77. Mercedes-Benz Econic an Berliner Stadtreinigung übergeben
Stuttgart
,
02.04.2007
  • Erste Fahrzeuge im Dezember 2006 ausgeliefert
  • Einsatz als Müllsammelfahrzeuge – 71 für Hausmüll, sechs für Sperrmüll
  • Econic seit IAA 2006 optisch und technisch umfassend aufgewertet
Das letzte von 77 Mercedes-Benz Econic Müllsammelfahrzeugen wurde jetzt im Werk Wörth an die Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) übergeben. Es handelte sich um einen Econic 2629 LL 6x2/4 (286 PS, Luftfederung vorne und hinten, von 6 Rädern 4 gelenkte und 2 angetriebene Räder) mit elektrohydraulisch gelenkter Nachlaufachse und Müllaufbau der Firma Haller. Insgesamt wurden damit seit vergangenem Dezember 71 Econic in unterschiedlichen Radstandsvarianten für das Einsammeln von Hausmüll (davon 61 mit Haller-Aufbau und zehn mit Aufbau von Faun) und sechs Econic für den Sperrmüll (Aufbau von Haller) an die BSR übergeben.
Die BSR entsorgt Müll von 1,8 Millionen Haushalten, indem sie regelmäßig 240 000 Ladestellen ansteuert und 420 000 Abfallbehälter entleert. Im Einsatz sind 295 Entsorgungsfahrzeuge, davon 174 mit Stern, hiervon wiederum 50 Econic mit Erdgasantrieb. Neben den Econic hat die BSR auch zahlreiche Mercedes-Benz Unimog als Kehrfahrzeuge im Einsatz, die unter anderem bei Großveranstaltungen, wie der Loveparade, für saubere Straßen sorgen.
Mercedes-Benz Econic beliebtes Müllsammelfahrzeug
Der Mercedes-Benz Econic erfreut sich großer Beliebtheit als Müllsammelfahrzeug unter anderem deswegen, weil das häufige Ein- und Aussteigen leicht vonstatten geht: dank eines niedrigen Einstiegs – nur eine Trittstufe bis zum ebenen Fahrerhausboden - und einer automatisch weit öffnenden Falttür mit 620 mm lichter Öffnung. Weitere Pluspunkte sind ein kleiner Wendekreis, bis zu vier Sitzplätze, 1,93 m Stehhöhe und Automatikgetriebe. Zur IAA 2006 erhielt er eine kräftige Aufwertung, die in Optik und Technik neue Maßstäbe setzt und etliche neue funktionelle Details mitbringt.
Äußerlich orientiert sich der Econic nun am Design des Actros und des Axor mit mattschwarzem, V-förmig gestaltetem Lufteinlass mit schwarzem Lochblech. Neu sind auch das Mittelteil der Stoßfänger, der Weitwinkelspiegel auf der Fahrerseite, die Hauptspiegel und der zusätzliche Frontanfahrspiegel, die mit größerem Sichtfeld den toten Winkel eliminieren. Speziell beim Rangieren im innerstädtischen Verkehr werden so auch Fußgänger nicht übersehen. Das Alu-Space-Cage des Fahrerhauses erfüllt nun den verschärften Pendelschlagtest nach ECE-R 29/2 und schützt den Fahrer noch vorbildlicher.
Ausstattung des Fahrerhauses deutlich aufgewertet
Das Fahrerhaus des Econic erhielt im Rahmen der Modellpflege 2006 eine umfassend aufgewertete Ausstattung. Ganze 45 Zentimeter hoch ist die Einstiegsschwelle, dahinter befindet sich ein völlig planer, rutschsicherer Fußboden für leichten Durchstieg. Auf der Beifahrerseite gibt es, ähnlich wie im Omnibus, eine vollverglaste Falttür, die sich auf Knopfdruck öffnen lässt und beim Anfahrvorgang selbständig schließt. Das macht das Abfallsammeln so leicht wie möglich. Bis 200 Mal pro Tag steigen die Männer auf mancher Tour aus und ein, und sind dankbar, dass sie nicht jedes Mal in luftige Höhen klettern müssen. Die Beifahrer-Falttür wurde um 100 mm auf 620 mm verbreitert, was den Einstieg noch mehr erleichtert. Das Fahrerhaus gibt es in zwei Höhen (2845 und 2395 mm), wobei das Standard-Fahrerhaus mit knapp zwei Metern (Innenhöhe 1935 mm) genügend Platz bietet, um auch mal im Stehen bequem die Arbeitskleidung an- oder ausziehen zu können. Für Anwendungen mit Beschränkungen der Gesamthöhe (zum Beispiel Entsorgungsfahrzeuge als Frontlader oder Feuerwehrfahrzeuge mit Drehleiteraufbau) ist ein niedriges Fahrerhaus mit 1485 mm Innenhöhe erhältlich.
Neue Instrumente erlauben einsatzspezifische Funktionen: So werden optional permanent die aktuellen Achslasten angezeigt. Auch für den Aufbau sind neue Kontroll-Leuchten vorgesehen. Jede Menge Ablage- und Staufächer sowie die Vorrüstung für Kommunikationsgeräte oder eine Rückfahrkamera schaffen ein professionelles Arbeitsumfeld. Andere Bodenbeläge und Sitzbezüge, ein Haltegriff an der Beifahrer-Drehtür sowie eine neue, modular aufgebaute Beifahrer-Sitzanlage mit drei Einzelsitzen statt einer Sitzbank, nun auch mit Kunstleder-Sitzbezug, runden die Neuerungen in der Kabine ab.
