- Neu: Serienstart 2007, Ausnahme-Genehmigung für ganz Deutschland
Ende des Jahres 2006 als Prototyp vorgestellt, steht der Niederflur-Großraum-Linienbus Mercedes-Benz Capa-City nun vor der Serieneinführung. Mit seinem Konzept als vierachsiger und viertüriger Gelenkbus mit nur einem Gelenk und Euro 4-Motor schlägt der 19,54 m lange Capa-City ein neues Kapitel der Großraum-Stadtlinienbusse auf.
Der neue Mercedes-Benz Capa-City demonstriert die Attraktivität und Wirtschaftlichkeit des Verkehrssystems Bus. Als nicht schienengebundenes Großraumfahrzeug kombiniert er omnibustypische Vorteile wie große Flexibilität und hohe Wirtschaftlichkeit mit straßenbahnähnlichen Eigenschaften wie hoher Beförderungs-Kapazität. Damit bietet sich der Capa-City ideal als Bestandteil innovativer Verkehrssysteme an und ist eine willkommene Ergänzung zu bestehenden Straßenbahn-Systemen.
Verwendung zahlreicher Komponenten aus der Serie
Der Capa-City stammt einerseits aus der Stadtbus-Familie von Mercedes-Benz und beinhaltet daher erprobte und kostengünstige Komponenten. Andererseits deutet das eigenständige Design bereits darauf hin, dass hier ein Stadtlinienbus von eigener und besonderer Klasse entstanden ist. Der Capa-City verfügt über eine Beförderungs-Kapazität von bis zu 193 Passagieren, ermöglicht mit vier doppelt breiten Türen einen schnellen Fahrgastwechsel und ist gleichzeitig aufgrund seiner Wendigkeit und Fahrdynamik beliebig einsetzbar. Zum Vergleich: Der bisher längste Vertreter der Linienbusse von Mercedes-Benz, der 18 m lange Gelenkbus Mercedes-Benz Citaro G, bietet maximal rund 160 Fahrgästen Platz.
Der Capa-City profitiert vom ausgereiften Fahrzeugkonzept und vom Einbau bewährter Großserien-Komponenten aus den anderen Linienbus-Baureihen von Mercedes-Benz. Damit unterscheidet er sich von Grund auf von technisch exotischen oder extrem aufwändigen und teuren Lösungen anderer Großraumkonzepte.
Höhere Beförderungs-Leistungen trotz niedriger Unterhaltskosten
Mit dem Capa-City trägt der Produktbereich Mercedes-Benz Omnibusse der EvoBus GmbH den aktuellen Entwicklungstrends im europäischen Stadtbusmarkt voll und ganz Rechnung: Der Capa-City erfüllt die Forderung der ÖPNV-Betreiber nach einer Konzentration der Betriebsleistung auf Hauptlinien und einer Reduzierung von Kraftstoff-, Fahrer-, Werkstatt- und Kapitalkosten ebenso wie die gestiegenen Ansprüche der Fahrgäste an attraktive Nahverkehrs-Konzepte. Er entspricht bereits heute zukünftigen Emissions-Grenzwerten und kann ab 2007 nach dem Abgasstandard EEV zertifiziert werden.
Hohe Fahrgast-Kapazität, niedrige Betriebskosten
Aufgrund seiner Länge von 19,54 m sowie der vierten Achse und der damit einhergehenden Erhöhung des zulässigen Gesamtgewichts auf bis zu 32 Tonnen erlaubt der Capa-City im Vergleich zu Gelenkbussen eine deutlich höhere Fahrgast-Kapazität. Sie steigt, ausgehend von einer zulässigen Auslastung der Stehplätze von acht Personen pro Quadratmeter, je nach Sitzplatz-Anordnung um bis zu 40 % auf maximal 193 Personen. Voraussetzung dafür ist neben der größeren Fläche in erster Linie die Erhöhung der Nutzlast um mehr als drei Tonnen. Die vier doppelt breiten Türen, davon zwei im Nachläufer, durchweg stufenlose Ein- und Ausstiege sowie großzügige Perrons für stehende Fahrgäste, Eltern mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrer führen zu einem schnellen Fahrgastwechsel.
Die zusätzliche Kapazität des Capa-City bedeutet in mehrfacher Hinsicht ein großes Plus: Eine Erhöhung der Beförderungsleistung ist auf hochbelasteten innerstädtischen Linien vielfach nicht mehr wirtschaftlich. Mit Großraumbussen kann die gleiche Beförderungsqualität (Plätze pro Stunde) mit weniger Omnibussen erfolgen. Das senkt Betriebs- und Personalkosten spürbar und ist im Sinne einer möglichst geringen Umweltbelastung von großem Vorteil. Umbaukosten für Haltestellen und Fahrwege werden beim Großraum-Stadtbus Capa-City nahezu vollständig vermieden, da er mit seiner geringen Zusatzlänge und seiner überragenden Wendigkeit problemlos auf der vorhandenen Infrastruktur eingesetzt werden kann.
