Die Historie der Mercedes-Benz SL-Klasse
Stuttgart
10.01.2012
Vom Rennsportwagen bis zur SL-Klasse mit Variodach – Kurzfassung
  • Motorsport als Zündfunke
  • Zahlreiche faszinierende Baureihen von 1952 bis heuteMercedes-Benz 300 SL
Rennsportwagen der Baureihe W 194 (1952 bis 1953)
Die Wurzeln der SL-Klasse liegen im Rennsport: Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt Mercedes-Benz den Rennsportwagen 300 SL der Baureihe W 194. Sein Motor M 194 ist vom Aggregat des Typ 300 abgeleitet, für den Einsatz im Rennsportwagen steigern die Ingenieure die Leistung auf rund 170 PS (125 kW). Der Sportmotor wird im Winkel von 50 Grad nach links liegend eingebaut. Rudolf Uhlenhaut, zu diesem Zeitpunkt Leiter des Pkw-Versuchs bei Daimler-Benz, entwickelt für den W 194 einen lediglich 50 Kilogramm schweren Rahmen aus sehr dünnen Rohren, die nur auf Druck und Zug beansprucht werden. Dieser Rahmen wird zum Rückgrat des Rennsportwagens, mit dem die Piloten der Rennabteilung im Jahr 1952 zahlreiche Erfolge erringen.
Die Karosserie dieses ersten SL nimmt bereits Kennzeichen der späteren Serien-Sportwagen vorweg. Dazu gehört das flache Rennwagengesicht aus der Vorkriegszeit mit einem auf dem Gitter der Kühlluftöffnung angebrachten Mercedes-Stern. Charakteristisch für das Coupé sind die berühmten Flügeltüren: Sie sind tief in das Dach eingeschnitten, öffnen nach oben und erinnern dabei an ausgebreitete Flügel, weshalb der Wagen von den Amerikanern „Gull Wing“ (Möwenflügel) und von den Franzosen „Papillon“ (Schmetterling) getauft wird. Neben den Coupés entstehen auch mehrere Roadster.
1952 erringt Mercedes-Benz mit dem 300 SL die Plätze zwei und vier bei der Mille Miglia, holt einen Dreifachsieg beim Sportwagenrennen in Bern und einen Doppelsieg bei den 24 Stunden von Le Mans sowie einen Vierfachsieg beim Sportwagenrennen auf dem Nürburgring. Das letzte große Abenteuer der Saison ist die Teilnahme an der 3. Carrera Panamericana Mexiko, einem Rennen über 3.100 Kilometer durch Mexiko, in fünf Tagen und acht Etappen. Mercedes-Benz setzt zwei Coupés und zwei Roadster ein, die Motorleistung ist mittlerweile auf 180 PS (132 kW) gestiegen. Die Wagen von Karl Kling und Hans Klenk sowie Hermann Lang und Erwin Grupp fahren im November 1952 einen legendären Doppelsieg für Mercedes-Benz ins Ziel.
Für das folgende Jahr wird bereits ein Nachfolgemodell entwickelt, der W 194/11. Doch er kommt in der Saison 1953 nicht mehr zum Renneinsatz. Denn vom Jahr 1954 an startet Mercedes-Benz in der Formel 1, und aus dem 300 SL wird der Seriensportwagen W 198 I entwickelt.
Mercedes-Benz 300 SL Coupé der Baureihe W 198 I (1954 bis 1957)
Was für eine Premiere: Am 6. Februar 1954 präsentiert Mercedes-Benz auf der International Motor Sports Show in New York den 300 SL Seriensportwagen. Das Coupé mit den charakteristischen Flügeltüren des Rennsportwagens begeistert Experten und Publikum. Nicht nur die Form erinnert an den Rennsport, auch technische Details wie der Gitterrohrrahmen stammen aus dem Wettbewerbsfahrzeug. Das macht den 300 SL der Baureihe W 198 I einzigartig unter den Seriensportwagen der Epoche.
Der Serien-SL wird vom Motor M 198 mit Benzin-Direkteinspritzungangetrieben, den Mercedes-Benz für den Rennsport-Prototyp W 194/11 des Jahres 1953 entwickelt hat. Im 300 SL leistet der Reihensechszylindermotor nominal 215 PS (158 kW). Damit erreicht das Fahrzeug eine Höchstgeschwindigkeitvon 247,5 km/h, wie 1954 eine offizielle Versuchsfahrt ergibt. Für einen komfortablen Straßensportwagen jener Zeit ist das ein vorzüglicher Wert. Das prädestiniert den 300 SL für den Einsatz bei Rennen und Rallyes, wo Werksfahrer und private Piloten zahlreiche Siege und exzellente Platzierungen mit dem Sportwagen erzielen.
