Live-Demonstration Unfallrettung aus dem Lkw-Fahrerhaus
Stuttgart
,
02.08.2007
  • Profis zeigten die Rettung aus einem Atego- bzw. Actros-Fahrerhaus mit hydraulischem Schere-/ Spreizer-System
  • Atego aus einem Crashversuch und nagelneuer Actros im Sinne der Unfallhelferfortbildung zerschnitten
  • Aktive Demonstration des Mercedes-Benz Rettungsleitfadens – Rettung aus dem Fahrerhaus als letztes Element der Mercedes-Benz-Truck Sicherheitsstrategie
  • Demonstration der Sicherheitssysteme des Actros Safety Truck
Stuttgart – Adenau/Nürburgring. Unter dem Motto „Unfälle verhüten“ und „Unfall­opfer retten“ veranstaltete das Team Unfallanalyse der DaimlerChrysler AG, der ETM-Verlag und die DEKRA-Automobil Live-Aktionstage im Rahmen des Truck Grand Prix auf dem Nürburgring.
Dabei wurden jeweils ein Mercedes-Benz Atego, der bereits eine gecrashte Kabine von einem Unfallversuch hatte, und ein nagelneuer Mercedes-Benz Actros rettungstechnisch fachgerecht zerschnitten und für die Unfallopferbergung ge­öffnet. Bisher wurde so eine Vorführung nur vor Fachpublikum der Rettungsdienste demonstriert. Noch nie wurde die Bergung aus einem gecrashten Lkw-Führerhaus vor so einem großen Publikum gezeigt. An beiden Tagen sahen mehr als 150.000 Zuschauer die Live-Darbietung an den Tribünen-Grossbildmonitoren, zusätzlich zu den jeweils mehr als 300 Zuschauern am Ort des Geschehens und natürlich die weitere Verbreitung über Fernsehen und Presse.
Ausgeführt wurden die Rettungsvorführungen von 20 Mitgliedern der Feuerwehr Ravensburg, dem auf Lkw-Unfälle spezialisierten Unfallchirugen Dr. Rainer Zinser, Rettungssanitätern aus Adenau, dem Rettungsscheren-Spezialisten Fa. Weber und dem Team von Mercedes-Benz. Im Einsatz waren zwei LF 16/20, darunter die allerneueste Rosenbauer-Entwicklung auf Atego-Basis, ein Voraus­rettungswagen auf Geländewagenbasis und ein Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes Adenau.
Der Fahrer des Atego, ein echter Lkw-Fahrer aus dem Kreis der Zuschauer aus­gewählt, wurde in nur 15 Minuten geborgen, der Fahrer des Actros in rund 25 Minuten. Dabei wurden die Arbeiten oft unterbrochen, um den anwesenden Rettungskräften und den Zuschauern die einzelnen Schritte zu erklären. Der Laie kann sich die Lkw-Unfallrettung in etwa wie die Öffnung einer Sardinenbüchse vorstellen. In einzelnen Schritten wurde das Fahrerhaus mit Spanngurten fixiert, die Frontscheibe ausgesägt, die Fahrertür aus ihren Scharnieren gespreizt, das Fahrerhaus an der A-Säule durchtrennt und im Schweller mit dem sogenannten Y-Schnitt aufgeschnitten, damit mit Rettungszylindern das zerdrückte Fahrer­haus erweitert werden konnte. Abschließend konnte das Unfallopfer sachgerecht vom Notarzt und den Rettungssanitätern versorgt und von der Feuerwehr aus dem Fahrzeug gerettet werden.
Zusätzlich boten die Veranstalter nach der offiziellen Publikumsvorführung noch die Gelegenheit für Mitglieder der regionalen Feuerwehren und des Technischen Hilfswerkes sich von den Rettungsprofis der Firma Hydraulik-Weber an den Rettungs­geräten fortbilden zu lassen.
Anhand einer praktischen Vorführung der Sicherheitssysteme des Mercedes-Benz Actros Safety Trucks vor dem bislang größten Publikum wurde das Thema „Unfallverhütung“ demonstriert. Die Wirkungsweise des Elektronischen Stabilitäts­programmes wurde zuerst mit einem Sattelzug ohne Assistenz­systemen (ausgerüstet mit Stützrädern) vorgeführt, der zeigte, wie schnell sich ein Lastzug ohne Telligent Stabilitätsregelung auf die Seite legen kann. Dasselbe Fahr­manöver im gelben Safety Truck mit Telligent Stabilitätsregelung erschien dagegen nicht spektakulär und machte die Wirkungsweise des Systems deutlich. Aufregender Höhepunkt für die Zuschauer auf den Nürburgring-Tribünen war die Vorführung des Active Brake Assist, bei der der Safety Truck selbsttätig und im allerletzten Moment eine Vollbremsung hinter einem - ein Stauende dar­stellen­den - Pkw einleitete und zum Stillstand kam. Im täglichen Verkehrsgeschehen bedeutet dies die Rettung von Menschenleben.
„Wir sind froh, die umfassende Sicherheitsstrategie von Mercedes-Benz Trucks zeigen zu können. Sie umfasst unter dem Begriff der Aktiven Sicherheit Fahrer­assistenzsysteme, wie im unfallverhütenden Actros Safety Truck mit den Systemen „Stabilitätsregelung“, „Spurassistent“, „Abstandsregeltempomat“ und dem „Active Brake Assist“ gezeigt, im Bereich der passiven Sicherheit Systeme, die zur Minderung der Unfallfolgen von Lkw-Insassen und Unfallgegner bei­tragen, und weiterhin die schnelle Rettung verunfallter Lkw-Insassen. Diese konnten wir nun erstmals durch das Zerschneiden von unseren Atego- und Actros-Lkw und der Ausbildung von Rettungskräften nach unserem Lkw-Rettungs­leitfaden unter Beweis stellen“, erklärte Professor Dr.-Ing. Hans-Christian Pflug von der Lkw-Vorentwicklung der DaimlerChrysler AG, der auch für die Lkw-Unfallanalysen und die Sicherheitsstrategie verantwortlich ist.
Am Rande der Veranstaltung bemerkte die Ehefrau eines Truckers zu den Rettungskräften, wie oft sie in Angst um ihren Ehemann ist, wenn dieser auf Tour ist. Nach dieser Demonstration geht sie sicherlich beruhigter nach Hause, im Wissen, dass DaimlerChrysler sich nicht nur um die Konstruktion sicherer Lkw kümmert, sondern auch Rettungskräfte ausbildet, die im Falle eines Unfalles das Unfallopfer richtig retten. Denn es könnte ihr Mann sein.
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