Pressemappe: E-Klasse Historie
Stuttgart
13.01.2009
Modellgeschichte – Kurzversion
Mercedes-Benz Baureihen 136 und191 (1946 bis 1955)
Der Typ 170 V (Baureihe 136) ist das erste Personenwagenmodell, das
Mercedes-Benz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs von 1947 an baut. Die Produktion in Untertürkheim beginnt freilich bereits 1946 mit Nutzfahrzeugen und Kranken- sowie Lieferwagen auf gleichem Fahrgestell. Der Typ 170 V, erstes Fahrzeug der modernen oberen Mittelklasse von Mercedes-Benz, basiert weitgehend auf dem gleichnamigen Vorkriegs-Typ.
In den folgenden Jahren ist der Typ 170 V das Rückgrat des Personenwagen-Programms von Mercedes-Benz: Von der Limousine mit dem 1,7-Liter-Ottomotor leiten die Ingenieure 1949 den Diesel-Pkw vom Typ 170 D und die repräsentativere Limousine 170 S ab. Der Typ 170 DS verbindet Fahrkomfort und Fahrsicherheit mit geringem Treibstoffverbrauch.
Komfort und Leistung der Typen werden durch die kontinuierliche Modellpflege mehrfach verbessert. Als letzte Entwicklungsstufe in dieser Reihe stellt Mercedes-Benz 1953 die Typen 170 S-V und 170 S-D vor. Die letzten Fahrzeuge laufen im September 1955 vom Band.
Fahrgestelle der Baureihen 136 und 191 dienen häufig als Basis für Sonderaufbauten. Mercedes-Benz sowie verschiedene Karosseriebauunternehmen entwickeln zum Beispiel Krankenwagen, Kasten- und Pritschenwagen, aber auch Versionen wie den Offenen Tourenwagen Polizei (OTP).
Mercedes-Benz Baureihen 120 und 121 (1953 bis 1962)
Im August 1953 stellt Mercedes-Benz den Typ 180 der Baureihe 120 vor. Die Limousine im modernen „Three Box-Design“ ist der erste Mercedes-Benz Personenwagen mit selbsttragender Karosserie und in Pontonform. Nach nur vier Monaten folgt im Januar 1954 die Diesel-Variante 180 D, als dritter Typ kommt 1956 der Mercedes-Benz 190 (W 121) ins Programm, der Typ 190 D debütiert schließlich 1958.
Dem innovativen Äußeren der Ponton-Mercedes entspricht die Fahrzeugtechnik. So sind die Vorderräder an einem Fahrschemel aufgehängt, 1955 verbessert
Mercedes-Benz auch die Fahreigenschaften der Hinterachse mit Hilfe der Eingelenk-Pendelachse. Die verschiedenen Typen erhalten 1957 und 1959 eine bessere Ausstattung.
Die Oberklasse-Typen der Baureihen 180 und 128 unterscheiden sich von den Vierzylindertypen vor allem durch Sechszylindermotoren, einen längeren Radstand und damit größeren Innenraum und einen längeren Motorvorbau.
Das Debüt des Mercedes-Benz 180 prägt bis heute die Sprache der Berichterstattung über neue Autos: 1952 erscheint in der Zeitschrift „auto motor und sport“ ein erstes Bild eines Prototyps zusammen mit einer Parodie von Goethes „Erlkönig“-Ballade. Daraus entsteht die Bezeichnung „Erlkönig“ für einen getarnten Prototyp.
Mercedes-Benz Baureihe 110 (1961 bis 1968)
1961 stellt Mercedes-Benz die Heckflossen-Modelle der Baureihe 110 vor. Zunächst sind die Limousinen vom Typ 190 und 190 D zu haben. 1965 folgen die in Ausstattung und Technik verbesserten Typen 200 und 200 D. Im gleichen Jahr hat der Typ 230 mit Sechszylindermotor Premiere.
Für die Baureihe 110 greifen die Entwickler auf die Karosserie der Oberklasse-Limousinen (W 111) zurück. Die Typen 190 und 190 D haben von der Windschutzscheibe bis zum Kofferraum die gleiche Karosserie wie die Oberklassewagen Mercedes-Benz 220, 220 S, 220 SE und 300 SE. Nur der Motorvorbau und der Radstand unterscheiden die beiden Varianten. Die Epoche der Einheitskarosserie endet jedoch 1965, als die neue Oberklasse W 108 debütiert.
Fahrgestelle des W 110 werden von verschiedenen Karosseriefirmen mit Sonderaufbauten (Krankenfahrzeug, Bestattungswagen und andere) versehen. Erstmals gibt es auch eine serienmäßige Kombinationslimousine von Mercedes-Benz selbst. Diese „Universal“-Versionen entstehen in Belgien bei IMA und sind Vorläufer der späteren T-Modelle.