Für den Bau des Seriensportwagens tritt besonders stark Maximilian E. Hoffman ein, der offizielle Importeur der Marke Mercedes-Benz für den US-Markt. Gleichzeitig bringt er die Idee für einen kleineren SL-Roadster auf, den späteren Typ 190 SL.
Der 300 SL wird schnell zu einer automobilen Ikone der 1950er-Jahre, der gleichzeitig große Rennsiege einfährt. Und die Strahlkraft des Traumwagens ist bis heute ungebrochen: 1999 wird das Flügeltüren-Coupé in einer internationalen Wahl zum „Sportwagen des Jahrhunderts“ gewählt.
Mercedes-Benz 190 SL der Baureihe W 121 (1955 bis 1963)
Die Daimler-Benz AG stellt den Mercedes-Benz 190 SL im Februar 1954 zusammen mit dem 300 SL auf der International Motor Sports Show in New York vor. Er ist als Sportwagen konzipiert, „ der aufgrund seines hohen Komforts einer Käuferschicht zugedacht [ist], die mit diesem äußerlich sehr sportlich wirkenden Fahrzeug selbst große Reisen bei hohen Reisegeschwindigkeiten zurücklegen will “, wie der Konstrukteur Josef Müller im Jahr 1957 rückblickend beschreibt.
Der Karosserieentwurf des Typ 190 SL ist eng an den Flügeltürer angelehnt, jedoch ist er als zweisitziges Cabriolet ausgelegt und hat ein versenkbares Verdeck. Auf Wunsch kann im Fond ein dritter Sitz quer zur Fahrtrichtung untergebracht werden. Drei Versionen gibt es: einen Wagen mit Stoffverdeck sowie ein Coupé mit abnehmbarem Hardtop, wahlweise mit oder ohne Stoffverdeck. Der Typ 190 SL erhält die unternehmensinterne Baureihen-Bezeichnung W 121, wie auch die etwas später im Jahr 1956 erscheinende Limousine vom Typ 190. Der 190 SL ist technisch verwandt mit den Limousinen der „Ponton“-Baureihe W 120/121, die wegen ihrer charakteristischen Karosserieform landläufig so genannt werden. Beispielsweise beim Fahrwerk, das ab dem Typ 190 (W 121) die bekannte Eingelenk-Pendelachse mit tief gelegtem Drehpunkt hat sowie die Vorderradaufhängung einschließlich des Fahrschemel-Konzepts. Auch die – verkürzte – Bodengruppe stammt von der Limousine.
Neu entwickelt ist der 1,9-Liter-Ottomotor. Das Vierzylinderaggregathat eine oben liegende Nockenwelle und gilt als Urvater einer ganzen Motorenfamilie. Im Mercedes-Benz 190 SL leistet es 105 PS (77 kW) und beschleunigt das Fahrzeug in der Variante mit Stoffdach in 14,5 Sekunden von 0 null auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 170 km/h. Während seiner Laufzeit wird der Typ 190 SL mehrfach im Detail verbessert. Nach insgesamt 25.881 Fahrzeugen fertigt das Werk Sindelfingen 1963 das letzte Exemplar.
Mercedes-Benz 300 SL Roadster der Baureihe W 198 II (1957 bis 1963)
1957 löst der 300 SL Roadster das Flügeltüren-Coupé ab. Wie sein Vorgänger ist auch dieses Fahrzeug auf die Initiative von Maximilian E. Hoffman entstanden. Technisch entspricht der Roadster weitgehend dem Coupé, durch Modifikation der Seitenteile des Gitterrohrrahmens kann die Einstiegshöhe so weit reduziert werden, dass sich normale Türen einbauen lassen.
Grundlegend verbessert ist die Hinterrad-Aufhängung: Die bereits vom Typ 220 a bekannte Eingelenk-Pendelachse mit tief gelegtem Drehpunkt ist in angepasster Form nun auch beim 300 SL Roadster eingebaut und wird erstmals mit einer Ausgleichsfeder versehen. Gegenüber der ursprünglichen Pendelachse des Flügeltüren-Coupés ergibt das deutlich verbesserte Fahreigenschaften. Ab Oktober 1958 gibt es als Sonderausstattung ein abnehmbares Coupédach mit weit herumgezogenem Heckfenster.
