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Die Daimler-Motoren-Gesellschaft und Benz & Cie. sind Pioniere für das Vertriebsprinzip der unternehmenseigenen Verkaufsniederlassungen
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Direkter Einfluss des Herstellers bei allen Verkaufsaktivitäten bis hin zum Service
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1909 eröffnen gleich fünf Niederlassungen
Die Erfindung des Automobils im Jahr 1886 revolutioniert die individuelle Mobilität des Menschen. Zugleich ist das Produkt aber so einzigartig, dass die Hersteller die bis dahin üblichen Vertriebswege grundlegend ändern müssen: Erst Benz & Cie. und kurz darauf die Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) führen Anfang des 20. Jahrhunderts das Prinzip der eigenen Verkaufsniederlassungen ein und schaffen damit – bis auf Einzelfälle – die bis dahin üblichen Zwischeninstanzen Vertreter und Händler ab. Der Vertrieb in Eigenregie ist seitdem in der Automobilindustrie ein übliches Prinzip.
Der Verkauf der Mercedes- wie auch der Benz-Automobile liegt Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts zunächst noch weitgehend in den Händen von selbstständig operierenden Vertretern oder Partnern. Ein prominentes Beispiel ist der damals in Nizza residierende österreichische Geschäftsmann Emil Jellinek, der auch den Markennamen Mercedes geschaffen hatte. Ihm gebührt das Verdienst, eine große Zahl von Mercedes-Wagen an betuchte Kunden gebracht zu haben. Seine Bedeutung für die DMG wächst, und schließlich erwirbt er sogar den Großteil der produzierten Fahrzeuge zum Weiterverkauf; zudem hat er das Recht, die Wagen im In- und Ausland zu den von ihm festgesetzten Preisen und Bedingungen zu verkaufen. Damit tritt er freilich der DMG gegenüber zu selbstbewusst auf, und das Unternehmen überlegt, wie es sich einen direkteren Einfluss auf den Verkauf sichern kann.
Zudem kriselt die deutsche Wirtschaft in den Jahren 1906 und 1907, der Absatz von teuren Gütern und damit von Automobilen sinkt entsprechend. Die Daimler-Motoren-Gesellschaft will vollständige Handlungsfreiheit, sie bereitet daher alles vor, um bestehende Verträge aufzuheben – vor allem mit Emil Jellinek – und den Weg für eine eigene Vertriebsorganisation frei zu machen. Derartige Gründe führen mehr oder weniger zeitgleich auch die Manager der Benz & Cie. in Mannheim zu ähnlichen Überlegungen und gleichem Ergebnis: Beide Unternehmen entwerfen das Modell der eigenen Niederlassungen.
Für sie hat es mehrere Vorteile: Zum einen haben die Vertreter nicht mehr die Preishoheit, die Hersteller steuern selbst, wie, wo und zu welchen Preisen die Kraftfahrzeuge auf den Markt kommen. Dabei ist Einheitlichkeit Trumpf, und so werden Listenpreise festgesetzt. Zum anderen haben die Hersteller in den eigenen Verkaufsräumen einen direkten Kontakt zu den Wünschen und Bedürfnissen der Kunden und können so ihre Produkte noch besser auf den Publikumsgeschmack ausrichten. Darüber hinaus können sie auf diese Weise auch die Qualität des Services garantieren – für einen Markenhersteller und ein solch aufwändiges Produkt wie das Automobil ein unerlässliches Verkaufsargument. Last but not least sparen die Hersteller das Geld für den Zwischenhandel. Mit dem Verkauf in Eigenregie sind die Unternehmen ihrer Zeit im Übrigen weit voraus: Alle genannten Punkte liefern bis heute in anderen Branchen für reichlich Gesprächsstoff zwischen Industrie und Handel.
1909 geht es bei Benz & Cie. und der DMG mit dem herstellergebundenen Handel so richtig los. Zwar gibt es von beiden Unternehmen bereits vor diesem Jahr vereinzelte Niederlassungen, aber 1909 entstehen gleich fünf Stück: in Berlin, Frankfurt, Dresden, Düsseldorf und Hamburg.
