Test: Der neue Mercedes-Benz Travego
Stuttgart
,
17.06.2009
Mercedes-Benz Travego: Der Testwagen im Detail
  • Ausstattung mit allen aktuell lieferbaren Sicherheits-Features
  • Aktive Sicherheit: Der erste Bus der Welt mit Active Brake Assist
  • Patentierte passive Sicherheit: Der neue Front Collision Guard
  • Übersichtliches Cockpit mit perfekter Bedienung
  • Vielzahl serienmäßiger und optionaler Sicherheitsdetails
  • Kraftvoller, bestens abgestimmter Antrieb als Sicherheitsmoment
  • Automatisiertes Mercedes PowerShift Getriebe mit acht Gängen
  • Sicher und komfortabel gestalteter Fahrgastraum
Safety first – dieses Motto ist für den Mercedes-Benz Travego Programm. Der neue Safety Coach Mercedes-Benz Travego verkörpert diesen Anspruch schon äußerlich durch seine signalgelbe Lackierung und ein markantes Dekor: Das stilisierte „S“ auf den Flanken und der Motorklappe am Heck steht buchstäblich für Sicherheit. Gleichzeitig symbolisiert die Form des Dekors eine kurvenreiche Straße und damit die unübertroffene Verbindung von Sicherheit und Dynamik des Mercedes-Benz Travego. Sicherheit ist für Mercedes-Benz Omnibusse mehr als eine Anhäufung einzelner Bausteine: Hinter dem Safety Coach steht ein umfassendes Sicherheits­konzept.
Ausstattung mit allen aktuell lieferbaren Sicherheits-Features
Der Testwagen, ein dreiachsiger Travego M mit 13 m Länge, setzt mit seiner vor­bildlichen und unübertroffenen Sicherheitsausstattung Maßstäbe. Ausgestattet mit allen aktuell lieferbaren Sicherheits-Features trägt er mit Fug und Recht die Bezeichnung Safety Coach. Damit bewegt er sich in bester Tradition: Ob mit der revolutionären ersten Generation des Travego im Jahr 1999, dem „Innovations­träger Travego“ fünf Jahr später oder dem ersten Safety Coach Travego im Jahr 2006 - stets definiert der Mercedes-Benz Travego den Stand der Sicherheitstechnik im Reisebus.
Basis der hohen aktiven Sicherheit des Travego ist sein vorzügliches Fahrwerk.
Der Testwagen profitiert wie alle Varianten des Travego von einer überarbeiteten Lagerung der Vorderachse mit sanfterer Federung ohne Einbuße an Spurführung, Dämpfungsverhalten sowie Fahrbahnkontakt der Lenkung. Das sichere Fahrwerk des Dreiachsers überzeugt darüber hinaus durch seine neue Nachlaufachse mit Einzelradaufhängung. Vorteile sind unter anderem eine verbesserte Spurführung und ein sanfteres Federungsverhalten dank geringerer ungefederter Massen. Neuester Bestandteil der fahrwerksseitigen Serienausstattung des Travego ist eine elektronisch geregelte Niveauregulierung (ENR).
Beispielhaft ist die Wendigkeit des Travego M dank seiner aktiv gelenkten Nach­laufachse: Der Wendekreis beläuft sich auf nur 21,32 m - ein nicht zu unter­schätzender Sicherheitsvorteil auf Passfahrten, bei Touren durch Städte oder beim Rangieren auf engen Parkplätzen.
Aktive Sicherheit: Der erste Bus der Welt mit Active Brake Assist
Einen Hauptanteil an der herausragenden aktiven Sicherheit des Travego haben seine ausgezeichneten Bremsen. Der Safety Coach verfügt wie alle Travego über ein elektronisches Bremssystem (EBS). Standfeste innenbelüftete Scheibenbremsen an allen Rädern sind ebenso selbstverständlich wie eine elektronisch geregelte Bremskraftverteilung. Bestandteil des serienmäßigen elektronischen Stabilitäts­programms (ESP) sind Antiblockiersystem (ABS), Antriebsschlupfregelung (ASR) und der Bremsassistent (BA). Der Dauerbremslimiter (DBL) verhindert ein unge­wolltes Beschleunigen bei starkem Gefälle über die erlaubte Geschwindigkeit von 100 km/h hinaus. Zur Serienausstattung jedes Travego gehört ein Retarder als verschleißlose Zusatzbremse.
Der Testwagen ist mit einer praktischen Haltestellenbremse ausgerüstet, die ebenso als Anfahrhilfe dient. Als erster Omnibus der Welt verfügt der Travego optional über den Active Brake Assist (auch Notbremsassistent genannt). Er leitet bei Gefahr des Auffahrens auf ein vorausfahrendes Fahrzeug nach gestuften Warn­hinweisen selbsttätig eine Notbremsung ein.
