Pressemappe: Axor mit Mercedes Power-Shift
Aksaray
13.06.2007
Mercedes-Benz Axor mit Mercedes Power-Shift: Leichtbau-Getriebe für den Nutzlast-Laster
  • Vollautomatisiertes 12-Gang-Klauengetriebe jetzt auch im Axor 12-Liter- Sechszylinder
  • Range-Split-Getriebe als solide Basis
    Bester Wirkungsgrad dank Direktgangauslegung
    Handling-Hilfen auf Knopfdruck
  • „Turbobrake“ kann Retarder fallweise ersetzen
  • Neue Sicherheitsausstattungen im Axor lieferbar
    Rollsperre für das Telligent-Bremssystem
    Telligent Spurassistent hilft Unfälle vermeiden
    Telligent Abstandsregeltempomat hält sicher auf Distanz
  • Anhang:
    Begriffe aus der Getriebetechnik
    Technische Daten Axor 1843 „Mercedes Power-Shift“
Unmittelbar nach der Markteinführung des vollautomatisierten Schaltsystems „Mercedes Power-Shift“ im Mercedes-Benz Actros kommt das 12-Stufen-Schaltgetriebe jetzt auch im Axor zum Einsatz. Angeboten wird das Leicht­bau­getriebe zunächst für die Axor Sattelzugmaschinen 1843, 1840 und 1836 mit 12-Liter-Motor und 428 PS/2100 Nm bis 360 PS/1850 Nm. Zu Beginn des komm­enden Jahres werden auch die dreiachsigen 6x2-Fahrgestelle 2543 bis 2536 optio­nal mit Mercedes Power-Shift lieferbar sein.
Mehr Kundennutzen durch weiter verbesserte Wirtschaftlichkeit plus schnellere und komfortablere Schaltvorgänge sind wesentliche Stärken der neuen Getrie­beoption in den großen Modellen der breit aufgestellten Axor-Fahrzeugfamilie. Dabei gehen die Vorzüge der leichten, weil im Drei-Gang-Grundgetriebe nicht synchronisierten Range-Split-Schaltbox Hand in Hand mit den Stärken des Mercedes-Benz Axor. Ausgelegt nicht zuletzt auf nutzlastsensible Einsätze, beweist diese Fahrzeugbaureihe ihre Stärken besonders im schweren Verteilerverkehr sowie in zeitlich wie räumlich begrenzten Fernverkehrs­einsätzen. Gerade hier kommen die Vorzüge eines vollautomatisierten Schaltgetriebes, das auf Grund seiner Bauart überdies die Nutzlast verbessern kann, voll zum Tragen.
Neben Vorteilen beim Leergewicht kann Mercedes Power-Shift durch seinen vollautomatisierten Betriebsmodus dazu beitragen, den Streckenverbrauch positiv zu beeinflussen. Zudem ermöglicht die neue Getriebe- und Steuerungs­technik weichere und dabei schnellere Gangwechsel, als selbst routinierte Fahrer dies bei manuellen oder halbautomatischen Schaltgetrieben in der Regel hinbe­kommen.
Doppelnutzen: Mercedes Power-Shift stärkt Fahrer und Unternehmer
Obendrein bietet Mercedes Power-Shift dem Fahrer eine Vielzahl neuer, praxis­gerechter Zusatz-Fahrprogramme. Die abermals verbesserte Verfügbarkeit der Fahrzeuge durch minimierte Fehlbedienungsrisiken bringen automatisierte Schalt­getriebe seit ihrer ersten Markteinführung durch Mercedes-Benz vor mehr als 20 Jahren als wesentliche Grundeigenschaft ohnehin mit sich. Zusammen genommen profitieren sowohl Transportunternehmer als auch Fahrer von der neuen Getriebeoption im Mercedes-Benz Axor.
Mercedes Power-Shift steht im Axor als Synonym für ein Paket aus unsynchroni­sierten, vollautomatisierten Klauenschaltgetrieben mit 12 Gangstufen sowie hoch ent­wickelter Steuerungstechnologie, die neben den Hauptfunktionen Gang­wechsel und Kupplungsbetätigung unter anderem auch zahlreiche neue Bedien­funktionen beinhaltet.
