und Hinterachs-Differenzialsperre mit 30 Prozent Sperrwirkung sicher. Größer dimensionierte und zusätzliche Kühler für Motor- und Getriebeöl, Kühlwasser und die Servolenkung sorgen für die Standfestigkeit selbst bei tropischen Außentemperaturen.
Die Baureihe R 230 führt die außergewöhnliche Erfolgsgeschichte des Mercedes-Benz SL im 21. Jahrhundert fort. Insgesamt haben sich rund 170.000 Käufer für einen Sportwagen der im Werk Bremen montierten Baureihe entschieden. Im Frühjahr 2012 kommt der neue SL der Baureihe R 231 als nächste Generation von SL-Seriensportwagen auf den Markt.
Die Baureihe R 230 in der Presse
Zum Mercedes-Benz SL der Baureihe R 230 notiert „auto motor und sport“, Deutschland, Heft 12/2004, in einem Testbericht zum Typ SL 500: „ Viel Komfort, viel Sicherheit, die gediegene Machart, eine Prise Sportlichkeit, PS à la carte, reichlich frische Luft und dazu seit jüngstem noch ein Hardtop im Kofferraum – diese seltene Mischung sichert dem Zweisitzer eine Sonderstellung, die ihn nahezu konkurrenzlos macht. “
Die Stufen des Offenfahrens in einem Mercedes-Benz SL 350 beschreibt „Autorevue“, Österreich, Heft 7/2008, so: „ Klimastufen in den kühlen Abend: Erst hebt man die vorderen und hinteren Seitenscheiben, dann bittet man den Beifahrer, das Windschott [...] aufzuklappen. Dann schaltet man vielleicht die Sitzlüftung aus und die Sitzheizung ein. Die Klimaanlage fächelt Basiswärme. Es folgt der Airscarf in drei Wärmestufen, dieses verführerische Warmluft-Nackengebläse (das man dann beim Wohnzimmer-Sofa vermisst). Schließlich bleibt noch die große Dachnummer in ihrer wunderbaren Anmut, und alles ist gut. “
Kurz nach dem Debüt des Mercedes-Benz SL 65 AMG Black Series schreibt „Road & Track“, USA, Heft 1/2009: „ Wird jemand einen SL 65 AMG Black Series für den Straßenbetrieb kaufen? Vermutlich nicht. Aber wer es täte, bekäme ein Fahrzeug, das auch auf der Straße recht zivilisiert ist. Das Fahrwerk ist straff, aber nicht übertrieben. Um das unglaubliche Können des SL Black Series wirklich zu genießen, muss man auf die Rundstrecke. Seine schiere Kraft und Geschwindigkeit, zusammen mit einem dem Zutrauen förderlichen Handling, macht ihn zu einem der erfüllendsten Supersportwagen der Welt. “
Technische Highlights des Mercedes-Benz SL der Baureihe R 230
  • Variodach mit ausgeklügelter Schwenkmechanik und 16 Sekunden Faltzeit
  • Volle Funktion des sensorgesteuerten Überrollbügels auch bei geschlossenem Variodach
  • Elektrohydraulisch gesteuertes Bremssystem Sensotronic Brake Control SBC™
  • Fahrwerk mit Active Body Control ABC
  • Neuartige Head-Thorax-Airbags in den Türen
  • Luftwiderstandsbeiwert von cW = 0,29 (geschlossenes Fahrzeug)
  • Einsatz von Leichtbaukomponenten für beste Treibstoffökonomie
Ihr Presse-Kontakt
René
Olma
Kommunikation Mercedes-Benz Classic
Fax: +49 711 3052 152 844
Mobil:+49 176 309 212 88
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