Zahlreiche elektronische Regelsysteme unterstützen den Fahrer
Über die leistungsstarke unmittelbare Bremsanlage hinaus verhindern im Travego zahlreiche Assistenzsysteme Gefahrensituationen und unterstützen den Fahrer wirkungsvoll bei Eintritt einer solchen Situation. Das elektronische Stabilitäts­programm ESP schließt durch radindividuelle Bremseingriffe gefährliches Schleudern im Rahmen der physikalischen Möglichkeiten aus. Der neue Active Brake Assist (ABA) kann durch eine Notbremsung Auffahrunfälle verhindern, bzw. die Aufprallgeschwindigkeit drastisch verringern.
Der Active Brake Assist basiert auf dem Abstandsregeltempomaten (ART). Er nutzt dabei den Radarsensor des ART, der mit seinen drei Radarkeulen innerhalb eines definierten Bereiches vor dem Omnibus fahrende Hindernisse erkennen kann und durch Zurücknehmen der Geschwindigkeit sowie durch selbsttätiges Betätigen des Retarders und der Betriebsbremse einen zuvor gewählten Sicherheitsabstand nicht unterschreitet. Die Kombination von ART und ABA ist deshalb eine selbstverständ­liche Ausstattung des Travego Safety Coach.
Gleiches gilt für den Spurassistenten SPA. Er erkennt mit Hilfe eines Kamera­systems, wenn das Fahrzeug von der Straße abzukommen droht. Der SPA kontrol­liert ab einer Geschwindigkeit von 70 km/h ständig den Abstand des Busses zu den Außenkanten der Spurmarkierungslinien entlang der Fahrbahn. Droht das Fahr­zeug die Fahrbahn zu verlassen, warnt er durch ein Pulsieren des Sitzes auf der entsprechenden Seite.
Patentierte passive Sicherheit: der neue Front Collision Guard
Höhepunkt der passiven Sicherheit des Mercedes-Benz Travego ist das einzigartige patentierte Sicherheitssystem Front Collision Guard (FCG) als effektiver Schutz von Fahrer und Beifahrer bei einem Frontalaufprall. Der Front Collision Guard besteht aus einem komplexen Sicherheitssystem. Es beginnt mit einem Querprofil, das bei einem Unfall im Sinne des Partnerschutzes einen Unter­fahrschutz bildet. Hinter diesem Profil ist eine Struktur aus Crash-Elementen angeordnet, die im Falle eines Aufpralls gezielt Energie abbauen.
Darüber hinaus ist der Fahrerplatz des Travego einschließlich Lenkung, Pedalerie und Sitz auf einem massiven Rahmenteil angeordnet, das sich bei einem schweren Frontal-Unfall komplett nach hinten verschieben kann und damit den Raum für den Fahrer um wesentliche Zentimeter vergrößert.
Übersichtliches Cockpit mit perfekter Bedienung
Die Vermeidung von Unfällen steht bei der Entwicklung aller Fahrzeuge mit Stern im Vordergrund. Bedienungs- und Konditionssicherheit nehmen bei Mercedes-Benz deshalb einen großen Raum ein. Den Fahrer empfängt im Travego ein neu gestal­tetes, bedienungsfreundliches Cockpit. Es ist nochmals fahrerorientierter ausge­führt und mit seinen Schwüngen und Rundungen gleichermaßen ergonomisch vorbildlich wie ansprechend geformt.
Über Tasten auf dem neuen Multifunktions­lenkrad mit seinen vier Speichen kann der Fahrer zahlreiche relevante Informationen im Farbdisplay der neuen Instru­mentenanlage abrufen. Darunter auch die stilisierten Seitenansichten des Reise­busses. Eine Einzelsensierung macht unmittelbar auf eventuell nicht geschlossene Klappen und Türen aufmerksam. Auch Telefon- und Freisprech­anlage sowie die Grundfunktionen der Audioanlage lassen sich mühelos über die Lenkrad-Tastatur bedienen. Die Hände bleiben im Travego also am griffigen Lenkrad – ein Sicher­heits-Plus.
Schalthebel und Bedienungselemente ergonomisch perfekt
Der Schalthebel in Form eines Joysticks hat jetzt eine neue Form, die Einbaulage wurde bezüglich der Ergonomie optimiert. Gleiches gilt oberhalb des Schalthebels im rechten Teil des Instrumentenbords für den fest eingebauten Bildschirm des Navigationsgeräts, die Bedienkonsolen für die Audio- und Videoanlage sowie von Heizung, Lüftung und Klimatisierung. Hier kommt auch der digitale Tachograf unter. Alle Elemente sind im direkten Blickfeld und Griffbereich des Fahrers angeordnet - das bedeutet ebenfalls noch mehr Bedienungs-Sicherheit.