Eigenständiges und selbstbewusstes Design
Der Capa-City tritt innerhalb der Stadtbus-Familie von Mercedes-Benz mit einem unverwechselbaren eigenständigen Design aus einem Guss auf, das ihn dennoch auf den ersten Blick als Mitglied dieser Familie ausweist. Durch die glattflächige und klare Formensprache wirkt das ganze Fahrzeug dynamisch, elegant und somit bereits auf den ersten Blick rundum attraktiv. Die Gestaltung des freundlich anmutenden Gesichts betont die dreidimensional gestaltete Frontblende, deren Zentrum der Mercedes-Stern auf einem plastisch herausgearbeiteten Sockel einnimmt. Der Bug geht über in eine glattflächige Seitenwand.
Die Seitenfenster sind durch tief heruntergezogene schwarz lackierte Flächen optisch vergrößert. Betont harmonisch wirkt auch die Gestaltung des Dachs – alle Aufbauten wie Klimaanlage oder Lüfter verbergen sich unter formschönen Abdeckungen und integrieren sich damit perfekt in das harmonisch-elegante Exterieur. Der Capa-City nimmt selbstverständlich alle Neuerungen der zweiten Generation des Mercedes-Benz Citaro auf.
Beweglichkeit und Sicherheit wie in Gelenkbussen üblicher Größe
Trotz 19,54 m Länge bewegt sich der Mercedes-Benz Capa-City dank seiner vier Achsen (davon zwei gelenkt) und nur eines Gelenks ebenso unkompliziert durch den Verkehr wie ein herkömmlicher Gelenkbus mit einer Länge von rund 18 m. So entspricht der Wendekreis des Capa-City von 22,85 m exakt jenem des 17,94 m langen dreiachsigen Gelenkbusses Citaro G. Der Kurvenlauf des neuen Capa-City ist damit genauso handlich wie beim bewährten Gelenkbus Mercedes-Benz Citaro G. Dies gilt auch für die Breite der Ringfläche. Das Heck-Ausschwenkmaß bleibt mit 0,42 m deutlich unter dem zulässigen Grenzwert von 0,60 m. Durch die Zentrierung der Nachlaufachse kann dieser Effekt nahezu vollständig vermieden werden. Damit ist der Capa-City im Handling wendiger als andere Großbuskonzepte mit Doppelgelenk oder Anhänger, die derzeit angeboten werden.
Gebremst wird im Mercedes-Benz Capa-City mit dem bewährten Elektronischen Brems-System (EBS) in Verbindung mit ABS und ASR. Scheibenbremsen rundum und Einzelrad-Aufhängung vorn sind dabei Standard.
Rangiermanöver und Rückwärtsfahrt möglich
Da der Mercedes-Benz Capa-City mit nur einem Gelenk auskommt, sind auch Rangierfahrten weitaus unkomplizierter und damit sicherer. Der Fahrer hat das Heck und die Türen jederzeit sicher im Blick. Im Unterschied zu einem Doppelgelenkbus oder einer Anhänger-Lösung ist die Rückwärtsfahrt so einfach wie mit jedem Gelenkbus.
Hohe Fahrstabilität dank vier Achsen und Wank-/Nickregelung
Die große Wendigkeit des Capa-City ist auf eine elektrohydraulisch gesteuerte Nachlaufachse zurückzuführen. Bei Vorwärtsfahrt sorgen die vier Achsen für eine nochmals höhere Fahrstabilität. Das Fahrwerk mit Einzelrad-Aufhängung an der Vorderachse sowie auf Wunsch auch einer Wank-/Nickregelung mit variabler Kennung und Regelung der Stoßdämpfer ist gleichermaßen sicher wie komfortabel.
Bei der Wank-/Nickregelung werden die Kennlinien der Dämpfer in Abhängigkeit von Fahrsituation und Beladung geregelt. Dies bedeutet beim Bremsen oder bei dynamischer Kurvenfahrt einer erhöhte Sicherheit dank straffer Dämpfung. In anderen Fahrsituationen führt die weichere Dämpfung zu einem höheren Komfort. Überdies werden Wank- und Nickbewegungen sowie Hubbewegungen des Aufbaus reduziert und schneller abgebaut, spürbar gerade bei einem Gelenkbus. Reduzierte Schwankungen der Radlast schonen zudem die Straßen. Zusammen mit der Einzelrad-Aufhängung an der Vorderachse erreicht der Capa-City einen Fahrkomfort, der im Stadtbus neue Maßstäbe setzt.
