Pressemappe: Kompakt und preisgünstig: Kleinere Fahrzeuge in der Geschichte der Daimler AG
Stuttgart
15.07.2011
Kompakt und preisgünstig: Kleinere Fahrzeuge in der Geschichte der Daimler AG
  • Eine Ent­wick­lungs­ge­schichte bis in die frü­hes­ten Anfänge des Unter­neh­mens
  • Nicht jedes Kon­zept wird zu einem Serien­fahr­zeug
  • Die Bau­reihe W 201 eta­b­liert 1982 die Mer­ce­des-Benz Kom­pakt­klas­se, die
    A-Klasse geht 1997 noch einen Schritt wei­ter

Stuttgart – Der Wunsch nach Fahr­zeu­gen mit kom­pak­ten Außen­ma­ßen und zugleich gro­ßen „inne­ren Wer­ten“ zieht sich durch die gesamte Geschichte der Daimler AG und ihrer Vor­läu­fer­un­ter­neh­men. Immer wie­der gelingt es dem Stutt­gar­ter Unter­neh­men, des­sen eigent­li­che Domäne tra­di­ti­o­nell die Pro­dukt­seg­mente der Ober­klasse und oberen Mit­tel­klasse sind, seine Inno­va­ti­ons- und Ent­wick­lungs­kom­pe­tenz auch in den dar­un­ter lie­gen­den Seg­men­ten einzubringen – bei Fahr­zeu­gen mit kom­pak­te­ren Abmes­sun­gen und nied­ri­ge­rem Preis.
Nicht jeder klei­nere Per­so­nen­wa­gen, an dem die Inge­nieure und Desi­g­ner gear­bei­tet haben, erlebt jedoch die Seri­en­rei­fe, aus viel­fäl­ti­gen Gründen – die den Exkurs in dieses Kapi­tel der Typen­- ge­schichte umso inte­r­es­san­ter machen.
Carl Benz ist neben Gott­lieb Daim­ler nicht nur der Erfin­der des Auto­mo­bils. Im Jahr 1894 bringt er zudem den klei­nen und leich­ten Typ Velo her­aus: 1.200 Stück wer­den von die­sem Fahr­zeug gebaut, was es zum ers­ten Groß­se­rien­fahr­zeug in der Automobilge­schichte macht.
Im Jahr 1911 stellt Benz & Cie. dann den Typ 8/18 PS vor, der nicht nur preis­wer­ter ist als sein Vor­gän­ger­mo­dell 10/18 PS, son­dern auch ein frü­hes Bei­spiel für „Downsizing“ dar­stellt: Gegen­ü­ber dem Benz 18 PS von 1905 bei­spiels­weise hat das Vierzylindermodell bei glei­cher Leis­tung einen um fast rund 40 Pro­zent redu­zier­ten Hub­raum. Der Typ 8/18 PS ist damit effi­zi­en­ter und hilft Steu­ern sparen – die 1906 einge­führte Luxus­steuer für Auto­mo­bile ori­en­tiert sich am Hub­raum. Die
Daim­ler-Motoren-Ge­sell­schaft stellt übri­gens 1911 eben­falls ein Modell mit der Typenbe­zeich­nung 8/18 PS vor: Der Mer­ce­des 8/18 PS wird wie der Benz 8/18 PS zu einem Ver­kaufs­er­folg.
Zu Beginn der 1920­er-Jah­re, in der Zeit nach dem Ers­ten Welt­krieg, rücken kom­pakte und preis­güns­tige Fahr­zeuge wie­der ver­stärkt in den Fokus. So kon­s­t­ru­iert die
Daim­ler-Mo­to­ren-Ge­sell­schaft (DMG) den Kom­pres­sor-Per­so­nen­wa­gen 6/25 PS ausdrück­lich als kom­pak­tes und rela­tiv preis­güns­ti­ges Fahr­zeug, doch eine grö­ßere Ver­brei­tung des tech­nisch anspruchs­vol­len Fahr­zeugs schei­tert am Preis.
Einen neuen Anlauf gibt es in der 1926 gegrün­de­ten Daim­ler-Benz AG, in der Benz & Cie. und die DMG auf­ge­gan­gen sind: Unter der inter­nen Bezeich­nung W 01 ent­steht 1926 ein Fahr­zeug mit 1,4 Liter Hub­raum. Doch es wird zurück­ge­stellt, genauso wie der Typ 5/25 PS, der im Jahr 1928 in einer Ver­suchs­se­rie gebaut wird.
Erfolg­reich rea­li­siert wird dage­gen der Typ 170 (W 15). Das preis­güns­tige und technisch inno­va­tive Ein­stiegs­mo­dell hat 1931 Premiere – und wird ein gro­ßer Verkaufs­er­folg. So hat der W 15 gro­ßen Anteil dar­an, dass Daim­ler-Benz die wirtschaftlich schwie­rige Zeit der frü­hen 1930­er-Jahre gut über­steht.