Vielzahl serienmäßiger und optionaler Sicherheitsdetails
Hinzu kommen als weitere Sicherheitsfeatures des neuen Travego das Abbiege­licht, ein Regen-/Lichtsensor und langlebige LED-Umrissleuchten oberhalb der Windschutzscheibe. Der Testwagen verfügt darüber hinaus über Litronic-Schein­werfer einschließlich Scheinwerfer-Reinigungsanlage, heizbare Windschutz­scheibe, eine Rückfahrhilfe mit optischer Anzeige im Außenspiegel, eine Rückfahr­kamera mit Reinigungsanlage, eine Video-Überwachungsanlage für den Mittelein­stieg, eine Feuermeldeanlage im Motorraum, für den Bereich der Standheizung sowie im Hauptgepäckraum und einen Rauchmelder in der Toilette. Die Nothäm­mer an den Fenstersäulen sind gegen Diebstahl gesichert und deshalb im Ernstfall immer griffbereit.
Die Wegfahrsperre des Travego ist ein wirkungsvolles Hindernis bei Diebstahl­versuchen. Ein Unfall-Datenspeicher zeichnet analog zu einem Flugschreiber exakt die Fahrdaten unmittelbar vor einem Unfall auf, um im Nachhinein das Geschehen rekonstruieren zu können. Er dient nicht nur als wichtiger Datenspeicher, sein Vor­handensein animiert viele Fahrer zu einem besonders vorsichtigen Verhalten im Straßenverkehr. Für den Fall einer leichten Kollision ist ein beidseitig verwend­barer Notfallspiegel an Bord.
Der Travego lässt seinen Fahrer auch nach dem Abstellen nicht allein: Nach Verlassen des Travego und Verriegelung über die Zentralverriegelung leuchtet das neue „Follow-me-home“-Licht mit den Nebelscheinwerfern für mehrere Sekunden das Vorfeld des Busses aus und weist seinem Fahrer damit sicher den Weg.
Kraftvoller, bestens abgestimmter Antrieb als Sicherheitsmoment
Zu den Sicherheitselementen des Safety Coach Travego zählt ebenfalls der perfekt abgestimmte Antriebstrang, der mit seinem durchzugsstarken Motor und dem auto­matisierten Getriebe dem Fahrer gerade in schwierigen Fahrsituationen volle Konzentration auf das Verkehrsgeschehen möglich macht. Als Motorisierung dient der Reihensechszylinder Mercedes-Benz OM 457 LA mit 12,0 l Hubraum, 335 kW (456 PS) Leistung und einem beachtlichen Drehmoment von 2 200 Nm bei 1 100/min. Das Triebwerk gewährleistet souveräne Fahrleistungen, damit Sicher­heit unter allen Bedingungen und arbeitet dank der bewährten BlueTec-Motoren­tech­nologie gleichzeitig sehr wirtschaftlich. Der Motor ist in Abgasstufe Euro 5 eingebaut.
Seine harmonische Leistungsentfaltung und die hohe Durchzugskraft prädesti­nieren den Motor für die Kombination mit einer langen Gesamtübersetzung. So rollt der Testwagen mit dem neuen automatisierten Schaltgetriebe Mercedes GO 240-8 PowerShift und der serienmäßigen Achsübersetzung von i=3,909 bei Autobahntempo 100 km/h mit nur 1 300/min. Dies minimiert den Kraftstoff­verbrauch und damit die Abgasemissionen und senkt im gleichen Schritt nochmals die Geräuschentwicklung.
Automatisiertes Mercedes PowerShift Getriebe mit acht Gängen
Das neue automatisierte Achtgang-Getriebe Mercedes GO 240-8 PowerShift des Testwagens wurde eigens für den Einsatz im Omnibus entwickelt. Es sichert nicht nur einen signifikanten Minderverbrauch im Vergleich zu anderen Motor-Getriebe-Kombinationen, es ist mit seinen Eigenschaften ebenfalls ein nicht zu verachtendes Sicherheitselement.
