Mercedes-Benz auf der IAA 2010
Hannover
21.09.2010
Mercedes-Benz Omnibusse: Sprinter City im XXL-Format, der emissionsfreie Citaro FuelCELL-Hybrid, EEV ohne Filter, neue Sitze für Reisebusse
  • Sprinter City 77: innovatives Stadtbus-Flaggschiff der Minibusse
  • Citaro FuelCELL-Hybrid: flüsterleise und emissionsfrei durch die City
  • EEV ohne Filter: Verbrauch, CO2-Emissionen und Kosten gesenkt
  • Tourismo: jetzt mit großem Monitor im Bug
  • Travego: Premiere für die neue Generation der Reisebussitze
Umweltfreundlichkeit, Wirtschaftlichkeit und Fahrgastsicherheit stehen im Zentrum der Entwicklungen für Mercedes-Benz Omnibusse. Die Spanne der Neuheiten auf der IAA reicht vom innovativen Sprinter City 77 als Minibus im Maxiformat über den emissionsfrei fahrenden Citaro FuelCELL-Hybrid bis zur Abgasstufe EEV ohne Partikelfilter für die Großbusse. Der Fahrgastkomfort steht durch die neue Generation der Reisebussitze im Mittelpunkt.
Neuer Sprinter City 77: innovatives Stadtbus-Flaggschiff der Minibusse
Dieser Mini ist maxi: Mercedes-Benz krönt sein Stadtminibus-Programm mit dem neuen Sprinter City 77. Der dreiachsige 8,7 m lange Stadtbus entspricht bis zur
B-Säule einem konventionellen Sprinter. Der Busaufbau mit einer doppelten Hinter­achse und durchgängiger Niederflurigkeit ist eine exklusive Eigenent­wicklung für den Sprinter City 77. Er schließt mit einer Kapazität von 40 Fahrgästen die Lücke zwischen dem Sprinter City 65 und dem Citaro K. Der neue Sprinter City 77 über­trifft das bisherige Spitzenmodell City 65 in der Länge um rund einen Meter und – ausstattungsabhängig – um zehn Fahrgastplätze. Das zulässige Gesamt­gewicht von 6,8 t ist die Grundlage für die hohe Beförderungskapazität.
Zwei doppelflügelige Außenschwingtüren, die durch ein innovatives Antriebs­konzept betrieben werden, und eine Kneeling-Funktion gewährleisten wie der durchgehend stufenlose Niederflurboden schnellen Fahrgastfluss und bequemen Ein- und Ausstieg. Je nach Konfiguration steht vorne wie hinten ein Rollstuhlplatz mit Rampe zur Verfügung. Der lichtdurchflutete Innenraum mit großen Fenstern und großflächig verglasten Türen ist geräumig und attraktiv.
Der Sprinter City 77 hat einen Radstand von 4100 + 990 mm. Die luftgefederten Hinterachsen sind einzelbereift, die Reifendimension beläuft sich rundum auf 235/65 R 16 C. Der vergleichweise kurze Radstand und die schlanke Bauweise sorgen für willkommene Handlichkeit: Die Breite des eigenständigen Aufbaus beschränkt sich auf 1,99 m. Damit ist auch der größte unter den Mercedes-Benz Minibussen prädestiniert für enge Innenstädte. Darüber hinaus bietet er sich als Shuttlebus für Flughäfen oder Messen an, ebenso für den Einsatz im Überland­verkehr.
Als Plattform dient ein Mercedes-Benz Sprinter mit der stärksten Ausführung des Vierzylinder-Dieselmotors. Seine Leistung von 120 kW (163 PS) und das maximale Drehmoment von 360 Nm ermöglichen angemessene Fahrleistungen. Mit Abgas­stufe EEV zählt der Sprinter City 77 zu den Saubermännern. Die Kraftüber­tragung übernimmt serienmäßig ein komfortables vollautomatisches 5-Gang-Getriebe.
Citaro FuelCELL-Hybrid: flüsterleise und emissionsfrei durch die City
Der innovative wie bewährte Mercedes-Benz Citaro steuert auf eine weitere Best­marke zu: Der Rekordhalter unter den Stadtbussen wurde in diesem Jahr zum 30 000sten Mal ausgeliefert. Herausragendes Beispiel für das Potenzial des Stadt­busses ist der emissionsfrei fahrende Citaro FuelCELL-Hybrid mit Brennstoff­zellen­antrieb. Die dritte Generation der Mercedes-Benz Brennstoffzellen­busse vereint die Erfahrung der ersten zwei Generationen sowie des dieselelektrischen Citaro G BlueTec-Hybrid und macht diese mit technischen Weiterentwicklungen zu einem wegweisenden Antriebskonzept.