Eine Sonderausführung des 300 SL Roadster ist der für die Teilnahme an der amerikanischen Sportwagenmeisterschaft in zwei Exemplaren gebaute 300 SLS, mit dem Paul O’Shea die amerikanische Sportwagenmeisterschaft 1957 in der Kategorie D mit deutlichem Vorsprung vor der Konkurrenz gewinnt.
Die Produktion des 300 SL läuft zeitgleich mit dem Bau des 190 SL am 8. Februar 1963 in Sindelfingen aus. Beide Versionen des 300 SL, Roadster und Flügeltüren-Coupé, sind von Anfang an ausgesprochene Liebhaberfahrzeuge und gehören heute zu den gesuchtesten und bestnotierten Klassikern.
Mercedes-Benz SL der Baureihe W 113 (1963 bis 1971)
Auf dem Genfer Automobil-Salon 1963 steht als Neuheit bei Mercedes-Benz der Typ 230 SL, intern mit der Baureihen-Bezeichnung W 113 versehen. Er ist als komfortabler zweisitziger Reisewagen mit hohen Fahrleistungen konzipiert und ersetzt die Typen 190 SL und 300 SL. Drei Ausführungen sind lieferbar: eine offene Ausführung mit Faltverdeck, eine offene Version mit Hardtop und schließlich das Hardtop-Coupé. Dem Hardtop-Coupé fehlen Verdeck und Verdeckkasten, dafür gibt es mehr Platz für Gepäck. Alle drei Versionen lassen sich offen fahren. Auf Wunsch ist ein Quersitz im Fond erhältlich.
Das Äußere des Typ 230 SL ist geprägt durch klare und gerade Linien sowie durch das unverkennbare SL-Gesicht samt dem großen zentralen Mercedes-Stern. Das Hardtop vermittelt durch seine hohen Scheiben und das nur von schmalen Säulen getragene Dach eine Leichtigkeit und erinnert durch seinen nach innen gerichteten Schwung an fernöstliche Tempelbauten, und der Wagen hat seinen Spitznamen weg: „Pagode“.
Da seine Basis die Bodengruppe der berühmten Mercedes-Benz „Heckflosse“ ist, der weltweit ersten Limousine mit Sicherheitskarosserie, hat auch dieser SL eine steife Fahrgastzelle und Knautschzonen in Form leicht verformbarer Front- und Hecksegmente. Der Innenraum ist wie bei der Limousine „entschärft“, es gibt also keine harten Ecken und Kanten. Sicherheitsgurte sind, wie beim Vorgänger, als Sonderausstattung erhältlich. Das Lenkgetriebe ist aus dem crashgefährdeten Bereich vom Vorderwagen an die Stirnwand gerückt, die Lenksäule ist geknickt und besitzt zudem ein Gelenk, das den gefürchteten Lanzeneffekt bei einem Unfall verhindert. 1967 kommen die Sicherheits-Teleskoplenksäule und der Pralltopf im Lenkrad hinzu.
Das Fahrwerk, übernommen aus der Limousine vom Typ 220 SE, ist auf die Belange des sportlichen Autos abgestimmt. Seine Federung ist straff, aber für einen Sportwagen seiner Zeit fast untypisch komfortabel. Der Sechszylindermotor stammt ebenfalls aus der Limousine, ist aber für den Einsatz im SL modifiziert. Der auf 2,3 Liter Hubraum aufgebohrte Motor leistet 150 PS (110 kW) und ist ein sportlich ausgelegter Antrieb.
Nachfolger des Typ 230 SL wird im Jahr 1967 der Mercedes-Benz 250 SL. Die Änderungen betreffen im Wesentlichen den Motor und die Bremsanlage. Der Motor hat einen um 200 Kubikzentimeter vergrößerten Hubraum und eine unveränderte Leistung von 150 PS (110 kW), aber ein um 10 Prozent höheres Drehmoment. Der Typ 250 SL fährt sich somit deutlich elastischer. Neben den drei vom Typ 230 SL bekannten Karosserie-Ausführungen ist vom Typ 250 SL auf Wunsch als vierte Version nun ein Coupé mit Fondsitzbank lieferbar, das erstmals im März 1967 auf dem Genfer Automobil-Salon gezeigt wird. Bereits weniger als ein Jahr nach seiner Präsentation wird der Typ 250 SL vom Typ 280 SL mit 2,8-Liter-Motor und 170 PS (125 kW) ersetzt. Von 1963 bis 1971 entstehen insgesamt 48.912 „Pagoden“ – beachtlich für einen Sportwagen mit derart hohem Anspruch.