Generell entlasten automatisierte Getriebe den Fahrer erheblich, der sich deshalb mehr denn je auf seine eigentliche Fahrtätigkeit konzentrieren kann. Darüber hinaus unterstützt das Getriebe den Fahrer aufgrund seiner progressiven Spreizung: Es ermöglicht ebenso feinfühliges Rangieren mit Minimalgeschwindig­keit wie entspanntes Rollen mit niedriger Drehzahl bei Autobahngeschwindigkeit. Die progressive Stufung sichert einen perfekten Anschluss bei allen Schalt­vor­gängen. Die speziell auf den Omnibus ausgelegte Schaltstrategie des Achtgang­getriebes erfordert nur in seltenen Fällen ein manuelles Eingreifen des Fahrers. Daraus ergibt sich ein Pkw-ähnlicher Fahrkomfort.
Sicher und komfortabel gestalteter Fahrgastraum
Sowohl Sicherheit als auch Komfort vermitteln die breiten Einstiege des Travego mit sehr flachen und trittsicheren Stufen (vorn maximal 175 mm hoch, in der Mitte maximal 250 mm) und funktionellen Handläufen. Gleiches gilt für die Innen­beleuchtung einschließlich der Nachtbeleuchtung. Ein durchgehender Handlauf an der Gepäckablage in Fahrtrichtung links sowie integrierte Griffe seitlich an den Rückenlehnen der Sitze geben sicheren Halt beim Weg durch den Bus.
Auch die Bestuhlung kombiniert Sicherheit und Komfort in idealer Weise. Der Testwagen ist mit 48 Fahrgastsitzen des Typs Travel Star Xtra ausgestattet. Dies entspricht einem Vier-Sterne-Sitzabstand nach den Regeln der Gütegemeinschaft Buskomfort. Sitzfläche und Rückenlehne stützen den Körper gut ab und sind gleich­zeitig bequem, unterstützt durch die anschmiegsame Luxline-Polsterung. Das Gurtschloss des Sicherheitsgurts ist funktionssicher und komfortabel in die Sitz­fläche integriert.
Die Sitze sind geschmackvoll mit Stoffen in den Farbtönen „Marone“ und „Curry“ bezogen. Farblich darauf abgestimmt sind die Vorhänge im Farbton „Curry“. Die Kopfteile der Sitze sind, pflegeleicht und attraktiv zugleich, in Leder ausgeführt. Klapptische und Stofftaschen an den Rückenlehnen sowie verstellbare Fußstützen unterstreichen den hohen individuellen Sitzkomfort im Travego.
Aufwändige Heizung und Klimatisierung
Neben der wichtigen Konditionssicherheit steht bei Heizung und Klimatisierung das damit eng verbundene Wohlbefinden von Fahrer und Fahrgästen im Vorder­grund. Der Safety Coach Travego verfügt wie alle Modelle seiner Baureihe über eine leistungsstarke Aufdach-Klimaanlage (32 kW) mit einer zusätzlichen, indi­viduell regelbaren Fahrerplatzklimatisierung (8 kW).
Die Heizungsanlage des Testwagens basiert auf einer Warmwasser-Konvektoren­heizung für den Fahrgastraum, ergänzt durch Axiallüfter und eine Brüstungs­temperierung sowie einen Einstiegsheizer an der Mitteltür. Hinzu kommt die separat regelbare Heizung für den Fahrerplatz, die Dachheizung der Klimaanlage und die kräftig dimensionierte Standheizung.
Zu den Raffinessen des Travego gehören Dachluken mit einer automatischen Schließung über Regensensor. Der Fahrer kann damit zum Beispiel im Stand den Bus durchlüften, ohne dass Nässeschäden durch plötzlich einsetzenden Regen zu befürchten sind.
Umfangreiche Unterhaltungselektronik
Gehobene Ansprüche erfüllt auch die umfangreiche Unterhaltungselektronik des Testwagens. Radioanlage, CD- und DVD-Spieler sowie DVD-Wechsler bilden die Basis. Drei elektrisch klappbare Bildschirme mit 19-Zoll-Bildschirmdiagonale ergeben eine perfekte Sicht für alle Fahrgäste. Für den guten Ton ist eine Raum­stereo-­Anlage mit zusätzlichen abschaltbaren Lautsprechern über jedem Doppel­sitz.
Als zusätzliches Feature wird der Fahrer über eine Kamera an der A-Säule bei Ansagen auf den Fahrgast-Monitoren eingeblendet. Ebenso lassen sich die Bilder der Panoramakamera unmittelbar hinter der Frontscheibe auf die Monitore schalten. Gleiches gilt für die Karte der Satelliten-Navigationsanlage des Test­wagens.
Auch für das leibliche Wohl ist an Bord des Testwagens gut gesorgt. Das Equip­ment setzt sich aus einer Küche am Mitteleinstieg, einer großen Kühltruhe im Vorbau sowie einem Kühlschrank an der Toilettenkabine zusammen.
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