„Gaggenauer“ in chinesischer Berufschule unterwegs
Gaggenau
08.04.2011
  • Zwei Auszubildende aus Gaggenau besuchten die Beijing Benz Automotive Co. Ltd in Peking
  • Die angehenden Werkzeugmechaniker hatten Projekte in der Berufschule und im Werk
  • Hans-Peter Schaible, Ausbilder im Mercedes-Benz Werk Gaggenau: „Mit dem Austauschprogramm bieten wir den jungen Leuten die Möglichkeit, sich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln.“
Gaggenau – Die beiden Auszubildenden Fabian Schmitt aus Loffenau und Yannik Hörig aus Bischweier besuchten knapp drei Wochen lang das Werk der Beijing Benz Automotive Co. Ltd (BBAC) in Peking. In dem Joint Venture von Daimler und Beijing Automotive Industry Corporation werden unter anderem die C- und E-Klasse für den chinesischen Markt hergestellt.
Die angehenden Werkzeugmechaniker, beide 18 Jahre alt, zögerten keine Sekunde, als im 3. Ausbildungsjahr gefragt wurde, wer Interesse an einem Einsatz in Peking hätte. Fabian Schmitt: „Es war einfach nur stark, dass wir diese Möglichkeit bekommen haben. So eine Chance kann man sich doch nicht entgehen lassen.“ Flüge, Visa und Unterkunft in Peking wurden vom Unternehmen organisiert und die Kosten übernommen. Hans-Peter Schaible, Ausbilder für Werkzeugmechaniker im
Mercedes-Benz Werk Gaggenau: „Mit dem Austauschprogramm bieten wir unseren Auszubildenden die Möglichkeit, sich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln. Gleichzeitig möchten wir ihre interkulturellen Fähigkeiten stärken, damit unsere Beschäftigten offen sind für fremde Kulturen und neue Eindrücke.“
„Für den internationalen Entwicklungs- und Produktionsverbund von Daimler Trucks suchen wir immer häufiger kompetente Fachkräfte, die die Herausforderungen in den boomenden Wirtschaftsregionen wie China, Indien oder Russland anpacken“, weiß Dr. Thomas Bauer, Leiter Aus- und Weiterbildung Daimler Trucks Deutschland. „Deshalb liegt es nahe, unseren Top-Azubis solche persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten bereits im Rahmen der Berufsausbildung zu bieten.“
Im Werk in Peking wird die Ausbildung für Fertigungsmechaniker von Rainer Wieland, einem „Gaggenauer“, geleitet. Wieland machte seine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker im Mercedes-Benz Werk in Gaggenau, bevor er im Werkzeugbau beschäftigt war. Später war er in Gaggenau als Ausbilder für die Zerspanungsmechaniker tätig, bevor er die Herausforderung in Peking annahm. Er koordinierte und betreute jetzt den Einsatz der beiden Auszubildenden vor Ort.
Schmitt und Hörig besuchten an fünf Tagen die Berufschule. Gemeinsam mit Schülern, die eine Ausbildung zum Fertigungsmechaniker machen, fertigten sie kleine Schraubstöcke an. Schwierig war, dass die Maschinen und Anlagen nicht so funktionierten, wie gewohnt. Größtes Hindernis war jedoch die Kommunikation. Die Verständigung mit den chinesischen Berufsschülern lief nur über eine Dolmetscherin. „Die Schüler haben zwar alle ein Zertifikat in Englisch – allerdings haben sie nicht mit uns gesprochen“, sagt Schmitt. „Vielleicht hatten sie Bedenken, dass ihr Englisch nicht korrekt ist, und haben daher nichts gesagt. Aber mit Händen und Füssen haben wir uns immer irgendwie weiterhelfen können.“ Hörig war erstaunt, wie die Schüler arbeiten: „Ganz spannend fand ich, dass die meisten Auszubildenden einfach los gelegt und Skizzen und Anleitungen nicht beachtet haben, sondern eher nach Augenmaß gearbeitet haben. Häufig hat das auch noch gut gepasst. Da haben wir doch eine ganz andere Arbeitsweise.“
An den anderen Tagen waren Schmitt und Hörig im Werk und fertigten einen Ringschraubenwagen an. Den gab es bislang im dortigen Presswerk noch nicht: alle Ringschrauben lagen in Kisten im Lager. Die Mitarbeiter suchten benötigte Schrauben immer aufs Neue. Die beiden Auszubildenden übernahmen alle Projektschritte selbständig: sie legten die Anordnung der Schrauben auf dem Wagen fest, fertigten eine Skizze an, übertrugen diese auf den Computer, fassten das benötigte Werkzeug und das Material aus und bauten den Wagen zusammen.
Die Wochenenden nutzten die beiden für einen Besuch an der chinesischen Mauer und dem Sommerpalast. Auch essen gehen war ein beeindruckendes Erlebnis. „Wenn man in einem typisch chinesischen Restaurant landet, sieht und erlebt man Essgewohnheiten, die anfangs schon sehr befremdlich auf uns gewirkt haben“, erinnert sich Hörig. „Aber das ist einfach die chinesische Esskultur und kein Zeichen von schlechtem Benehmen. Das ist dort einfach so.“ Beide möchten die Erfahrung und den Aufenthalt auf keinen Fall missen. „Ich wäre gern länger geblieben und würde auch sofort wieder nach China reisen“ sagt Schmitt. Hörig stimmt zu: „Wir können nur jedem Auszubildenden empfehlen, so eine Chance sofort wahrzunehmen. Das waren einfach wahnsinnig spannende drei Wochen!“
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