Noch bevor die Bau­reihe W 15 ein­ge­führt wird, begin­nen die Inge­nieure und Tech­ni­ker bei Daim­ler-Benz ein noch­mals preis­wer­te­res und kom­pak­te­res Ein­stei­ger­mo­dell für das Mer­ce­des-Benz Pkw-Programm zu ent­wi­ckeln. Das Ergeb­nis ist der Anfang 1934 prä­sen­tierte Mer­ce­des-Benz 130 (W 23), ein Heck­mo­tor­wa­gen. Er gilt als wegweisende moderne Kon­s­t­ruk­ti­on; gleich­wohl kann er sich auf dem Markt nicht durch­set­zen, sicher­lich zum Teil aufgrund sei­ner für einen Mer­ce­des-Benz ungewöhnlichen Form. Nach zwei Jah­ren wird er vom Typ 170 H (W 28) abge­löst, der leis­tungs­stär­ker und etwas grö­ßer, aber zugleich auch teu­rer ist. Als Ein­stei­ger­mo­dell fun­giert nun der zeit­gleich mit dem Typ 170 H vor­ge­stellte Mer­ce­des-Benz 170 V (W 136), der Nach­fol­ger des Typ 170 (W 15) mit vorne ange­ord­ne­tem Motor.
Der Typ 170 V kann den Erfolg sei­nes Vor­gän­gers noch stei­gern und wird zu einem der meist­ge­bau­ten Mer­ce­des-Benz Modelle in der Zeit vor 1945. Zudem bil­det er nach dem Zwei­ten Welt­krieg die Basis für die Wie­der­auf­nahme der Pkw-Produktion. Auch direkt nach dem Krieg lässt der Gedanke an klei­nere Autos das Unter­neh­men nicht los. Es ent­ste­hen meh­rere Fahr­zeu­ge, teil­weise nur auf dem Reiß­brett, aber in inte­r­es­san­ten Kon­fi­gu­ra­ti­o­nen. Kon­kre­ter wird es dann in den 1950­er-Jah­ren mit den Bau­rei­hen
W 122 und W 118/W 119, die aber aus unter­neh­mens­po­li­ti­schen Grün­den nicht auf den Markt gebracht wer­den.
Rich­tig kon­kret wird es 1982 dann mit der sogenann­ten Mer­ce­des-Benz Kompaktklasse (Bau­reihe W 201), die es zunächst als Typen 190 und 190 E gibt. Den Daim­ler-Benz Inge­nieu­ren kommt das Ver­dienst zu, mit dem W 201 ein klei­ne­res Fahrzeug mit allen inne­ren Wer­ten der Marke Mer­ce­des-Benz ent­wi­ckelt zu haben. Seit ihrer zwei­ten Gene­ra­ti­on, der 1993 ein­ge­führ­ten Baureihe 202, trägt die Kompaktklasse den Namen C-Klas­se, wel­che die große Erfolgs­ge­schichte des „190er“ fort­setzt.
In die Riege der klei­ne­ren Fahr­zeuge gehört auch das Nah­ver­kehrs­fahr­zeug NAFA von 1982, ein weg­wei­sen­des Kon­zept, des­sen Ide­en­ge­schichte zumin­dest teil­weise aufgeht im zwei­sit­zi­gen smart, eben­falls ein Pro­dukt von Daim­ler.
Im Jahr 1997 fei­ert dann die A-Klasse (W 168) ihren Markt­ein­tritt. In ihr voll­brin­gen die Inge­nieure das Kunst­stück, typi­sche Merk­male eines Mer­ce­des-Benz, bei­spiels­weise Kom­fort und Sicher­heit, in einer Karos­se­rie mit kom­pak­te­ren Aus­ma­ßen auf den Markt zu brin­gen. Sie ist somit ein Bra­vour­stück in der Geschichte der Daimler AG in einem span­nen­den Kapi­tel der Unter­neh­mens- und Tech­nik­ge­schich­te. Seit der gro­ßen Modell­pflege im Jahr 2001 ist sie zu einer klei­nen Fami­lie mit unter­schied­li­chen Karosse­rie­va­ri­an­ten geworden – ein Kon­zept, das in der Nachfolgebaureihe 169 in abge­wan­del­ter Form fort­ge­führt wird.
Auf­bau­end auf der A-Klasse debü­tiert 2005 dann die B-Klas­se, die aufgrund von Abmes­sungen und Preis­gefüge die Lücke zwi­schen A-Klasse und C-Klasse füllt. In der Ver­bin­dung von B-Klasse und
R-Klasse defi­niert Merce­des-Benz 2005 das neue Seg­ment des „Sports Tourers“. Mit leis­tungs­star­ken Moto­ren, dynami­schem Fahr­ver­halten sowie einem aus­gepräg­ten Raum- und Fahr­kom­fort werden in Ver­bin­dung mit der Varia­bili­tät des Innen­raums neue Kunden ange­spro­chen.
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