Im Sommer 2006 hat der Mercedes-Benz Capa-City seine Praxistauglichkeit beeindruckend unter Beweis gestellt: In acht deutschen Großstädten wurde er beim Befahren der jeweils schwierigsten Strecken auf seine Praxistauglichkeit hin getestet. Dabei spulte er souverän den Linienbetrieb ab und kapitulierte auch nicht vor Baustellen im Straßenverkehr. Alle Verkehrsbetriebe, die das neue Fahrzeug-Konzept auf eigenen heimischen Linien bewegt hatten, zeigten sich dabei besonders beeindruckt nicht nur von dem Design, der Technik und der Serienreife des Capa-City, sondern auch von seiner Beweglichkeit, seiner Wendigkeit und nicht zuletzt auch seiner hohen Fahrgast-Beförderungs-Kapazität.
Leistungsstarke und sparsame Euro 4-Motorisierung
Im Heck des Mercedes-Benz Capa-City arbeitet der bewährte liegende Reihen-Sechszylinder Mercedes-Benz OM 457 hLA mit zwölf Litern Hubraum. Der sparsame und saubere Euro 4-Turbodiesel mit Blue-Tec-Dieseltechnologie auf Basis der SCR-Technik treibt die dritte Achse an. Dank einer Motorleistung von 260 kW (354 PS) erreicht der Capa-City trotz seines höheren Gewichts überlegene Fahrleistungen und Traktionswerte, die den Wettbewerbs-Konzepten deutlich überlegen sind. Von der Verfügbarkeit neuer Motoren, die nach Euro 5 und EEV zertifiziert sind, wird der Capa-City in erster Linie profitieren.
Hohe Beförderungsleistung und Attraktivität waren bislang Ansprüche, die vorrangig von schienengebundenen Verkehrssystemen geltend gemacht wurden. Bei gleichen Rahmenbedingungen wie beispielsweise bevorrechtigter Fahrweg und heutigen Anforderungen entsprechende Haltestellen können moderne Bussysteme heute in vielen Fällen mithalten. Der Capa-City bietet alle Voraussetzungen für erfolgreiche Verkehrskonzepte: Niedrige Life-Cycle-Costs, hoher Fahrkomfort und nicht zuletzt das ansprechende Design machen Omnibus-Systeme nicht nur wirtschaftlich, sondern auch attraktiv. Der EEV-Standard stellt sicher, dass Emissionen kaum noch nachweisbar sind. Seine hohe Flexibilität bleibt weiterhin der große Pluspunkt von Verkehrssystemen auf Basis von Omnibussen: Ob mit oder ohne Spurführung – der Omnibus kann nahezu beliebig eingesetzt werden und passt sich so auch veränderten Verkehrsströmen an, ohne dass ein hoher Investitions-Aufwand notwendig ist. In Zeiten knapper finanzieller Ressourcen bietet der Capa-City eine Chance für den Erhalt eines attraktiven ÖPNV. Voraussetzung ist allerdings die faire Verteilung der Subventionen zwischen Bus und Bahn.
Ausnahme-Genehmigung für ganz Deutschland liegt vor
Da die Länge des Mercedes-Benz Capa-City mit 19,54 m über das derzeit zulässige gesetzliche Maß von 18,75 m hinausreicht, ist für den Betrieb auf öffentlichen Straßen eine Ausnahme-Genehmigung notwendig. Im April 2006 hat das deutsche Verkehrsministerium eine allgemeine Ausnahme-Genehmigung erteilt. Sie ermöglicht, dass der CapaCity ohne Auflagen auf dem bundesdeutschen Straßennetz eingesetzt werden kann. Die Serienfertigung des Mercedes-Benz Capa-City wird im Jahr 2007 beginnen.
Service und Wartung
Dank des Einbaus bewährter Komponenten aus dem Linienbus-Programm von Mercedes-Benz ist der Großraum-Linienbus Mercedes-Benz Capa-City ein wartungsfreundlicher Stadtbus mit niedrigen Life-Cycle-Costs. Für Service und Wartung steht dem Mercedes-Benz Capa-City ebenso wie allen anderen Omnibussen von Mercedes-Benz europaweit das dichte Servicenetz von Omniplus zur Verfügung, ebenso die hohe Zahl der Partner und Niederlassungen von Mercedes-Benz.