Zwölf Gänge – die goldene Mitte zwischen 8 und 16
Mercedes-Benz baut bei der neuen Getriebefamilie auf seinem Know-how aus mehr als 20 Jahren Serieneinsatz von zunächst teil- und dann vollautomatisier­ten, mechanischen Schaltgetrieben auf. Nach „EPS“, der Elektronisch-Pneuma­tischen Schaltung im so genannten SK 1985, kam 1996 mit dem Actros die Telligent-Schaltung als Serienausstattung und mit ihr zeitgleich auch die optio­nale Telligent-Schaltautomatik.
Mit Mercedes Power-Shift geht Mercedes-Benz jetzt einen weiteren Schritt, um das automatisierte Schaltgetriebe zum Industriestandard im Nutzfahrzeug zu befördern. Mercedes Power-Shift bildet die konsequente Weiterentwicklung der Vielstufen-Philosophie des Mercedes-Benz Antriebsstrang-Managements ab: präzise passende 12 Schalt­stufen für moderne, drehmomentstarke Motoren – maßgeschneidert abgestimmt und damit bestens geeignet für die allermeisten Einsatzfälle im Nah- und Fern­verkehr.
Bewährte Basis – Gruppengetriebe aus eigner Fertigung
Mercedes Power-Shift basiert auf einem im Konzern entwickelten und produzier­ten Leichtmetall-Grundgetriebe mit drei nicht synchronisierten Vorwärtsgängen und einem Rückwärtsgang. Mittels einer jeweils synchronisierten Vor- und Nach­schalt­gruppe werden durch automatische Umschaltungen im Hauptgetriebe sowie in der Vor- und Nachschaltgruppe insgesamt 12 Vorwärts und vier Rück­wärtsgänge dargestellt. Mit dem Wegfall der schweren Synchronpakete, an deren Stelle eine so genannte Vor­gelege­wellenbremse tritt, sinken die bewegten Massen deutlich. Damit, vor allem aber dank der modernen Steuerungstechnik in Verbindung mit feinfühlig agierenden Stellgliedern, sind schnelle und dennoch weiche Übersetzungswechsel möglich.
Denkbar einfach – Bedienung ohne Erklärungsbedarf
Auf der Bedienungsseite ändert sich für Mercedes Power-Shift-Fahrer im Axor beim ersten Kennenlernen zunächst einmal nichts. Jedenfalls nicht für jene Trucker, die bisher schon in den Genuss der Telligent-Schaltautomatik gekommen sind. Aber auch für Neulinge auf einem Lastwagen mit einem voll­auto­matisierten Schaltgetriebe ist das Handling denkbar einfach – nichts anderes ist schließlich der Basisanspruch an ein Fahrzeug mit Getriebeautomatik.
Bekannt von der Telligent Schaltautomatik ist das Zwei-Pedal-Prinzip im Fuß­raum, das Kupplungspedal links der Lenksäule fehlt. Die Kupplung wird auto­matisch bedient, ihre früher beim Handschalter obligatorische Fußbetätigung entfällt. Bau­gleich mit dem Mercedes Power-Shift-Pendant im Actros kommt jetzt auch der Axor-Fahrer in den Genuss des Joystick-ähnlichen Gebergerätes rechts vom Fahrer, durchstiegs­freundlich an einem wegklappbaren Ausleger montiert. Hier wird quasi aus dem Handgelenk geschaltet – wenn der Fahrer das möchte.
Fahrerfreundlich – voll- oder halbautomatisch nach Wahl
Möglich ist das Tipp-Schalten kleiner oder großer Gangsprünge über eine Schalt­wippe oder den größeren Gangwahlschalter. Rein manueller Betrieb ist nach Drücken eines Tastschalters jederzeit möglich. Die vom Fahrer frei wählbare Betriebs­art wird im Info-Display zwischen Tacho und Drehzahlmesser angezeigt. Bei jedem Neustart ist die Betriebsart „A“ wie Automatik automatisch vorgewählt.
Ein sinnvoller, weil leicht nachvollziehbarer Prinzipienwechsel greift anzeige­seitig mit Einführung von Mercedes Power-Shift auch bei der Darstellung der eingelegten Gangstufe. Anstelle der aus der Tradition kommenden, getrennten Visualisierung so genannter ganzer und halber Gänge wird nun konsequent alphanumerisch vom kleinsten bis zum größten Gang durchgezählt.