Mercedes-Benz Baureihen 115 und 114 (1968 bis 1976)
Die 1968 vorgestellten Limousinen der Baureihen 115 und 114 bilden die erste eigenständige Generation der oberen Mittelklasse von Mercedes-Benz. Die Karosserie des W 115/W 114 ist ausgewogen und geradlinig, obwohl sie im Vergleich zur aktuellen Oberklasse kompakt ausfällt. Diese gestalterische Eigenständigkeit hat die Einheitskarosserie bisher nicht erlaubt.
Zunächst sind die Vierzylinder-Typen 200, 220, 200 D und 220 D der Baureihe 115 zu haben, außerdem die Sechszylinder-Modelle 230 und 250 (W 114). Allein dem von Oktober 1969 an lieferbaren Coupé bleibt zunächst die Motorisierung mit einem
2,5-Liter-Einspritzmotor vorbehalten. 1972 ergänzen die Typen 280 und 280 E als neue Spitzenmodelle die Baureihe. Eine Weltpremiere schließlich ist der Fünfzylinder-Dieselmotor im Typ 240 D 3.0 des Jahres 1974.
Das Kürzel „/8“ in der unternehmensinternen Typenbezeichnung steht zunächst nur für das Jahr der Präsentation. Später entwickelt sich daraus die liebevolle Bezeichnung „Strich-Acht“ für die gesamte Baureihe. Neben der Limousine wird der „Strich-Acht“ auch als Coupé und Limousine mit langem Radstand angeboten. Ein Kombimodell wird entwickelt, aber nicht in Serie gebaut. W 115 und W 114 sind als Fahrgestelle Grundlage für verschiedene Sonderaufbauten, aber die Limousinen dienen auch als Basis für Experimental-Sicherheits-Fahrzeuge (ESF), mit denen Mercedes-Benz an Zukunftslösungen der Fahrzeugsicherheit forscht.
Mercedes-Benz Baureihe 123 (1975 bis 1985)
1976 eröffnet die Baureihe 123 eine neue Ära in der mittleren Baureihe von
Mercedes-Benz. Der Limousine folgen 1977 ein Coupé, eine Limousine mit langem Radstand und erstmals auch ein serienmäßiges T-Modell. Im ersten Jahr sind zunächst die Typen 200, 230, 250, 280 und 280 E sowie 200 D, 220 D, 240 D und
300 D zu haben. Die Leistung der verschiedenen Modelle steigt durch technische Weiterentwicklung während der Laufzeit der Baureihe. Außerdem erhält der Typ 200 im Jahr 1980 einen neuen Motor (M 102). Der Typ 230 E (1980) bringt die Benzineinspritzung auch im Vierzylindermotor, der Typ 300 D Turbodiesel (1981) die Aufladung des Dieselmotors.
Die Baureihe 123 unterstreicht mit ihrer Vielfalt der Karosserieformen ihre Rolle als eigenständige Modellfamilie innerhalb des Personenwagenprogramms von
Mercedes-Benz: Neben Limousine und Limousine mit langem Radstand treten das sportlich geschnittene Coupé (C 123) und vor allem die elegante Kombinations-Limousine T-Modell (S 123). Mit dem T-Modell setzt Mercedes-Benz Maßstäbe für den Kombi als familientaugliches Lifestyle- und Freizeitauto.
Im T-Modell führt Mercedes-Benz 1980 auch erstmals in Deutschland einen Personenwagen mit aufgeladenem Dieselmotor ein. Der Typ 300 TD Turbodiesel hat den gleichen Motor wie die Limousine vom Typ 300 D Turbodiesel und das Coupé vom Typ 300 CD Turbodiesel, die beide ausschließlich für den US-Markt gebaut werden.
Mercedes-Benz Baureihe 124 (1984 bis 1996)
Die 1984 vorgestellte Baureihe 124 ist die erste Fahrzeugfamilie von Mercedes-Benz, die den Namen E-Klasse trägt. Beim Debüt folgt die Typenbezeichnung jedoch noch dem klassischen Muster. Ästhetisch und technisch lehnt sich der W 124 durch seine sachlich-sportliche Linienführung, die Karosserie aus hochfesten Stahlblechen sowie den niedrigen cw-Wert an die Kompaktklasse W 201 an.