Mercedes-Benz SL der Baureihe R 107 (1971 bis 1989)
Die SL-Baureihe R 107 rollt im Frühjahr 1971 auf die Straßen, zunächst als Typ 350 SL (147 kW/200 PS), vom Herbst 1971 an und zunächst nur für die USA als Typ 350 SL 4.5, ab 1973 beim Automobil-Salon Genf dann für alle belieferten Märkte als Typ 450 SL (165 kW/225 PS). Erstmals in der Geschichte der SL-Reihe arbeiten unter der Motorhaube Achtzylindermotoren. Parallel dazu werden bis Herbst 1981 die entsprechenden Coupé-Typen der SLC-Reihe (Baureihe C 107) gebaut.
Neben Eleganz und Qualität strahlen die Fahrzeuge auch Sicherheitaus, das Crashverhalten des offenen Zweisitzers ist seiner Zeit weit voraus. Technisch macht es sich beispielsweise in einem sorgsam definierten Knautschverhalten von Karosserie und Rohbaustruktur bemerkbar, in einer hochstabilen A-Säule und einer konsequent nach Sicherheitskriterien gestalteten Innenausstattung.
In seiner so nicht geplanten, aber letztlich sehr erfolgreichen 18-jährigen „Lebenszeit“ erhält dieser SL eine ganze Reihe von Sechs- und Achtzylindermotoren. Entsprechend vielfältig sind die Modellbezeichnungen. Im Juli 1974 folgt der Typ 280 SL (136 kW/185 PS). Damit stehen drei SL-Motorisierungen zur Auswahl – heutzutage nichts Außergewöhnliches, doch seinerzeit ein Novum in der Geschichte dieser Typenklasse. Im Laufe der Zeit werden alle Motoren bei leicht geänderten Leistungswerten modifiziert, um den mittlerweile auch in den meisten europäischen Ländern verschärften Emissionsgrenzwerten besser zu entsprechen.
Die Produktion der Baureihe R 107 endet im August 1989, mehr als 18 Jahre nach dem Serienanlauf des Typ 350 SL. Damit stellt diese SL-Baureihe einen hausinternen Rekord auf, der kaum mehr zu überbieten sein dürfte: Abgesehen von den Geländewagen der G-Klasse gibt es in der gesamten Geschichte des Hauses keine andere Pkw-Baureihe, die über einen derart langen Zeitraum produziert worden ist. Insgesamt entstehen in Sindelfingen 237.287 offene Fahrzeuge, eine Zahl, die den hohen Beliebtheitsgrad der Baureihe R 107 eindrucksvoll demonstriert. Vom Coupé sind es von 1971 bis 1981 insgesamt 62.888 Stück.
Mercedes-Benz SL der Baureihe R 129 (1989 bis 2001)
Auf dem Genfer Automobil-Salon des Jahres 1989 präsentiert Mercedes-Benz den SL der Baureihe R 129. Zunächst gibt es die Typen 300 SL (140 kW/190 PS), 300 SL-24 (170 kW/231 PS) und 500 SL (240 kW/326 PS). Die stilsicheren, schnörkellosen Linien der leicht keilförmigen Karosserie, die ausgestellten Radläufe, der geteilte Frontspoiler, eine sehr schräg stehende Windschutzscheibe, das gekonnt modellierte Heck und die serienmäßigen Leichtmetallräder ergeben eine äußerst harmonische Gesamtwirkung. Mit dem Fahrzeug trifft die Marke ins Schwarze: Schon bald ist die Produktionskapazität ausgelastet, und es müssen mehrjährige Lieferfristen in Kauf genommen werden.
Neue Maßstäbe setzt dieser Wagen in puncto Sicherheit. Die Ergebnisse der strengen Mercedes-Benz Crashversuche bei Frontal- und Heckaufprall sind bei dem offenen Fahrzeug sensationell. Ein integraler Bestandteil des Sicherheitskonzepts sind zudem der automatische Überrollbügel, der bei einem drohenden Überschlag sensorgesteuert innerhalb von 0,3 Sekunden hochklappt, sowie die Integralsitze, deren Belastbarkeit im Crashfall ein Vielfaches der möglichen auftretenden Kräfte beträgt. Das Fahrwerk ist auf die Anforderungen eines Tourensportwagens abgestimmt und ermöglicht präzises, schnelles Fahren bei hohem Komfort. Im Herbst 1992 erscheint als weiteres Modell der Typ 600 SL mit Zwölfzylindermotor und 290 kW (394 PS).