Mit der freien Fahrerwahl zwischen vollautomatischer, halbautomatischer und manueller Schaltabfolge beim Mercedes Power-Shift bietet das System weitere Möglichkeiten, den Axor-Fahrer in den unterschiedlichsten Alltagssituationen zu unterstützen. Hierzu sind Zusatzfunktionen anwählbar:
  • Rangier-Modus
  • Freischaukel-Modus
  • vier Rückwärtsgänge
Wann die eine oder andere Fahr- und Bedienhilfe ein- oder ausgeschaltet ist, wird selbstverständlich ebenfalls in der Multifunktionsanzeige eingeblendet. Bedient werden die neuen Funktionen in einem eigenen Schaltfeld in direkter Lenkrad­nähe.
Rangier-Modus – vorwärts-rückwärts ruck-zuck
Sauberes Aufsatteln, sicheres Heranrollen, sanftes Andocken – Betriebsfelder, in denen Lastwagen mit automatisierter Kupplung bisher auf einen ganz besonders sensiblen Gasfuß angewiesen sind. Mit Mercedes Power-Shift wird dem Fahrer dieses Geschäft jetzt spürbar erleichtert.
Im Rangier-Modus legt die Getriebesteuerung jene Aufgaben, die früher dem ge­konnten Zusammenspiel aus Gas- und Kupplungsfuß oblagen, jetzt konsequent auf das Gaspedal. Heißt: Fast über den gesamten Pedalweg wird vorrangig der Ein- und Ausrückweg der Reibkupplung dosiert, die Motordrehzahl kann bis allerhöchstens 1000 Touren steigen.
Gestartet wird der Rangier-Modus auf Tastendruck. Zusammen mit der jetzt möglichen direkten Umschaltung vom ersten in den Rückwärtsgang wird die Rangier­qualität eines Axor mit Mercedes Power-Shift auf das Niveau sehr guter Fahrer im perfekten Zusammenspiel mit der manuellen oder der Telligent-Schaltung angehoben.
Freischaukel-Modus – mit eigener Kraft aus der Klemme kommen
Auch Straßen-Lkw können sich festfahren – öfter, als dem oftmals ohnehin gestressten Trucker lieb ist. Be- oder Entladestellen sind beileibe nicht immer gemäß dem aktuellen Stand des Straßenbaus gepflastert, Profis wissen das. Ihnen wird mit Mercedes Power-Shift jetzt geholfen. Mit Aktivierung des Freischaukel-Modus kann der Fahr­zeuglenker nunmehr genau das tun, was er von einem mit konventioneller Fuß­kupplung bestückten Truck her kennt: mit der Kupplung leicht anrollen, Kupplung auf, wieder leicht anlegen, aufmachen, und so weiter.
Nur muss er dafür bei Mercedes Power-Shift kein Kupplungspedal lösen und wieder lösen, sondern einfach nur das Gas auf und zu machen. Meist hat die Schaukelei schon nach wenigen Durchgängen eine Eigendynamik entwickelt, die mit einem finalen Schwung die Fuhre wieder flott macht. Genau dieses schnelle Öffnen der Kupplung stellt Mercedes Power-Shift beim Gaswegnehmen im Freischaukel-Programm zur Verfügung. Was im normalen Schaltprogramm verpönt ist, hier hilft es nachhaltig.
Vier Rückwärtsgänge – gut für den, der’s braucht
Mit Einführung der neuen Klauengetriebegeneration bietet Mercedes Power-Shift jetzt vier anstatt bisher nur zwei Rückwärtsgänge an. Besonders hilfreich können die schnellen Reversierschaltstufen sein, wenn lange Wege mangels Platz zum Wenden zwangsweise rückwärts zu bewältigen sind.
Das typische Beispiel hierfür sind Kippsatteleinsätze im Fernstraßenbau, wo binnen kürzester Zeit große Mengen Schüttgüter zum Einsatzort gebracht sein wollen, auf den frischen Fahrbahndecken aber Wendemanöver strikt verboten sind.
Tradition verpflichtet – der Axor fährt in der Bremstechnik vorn
Nicht nur in der Antriebs- und Getriebetechnik setzt der Mercedes-Benz die Akzente, sondern auch beim sicheren, komfortablen und wirtschaftlichen Ver­zögern. Schließlich bremst der Axor, Spezialist für den Nah- und Bezirksfern­verkehr, serienmäßig mit der gleichen Hochleistungsbremsanlage, mit der Mercedes-­Benz vor mehr als zehn Jahren bei der Einführung des Actros einen neuen Sicherheits- und Betriebskostenstandard gesetzt hat. Seinerzeit revolutio­nierte Mercedes-Benz einmal mehr die Entwicklung der Bremstechnik: Der Actros war der erste Lkw der Welt, dessen Serienausstattung unter anderem Scheibenbremsen an allen Rädern und eine Hochdruck-Bremsanlage mit elektronischer Steuerung um­fasste.
