Bundespolizei in Deutschland übernimmt Prototyp eines völlig neuen Wasserwerfers
Stuttgart/Sankt Augustin
17.12.2009
  • Vorstellung des komplett neu entwickelten Wasserwerfer 10 000 bei der Bundespolizei in Sankt Augustin
  • Modernste Einsatztechnik basiert auf dreiachsigem Mercedes-Benz Actros 3341 mit Allradantrieb
  • Testphase bis zum Frühjahr 2010 in mehreren Bundesländern
Stuttgart/Sankt Augustin – Erstmalig nahm die Bundespolizei Ende November den Prototyp des „Wasserwerfer 10 000“ in ihre Obhut. In Anwesenheit von Ministerialdirektor Christoph Verenkotte, Abteilungsleiter Bundespolizei im Bundesministerium des Innern, und Jürgen Schubert, dem Inspekteur der Bereitschaftspolizei der Länder, erfolgte im Rahmen einer kleinen Feierstunde die offizielle Schlüsselübergabe durch Julian Wagner, Vorstandsvorsitzender der Rosenbauer International AG, für das annähernd eine Million Euro wertvolle Spezialfahrzeug. Es bildet den Auftakt zu einer rund zehn Jahre laufenden Serienbeschaffung, mit der der komplette Bestand an Wasserwerfern bei der Bundespolizei und den Länderpolizeien in Deutschland ersetzt werden soll.
Der erste Eindruck täuscht nicht – so ein Fahrzeug hat es noch nicht gegeben. Bereits das äußere Erscheinungsbild weicht deutlich von den bisher in Deutsch­land eingesetzten Polizei-Wasserwerfern ab. „Das ist unseres Wissens das modern­ste Fahrzeug dieser Art weltweit“, bestätigt Achim Friedl, Referats­leiter im Bundesministerium des Innern für Technik und Logistik der Bundes­polizei und der Bereitschaftspolizeien der Länder. Der erfahrene Spezialist hat sich über Konzepte und aktuelle Beschaffungen in vielen Staaten informiert und war als Gesamtprojektleiter maßgeblich an der Umsetzung des Vorhabens beteiligt. Ministerialdirektor Verenkotte hob bei der Übergabe die termingerechte Fertig­stellung des mit hohem Entwicklungsaufwand erstellten Prototyps hervor – die anwesenden Vertreter des Generalunternehmers Rosenbauer aus Österreich hörten es gerne. Sie hatten die Ausschreibung im internationalen Wettbewerb für sich entschieden. Als Basis für den neuen Wasserwerfer 10 000 – so genannt aufgrund des Wassertankinhalts von 10 000 Litern – wählten sie den Mercedes-Benz Actros 3341 mit Allradantrieb und einer technisch zulässigen Gesamtmasse von 33 Tonnen. Die wird aber beim neuen WaWe 10 auch mit vollständiger Beladung und Besatzung nicht gänzlich ausgeschöpft, das tatsächliche Einsatz­gewicht beträgt etwa 31 Tonnen. Neben technischen Merkmalen und einem angemessenen Preis wurden bei der Auswertung der Ausschreibung auch Zuver­lässigkeit und Know-how der beteiligten Anbieter sowie möglichst geringe Folge­kosten über eine zu erwartende langjährige Nutzungszeit bewertet.
Angetrieben wird das annähernd zehn Meter lange und 3,70 Meter hohe Spezial­fahrzeug von einem V6-Turbodiesel mit 300 kW/408 PS in umwelt­freundlicher Euro-5-Ausführung mit SCR-Diesel-Technologie BlueTec. Dass die Silhouette des WaWe 10 so wenig mit dem vertrauten Anblick des bereits in einer Stückzahl von mehr als einer halben Million gebauten Mercedes-Benz Actros zu tun hat, liegt an der durch Rosenbauer komplett neu konstruierten Kabine für die fünf­köpfige Besatzung. Sie ist – wie auch der Spezialaufbau – auf die besondere Funktionalität dieses Einsatzmittels ausgerichtet. Dem Fahrer steht das komfor­table automatisierte Schaltgetriebe MercedesPowerschift zur Verfügung. Das Telligent-Bremssystem sorgt für sichere Verzögerung. Für die Besatzung aus Fahrer, Kommandant, Beoabachter und Werferbediener sind ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze in der geräumigen und für Wartungszwecke am Fahr­gestell kippbaren Kabine eingerichtet. Standheizung und Klimatisierung sorgen auch bei lang andauernden Einsätzen für angenehme Innenraumtemperaturen, für Erfrischungsgetränke steht ein Kühlfach bereit.
Der Aufbau aus Aluminium beherbergt mittig den 10 000 Liter Wasser fassenden Tank. Links und rechts davon findet die erforderliche Zusatzausrüstung, vor allem für die Wasserentnahme aus Hydranten oder offenen Gewässern, in durch Klappen verschlossenen Gerätefächern Platz. Am Heck ist der Pumpenraum angeordnet, in dem eine Rosenbauer-Kreiselpumpe N 35 mit einer Nennleistung von 3500 Litern pro Minute bei 10 bar Platz findet. Sie wird von einem separaten Dieselmotor angetrieben, so dass ein vom Fahrbetrieb völlig unabhängiger Ein­satz der drei Werfer – zwei auf den Frontecken der Kabine für eine Durchfluss­menge von je 1200 Litern pro Minute und einer am Fahrzeugheck für 900 l/min – gewährleistet ist. Unter dem Fahrzeug sorgen Bodensprühdüsen für einen Schutz des Fahrgestells vor Brandeinwirkungen, Kabinen- und Aufbaudach sind ebenfalls mit einer Selbstschutzanlage ausgestattet. Neben der Hauptaufgabe, dem polizeilichen Einsatz bei gewalttätigen Ausschreitungen im Rahmen von Demonstrationen und Großveranstaltungen, kann der WaWe 10 im Rahmen von Hilfeleistungen bei Katastrophen beispielsweise auch zur Brandbekämpfung und zum Trinkwassertransport eingesetzt werden.
Startschuss für die Produktion
Der neue WaWe 10 wird sukzessive die Vorgängermodelle des Typs WaWe 9 ablösen, die ebenfalls komplett auf dreiachsigen Allradfahrgestellen von Mercedes-Benz entstanden und zum Teil bereits mehr als 20 Jahre alt sind. Bis 2019 sollen insgesamt 78 baugleiche Fahrzeuge neu in Dienst gestellt werden, das Gesamtauftragsvolumen beläuft sich auf 75 Mio. Euro. Nach der Auswertung der Erprobung des Prototyps soll die Serienlieferung mit den ersten drei Fahr­zeugen 2010 starten. Die Verteilung der neuen Wasserwerfer an die Bundes­polizei­standorte und die Länderpolizeien richtet sich dann nach Alter und tech­nischem Zustand der jeweils dort zur Ausmusterung anstehenden Vorgängerfahrzeuge.
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