Aus heutiger Sicht kann man sagen: Das System der eigenen Niederlassungen hat sich bewährt. Mittlerweile trägt die Mercedes-Benz Vertriebsorganisation Deutschland als Teil der Daimler AG die Verantwortung für den nationalen Vertrieb der Marken Mercedes-Benz, smart, Maybach und Mitsubishi Fuso.
Die Niederlassung Berlin
1902 wird das erste Automobil in Berlin zugelassen – ein Daimler-Kraftwagen mit dem amtlichen Kennzeichen IA-1. Die Daimler-Motoren-Gesellschaft beginnt zudem im gleichen Jahr mit der Fertigung von Automobilen in Berlin. Zudem werden im gleichen Jahr Verkaufs- und Service-Büros der Daimler-Motoren-Gesellschaft in der Königsrätzer Straße 7 und der Benz & Cie. Rheinische Gasmotorenfabrik AG Mannheim in der Kronenstraße 55 eröffnet.
Denn um die Hauptstadt kommt man als Kraftfahrzeughersteller nicht herum: Berlin ist um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert der bestimmende Mittelpunkt des gesellschaftlichen, kulturellen und geistigen Lebens in Deutschland – der ideale Ort also, um als aufstrebendes Automobil-Unternehmen Verkaufsfilialen an möglichst prominenten Adressen zu eröffnen.
Der 1. Januar 1909 gilt als offizielles Gründungsdatum der Niederlassung Berlin der Daimler-Motoren-Gesellschaft: An diesem Tag wird aus dem schon bestehenden Ausstellungsraum mit der repräsentativen Anschrift Unter den Linden 78 und aus einer separaten Reparaturwerkstatt eine Adresse. Das Stadtbüro der Firma Benz & Cie. wird ebenfalls davor zuvor in „Verkaufsniederlassung Berlin“ umbenannt.
Nur ein paar Jahre später eröffnet die DMG in Berlin ein Ausstellungshaus, das, damals vollkommen neuartig, Verkauf mit Markenwelt und Entertainment verbindet: An der Adresse Unter den Linden 50/51 wird am 30. September 1913 das „Mercedes-Haus“ eröffnet. Neben der reinen Fahrzeugpräsentation soll die Leistungsfähigkeit des Unternehmens und die Exklusivität der Marke Mercedes in einem architektonisch anspruchsvollen Rahmen zur Geltung gebracht werden. Mit Erfolg: Das Bauwerk von eleganter Architektur, ausgestattet mit hochwertigen Materialien und modernster Technik, großzügigen Ausstellungsräumen und einem exquisiten Restaurant, entwickelt sich rasch zu einem beliebten Treffpunkt der Berliner Gesellschaft und trägt bald den Namen „Mercedes-Palast“.
Die Tradition des Erlebniseinkaufs lebt im Übrigen bis heute in der Hauptstadt fort. An dem seit 1915 genutzten Standort Salzufer entsteht nach dem Totalabriss des alten Centers die neue Zentrale der Niederlassung Berlin, die im Jahr 2000 ihre Pforten öffnet: Auf einer Fläche von mehr als 35 500 Quadratmeter verbindet Mercedes-Benz dort das Autohaus mit einer Marken- und Veranstaltungswelt, wo das Auto aufwändig inszeniert wird. Darüber hinaus werden beispielsweise auch Formel-1-Rennen und die DTM (Deutsche Tourenwagen-Masters) auf einer Großbildleinwand übertragen, aber auch bedeutsame Fußballspiele. Die Niederlassung Berlin hat insgesamt neun Standorte.
Die Niederlassung Frankfurt
Dass Automobile von Gottlieb Daimler und Carl Benz recht früh in Frankfurt am Main präsent sind, erstaunt nicht sonderlich: In der Stadt und ihrem Umland wohnen um 1900 vergleichsweise viele wohlhabende Bürger. Indikatoren dafür sind die Stiftungskultur der Mainmetropole sowie die damals dort vorhandene höchste Dienstbotendichte des Deutschen Reiches.