Schon 15 Jahre früher, 1981, führte die damalige Daimler-Benz AG als erster Her­steller das Antiblockiersystem (ABS) für schwere Lkw und Omnibusse von Mercedes-­Benz ein. Der Start von ABS in schweren Nutzfahrzeugen als eine der wesentlichsten Sicherheitsentwicklungen in der Geschichte des Automobils erfolgte nur drei Jahre nach der Premiere in den Pkw von Mercedes-Benz.
Bremsanlage: Telligent plus Turbobrake
Das Telligent-Bremssystem besteht aus einer Zwei-Kreis-Druckluft-Bremsanlage mit zehn bar Betriebsdruck, automatischer Bremsnachstellung, ABS, Druckluft­trockner und nicht zuletzt aus der elektronischen Bremsregelung. Bei dem Betriebs­druck­niveau von zehn bar spricht die Bremse schnell an, stellt genügend Bremskraft zur Verfügung, und der Fahrer gewinnt wertvolle Zeit für den Brems­vorgang.
Die Vorteile der Scheibenbremse haben sich bereits hinlänglich bei den im Markt befindlichen Mercedes-Benz-Lkw bewiesen. Hohe thermische Belastbarkeit, günstiges Fading-Verhalten, geringes Gewicht, die gute Dosierbarkeit der Brems­wirkung, gleichmäßiges Ansprechverhalten, niedrige Hysterese und die Unem­pfindlichkeit gegenüber Reibwertschwankungen sind nur einige der bekannten Vorteile.
Immer in Bereitschaft – Bremsassistent serienmäßig
Mit dem Telligent-Bremssystem erhöhen sich Leistungsfähigkeit, Bedienkomfort und Wirtschaftlichkeit der Bremsanlage nochmals wesentlich. Dank elektro­nischer Bremsregelung bremst sich der Axor dann, weitgehend unabhängig vom Beladungs­zustand, komfortabel wie ein Pkw. Der Weg des Bremspedals wird unabhängig vom Beladungszustand in eine immer gleiche Verzögerung des Fahrzeugs oder des Gesamtzugs umgesetzt.
Die aktuelle Generation des Mercedes-Benz Axor bietet ein nochmals höheres Sicherheitspotenzial. So ergänzt unter anderem serienmäßig ein Bremsassistent (BAS) die Bremsanlage. Er erkennt aus der Geschwindigkeit, mit der das Brems­pedal getreten wird, den Wunsch nach einer Notbremsung und aktiviert blitz­schnell den vollen Bremsdruck. Des Weiteren hält der ebenfalls serienmäßige Antriebs- und Brems-Tempomat die Geschwindigkeit sowohl beim Rollen in der Ebene als auch bei Bergabfahrt konstant – vor allem der zweite Punkt ist ein wesentliches Sicherheitsfeature.
Immer am Pedal – Dauerbremsintegration der feinen Art
Teil dieses Hightech-Pakets ist die Integration der Dauerbremse. Das heißt: Beim Tritt auf das Bremspedal aktiviert der Axor-Fahrer sowohl die Betriebs- als auch die Dauerbremse(n). Ziel dieser Verbindung aller im Fahrzeug vorhandenen Brems­­ein­richtungen ist natürlich die abermalige Verschleißminderung der Be­triebs­­bremse durch Substitution eines Teils der von ihr geforderten Verzöger­ungsleistung durch verschleißlose Dauerbremsen.
Die Aktivierung der Bremsen erfolgt dabei genau in der geschilderten Reihen­folge: Erst wird die Betriebsbremse angesteuert, dann die Dauerbremse(n) – ein ganz entscheidender Unterschied zu anderen Lösungen ähnlicher Art. Die Mercedes-Schaltung vermeidet Sicherheitsrisiken der umgekehrten Schaltung; nicht zuletzt wegen der beim Last- und Sattelzug stark variierenden Achslast­verhältnisse und der daraus resultierenden Sicherheitsrisiken beim Verzögern über nur eine Achse auf glatten oder rutschigen Fahrbahnen.