Hinterachse jetzt wesentlich tragfähiger
Auch technisch tritt der Econic deutlich weiterentwickelt auf. So verfügen nun alle Modelle über eine Hinterachse mit 13 t statt bisher 11,5 t Tragfähigkeit. Dies erlaubt mehr denn je eine Anpassung des Econic an spezifische Transportaufgaben. Ihnen wird er traditionell durch große Vielfalt gerecht: Es gibt den Spezialisten in fünf Radformeln und unterschiedlichen Radständen, als Zweiachser (4x2), Dreiachser (6x2/4) mit hydraulisch gelenkter Vor- oder Nachlaufachse sowie als Dreiachser mit zwei angetriebenen Hinterachsen (6x4). Darüber hinaus steht er in einer Vierachs-Variante (8x4/4) mit 32 t zulässigem Gesamtgewicht für besonders schwere Einsätze zur Verfügung.
Ob mit Festaufbau oder mit unterschiedlichen Wechselsystemen wie Hakenlift, Kettengeräten oder Wechselbrücken, dank Vollluftfederung und niedrigem Rahmen bietet der Econic für nahezu jeden Einsatz eine wirtschaftliche Lösung.
Fahrwerk mit neuen Stoßdämpfern optimiert
Bereits bisher überzeugte der Econic dank seines tiefen Schwerpunkts durch eine außerordentlich hohe Fahrdynamik. Speziell im harten Kommunaleinsatz profitiert er nun von neuen Stoßdämpfern. Sie führen zu einer wesentlich verbesserten Fahrstabilität und Spurtreue, einem strafferen Fahrverhalten und einer Erhöhung der Wankstabilität, wichtig vor allem bei hohen Aufbauten und ungünstiger Gewichtsverteilung.
Euro-4-Motoren mit Blue-Tec-Dieseltechnologie und Erdgas-Triebwerke nach EEV
Angetrieben wird der Econic jetzt von Reihen-Sechszylinder-Motoren der Baureihe 900, die den EU-Abgasstandard Euro 4 erfüllen und auf der innovativen Blue-Tec-Dieseltechnologie basieren. Dank SCR-Technik und einer optimierten Verbrennung sinken sowohl die Abgas-Emissionen als auch der Kraftstoffverbrauch. Neben dem OM 906 LA in den Leistungsstufen 170 kW (238 PS) und 210 kW (286 PS) kommt der OM 926 LA mit 240 kW (326 PS) zum Einsatz. Alle Econic mit Dieselmotor erhalten einen Kraftstofftank aus Aluminium mit 200 Liter Volumen plus 25-Liter-Tank für Ad-Blue. Die Kraftübertragung übernimmt serienmäßig ein vollautomatisches Sechsgang-Automatik-Getriebe von Allison. Damit ist der Econic bestens für den Stop-and-go-Verkehr beim Müllsammeln gerüstet.
Alternativ zum Diesel gibt es den Econic auch mit Erdgasantrieb. Der Erdgasmotor M 906 LAG, welcher auch für den Betrieb mit umweltfreundlichem Biogas geeignet ist, leistet aus 6,9 Liter Hubraum 205 kW (279 PS). Mit Erdgasantrieb ist der Econic nach dem momentan strengsten EU-Abgasstandard EEV (Enhanced Environmentally-friendly Vehicle) zertifiziert. Damit unterschreitet er bereits jetzt die erst ab dem Jahr 2009 gültigen Grenzwerte von Euro 5. Die Emissionen des Econic mit Erdgasantrieb enthalten nahezu keine Feinstäube und Partikel. Zudem ist der CO2-Gehalt im Abgas wesentlich geringer als beim Dieselantrieb. Beim Betrieb mit Biogas ist der CO2-Gehalt sogar als „neutral“ eingestuft. Hinzu kommt als weiteres Plus die Geräuscharmut des Gasantriebs.
Der Econic fährt auch mit Biodiesel
Die Motoren der Baureihe 900 sind ohne Umrüstung auch für Biodiesel geeignet. DaimlerChrysler macht allerdings zur Auflage, dass es sich erstens um Biodiesel handelt, der die DIN EN 14214 erfüllt, und zweitens geeignete Motoröle verwendet werden, wobei sich die Ölwechselintervalle verkürzen. Um diese Nachteile zu vermeiden, gibt es jetzt eine Nachrüstlösung bestehend aus modifizierten Steckpumpen, einem Kraftstoff-Vorfilter mit beheiztem Wasserabscheider und einem Zusatztank mit normalem Diesel für die Standheizung. Sämtliche Elemente sind geprüfte Mercedes-Benz-Originalteile. Damit nähern sich die Ölwechselintervalle den Motoren an, die mit herkömmlichem Diesel betrieben werden. Neufahrzeuge der Baureihen Mercedes-Benz Axor mit dem Motor OM 457 LA und Actros werden auf Wunsch bereits ab Werk mit dieser Ausstattung zum erleichterten Betrieb mit Biodiesel ausgerüstet.
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