Die Technik des Citaro FuelCELL-Hybrid ist platzsparend auf dem Dach montiert. Die Druckgasbehälter speichern bis zu 35 kg Wasserstoff. Die Traktionsbatterien in Lithium-Ionen-Technik verfügen über einen Energieinhalt von 26 kWh. Den Antrieb des Fahrzeugs stellen zwei Radnabenmotoren mit einer konstanten Leistung von 120 kW und einer Spitzenleistung von 240 kW dar. Die Reichweite des Citaro FuelCELL-Hybrid beträgt profilabhängig über 250 km mit einer Füllung Wasserstoff.
Hinter der Klimaanlage auf dem Dach folgen zwei Brennstoffzellensysteme. Ihre garantierte Lebensdauer ist im Vergleich zur Vorgängergeneration um den Faktor 3 verlängert. Anstelle von Dieselmotor, Getriebe und Antriebsachse beim kon­ven­tio­nellen Stadtbus sind beim Citaro FuelCELL-Hybrid Elektronik­komponenten zum effizienten Antrieb der Nebenaggregate untergebracht.
Der Verbrauch von Wasserstoff konnte gegenüber der zweiten Generation durch die Hybridisierung des Antriebs, das effiziente Energiemanagement und das weiter­entwickelte Brennstoffzellensystem halbiert werden.
Mercedes-Benz wird eine Kleinserie von insgesamt 30 Citaro FuelCELL-Hybrid Bussen auflegen. Ab 2011 werden die ersten zehn Fahrzeuge im Flottentest mit der Hamburger Hochbahn im Praxiseinsatz auf der Linie erprobt. Darüber hinaus ist ein europaweiter Großversuch in mehreren Städten mit ca. 20 Fahrzeugen geplant.
EEV ohne Filter: Verbrauch, CO2-Emissionen und Kosten gesenkt
Wie sauber ein Dieselmotor arbeiten kann, beweist der Citaro ebenfalls: Solo- wie Gelenkbus erfüllen jetzt die höchste freiwillige Abgasstufe EEV auf Wunsch ohne Partikelfilter allein mit innermotorischen Maßnahmen – ein Beweis für die Effizienz der BlueTec-Motoren. Die Vorteile liegen auf der Hand: Der Anschaffungs­preis liegt niedriger als bei einem Omnibus mit Partikelfilter, gleiches gilt für den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen sowie die Wartungskosten. Gleichzeitig sinkt das Leergewicht um etwa 70 kg und durch die veränderte Einbausituation ist Platz für bis zu zwei weitere Sitzplätze. Auf Wunsch liefert Mercedes-Benz den Citaro weiterhin mit Partikelfilter.
Somit entpuppt sich der Citaro erneut als Stadtbus nach Maß: Es gibt ihn in Euro 5 und EEV ohne Filter, in EEV mit Filter, als Citaro G BlueTec Hybrid, als FuelCELL-Hybrid sowie mit Erdgasantrieb. Mit Diesel- und Erdgasantrieb wird er optional mit dem Prädikat „Blauer Umweltengel“ ausgezeichnet.
Citaro LE Ü: Alleskönner auf ganzer Linie
Vielseitigkeit und Flexibilität des Citaro beweist auf der IAA ein Citaro LE Ü. Der Low-Entry ist eine von mehr als einem Dutzend Karosserievarianten des Citaro, einschließlich des davon abgeleiteten Großraumbusses CapaCity. Der 12 m lange Solobus deckt als Zweitürer mit Bereifung 275/70 R 22,5, Klapprampe für Roll­stühle und Warnblinkanlage für Schulbusbetrieb die gesamte Bandbreite des Linienbetriebs im Stadt- und Überlandverkehr ab.
Tourismo: der wirtschaftliche Allrounder
Eine ähnliche Flexibilität im Reiseverkehr zeichnet den Mercedes-Benz Tourismo aus. Er ist als Hochbodenbus und Hochdecker lieferbar und deckt das Spektrum der Reisebuse aus der Business-Klasse ab. Neu ist ein großer Flachbild-Monitor mit 19 Zoll Bildschirmdiagonale im Bug. Der Hochbodenbus Tourismo RH ist mit einer weiteren Bestuhlung lieferbar: Die Sitze Travel Star Eco (TSE) mit serienmäßig verstellbarer Rückenlehne unterstreichen die Eignung des Tourismo RH für den Ausflugsverkehr.
Travego: Premiere für die neue Generation der Reisebussitze
Die Bestuhlung spielt bei Omnibussen von Mercedes-Benz von jeher eine große Rolle. Sie stammt aus eigener Fertigung und ist mit Blick auf Sicherheit und Komfort sowie konstruktive Details branchenweit Vorreiter. Dem wird auch die neue Generation der Reisebussitze wieder gerecht, Mercedes-Benz präsentiert sie auf der IAA in einem Travego M. Außer den gewohnten Bezeichnungen Travel Star Xtra (TSX) mit zusätzlichen Polsterausführungen Softline und Luxline haben die Sitze mit ihren Vorgängern nichts gemein.