In den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts obliegt den Frankfurtern sogar für kurze Zeit der gesamte Deutschland-Vertrieb von Daimler-Fahrzeugen: Zu Beginn des Jahres 1904 übernimmt die Firma Flinsch & Co. den Alleinverkauf der Mercedes-Wagen zunächst für Hessen, Hessen-Nassau und Norddeutschland, ein Jahr später dann für ganz Deutschland. Heinrich und Ferdinand Flinsch bearbeiten das Vertretungsgebiet Frankfurt, Hessen und Hessen-Nassau selbst, für die Gegend um Frankfurt und Wiesbaden sowie für das Deutsche Reich, das in acht Regionen aufgeteilt wird, sind Untervertreter zuständig.
Als Vorbereitung für das Niederlassungssystem übernimmt 1906 die im gleichen Jahr unter anderem von der DMG gegründete „Generalvertrieb Deutsche Mercedes-Verkaufs-Gesellschaft GmbH“ mit Sitz in Frankfurt/Main die komplette Vertreterorganisation. Am 1. April 1908 wird Ernst Berge zum Geschäftsführer der Frankfurter Verkaufsgesellschaft für Deutschland ernannt. Allerdings verlegt Berge den Gesellschaftssitz einen Monat später von Frankfurt nach Untertürkheim. Die Frankfurter Vertretung wird liquidiert, die Geschäftsräume jedoch bleiben bestehen: Der Automobilhersteller übernimmt Flinsch & Co. und gründet zum 1. Juni 1909 eine firmeneigene Niederlassung in Frankfurt.
Seit 1996 gehört auch das Vertretungsgebiet Offenbach zu Frankfurt: Die Niederlassung Frankfurt-Offenbach hat derzeit sechs Standorte, von denen einer besonders heraus sticht, weil er aus dem Innenstadtbild der Mainmetropole heute kaum noch wegzudenken ist: Der „Mercedes-Benz-Spot“ in bester Innenstadtlage ist zwar im Vergleich zu einer klassischen Niederlassung winzig, verbreitet das Understatement der Marke aber besonders gut. Er ist in einem markanten Gebäude in der Kaiserstraße 19-21 nahe der stark frequentierten Einkaufsstraße Zeil sowie der luxuriösen Einkaufsmeile Goethestraße untergebracht.
Die Niederlassung Dresden
Das Automobil ist in seinen Anfangszeiten keine Erfindung, die die Masse begeistert. Die Fahrzeuge versetzen den ein oder anderen Verkehrsteilnehmer sogar in Angst und Schrecken. Doch eine Bevölkerungsschicht ist in ganz Europa besonders fasziniert vom Auto – und sie hat auch die finanziellen Mittel, es zu kaufen: der Adel. Beispielsweise in Dresden zeigt sich der sächsische Hof dem neuen Fortbewegungsmittel gegenüber aufgeschlossen: 1904, nach seiner Thronbesteigung, kauft Friedrich August III. als erstes Auto einen Mercedes.
Als bedeutendster Automobilvertreter der Region gilt damals Robert Vieweg, dessen Unternehmen das Verkaufsmonopol für Benz innehat, aber auch Autos von Daimler verkauft. 1905 wird Louis Glück neuer Vertreter von Benz & Cie, mit einem Verkaufsraum auf der Prager Straße. Im Herbst 1908 planen die Mannheimer eine eigene Niederlassung in Dresden, die am 1. Januar 1909 auf der Viktoriastraße eröffnet.
Das Verkaufsgebiet der Dresdner Benz-Niederlassung erstreckt sich auf ganz Sachsen. Bald schon zieht sie in eine günstigere Lage innerhalb der Stadt, auf das Eckgrundstück Lüttichhausstraße/Sidoniestraße; die Reparaturwerkstatt befindet sich in der Nicolaistraße 19. Die Trennung von Werkstatt und Verkauf ist im Übrigen auch in anderen Städten ein gängiges Modell.
Es zeigt sich recht bald, dass das Vertretungsgebiet Sachsen für die Niederlassung zu groß ist: Die Dresdener kommen nicht mehr mit den Lieferungen hinterher, so dass die Niederlassung bereits Ende 1909 oder im April 1910 – das genaue Datum ist nicht zweifelsfrei überliefert – eine weitere Verkaufsstelle in Leipzig eröffnet.
