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Werner Breitschwerdt (geb. 23. September 1927)
Werner Breitschwerdt ist von 1953 bis 1987 für die damalige Daimler-Benz AG tätig, zum Schluss als Vorstandsvorsitzender. Sein Name ist insbesondere eng verbunden mit dem 1982 präsentierten Mercedes-Benz 190 (Baureihe W 201), im Volksmund „Baby-Benz“ genannt. Im Rahmen des von 1986 an laufenden Verbundprojekts PROMETHEUS gestaltet Breitschwerdt zudem über elektronische Assistenzsysteme maßgeblich die Vision des unfallfreien Fahrens. Während seiner Zeit entstehen aber auch diverse Forschungsfahrzeuge und Technologieträger mit alternativen Antriebskonzepten.
Werner Breitschwerdt durchläuft während seiner aktiven Zeit sehr unterschiedliche Stationen im Unternehmen. Er tritt 1953 in die Daimler-Benz AG ein. Zunächst ist er in verschiedenen Funktionen im Bereich Pkw-Aufbauten tätig. Im Juli 1973 wird er zum Direktor und Leiter der Entwicklung Pkw-Aufbauten ernannt, ein Jahr später kommt noch der Bereich Stilistik hinzu, wie der Designbereich damals heißt. 1977 wird Breitschwerdt zunächst stellvertretendes Vorstandsmitglied der Daimler-Benz AG, bevor er 1979 zum ordentlichen Vorstandsmitglied bestellt wird. Er verantwortet den Bereich Entwicklung und Forschung und damit sämtliche Technologie- und Zukunftsthemen des Konzerns. Von 1983 bis 1987 ist Breitschwerdt dann schließlich Vorsitzender des Vorstands der Daimler-Benz AG.
Von den 1960er Jahren an begleitet Breitschwerdt unter anderem die Einführung der Elektronik ins Automobil. Ein Meilenstein ist das Anti-Blockier-System (ABS), das Mercedes-Benz 1970 erstmals vorstellt und das 1978 in der S-Klasse (W 116) seine weltweite Serienpremiere erlebt.
Ein weiterer wichtiger Schritt ist das europäische Verbundprojekt PROMETHEUS (Programm für ein europäisches Transportwesen mit höchster Effizienz und unerreichter Sicherheit/Programme for European Traffic with Highest Efficiency and Unprecedented Safety). Es wird 1986 unter dem Vorstandsvorsitz von Werner Breitschwerdt von der damaligen Daimler-Benz AG auf den Weg gebracht und läuft als Kooperation mehrerer europäischer Autohersteller, Elektronik- und Zulieferfirmen, Universitäten und Institute über acht Jahre. Daraus entstehen zahlreiche Technologien mit großem Nutzen, die bei Mercedes-Benz in konkrete technische Produkte umgesetzt werden, beispielsweise der intelligente Tempomat DISTRONIC PLUS sowie die automatische PRE-SAFE® Bremse. Diese und andere Technologien sind zugleich Bindeglieder in der Vision vom unfallfreien Fahren, die wegweisend ist für viele Innovationen des Unternehmens in heutigen und zukünftigen Autos.
Der Name von Werner Breitschwerdt ist zudem verknüpft mit mehreren Mercedes-Benz Baureihen. Unter seiner Führung des Bereichs Entwicklung und Forschung entsteht beispielsweise eine vollkommen neue Fahrzeuggeneration: Die S-Klasse der Baureihe W 126 (1979 bis 1991), die mittlere Baureihe W 124 (1984 bis 1995) und die SL-Baureihe R 129 (1989 bis 2001) untermauern den Ruf von Mercedes-Benz, technisch und stilistisch führend zu sein.
Ein Bravourstück gelingt Breitschwerdt mit dem Typ 190 (W 201), der 1982 auf den Markt kommt: Er trägt die Werte von Mercedes-Benz wie etwa Sicherheit und Komfort in die Kompaktklasse, was nur mit ausgefeilten technischen Lösungen möglich ist, beispielsweise der Raumlenker-Hinterachse. Der Start in dieses Marktsegment ist damals nicht unumstritten und ein Wagnis für Mercedes-Benz. Doch der Erfolg der Baureihe W 201 als direkter Vorläufer der C-Klasse gibt Breitschwerdt Recht. Gleichzeitig ist der W 201 der erste Schritt zur Auffächerung der Marke in viele Segmente, die in den 1990er Jahren systematisch als Modelloffensive betrieben wird.
Die von Daimler-Benz schon früh vertretene Philosophie der Fahrzeugsicherheit und des Insassenschutzes führt Breitschwerdt fundiert weiter. In allen Fahrzeugen gelingt es ihm, die traditionellen Mercedes-Benz Maßstäbe wie Qualität, Solidität und ausgereifte Technik zu verknüpfen mit Attributen wie Fortschrittlichkeit, Dynamik und sportlicher Eleganz. Das gibt dem internationalen Marktgeschehen richtungsweisende Impulse. Darüber hinaus setzt Breitschwerdt bei der Ergänzung und Weiterentwicklung des Mercedes-Benz Nutzfahrzeugprogramms wesentliche Akzente.
Werner Breitschwerdt erhält verschiedene Auszeichnungen. So ernennt ihn die Technische Universität Karlsruhe 1979 zum Honorarprofessor. 1984 verleiht ihm die Ruhr-Universität Bochum die Würde eines Doktor-Ingenieur ehrenhalber. 1987 zeichnet ihn die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg mit der Ehrensenatorwürde aus. Ebenfalls 1987 verleiht ihm seine Heimatstadt Stuttgart die Bürgermedaille. Außerdem ist er Träger des Großen Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. 2009 wird er in die European Automotive Hall of Fame, Genf, aufgenommen.
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