Integrierter Anfahr-Assistent – Rollsperre eingebaut
Ein weiteres Technik-Highlight mit ganz konkretem Fahrer-Vorteil ist der in die Telligent-Bremsanlage integrierte Anfahr-Assistent mit Rollsperre. Mit ihm wird das Anfahren an Steigungen entscheidend erleichtert. Möglich wird dies durch die voll­elektronisch gesteuerte und dadurch sehr schnell erfolgende Betätigung der pneu­matischen Radbremsventile. Nach jeder Betätigung des Bremspedals bleibt der Bremsdruck bei stehendem Fahrzeug nach dem Loslassen des Brems­pedals für zirka eine Sekunde erhalten, um ein Zurückrollen des Fahrzeugs zu verhindern. In dieser Zeit kann durch das Betätigen des Fahrpedals auch an Steigungen bequem angefahren werden. Bei schweren Last- und Sattelzügen ergibt sich darüber hinaus eine deutliche Erleichterung für den Fahrer in schwierigen Rangier-Situationen. Der Anfahr-Assistent kann mittels Rastschalter nach Fahrerwunsch zu- oder abgeschaltet werden.
Axor-exklusiv – die „Turbobrake“
Eine Exklusiv-Option im Axor ist die „Turbobrake“. Sie erweitert auf Wunsch die serienmäßige Dauerbremskombination und kann im Bereich über 2000 Motor­um­drehungen mit 450 Kilowatt (612 PS) verschleißfreier Dauerbrems­leistung in vielen Fällen einen schwereren und teureren Sekundärretarder ersetzen.
Die Turbobrake ist eine Zusatzeinrichtung am Abgasturbolader, welche die höch­ste Steigerung der Motorbremsleistung bietet. Dabei wird der Turbolader mit zwei­flutigem Turbinenzulauf um eine Abblaseeinrichtung (Wastegate) für die „heiße“ Seite der Turbine sowie einen Axialschieber ergänzt, der ein so genanntes Turbo­bremsleitgitter trägt.
Turbo bremst – Leistung fast verdoppelt
Die Funktion der Turbobrake: Im Motorbremsbetrieb wird das enge Bremsgitter vor das Turbinenrad geschoben und führt damit zu einem hohen Abgas­gegen­druck. Folge: Über den Verdichter entsteht ein vergrößerter Luftdurchsatz im Motor, was dessen Bremsleistung von 280 auf 450 kW anhebt und damit fast verdoppelt. Das Wastegate verhindert eine Überbeanspruchung der Maschine. Unter Last wird das Bremsleitgitter vor dem Turbinenrad herausgezogen.
Mit der Sonderausstattung Turbobrake entfällt die klassische Auspuffklappe, sie wäre hier kontraproduktiv. Die Konstantdrossel hingegen bleibt auch bei der Turbo­brake weiter gefragt und somit im Einsatz. Sie wird im Zusammenspiel mit der Turbo­brake jedoch nicht pneumatisch, sondern hydraulisch angesteuert.
Zur Sicherheit – Telligent Assistenz-Systeme für den Axor-Fahrer
Furore hat Mercedes-Benz in den vergangenen Jahren mit seinen elektronischen Assistenz- und Sicherheitssystemen gemacht. Damit Unfälle aktiv verhütet werden können, bietet das Unternehmen auch für den Axor eine Reihe dieser Sicherheitssysteme an. Sie helfen dem Fahrer dabei, kritische Situationen zu meistern. Dazu zählen die Telligent Stabilitätsregelung, der Telligent Spurassistent und der Telligent Abstandsregeltempomat sowie die Telligent Wankregelung für zwei- und dreiachsige Last­wagen.
Stabilitätsregelung – Schleudern adé
Die Telligent-Stabilitätsregelung ist ein aktives Fahrsicherheits-System, das die Schleudergefahr von Sattelzügen bei Kurvenfahrten oder Ausweichmanövern redu­ziert. Dazu werden in fahrdynamisch kritischen Situationen, wenn das Fahrzeug zum Unter- oder Übersteuern neigt, die Bremskräfte an jedem einzel­nen Rad gezielt geregelt. Zusätzlich wird die Motorleistung zurück­genommen. Das mögliche „Ein­knicken“ des Sattelzuges wird durch gleich­zeitiges, dosiertes Abbremsen des Auf­liegers verhindert, auch wenn dieser noch mit einer kon­ven­tionellen pneumatischen Bremsanlage ausgerüstet ist.