Auch Daimler verhandelt in jenen Tagen über eine eigene Verkaufsstelle in der Hauptstadt Sachsens. Mit Erfolg: Am 18. Januar 1909 erklärt die DMG das Automobilgeschäft Robert Vieweg in Dresden zur Niederlassung; Standort ist die Christianstraße 39/Ecke Sidoniestraße.
Der damals 49 Jahre alte Robert Vieweg ist ein Autopionier, er macht sich sogar am
9. Oktober 1909 in einem Mercedes aus dem Jahr 1904 auf den Weg nach Afrika: Die Route führt von Dresden über Italien bis nach Tunis und Algier; zurück geht es über Marseille. Nach 6900 Kilometern erreichen er und seine Söhne am 21. November wieder Dresden. Seine Erlebnisse schreibt Vieweg in einer 47 Seiten starken Broschüre „Autoreise durch Nordafrika“ nieder; unter anderem zählt er beispielsweise ganze 82 Autos, die den Abenteurern auf der Reise entgegenkommen, neun davon auf der 1774 Kilometer langen Strecke durch Italien. Der spätere Hoflieferant Vieweg gilt zudem als der erste Dresdener, der die Elbstadt in einem Benz durchquert: Der sächsische Autopionier hatte am 20. August 1893 einen Benz Victoria gekauft.
Und noch einen Prominenten hat die Dresdener Niederlassung zu bieten: Rudolf Caracciola, der legendäre Rennfahrer der Silberpfeil-Rennwagen Mercedes-Benz, startet seine Karriere im Jahr 1924 als Verkäufer in der Dresdener Niederlassung der Mercedes-Automobilgesellschaft.
Nach der deutschen Wiedervereinigung ist Mercedes-Benz seit Spätsommer 1990 wieder in Dresden präsent. Heute hat die Niederlassung drei Standorte.
Die Niederlassung Düsseldorf
Die Benz-Generalvertretung für Rheinland-Westfalen, die Rheinisch-Westfälische Automobil-Gesellschaft mbH, hat ihren Sitz in Köln. Das Düsseldorfer Gebiet wird dabei bis Ende 1908 von der Firma Carl Mühlberger vertreten. Am 17. Februar 1909 wird dann aber in Düsseldorf die Zweigniederlassung der Firma Benz & Cie. gegründet. Die Ausstellungsräume befinden sich in der Graf-Adolf-Straße 61, die Werkstatt in der Pionierstraße 6.
Der Inhaber der Benz-Vertretung, Ernst Ibald von der Firma Autopalast Oberhausen, gilt als Rheinischer Automobilpionier. Anfangs beschäftigt die Benz-Zweigniederlassung sechs bis sieben Angestellte, rund 15 Monteure und zwei Vorführungs-Chauffeure.
Bei der Daimler-Motoren-Gesellschaft läuft es folgendermaßen ab: Nach verschiedenen Vertretern, die sich um das Rheinland kümmern und somit auch in Düsseldorf die Autos der DMG verkaufen, übernimmt die Firma Hermann Weingand aus Düsseldorf im Jahr 1906 von der Vertretung der Deutschen-Mercedes-Verkaufsgesellschaft aus Frankfurt die Gebiete Rheinland, Westfalen, Hannover, Bremen, Oldenburg, Lothringen und Braunschweig. Mit diesem Verkaufsmonopol für Westdeutschland ausgestattet, eröffnet Weingand ein Ausstellungslokal auf der Königsallee 100 in Düsseldorf und verkauft dort aber beispielsweise auch Adler-Automobile und Automobil-Beleuchtung der Marke Ducellier. 1910 gründet die Daimler-Motoren-Gesellschaft dann eine Niederlassung in Düsseldorf, ebenfalls in der Graf-Adolf-Straße: Die Hausnummern 63–65 zeigen, dass Mercedes seine eigene Verkaufsstelle damit genau neben die Konkurrenz von Benz einrichtet.