Das Design der neuen Sitze verbindet Optik und Funktion. Für die seitlichen Blenden zum Beispiel wird Aluminium verwendet, formschön, hochwertig und leicht zugleich. Integriert ist eine große, gut gekennzeichnete Verstellwippe mit ebenso leichtgängiger wie eingängiger Funktion zur Querverstellung der gang­seitigen Sitze und die Einstellung der Rückenlehnenneigung.
Die Armlehne der neuen Sitze ist nicht nur elegant gestaltet, sondern ihre Auflage­fläche gleichzeitig groß und ergonomisch günstig geformt. Patentiert ist der denk­bar einfache und leicht verständliche Schwenkmechanismus zum Abklappen der Lehne. Neu geformt sind auch die Rückenlehne sowie das Sitzkissen. Es ist erst­mals auf einer gefederten Konstruktion angeordnet. Gleichzeitig ist es zur Reinigung oder Reparatur leicht austauschbar.
Auswahl dank Modulsystem fast ohne Grenzen
Die optionalen Absteppungen der neuen Polster ermöglichen eine Vielzahl von Farb-, Form- und Materialkompositionen. Das bedeutet ein nochmals höherwertiges Erscheinungsbild und individuellere Ausstattungen. Die Auswahl kennt dank eines Modulsystems fast keine Grenzen. Für Omnibusse im kombinierten Einsatz auf Linie und Ausflug haben die Entwickler sowohl Kinositze mit klappbarer Sitzfläche als auch Schwenksitze konstruiert.
Ein steilerer Winkel der Lehnen in Null-Stellung erleichtert den Fahrgästen das Aufstehen. Ist die Lehne geneigt, fährt sie nach Verlassen des Sitzes zurück in ihre Ausgangsposition. Neu ist bei allen Sitzen die gangseitige Anordnung der Gurt­schlösser. Sie erleichtert die Betätigung durch wandseitig sitzende Fahrgäste und bei einem Unfall den Zugang durch Rettungskräfte.
Das Sitzgestell basiert auf einem leichten Zweirohrgestell aus Aluminium. Es verhindert zusammen mit einer neuen Lagerung das störende Schwingen der Sitze bei Leerfahrten. Durch die Verwendung von Leichtbauwerkstoffen sinkt das Gewicht pro Doppelsitz deutlich. Bei einem 12 m langen Reisebus in Drei-Sterne-Ausführung beträgt die Reduzierung insgesamt rund 70 kg.
Auf der IAA präsentiert Mercedes-Benz die neue Reisebus-Bestuhlung in einem Travego M als Ausführung Travel Star Xtra (TSX) in Luxline-Polsterung mit der typischen markanten Seitenfalte. Die Plakette mit dem Mercedes-Stern als Marken­zeichen in der Rückenlehne nimmt die Form der Bugblende des Travego auf. Sitz­spiegel mit dem Stoffbezug „Duo“, marsrote Seitenfalten an den Rücken­lehnen, Leder­kopfteile in Silber, Stofftaschen an der Rückenlehnen sowie Fußstützen, Klapp­tische, Sitzplatznummerierung und Taschenhaken sind nur einige von zahl­reichen Ausstattungsvarianten. Stufenweise wird der neue Mercedes-Benz Reise­bussitz in den kommenden Monaten in allen Reise- und Überlandbussen zum Ein­satz kommen.
EEV ohne Filter für die Reisebusse mit Stern
Motoren in Abgasreinigungsstufe EEV ohne Partikelfilter sind auch ein wesent­liches Thema für die Reise- und Überlandbusse von Mercedes-Benz. Alle Varianten der Reihen­sechszylinder OM 457 sind jetzt optional damit bestellbar. Verbunden damit sind zahlreiche Vorzüge. Wesentlichster Vorteil ist die Kombination der zurzeit strengs­ten freiwilligen Abgasstufe ohne eine Erhöhung des Kraftstoff­verbrauchs und damit der CO2-Emissionen – dieses Plus können Unternehmer in ihrer Vermark­tungs­strategie nutzen. Berechenbar in Cent pro km ist eine niedrigere Straßenmaut in Österreich. Auszugehen ist von einer langfristigen Absicherung der Einfahrt in Ballungsräume und Großstädte sowie von einem hohen Wiederver­kaufswert. Der ausgestellte Travego M erreicht EEV ohne Partikelfilter. Sein stehender Reihen­sechszylinder OM 457 LA leistet aus 12 l Hubraum 315 kW (428 PS).
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