Zunächst bietet Mercedes-Benz die neue Baureihe mit den Typen 200, 230 E, 260 E und 300 E sowie 200 D, 250 D und 300 D an, der 200 E wird als Exportmodell gebaut. In den Typen 400 E (später E 420), 500 E (später E 500) und E 60 AMG werden erstmals in der E-Klasse V8-Motoren angeboten. Die Modellpalette der Baureihe 124 wird durch verschiedene Karosserievarianten (Coupé, T-Modell, Cabriolet und Limousine mit langem Radstand) erweitert, außerdem führt Mercedes-Benz in der Baureihe 124 den Vierradantrieb 4MATIC ein.
Zum Juni 1993 wird die zum zweiten Mal überarbeitete Baureihe mit neuem Namen präsentiert: Die Fahrzeugfamilie heißt nun E-Klasse, analog zur S-Klasse und
C-Klasse. Die Kennzeichnung der einzelnen Typen besteht aus einem E und der dreistelligen Ziffernfolge, die den Hubraum angibt. Ergänzt wird dieses Kürzel je nach Motorisierung durch Zusätze wie „Diesel“. Die verschiedenen Karosserieformen sind dagegen nicht mehr Teil des Fahrzeugnamens.
Mercedes-Benz Baureihe 210 (1995 bis 2003)
Das Debüt der neue E-Klasse der Baureihe 210 macht 1995 bereits optisch einen guten Eindruck: Mit vier Augen schaut die neue mittlere Baureihe von Mercedes-Benz in die Welt. Diesem frischen Antlitz, das umgehend den Designpreis „red dot“ erhält, entsprechen Technik und Ausstattung. Zahlreiche technische Highlights vom Elektronischen Traktionssystem ETS bis zum Gurtkraftbegrenzer gehören zur Serienausstattung. Erstmals gibt es in der E-Klasse die Auswahl zwischen drei Ausstattungs-Lines (CLASSIC, ELEGANCE, AVANTGARDE).
Der W 210 geht mit den Typen E 200, E 230, E 280, E 320 und E 420 sowie
E 220 Diesel, E 290 Turbodiesel und E 300 Diesel an den Start. In den Folgejahren ergänzen weitere Modelle die Typenpalette der Baureihe – darunter auch die leistungsstarken Modelle E 50 AMG (1995) und E 55 AMG (1997), der innovative Typ
E 220 CDI (1998) und der traditionsreiche Typ E 200 KOMPRESSOR (2000).
Als echtes Raumwunder punktet in dieser Baureihe einmal mehr das T-Modell (S 210), dessen Ladevolumen gegenüber dem Vorgänger um 70 Liter wächst. Gleichzeitig haben die Ingenieure die passive Sicherheit des T-Modells weiter verbessert. Auch Limousinen mit langem Radstand, Fahrgestelle für Sonderaufbauten und – erstmals in der Geschichte der mittleren Baureihe – Sonderschutzfahrzeuge gehören zur Modellpalette der Baureihe 210.
Mercedes-Benz Baureihe 211 (ab 2002)
Die E-Klasse der Baureihe 211 ist die achte Generation dieses Erfolgsmodells von Mercedes-Benz. 2002 wird die Limousine vorgestellt, ihr Design interpretiert das Vier-Augen-Gesicht des Vorgängers neu. Die neue E-Klasse geht mit drei Ottomotoren und zwei CDI-Typen an den Start und ist in den Ausstattungs-Lines CLASSIC, ELEGANCE und AVANTGARDE zu haben.
Im Fokus der zahlreichen Innovationen stehen die Bereiche Sicherheit und Wirtschaftlichkeit. Die Palette der technischen Neuerungen reicht von einer Fahrzeugfront mit noch größeren Verformungszonen über zweistufige Gurtkraftbegrenzer bis zum aktiven Bi-Xenon-Kurvenlicht. Zur Serienausstattung gehören unter anderem das elektrohydraulische Bremssystem SBC™ und eine sensorgesteuerte Klimatisierungsautomatik. Zur Modellpflege 2006 wird die serienmäßige Ausstattung weiter verbessert.
Maßstäbe setzt die E-Klasse der Baureihe 211 auch im Bereich der Antriebstechnik: 2004 stellt Mercedes-Benz den Typ E 200 NGT vor, seinerzeit die stärkste Serienlimousine mit Erdgasantrieb. Und 2006 ist der Typ E 320 BLUETEC der erste Personenwagen, in dem Mercedes-Benz seine innovative Technik zur Emissionsreduzierung in Dieselantrieben auf den Markt bringt. Dem Debüt des Typ
E 320 BLUETEC in Nordamerika folgt 2007 der Typ E 300 BLUETEC für den europäischen Markt, parallel erscheint der Typ E 350 CGI mit einem hochmodernen Benzin-Direkteinspritzmotor: Die E-Klasse ist weiter auf dem Weg in die Zukunft.
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