Eine erste Modellpflege im Herbst 1995 bringt ein leicht verändertesKarosserie-Design, eine reichhaltigere Serienausstattung und im Detail ausgefeiltere Technik. Eine zweite Modellpflege im Jahr 1998 sorgt mit dezenten stilistischen Retuschen für ein noch dynamischeres Aussehen, vor allem aber für eine geänderte Motorenpalette mit neuen Sechszylinder-V-Motoren statt den bisherigen Reihenmotoren und auch einem neuen V8-Aggregat.
Im Sommer 2001 endet die Produktion der Baureihe R 129 nach zwölf Jahren und insgesamt 204.940 Exemplaren. Hinsichtlich der Gesamtstückzahl ist sie nicht ganz so erfolgreich wie die Vorgängerbaureihe R 107 mit 237.287 Fahrzeugen, doch im Vergleich der durchschnittlichen Jahresproduktion liegt sie mit etwa 16.500 Einheiten weit an der Spitze.
Mercedes-Benz der Baureihe R 230 (2001 bis 2012)
Die augenfälligste Neuerung der nächsten SL-Generation mit dem internen Kürzel R 230 ist das Variodach: Erstmals in der Geschichte der SL ermöglicht es ein offenes Fahrzeug und ein Coupé in einem – die Verwandlung geschieht innerhalb von 16 Sekunden. Zunächst wird im Sommer 2001 der Typ SL 500 (225 kW/306 PS) der Öffentlichkeit vorgestellt, im Herbst gesellt sich der SL 55 AMG (350 kW/476 PS) hinzu. 2002 folgt der Typ SL 350 (180 kW/245 PS), 2003 der SL 600 (368 kW/500 PS) und 2004 der SL 65 AMG (450 kW/612 PS)
Das Design der Baureihe R 230 vereint über markante Details Tradition und Zukunft. So greifen beispielsweise die markierten Luftöffnungen in den vorderen Kotflügeln ein typisches Merkmal des Typ 300 SL aus den 1950er-Jahren auf. Auch die schmalen, flügelähnlichen Profile an diesen seitlichen Luftöffnungen – von den Fachleuten „Finnen“ genannt – sind eine Reminiszenz.
Spätestens seit der „Pagode“ gilt das Kürzel „SL“ als Synonym für wegweisende Leistungen auf den Gebieten der aktiven und passiven Sicherheit bei offenen Sportwagen. Mit einem völlig neu geschaffenen Gesamtkonzept übertrifft der SL der Baureihe R 230 die bisherigen Sicherheitsstandards deutlich. Zum Konzept gehören elektronische Fahrdynamiksysteme wie Sensotronic Brake Control SBC™, Active Body Control ABC, Brems-Assistent BAS, Antriebs-Schlupf-Regelung ASR oder Elektronisches Stabilitäts-Programm ESP® ebenso wie die Struktursicherheit der Karosserie bei jeder denkbaren Unfallart. Zum Insassenschutz tragen weiterhin unter anderem auch zweistufige Airbags für Fahrer und Beifahrer, Head-Thorax-Bags in den Türen, Integralsitze, Leistungs-Gurtstraffer, Gurtkraftbegrenzer und der sensorgesteuerte Überrollbügel bei, der auch bei geschlossenem Variodach in Aktion tritt.
Im Jahr 2006 erfolgt eine Modellpflege. Sie bringt dem SL 500 einen V8-Motor mit 285 kW (387 PS) und dem SL 350 einen V6-Motor mit 200 kW (272 PS) – beides Neuentwicklungen mit vier Ventilen und reduziertem Kraftstoffverbrauch bei höherer Leistung. Die Leistung des SL 600 beträgt nun 380 kW (517 PS). Das Siebengang-Automatikgetriebe 7G-TRONIC ist Serienausstattung. Eine weitere Modellpflege im Jahr 2008 bringt als augenfälligstes Merkmal eine neu gestaltete Fahrzeugfront, die den SL an das aktuelle Pkw-Design der Marke anpasst. Außerdem kommt der Typ SL 280 (170 kW/231 PS) hinzu. Im oberen Leistungsbereich erweitert 2008 der exklusive SL 65 AMG Black Series die Baureihe R 230. Das Hochleistungs-Coupé ist im AMG Performance Studio entwickelt worden, sein Motor leistet 493 kW (670 PS).
2008 und 2009 kommt der Roadster SL 63 AMG als Official F1™ Safety Car in der Formel 1 zum Einsatz. Der für die Rennstrecke modifizierte SL erinnert an die Wurzeln der SL-Familie im Rennsport.
Im Frühjahr 2012 stellt Mercedes-Benz den neuen SL der Baureihe R 231 vor.
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