Sollte der Auflieger in lang gezogenen Kurven – etwa in Autobahnausfahrten – oder bei schnellen Spurwechseln vom Fahrer unbemerkt die Kippgrenze erreichen, so wird die Geschwindigkeit des Sattelzugs automatisch so lange verringert, bis die Fahrstabilität wieder voll erreicht ist. Im Rahmen der physika­lischen Möglichkeiten wird damit die Kippgefahr des Aufliegers erheblich redu­ziert. Die Telligent-Stabilitäts­regelung entspricht damit dem ESP bei Pkw, aller­dings mit auf den Einsatz in Lastkraftwagen angepassten, erweiterten Funk­tionen.
Telligent Spurassistent – Immer auf dem richtigen Pfad
Der Spurassistent warnt den Fahrer, wenn ihm Gefahr droht, von der Fahr­bahn abzukommen. Dies kann durch Unaufmerksamkeiten jeder Art wie etwa den Griff zum Radio oder zum Telefon geschehen. Herzstück der Anlage ist eine kleine Kamera hinter der Windschutzscheibe, die den Fahrbahnbereich unmittel­bar vor dem Fahrzeug erfasst. Besteht die Tendenz, dass die Spur unbeabsichtigt ver­lassen wird, so ertönt ein signifikantes „Nagelbandrattern“ von links bzw. rechts aus den jeweiligen Lautsprechern, das den Fahrer intuitiv zum Gegen­lenken bewegt. Nach abgesicherten Erkenntnissen der DaimlerChrysler-Forschungsbereiche lenkt der Fahrer beim Ertönen dieses „Nagelbandratterns“ sein Fahrzeug automatisch zurück zur Spurmitte.
Telligent Abstandsregeltempomat – der Tempomat kann sehen
Der Telligent Abstandsregeltempomat hält das Fahrzeug in einem sicheren Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. Der Fahrer kann sich in definierten Grenzen einen Wunschabstand aussuchen. Zudem beachtet die Regelstrategie stets auch den für schwere Lkw auf Deutschlands Autobahnen gesetzlich geregelten Mindestab­stand von 50 m bei Geschwindigkeiten von mehr als 50 km/h. Zur Regulierung der vorgesehenen Distanz nimmt der Telligent Abstandsregeltempomat gestufte Ein­griffe (Gas wegnehmen, Dauer­bremse, Betriebsbremse) vor. So auch, wenn beispielsweise plötzlich ein anderer Verkehrsteilnehmer vor dem Fahrzeug einschert und verzögert. Löst sich die Verkehrsverdichtung vor dem Fahrzeug wieder auf, wird über die Tempomat-Funk­tion wieder Fahrt aufgenommen, bis die ursprünglich vom Fahrer eingestellte Wunschgeschwindigkeit wieder erreicht ist.
Telligent Wankregelung – Stoßdämpfer automatisch zwischen hart und weich
Situationsgerechte Fahrzeugdämpfung bietet die für die Fahrgestellvarianten des Axor auf Wunsch lieferbare Telligent-Wankregelung. Konventionelle Stoßdämpfer mit ihren fest vorgegebenen Kennlinien für die Zug- und Druckstufe können das weite Anforderungsspektrum nicht abdecken, das der alltägliche Betrieb fordert. Bei normaler Fahrt könnten sie durchaus weicher reagieren, bei Kurvenfahrten, Quer­beschleunigungen (zum Beispiel bei raschem Spurwechsel und starken Brems­manövern) müssten sie eigentlich härter sein – und damit mehr Sicherheit bieten.
Die Telligent-Wankregelung stellt die Dämpfungshärte automatisch auf die je­weilige Fahr­situation und Straßenbeschaffenheit ein. Die technische Lösung für die Fahrt ohne Wankbewegungen: Sensoren ertasten die Vertikalbewegungen an der Vorder- und Hinter­achse, den Bremsdruck, den Beladungszustand, die Fahrpedal­bewegungen und die Geschwindigkeit. Diese Werte werden von der zentralen Regelelektronik erfasst, ausgewertet und als Steuerungssignale an die mit einem elektrisch steuer­baren Ventil ausgestatteten Stoßdämpfer übermittelt. Die Dämpfer­charakteristik verändert sich innerhalb von Millisekunden, das Fahr­zeug reagiert also sofort. So werden einerseits Fahrsicherheit, Fahrkomfort und Lade­gut­schonung verbessert sowie andererseits Straßenbelastung und Verschleiß der Reifen und weiterer Fahrzeugbauteile vermindert.
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