Die Verkäufer werden üblicherweise als Repräsentant bezeichnet, heißt es in einer Chronik über die Niederlassungen in Düsseldorf. Und man erfährt, wie die Verkäufer damals gekleidet sind: „Die Repräsentanten der DMG- und Benz-Verkaufsstellen tragen einen zweireihigen blauen Besuchsanzug und eine blaue Schirmmütze sowie die dazugehörige Automobilbrille und im Winter noch einen langen, schweren Kamelhaar-Mantel und einen Schal.“
Seit 1999 haben sich die Niederlassungen Duisburg, Düsseldorf/Neuss und Mönchengladbach/Krefeld zur Niederlassung Rhein-Ruhr zusammengeschlossen. Seit diesem Verbund zählt die Mercedes-Benz Niederlassung Rhein-Ruhr mit Sitz in Düsseldorf zu den größten Niederlassungen der Welt.
Die Niederlassung Hamburg
Von 1888 an werden Motoren und Automobile von Daimler und Benz auch in Hamburg durch örtliche Vertreter verkauft. Wie so oft in der Anfangszeit des Automobils ist der erste Auto- und Motorenfreund in der Hansestadt ein guter Bekannter von Gottlieb Daimler: Der Erfinder lässt 1889 zusammen mit Heinrich Remmer die ersten Motorboote in Hamburg laufen, erinnert sich Heinrich Remmer junior im Jahr 1958 in einem Brief. „Dieses Boot hat seinerzeit außerordentlich Aufsehen auf der Elbe gemacht.“
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gehört das Verkaufsgebiet der Hansestadt zunächst zum Daimler-Vertretungsgebiet Berlin-Schönefeld, danach zu Flinsch & Co. in Frankfurt. Die Hamburger Verkaufsstelle wird 1902 vom Generalrepräsentant der Kaiserlichen Marine, Alexander Curti, im „Nobelshof“ geführt. Im hohen Norden finden naturgemäß vor allem Schiffsmotoren Anklang: Für 1903 heißt es in einer Chronik des Daimler Archivs: „Daimler-Schiffsmotoren haben eine hervorragende Stellung in Hamburg und bieten ein gutes Geschäft.“
Doch weder Alexander Curti noch der darauf folgende Vertreter Heinrich Remmers, der Daimler-Motorboote und -Automobile sowie Schiffsausrüstungen am Rödingsmarkt 46 verkauft, bleiben lange – zumindest alleinige – Daimler-Vertreter: 1906 übernimmt die Firma Raffay & Co., die damals auch Renault-Frères Motorwagen vertreibt, den Verkauf; „Kontor und Garage“ sind in der Klopstockstraße 2-4 angesiedelt. Alexander Curti wird gleichwohl im Jahr darauf nach Berlin bestellt, um an der Adresse Unter den Linden 78 die DMG-Marineabteilung zu leiten.
Es ist zu vermuten, dass die Daimler-Motoren-Gesellschaft in Hamburg mehrere Vertreter gleichzeitig hat. Nach einer kurzen Zeit, in der Ernst Dello Daimler-Vertreter ist, kommt im Herbst 1908 auch wieder die Firma Raffay & Co. zum Zuge. Im Mai 1909 ist dann die Geburtsstunde der eigenen Niederlassung: „Herr Prokurist Brandy“, wie es in der Chronik des Daimler Archivs heißt, wird vom Werk Marienfelde als Leiter der DMG-Verkaufsstelle Hamburg eingesetzt.
Benz & Cie. agieren schon ein Jahr früher in Hamburg selbständig: Bereits für den 18. Februar 1908 ist vermerkt, dass die Mannheimer als „erste Automobilfabrik in Hamburg in verkehrsreicher zentraler Lage, Am Plan 6, eine handelsgerichtlich eingetragene Zweigniederlassung“ eröffnen, wie es in der Chronik zu Hamburg heißt. Diese besteht allerdings zunächst nur aus „einem kleinen Laden für einen Wagen und einem dahinterliegenden Büro“. Mit der eigenen Niederlassung erlischt das Recht des DMG-Vertreters Ernst Dello, auch Benz-Wagen verkaufen zu dürfen. Und auf der begrenzten Fläche nur ein Auto präsentieren zu können ist verständlicherweise nicht genug, so dass sich Benz & Cie. nach einem anderen Ladenlokal umschauen: Im Laufe des Jahres vergrößert sich die Niederlassung und zieht im August an den Alsterdamm 12/13.
Heute ist die Mercedes-Benz Niederlassung Hamburg an fünf Standorten präsent.